Ehlhalten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ehlhalten
Stadt Eppstein
Wappen von Ehlhalten
Koordinaten: 50° 10′ 30″ N, 8° 22′ 6″ O
Höhe: 247 m ü. NN
Fläche: 7,26 km²
Einwohner: 1210 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 167 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 65817
Vorwahl: 06198
Eppstein OT Ehlhalten
St. Michael Kirche
Katholisches Gemeindehaus
Dattenbachhalle

Ehlhalten ist ein Stadtteil von Eppstein im Main-Taunus-Kreis in Hessen. Er ist mit etwa 1.200 Einwohnern hinsichtlich der Bevölkerung der kleinste, flächenmäßig jedoch der größte Stadtteil.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste erhalten gebliebene urkundliche Erwähnung in einem Zehntregister der Pfarrei Schloßborn als Elheldin datiert aus den Jahren 1226 - 1239. Ehlhalten entwickelte sich aus zwei Siedlungskernen, die westlich und östlich einer Furt über den Dattenbach liegen. Der westliche Teil mit den nach Oberjosbach reichenden landwirtschaftlich genutzten Flächen wurde vermutlich im 11./12. Jahrhundert durch die Pfarrei Schlossborn des Mainzer St. Stephansstiftes gegründet. Den östlich des Bachs an der Straße Eppstein-Heftrich gelegenen waldreichen Siedlungsteil besaßen anscheinend die Herren von Eppstein. Dieser Teil von Ehlhalten gehörte kirchlich nicht zur Pfarrei Schloßborn, sondern zu Fischbach. Der Ort ging dann als Lehen an die Herrschaft Eppstein, wurde aber wieder ein kurmainzischer Ort und gehörte zur Zeit des Herzogtums Nassau zum Amt Königstein.

Neben der Landwirtschaft war in Ehlhalten über Jahrhunderte im Zusammenhang mit der rings um Eppstein betriebenen Eisenverhüttung die Köhlerei von Bedeutung. Es gab hier bis zum 17. Jahrhundert zwei Schleifmühlen für Geräte und Waffen sowie drei Mehlmühlen am Dattenbach und dem knapp unterhalb des Ortes einmündenden Silberbach.

Nach der Reformation wurde wie in der ganzen Herrschaft Eppstein die evangelische Konfession eingeführt. Mit Beginn der kurmainzischen Herrschaft wurde der Ort ab 1604 wieder katholisch.

Ehlhalten war neben Wildsachsen die einzige Gemeinde im Main-Taunus-Kreis, in der bis 1976 nach einer Ausnahmeregelung der Hessischen Gemeindeordnung für kleine Gemeinden die Bürgermeisterverfassung galt. Am 1. Januar 1977 ging Ehlhalten im Zuge der Gebietsreform in Hessen in der Stadt Eppstein auf.[2]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 19. April 1968 wurde der Gemeinde Ehlhalten ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In geteiltem Schild oben in Silber eine rote Waage, unten in Grün zwei schmale silberne Wellenbalken.[3]

Die Waage erinnert an den Erzengel Michael, der seit dem 18. Jahrhundert als Patron der Ehlhaltener Kirche überliefert ist und in bildlichen Darstellungen häufig mit einer Waage als „Seelenwäger“ erscheint. Die beiden Bäche symbolisieren in ihrer Zweizahl den Reichtum der Gemeinde an Wasserläufen. Die Farben rot und Silber sind die Farben der Herren von Eppstein und der Kurfürsten von Mainz, zu deren Territorien die Gemeinde nacheinander vom späten Mittelalter bis zum Ende des Alten Reiches gehörte. Die Gemeindevertretung stimmte dem Wappenentwurf in der Sitzung vom 21. November 1967 zu. Er wurde von dem Heraldiker des Hessischen Hauptstaatsarchivs in künstlerischer und heraldischer Hinsicht einwandfrei gezeichnet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2004 schaffte es Ehlhalten in der Reihe „Dolles Dorf“ im HR-Fernsehen ins Finale und belegte den 2. Platz. [4] Die Autorin Nele Neuhaus wählte Ehlhalten als einen der Handlungsorte für den 2011 veröffentlichten Taunuskrimi "Wer Wind sät".

Evangelische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehlhalten gehört zur evangelischen Emmausgemeinde Eppstein mit Sitz in Bremthal.

Katholische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Kirchengemeinde St. Michael in Ehlhalten gehört zum Pastoralen Raum Eppstein.[5] Die Kirche selbst wurde 1732 anstelle einer älteren Kirche (die seit 1482 bezeugt ist) am gleichen Ort errichtet. Die Kirche befindet sich in der Mitte des Ortes und bildet eine Engstelle der vorbeiführenden Kreisstraße. Die Apsis wurde 1950/51 errichtet. Teile der barocken Ausstattung, darunter einige Heiligenfiguren, sind erhalten.

1999 wurde die ursprüngliche Scheune des Gehöfts Gräfliche Straße 6 zum Gemeindehaus der Kirchengemeinde St. Michael umgebaut. Das Gebäude trägt die Jahreszahl 1631 auf dem Torbalken. Diese Pfarrscheune dient verschiedenen Veranstaltungen und kann auch durch Dritte genutzt werden. Zur Verfügung steht ein großer Saal mit Empore und Vereinszimmer.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dattenbachhalle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1974/75 wurde die Dattenbachhalle als Sport- und Veranstaltungshalle erbaut. Sie ist unter anderem Trainingsort für die 1893 gegründete Turn & Sportgemeinde 1893 Ehlhalten e.V.[6]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehlhalten liegt an der L 3011, die an der Ostseite des Dattenbachs von Heftrich im Nordwesten über Vockenhausen im Süden zur Kernstadt Eppstein führt. Nach Westen zweigt von dieser Straße in der Ortslage die L 3027 ab. Sie führt über Oberjosbach nach Niedernhausen. Etwa ein Kilometer nördlich von Ehlhalten zweigt die L 3319 von der L 3011 nach Osten ab Richtung Schloßborn.

Bilder aus Ehlhalten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Höchster Kreisblatt - Eppstein wächst und wächst, 07.02.2017
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 371.
  3. Genehmigung eines Wappens durch den Hessischen Minister des Innern vom 19. April 1968 (StAnz. S. 786) Seite 2 der tif-Datei 3,45 MB
  4. Eppsteiner Zeitung vom 26. Mai 2004: Ehlhalten als einziger Ort aus Hessens Süden beim „Dollen Dorf“
  5. Pastoraler Raum Eppstein
  6. TSG Ehlhalten

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]