Schloßborn

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50.1983333333338.3819444444444373Koordinaten: 50° 11′ 54″ N, 8° 22′ 55″ O

Schloßborn
Gemeinde Glashütten
Wappen von Schloßborn
Höhe: 373 m
Fläche: 14,11 km²
Einwohner: 3000 (2004)
Bevölkerungsdichte: 213 Einwohner je km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 61479
Vorwahl: 06174
Blick von Süden auf Schloßborn

Schloßborn im Taunus ist einer von drei Ortsteilen der Gemeinde Glashütten im Hochtaunuskreis. Die Gemarkungsfläche ist 1.411 Hektar groß.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Schloßborn liegt im Hohen Taunus im Naturpark Taunus, in Nachbarschaft zum westlich angrenzenden Naturpark Rhein-Taunus. Etwa 2 km südwestlich des Kernortes von Glashütten befindet es sich zwischen Königstein im Südosten, Ruppertshain im Südsüdosten, Ehlhalten im Südsüdwesten, Oberjosbach im Südwesten, Lenzhahn im Westen, Heftrich im Nordwesten und Kröftel im Norden.

Schloßborn wird vom Weiherbach durchflossen, reicht aber im Rahmen später entstandener Ortslagen auch in das südöstlich benachbarte Tal des Silberbachs hinüber. Beide münden in den Dattenbach, der unter dem Hauptnamen Schwarzbach in den Main mündet[1]. Auf die Lage nahe den Quellen von Weiher- und Silberbach ist der relative Wasserreichtum des Dorfs zurückzuführen.

Schloßborn ist umgeben von mittleren Höhen: Der Steinkopf (569,8 m), der Eichkopf (563,3 m) und der Atzelberg (506,7 m) liegen etwa im Südosten bis Süden. Zwischen dem Ort und dem Tal des Dattenbachs befinden sich im Südwesten die Platte (404,6 m) als Ausläufer vom jenseits davon befindlichen Spitzeberg (449,9 m) und im Westen der Butznickel (462,2 m) mit seinem südsüdwestlich davon gelegenen Ausläufer Dattenberg, wo sich als ehemalige Befestigungsanlage die Rentmauer Dattenberg befindet. Etwas entfernt liegt im Nordosten bei Glashütten der Glaskopf (686,8 m).[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Schloßborn ist wohl die erste nachweisbare Siedlung in der Idsteiner Senke, im Vorland zum Goldenen Grund. Zur Römerzeit lag die Gegend des heutigen Schloßborn kurz hinter dem Limes auf römischem Gebiet. Später erfolgte eine Besiedelung durch Alamannen und Franken. Die erste urkundliche Erwähnung von Schloßborn erfolgte in der „Bardo-Urkunde“ aus dem Jahr 1043. In dieser Urkunde bestätigt der Mainzer Erzbischof Bardo die Grenzen einer Großpfarrei Born („burne“). Es wird vermutet, dass bereits um 980 eine Holzkirche im Auftrag von Bardos Vorgänger, dem Erzbischof Willigis errichtet wurde. Diese Großpfarrei umfasste bis zu 24 Siedlungen.[3]

Turm
Turm und Mauer

Graf Eberhard I. von Eppstein erbaute 1369 ein Jagdschloss in Born. Die Reste eines Turms und der Ringmauer sind heute noch erhalten.

1540 wurde die Reformation in Born eingeführt. Im Jahr 1604 wurde der Ort jedoch wieder katholisch und gehörte danach zu Kurmainz. 1803 wurde der Kurstaat im Rahmen des Reichsdeputationshauptschlusses aufgehoben. Ab 1806 gehörte Born zum Herzogtum Nassau. Hier gehörte es zum Amt Eppstein. Seit 1. Januar 1810 wurde Schloßborn dem Amt Königstein angegliedert. 1816 wurde der Ortsname von Born auf Schloßborn (aus Schloß und Born = Brunnen) geändert.

Mit dem Ende des Deutschen Kriegs kam Schloßborn zu Preußen. Dort gehörte es zum Obertaunuskreis. Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg wurde Schloßborn im Rahmen der Alliierten Rheinlandbesetzung Ende 1918 französisch besetzt und dem Hilfskreis Königstein zugeschlagen.

Am 1. August 1972 wurde Schloßborn im Rahmen der Gebietsreform in Hessen durch Gesetz in die Gemeinde Glashütten eingegliedert.[4] Gleichzeitig wurde Schloßborn aus dem Main-Taunus-Kreis aus- und die den Hochtaunuskreis eingegliedert.[5]

An der Straße nach Kröftel (am alten Sportplatz) lag früher die Jugendherberge - ein Haus, dessen Träger der Main-Taunus-Kreis war; genannt das Kreisjugendheim. So kamen lange Jahre nach 1945 viele Jugendliche aus Deutschland und dem Ausland (vor allem aus Frankreich) nach Schloßborn, um Ferien zu verbringen, sich zu erholen oder an Tagungen teilzunehmen. In den 1950er Jahren beherbergte das Haus auch wenige Heimkinder aus Familien des Main-Taunus-Kreises. Die Leiterin des Hauses war die Fürsorgerin Sophie Schönig. Zugunsten einer Bebauung mit Einfamilienhäusern wurde das Gebäude später abgerissen.


Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen Schloßborns besteht aus einem Schild, das aus vier Feldern besteht. Die Felder oben links und unten rechts sind weiß und die jeweils gegenüberliegenden Felder rot unterlegt. Der Turm im Feld oben links weist auf ein früheres mittelalterliches Jagdschloss und die Stadtmauer Schloßborns hin. Der Brunnen (Born) im Feld oben rechts symbolisiert den Wasserreichtum Schloßborns. Die unteren Symbole weisen auf Schloßborns Geschichte hin. Unten links befindet sich das Mainzer Rad, da Schloßborn lange zu Kurmainz gehörte und unten rechts symbolisieren die drei roten Eppsteiner Sparren die Zeit der Herrschaft der Herren von Eppstein.

Infrastruktur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Grundschule Schloßborn
Heimatmuseum

Verkehr[Bearbeiten]

Schloßborn liegt an der hessischen Landesstraße 3319 (Hassenroth (Höchst im Odenwald)Bad KönigVielbrunn), etwa 2,5 km südwestlich von deren Abzweig von der alten Kölnischen Straße, der heutigen Bundesstraße 8 (FrankfurtKönigsteinEschLimburgKöln). Diese Landesstraße führt hinunter zu der ähnlich weit entfernten Talstraße am Dattenbach in der Senke Hofheim am TaunusEppstein–Esch.[1] Von der L 3319 zweigt im Dorf die L 3016 (Schloßborn–Kelkheim (Taunus)Frankfurt-Sindlingen) ab.

Schloßborn ist über Buslinien erreichbar. Alle Linien des öffentlichen Verkehrs sind seit 1995 in den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) eingegliedert.

Durch das Dorf führt der Deutsche Limes-Radweg. Dieser folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

In Schloßborn befindet sich der katholische Kindergarten Marienruhe, eine Grundschule sowie ein Freibad. Die Grundschule wurde 2005 in Betrieb genommen. Ein altes Schulhaus, das auch als Rathaus genutzt wurde, ist heute Heimatmuseum.

Im Ortskern von Schloßborn steht die 1713/1714 errichtete katholische Pfarrkirche, die den beiden Aposteln Philippus und Jakobus geweiht ist. Erweitert wurde die Kirche in den 1950er Jahren durch einen Neubau in Richtung Pfarrhaus.

Von der alten Stadtmauer sind noch Reste sowie ein Turm zu sehen.

Schwimmbad[Bearbeiten]

Freibad

In der Mitte des Ortes befindet sich das beheizte Freibad. Besondere Attraktion ist die breite Wellenrutsche auf der mehrere Personen gleichzeitig rutschen können. Neben dem Hauptbecken mit Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich verfügt das Schwimmbad über ein gesondertes Kinderbecken für Kleinkinder. Auffällig sind die Kletterpferde. Mitten auf der Liegewiese steht seit 1970 ein lebensgroßes Pferd mit einem Fohlen. Die beiden Tiere aus Beton dienen als Kletterspielzeug und ergänzen die Spielgeräte der beiden Spielplätze.

1934 pachtete der damalige Bürgermeister, Johann Friedrich Marx einen Weiher, um Einwohnern und Gästen eine Schwimmgelegenheit zu bieten. 1935 begann der Bau des Schwimmbades mit viel Eigenleistung der Bevölkerung. Am 27. Juni 1937 erfolgte die Einweihung. 1959 wurde ein hölzernes Sprungbrett gebaut.[6]

Personen[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Norbert Kühne (* 1941 in Groß-Ottersleben, heute: Magdeburg) deutscher Schriftsteller und Psychologe, lebte von 1951 bis 1963 in Schloßborn und besuchte die 5. Klasse der Volksschule, später das Gymnasium in Königstein/Ts.; wohnt heute in Marl (Westfalen).
  • Adelheid Ohlig (* 1945 in Frankfurt (Main)) Journalistin, Dolmetscherin, Übersetzerin und Lehrerin des von ihr begründeten Luna-Yoga; wuchs in Schloßborn bis zum Abitur 1965 auf, lebt heute in der Schweiz und in Deutschland; ist international als Yoga-Lehrerin tätig

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloßborn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Topografische Karte 1:25.000
  2. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. Den Verlauf der Grenze des Kirchsprengels Schloßborn in der Bardo-Urkunde untersucht Heinz Benkert in seinem Beitrag „Die umstrittene Ost- und Südgrenze des Kirchsprengels von Schloßborn aus geographischer Sicht“ im Jahrbuch des Hochtaunuskreises 1994, ISSN 0943-2108, S. 63–72
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 370.
  5. Gesetz zur Neugliederung des Obertaunuskreises und des Landkreises Usingen vom 11. Juli 1972 GVBl. I S. 227
  6. Hermann Gossenauer: 75 Jahre Schloßborner Schwimmbad, Eigenverlag, 2012