Emirates Air Line (Seilbahn)

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Emirates Air Line
Emirates Air Line (Seilbahn) logo.svg
Eröffnung: 28. Juni 2012
Betreiber: Transport for London
Streckenlänge: 1.100 Meter [1]
Passagiere: 1.441.136 (in 2015) [2]
Emirates Air Line, Testbetrieb im Mai 2012
Kabinen der Emirates Air Line
Station Emirates Greenwich Peninsula
Station Emirates Royal Docks
Station Emirates Royal Docks

Die Emirates Air Line ist eine Gondelbahn, die in London die Stadtteile Greenwich und Docklands verbindet und zwischen den Haltestellen Greenwich Peninsula und Royal Docks die Themse überquert. Sie wurde am 28. Juni 2012 als erste städtische Luftseilbahn im Vereinigten Königreich[3] vor den Olympischen Sommerspielen eröffnet. Benannt ist die Anlage nach ihrem Sponsor, der Fluggesellschaft Emirates.

Stationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Greenwich Peninsula[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage 51° 29′ 59″ N, 0° 0′ 30″ O

Die südwestliche Station (auch als Emirates Greenwich Peninsula bezeichnet) liegt in der Nähe des The O₂ (bis 2005 Millennium Dome), in dem bei den Olympischen Spielen 2012 unter anderem die Wettbewerbe im Gerätturnen und die Basketball-Endspiele stattfanden. Hier liegt die Station North Greenwich der Jubilee Line der London Underground in der Nähe, ebenso der North Greenwich Pier der Fährlinien des London River Services.

Royal Docks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage: 51° 30′ 28″ N, 0° 1′ 5″ O

Der nordöstliche Endpunkt der Strecke (auch Emirates Royal Docks) befindet sich auf der Nordseite des Royal Victoria Dock. In der Nähe liegt das ExCeL Exhibition Centre, das Schauplatz der olympischen Kampfsportwettbewerbe und des Gewichthebens war. Es besteht eine Übergangsmöglichkeit zur Docklands Light Railway an der Station Royal Victoria (DLR).

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bauart: kuppelbare Einseilumlaufbahn, linksfahrend (Hersteller: Doppelmayr/Garaventa, Wolfurt/Goldau)
  • Gondeln: 34 Stück für je zehn Personen und je zwei Fahrräder, rollstuhlgeeignet (Hersteller CWA Constructions SA, Olten, Typ Omega 4, 10 LWI)
  • Stationsabstand: etwa 1000 Meter
  • schräge Seilstrecken-/Fahrbahnlänge: 1.103 m
  • Vertikale Höhe: 77,3 m
  • Durchfahrtshöhe: ca. 50 m über dem Wasserspiegel der Themse
  • Förderseil: 50 mm Durchmesser, Typ Stabilo 8x36 Warrington Seale compacted (Hersteller: Fatzer AG Drahtseilwerk, Romanshorn)
  • Beförderungsleistung: 2.500 Personen je Stunde und Richtung bei einer maximalen Fahrgeschwindigkeit von 6,0 m/s[4] (= 21,6 km/h)
  • Fahrzeit: fünf bis zehn Minuten (einfach), je nach tageszeitabhängiger Fahrgeschwindigkeit (siehe Abschnitt Betrieb).
  • Seilbahnstützen: drei Stück (zwei in den Docklands, eine in der Themse am Südufer gelegen)

Kosten und Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Baukosten für das Projekt betrugen anstatt der ursprünglich veranschlagten 25 Millionen Britische Pfund letztlich ca. 60 Millionen ₤[5] (zum Zeitpunkt der Eröffnung rund 76 Millionen €), davon wurden 36 Mio. ₤ (rund 46 Mio. €) von dem Sponsor Emirates getragen.[6] Generalunternehmer für die Errichtung war der britische Baukonzern Mace, der seilbahntechnische Teil kam vom österreichischen Seilbahnhersteller Doppelmayr.[7]

Sponsoring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sponsorenschaft der Fluggesellschaft Emirates berechtigt diese über das zehnjährige Namensrecht an der Linie und den Stationen hinaus zur Aufnahme des Logos der Seilbahnlinie mit dem Sponsorennamenszug Emirates in den offiziellen Liniennetzplan der TfL.[8][9] Dies ist das erste Mal, dass Einrichtungen des Londoner Verkehrsnetzes offiziell den Namen einer Fluggesellschaft tragen. Emirates ist die staatliche Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate.[10]

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betreiber der Seilbahn ist die städtische Verkehrsgesellschaft Transport for London (TfL). In den ersten zweieinhalb Betriebsjahren kam es zu 354 Betriebsunterbrechungen mit einer Dauer von wenigen Minuten bis zu neun Stunden. Diese summierten sich auf insgesamt 520 Betriebsstunden oder umgerechnet 37 Betriebstage. In 249 Fällen war zu starker Wind der Grund.[11]

Betriebszeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fahrbetrieb beginnt an Werktagen um 7 Uhr, an Samstagen um 8 Uhr und an Sonntagen um 9 Uhr. Regulärer Betriebsschluss ist im Sommer (April bis September) um 21 Uhr, im Winter um 20 Uhr. Bei bestimmten Ereignissen wie beispielsweise während der Olympischen und Paralympischen Spiele ist Betrieb bis 24 Uhr vorgesehen. Außerhalb der Hauptverkehrszeiten wird von 10 bis 15 Uhr die Fahrgeschwindigkeit der Bahn reduziert und die Fahrzeit für eine einfache Strecke von fünf auf zehn Minuten verdoppelt („extended journey time“), sofern das Verkehrsaufkommen dies zulässt.[12]

Fahrpreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fahrtarif für eine Einzelfahrt beträgt für Erwachsene £ 4,50. Kinder vom fünften bis zum fünfzehnten Lebensjahr bezahlen £ 2,30. Kinder bis zum vollendeten fünften Lebensjahr fahren kostenfrei. Bei einem 360 Round Trip, einer Hin- und Rückfahrt ohne Fahrtunterbrechung mit Stationsdurchfahrt verdoppelt sich dieser Preis. Für Inhaber einer Oyster-Card oder Travelcard ermäßigen sich die einfachen Einzelfahrten auf £ 3,50 (Erw.) bzw. £ 1,70 (Kinder). Ein Block mit zehn Einzelfahrten kostet für Erwachsene £ 17; ebenso gibt es ein ähnliches Rabattmodell für regelmäßige Bahnbenutzer mit Oyster-Card.[13]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inhaber einer Travelcard, einem Zonenabonnement mit einer Gültigkeitsdauer zwischen einem Tag und einem Jahr zur uneingeschränkten Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel Londons, erhalten auf der Air Line nur den Oystercard-/Travelcard-Rabatt, müssen den Seilbahnfahrpreis selbst aber zusätzlich zu dem bereits entrichteten Verbundtarif bezahlen, obwohl ein Teil der immensen Baukosten der Seilbahn aus dem Budget der TfL und somit aus Steuermitteln bestritten wurde.[14] Ob die Anlage unter diesen tariflichen Voraussetzungen und auch aufgrund ihrer fraglichen verkehrlichen Bedeutung auf Dauer ein integraler Bestandteil des Londoner Personennahverkehrs – insbesondere als attraktives Transportmittel für Pendler – werde, sei ungewiss.[15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Emirates Air Line (Seilbahn) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Planning Application Summary. Website von London-Newham mit der Planungszusammenfassung vom 29. Oktober 2010, abgerufen am 27. Februar 2016
  2. Emirates Air Line performance data. Website von Transport for London, abgerufen am 27. Februar 2016
  3. Erste „London Cable Car“ eröffnet, ISR - Internationale Seilbahnrundschau, abgerufen am 16. Juli 2012
  4. Urbane Referenzen Doppelmayr/Garaventa-Broschüre 2015, Seite 10, abgerufen am 9. März 2016
  5. Bericht in BBC News London vom 23. September 2011 (englisch, abgerufen am 21. Mai 2011)
  6. Bericht in BBC News London vom 9. Oktober 2011 (englisch, abgerufen am 21. Mai 2011)
  7. Erste "London Cable Car" Bericht der Internationalen Seilbahn Rundschau
  8. Mayor secures Emirates Airline as private sponsor for pioneering new Thames crossing - Abschnitt Notes to Editors in der Verlautbarung der TfL vom 7. Oktober 2011 englische Sprache, abgerufen am 16. Juli 2012
  9. Standard Tube Map der TfL PDF, abgerufen am 16. Juli 2012
  10. Advertising and the Underground - The Tube goes commercial - Artikel in The Economist vom 5. Mai 2012 Englische sprache, abgerufen am 16. Juli 2012
  11. Emirates Air Line cable car closed 354 times in just two-and-a-half years, figures reveal, The Evening Standard vom 19. März 2015, englische Sprache, abgerufen am 6. Februar 2016
  12. Information über die Betriebszeiten auf der Betreiberhomepage PDF, englische Sprache, abgerufen am 15. Juli 2012
  13. Transport for London: Emirates Air Line, englische Sprache, abgerufen am 21. März 2016
  14. Cable Car prices out Commuters - Artikel vom 19. Juni 2012 in The Wharf online, englische Sprache.
  15. Beitrag bei zukunft.mobilität.net: Teuerste Seilbahn der Welt mit fraglicher verkehrlicher Bedeutung abgerufen am 15. Juli 2012