Dolles Dorf

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Dolles Dorf (früher: „Dolles Dorf!“) ist ein seit 2003 jährlich im Frühsommer stattfindender Wettbewerb im hr-fernsehen, in dem hessische Dörfer unter 2000 Einwohner gegeneinander antreten. Gleichzeitig ist Dolles Dorf eine wöchentliche Serie im Rahmen der Hessenschau, in der hessische Dörfer vorgestellt werden.

Erinnerungstafel des „Dollsten Dorfes 2004“ am Ortseingang von Gilfershausen

Allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeden Donnerstag wird in der Hessenschau ein Dorf zur Vorstellung in der Sendung am folgenden Samstag ausgelost. Wechselweise fährt ein Reportageteam von den Studios in Frankfurt oder Kassel in den jeweiligen Ort. Dort wird ein Porträt des Dorfes gedreht, das in der Hessenschau gezeigt wird. Bedingung für die Teilnahme an der Auslosung ist, dass der Ort vor der Gebietsreform in Hessen von 1972 weniger als 2000 Einwohner hatte. Diese Bedingung erfüllten zu Beginn der Serie mehr als 1600 Dörfer in Hessen.

Seit 2003 treten die im Lauf eines Jahres ausgelosten Dörfer im Frühsommer des kommenden Jahres gegeneinander an, um das „Dollste Dorf Hessens“ zu küren. In vier Vorrunden werden per Telefonabstimmung und Online-Voting vier Finalisten ermittelt. Diese kämpfen auf dem Hessentag in einer großen Live-Show des hr-fernsehens mit sportlichen Aufgaben und Quizfragen um den Titel. Moderiert wurde das Finale zunächst von Anne Brüning und Jens Kölker, seit 2011 von Franziska Reichenbacher und Jens Kölker. Per Telefon und Internet können auch die Fernseh-Zuschauer Einfluss auf den Punktestand nehmen. Der Sieger erhält den Goldenen Onkel Otto, der vom Ministerpräsidenten des Landes Hessen und dem Intendanten des Hessischen Rundfunks überreicht wird. Die Dörfer auf den Plätzen 2, 3 und 4 erhalten den Onkel Otto in Silber und Bronze.

Auch existiert eine Dolles-Dorf-Hymne mit dem Titel Herzschlag von Roy Rakete (Tobias Kämmerer) und Gerd Glitter (Mirko Förster), welche 2004 vorgestellt wurde.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Serie in der Hessenschau wurde 1995 unter dem Titel AidA (Aufbruch in den Alltag) gestartet. Am 26. Januar 1995 wurde mit Bruchenbrücken, einem Stadtteil von Friedberg in der Wetterau, zum ersten Mal ein „dolles Dorf“ aus der Lostrommel gezogen. Am 7. Juli 2005 wurde der Titel der Sendung in Dolles Dorf geändert und dem seit 2003 stattfindenden Wettbewerb angepasst. Seit dem Start der Reihe wurden ungefähr 650 der über 1600 in Frage kommenden Dörfer aus der Lostrommel gezogen (Stand Juni 2008).

Im Jahr 2006 wurde mit Nieste die einzig mögliche Gemeinde als „dolles Dorf“ gezogen. Die selbstständige Ortschaft aus dem Landkreis Kassel konnte im Ausscheidungswettbewerb auch ins Finale einziehen.

Gewinner des Wettbewerbs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2003[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Ort
1 Steinheim (Hungen)

Im Jahre 2003 erlangte Steinheim bei dem Wettstreit "Dolles Dorf" des Hessischen Rundfunk den Titel. In dem erstmal ausgetragenen Wettbewerb setzten sich die Steinheimer in der Endrunde gegen 4 weitere Teilnehmer durch, insgesamt nahmen 50 Dörfer teil. Das Ergebnis stand am 7. Juni 2003 fest. Somit konnten die Steinheimer in Bad Arolsen auf dem Hessentag 2003 den Siegerpokal mit den damit verbundenen Preisen entgegennehmen.

2004[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Ort Punkte
1 Gilfershausen (Bebra) 15
2 Ehlhalten (Eppstein) 14
3 Lumda (Grünberg) 12
4 Trais (Münzenberg) 11
5 Külte (Volkmarsen) 10

Am 20. Juni 2004 wurde Gilfershausen, ein Ortsteil von Bebra, auf dem Hessentag in Heppenheim zum Sieger des Wettbewerbs gekürt. Es setzte sich in einem Geschicklichkeitparcours, im Quiz und der Telefonabstimmung durch. Zusätzlich flossen noch die Punkte der Vorrunde in das Endergebnis ein.[2]

2005[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Ort Punkte
1 Langsdorf (Lich) 14
2 Goddelsheim (Lichtenfels) 13
Mosbach (Gersfeld) 13
4 Ohmes (Antrifttal) 12
5 Himbach (Limeshain) 10

Am 18. Juni 2005 konnte sich der Licher Ortsteil Langsdorf auf dem Hessentag in Weilburg gegen die vier Konkurrenten im Finale durchsetzen und erhielt vom Ministerpräsidenten Roland Koch den Goldenen Onkel Otto. Goddelsheim und Mosbach bekamen wegen ihres Punktegleichstands beide den Silbernen Onkel Otto; auf ein Stechen wurde verzichtet.[3]

In Langsdorf fand daraufhin auch eine hr3-Discoparty statt, durch diese konnte der Ort 25.000 Euro an Einnahmen und Spenden kassieren. 2008 begab man sich mit dem Vermögen unter das Dach der Bürgerstiftung Mittelhessen. Von den jährlichen Zinsen des Stiftungskapitals, die 1.000 Euro betragen, sollen diverse Projekte, wie die Sanierung des Haltepunkts an der Lahn-Kinzig-Bahn oder die Wiederherstellung des Bolzplatzes, in Angriff genommen werden. Unabhängig davon wurde auch der Schulhof der Grundschule nach dem Dolles Dorf-Wettbewerb saniert.[4]

2006[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Ort Punkte
1 Kransberg (Usingen) 18
2 Löhlbach (Haina) 16
3 Lauter (Laubach) 14
4 Altenburg (Alsfeld) 13
5 Schwanheim (Bensheim) 11

Am 28. Mai wurde Kransberg (Ortsteil von Usingen) zum „dollsten Dorf 2006“ gekrönt. Das Finale fand auf dem Hessentag in Hessisch Lichtenau statt.[5]

2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Ort Punkte
1 Dodenau (Battenberg) 20
2 Stangenrod (Grünberg) 17
3 Rothemann (Eichenzell) 14
4 Nieste 13
5 Kreidach (Wald-Michelbach) 9

Am 3. Juni 2007 wurde Dodenau (Ortsteil von Battenberg) auf dem Hessentag in Butzbach Sieger des Wettbewerbs.[6]

2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Ort Punkte
1 Friedigerode (Oberaula) 13
2 Berstadt (Wölfersheim) 12
3 Trubenhausen (Großalmerode) 10
4 Gleimenhain (Kirtorf) 8
Todenhausen (Wetter) 8

Am 6. Juni 2008 gewann Friedigerode, ein Ortsteil von Oberaula, auf dem Hessentag in Homberg (Efze) den Wettbewerb. Erstmals fand keine zusätzliche Vorrunde in den fünf Final-Dörfern statt, sondern man baute ein Ratespiel in die Sendung ein. Auch musste erstmals ein Stechen den Sieger ermitteln, so lagen zuvor Berstadt und Friedigerode gleich auf. Durch eine Schätzfrage kam es dann zum Endergebnis.[7]

2009[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Ort Punkte
1 Bergheim (Ortenberg) 17
2 Eschenhahn (Idstein) 16
3 Niederjossa (Niederaula) 12
4 Günsterode (Melsungen) 11
5 Wahlshausen (Oberaula) 6

Am 7. Juni 2009 kämpften die fünf Finalisten auf dem Hessentag in Langenselbold um den Titel.[8] Sieger wurde Bergheim, ein Ortsteil von Ortenberg. Der Gewinn des bronzenen Onkel Otto musste in einem Stechen zwischen den Punktgleichen Niederjossa und Günsterode ausgetragen werden. Eine Schätzfrage führte dann Niederjossa zum 3. Platz.[9]

2010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Ort
1 Bischhausen (Waldkappel)
2 Affoldern (Edertal)
3 Haimbach (Fulda)
4 Hainbach (Gemünden)

Auf dem Hessentag 2010 in Stadtallendorf wurde Bischhausen, ein Stadtteil von Waldkappel im Werra-Meißner-Kreis, zum Dollen Dorf 2010 gekürt. Erstmals nahmen nur vier Dörfer am Finale teil. Bischhausen erhielt den Goldenen Onkel Otto, Affoldern den Silbernen und Haimbach und Hainbach jeweils den Bronzenen Onkel Otto.

2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Ort Punkte
1 Cleeberg (Langgöns) 31
2 Gadernheim (Lautertal) 20
3 Illnhausen (Birstein) 19
4 Jesberg 17

Am Pfingstsonntag, den 12. Juni 2011, kämpften die vier Finalisten auf dem Hessentag 2011 in Oberursel um den Titel Dolles Dorf 2011. Cleeberg gewann den Goldenen Onkel Otto und eine hr4-Schlagerparty, Gadernheim gewann den Silbernen Onkel Otto, Illnhausen und Jesberg je einen Bronzenen.[10]

2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Ort Punkte
1 Ibra (Oberaula)
2 Wilhelmsdorf (Usingen)
3 Fischborn (Birstein)
4 Oberasphe (Münchhausen)

Am 3. Juni 2012 kämpften die vier Finalisten auf dem Hessentag 2012 in Wetzlar um den Titel Dolles Dorf 2012. Ibra gewann den Goldenen Onkel Otto und eine hr4-Schlagerparty.[11]

2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Ort Punkte
1 Walsdorf (Idstein) 28
2 Nonnenroth (Hungen) 24
3 Neukirchen (Braunfels) 22
4 Röhrenfurth (Melsungen) 21

Am 16. Juni 2013 wurde Walsdorf, ein Ortsteil von Idstein, auf dem Hessentag in Kassel zum Sieger des Wettbewerbs gekürt. Im Seilspringen, bei der Märchenstaffel, beim Zisselfangen auf der Fulda sowie dem Telefonvoting sammelte es jeweils vier Punkte ein. Auf dem zweiten Platz landete Nonnenroth, dass sich zuvor mit 62,9 % in seiner Vorrundengruppe durchgesetzt hatte.[12]

2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Ort Punkte
1 Wichmannshausen (Sontra)
2 Geilshausen (Rabenau)
3 Zell (Bensheim)
4 Röddenau (Frankenberg)

Am 8. Juni 2014 gewann Wichmannshausen, ein Ortsteil von Sontra, auf dem Hessentag in Bensheim den Wettbewerb.[13]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. "Dolles Dorf"-Rückblick 2004, abgerufen am 1. Juli 2008
  2. Die Finalergebnisse 2004, abgerufen am 2. Juli 2008
  3. hr-fernsehen kürte Langsdorf zum „Dollen Dorf“ 2005, abgerufen am 2. Juli 2008
  4. Langsdorf: Wohin mit 25.000 Euro?
  5. hr-fernsehen kürte Kransberg zum „Dollen Dorf“ 2006, abgerufen am 2. Juli 2008
  6. hr-fernsehen kürt Dodenau zum „Dollen Dorf 2007“, abgerufen am 2. Juli 2008
  7. Friedigerode ist das Dollste Dorf 2008!, abgerufen am 2. Juli 2008
  8. Die Finalisten stehen fest!, abgerufen am 31. Mai 2009
  9. hr-fernsehen kürt Bergheim zum "Dollen Dorf 2009", abgerufen am 8. Juni 2009
  10. Cleeberg ist "Dollstes Dorf", abgerufen am 26. Juni 2011
  11. Doll, doller, Ibra, abgerufen am 4. Juni 2012
  12. [1], abgerufen am 17. Juni 2013
  13. [2], abgerufen am 5. Juli 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]