Crossrail

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Dieser Artikel beschreibt ein Eisenbahnprojekt Crossrail in London, weitere Bedeutungen siehe Crossrail (Begriffsklärung).
Reading/Heathrow – Abbey Wood/Shenfield
Logo Crossrail (Elizabeth Line)
Logo Crossrail (Elizabeth Line)
Strecke der Crossrail
Übersicht über das Crossrail-Projekt
Streckenlänge: Tunnel: 42 km / gesamt: 118 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 25 kV, 50 Hz ~
Zweigleisigkeit: ja
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Great Western Main Line von Bristol Temple Meads
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Reading
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Twyford
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Maidenhead
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Themse
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Taplow
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Burnham
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von Windsor & Eton Central
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Slough
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Langley
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Iver
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West Drayton
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Heathrow Terminal 4
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Heathrow Central
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Hayes & Harlington
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Southall
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Hanwell
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von/nach Greenford
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West Ealing
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Ealing Broadway
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District Line nach Edgware Road / Upminster
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Central Line nach Epping / Hainault
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Acton Main Line
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North London Line von Richmond
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West London Line von Clapham Junction
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Old Oak Common
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North London Line nach Stratford
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West London Line nach Willesden Junction
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London Paddington
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Central Line von West Ruislip / Ealing Broadway
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Bond Street
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Oxford Circus
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Crossrail 2 von Wimbledon
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Tottenham Court Road
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Crossrail 2 nach Epping
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Central Line nach BankStratford – Epping
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Thameslink von St Pancras
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Circle/Metropolitan/H&C von King’s Cross St. Pancras
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Farringdon
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Circle/Metropolitan/H&C nach Moorgate
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Snow-Hill-Tunnel nach Blackfriars
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London Liverpool Street
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Whitechapel
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Canary Wharf
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Custom House
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Woolwich
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North Kent Line von London Charing Cross
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Abbey Wood
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North Kent Line nach Gillingham
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Great Eastern Main Line von Liverpool Street London Overground
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North London Line von Richmond
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Stratford
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Lea Valley Lines London Overground
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Maryland
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Forest Gate
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Gospel Oak – Barking Line London Overground
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Manor Park
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Roding
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Ilford
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Seven Kings
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Goodmayes
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Chadwell Heath
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Romford
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nach Upminster London Overground
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Gidea Park
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Harold Wood
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Brentwood
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Shenfield
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Great Eastern Main Line nach Norwich

Crossrail oder Elizabeth Line ist ein Eisenbahn-Verkehrsprojekt im Großraum London für eine ca. 118 km lange Regionalexpresslinie zwischen Reading im Westen und Shenfield im Osten, die bis Ende 2019 abschnittsweise in Betrieb genommen werden soll. Kernstück des Projekts ist ein neuer Eisenbahntunnel, der den Bahnhof Paddington im Westen Londons mit dem Bahnhof Stratford im Osten Londons verbinden soll.

Am 31. Mai 2015 startete ein Vorlaufbetrieb im östlichen Bereich Londons unter dem Namen TfL Rail.

Projektplanung und Fortschritt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kernstück von Crossrail ist ein neuer Eisenbahntunnel, der die Great Western Main Line an ihrem jetzigen Endbahnhof Paddington mit der Great Eastern Main Line am Bahnhof Stratford verbinden soll. Dabei sollen fünf neue Tunnelbahnhöfe mit Umsteigemöglichkeiten zu vorhandenen Eisenbahn- oder Underground-Linien entstehen: Whitechapel, Liverpool Street, Farringdon, Tottenham Court Road und Bond Street. Der Bahnhof Paddington soll um einen unterirdischen Teil für Crossrail erweitert werden.

Im Westen ist die Zweigstrecke zum Flughafen Heathrow einbezogen, und im Osten soll eine neue Zweigstrecke von Whitechapel in die neuen Geschäftsviertel mit den Stationen Isle of Dogs und Custom House führen, anschließend unter der Themse hindurch nach Woolwich und Abbey Wood.

Insgesamt wurden 42 km Tunnel mit einem Innendurchmesser von sechs Metern gebohrt; wesentlich breiter als die Tube der London Underground mit nur 3,8 Metern im Durchmesser, aber immer noch kleiner als z. B. die Tunnel der NEAT mit neun Metern Durchmesser. Die Strecke soll mit 25 kV bei 50 Hz elektrifiziert werden. In den Tunneln soll die Oberleitung als Stromschiene ausgeführt werden. Bis zu 24 Züge pro Stunde sollen in den Hauptverkehrszeiten auf dem zentralen Teil der Strecke verkehren. Es werden 200 Millionen Fahrgäste pro Jahr erwartet.[1]

Das Signalsystem (CBTC) ist für 30 Züge pro Stunde und Richtung ausgelegt. Am Übergang zur Great Western Main Line ist ein Übergang zu ETCS Level 2 vorgesehen.[2] Obwohl das Projekt Teil der Transeuropäischen Verkehrsnetze (TEN-T) ist, wurde per Ausnahmeantrag von der Installation von ETCS abgesehen. Eine Auflage für den Betreiber ist dabei, Vorschläge für den späteren Einsatz eines interoperablen Systems (ETCS Level 3) zu machen.[3]

Zu Beginn des Betriebs wird mit 72.000 Fahrgästen je Stunde gerechnet. Dazu sollen Züge von 200 Meter Länge mit zehn Wagen fahren. Um später bei steigendem Passagieraufkommen auf zwölf Wagen zu erhöhen, ist für alle Bahnhöfe der neuen Strecke eine Bahnsteiglänge von 240 Metern projektiert.

Die Kosten werden auf 16 Milliarden Britische Pfund (ca. 18 Mrd. Euro[1]) geschätzt, die durch einen Zuschuss der Zentralregierung, eine Sondersteuer für Unternehmen in der City und die erwarteten Fahrpreiseinnahmen gedeckt werden sollen. Durch eine Verschiebung der Eröffnung wird geplant, die Kosten um 1 Milliarde Britische Pfund abzusenken.[4] Die Projektgesellschaft Crossrail ist ein gemeinsames Unternehmen von Transport for London (TfL) und dem britischen Verkehrsministerium, Department for Transport. Kostentreibend für das Projekt sind beispielsweise die tiefere Unterquerung des vorhandenen U-Bahn-Netzes und der Anschluss bestehender U-Bahnhöfe mit neuen Umsteigemöglichkeiten. Es sind Fahrgeschwindigkeiten bis zu 160 km/h vorgesehen.[5] Insgesamt sind 17 große internationale Baugesellschaften an den Arbeiten beteiligt. Je nach Baufortschritt und momentanem Mechanisierungsgrad sind 7.000 bis 14.000 Beschäftigte an der Strecke tätig.[5]

In Diskussionen vor Projektbeginn war ein potentielles Hindernis unter anderem ein im unmittelbaren Baubereich der Liverpool Street Station liegender Begräbnisplatz aus dem Jahr 1520 mit Pest-Toten und solchen, die durch einen anthraxartigen Naturstoff ums Leben kamen. Es bestand die Sorge, dass eine Gefahr für Tunnelbauer und später für Passagiere bestehen könnte. Jedoch konnten bei Untersuchungen gefundener Knochen keinerlei gefährliche Rückstände der Seuchen gefunden werden.[5] Auch der notwendige Abriss und Enteignungen, vor allem für den Bahnhofsbau in der Innenstadt, führten zu Unmut der Betroffenen. Beispielsweise musste für die Tottenham Court Road Station das traditionsreiche Musiktheater Astoria abgerissen werden. Grundstücksbesitzer in der Umgebung von Bahnhöfen können dagegen mit steigenden Immobilienpreisen rechnen. Der Abraum aus den Tunnelbohrungen beträgt fünf Millionen Tonnen und wird auf dem Schienenweg zur Themseinsel Wallasea transportiert, wo ein Feuchtgebiet-Naturschutzpark entsteht.[5]

Der parlamentarische Prozess endete am 22. Juli 2008 mit dem Royal Assent, der Unterzeichnung des entsprechenden Gesetzes, der Crossrail Bill, durch die Königin. Die ersten Crossrail-Züge sollen ab 2017 zwischen Liverpool Street und Shenfield auf die Gleise gebracht werden. Der zentrale Tunnelbereich soll ab 2018 befahren werden. Ende 2019 soll auf der kompletten Strecke der Betrieb laufen.[6]

Der offizielle Baubeginn für die Strecke war am 15. Mai 2009 an der zukünftigen Haltestelle Canary Wharf.[7]

Am 7. Februar 2012 trafen in London acht Tunnelbohrmaschinen von Herrenknecht ein.[8] Jene sollen die bis zu 36 m tief gelegenen Tunnelröhren graben. Diese werden aus Brandschutzgründen mit Stahl- und Polypropylenfasern ausgekleidet.[1]

Bombardier Transportation wird die Züge für Crossrail liefern. Bombardier hat sich damit gegen die Angebote von Hitachi Rail (Japan) und CAF (Spanien) durchgesetzt. Der Vertrag umfasst die Lieferung von 65 Zügen des neuen Typs Aventra (mit einer Option für 18 weitere) und den Bau eines Wartungsdepots beim Bahnknotenpunkt Old Oak Common. Die ersten Züge sollen im Mai 2017 den Betrieb im Bestandsnetz aufnehmen.[9]

Am 27. März 2014 gab Transport for London bekannt, dass Crossrail über den westlichen Endpunkt Maidenhead hinaus bis nach Reading verlängert wird. Nach aktueller Betriebsplanung sollen zwei Züge pro Stunde bis Reading fahren, während zwei weitere Züge in Maidenhead enden.[10]

Zwischen Mai 2015 und Dezember 2019 sollen schrittweise alle Streckenabschnitte in Betrieb genommen werden.

Beim Besuch von Königin Elisabeth II. am Bahnhof Bond Street am 23. Februar 2016 wurde bekanntgegeben, dass die Linie ab ihrer Fertigstellung Elizabeth Line heißen wird.[11]

Crossrail 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben diesem Tunnelprojekt gibt es Pläne für ein gelegentlich Crossrail 2 genanntes Tunnelprojekt der Bahnstrecke Chelsea–Hackney vom Nordosten in den Südwesten Londons. Diese soll von Epping nach Wimbledon verlaufen und dabei zwischen Leytonstone und Parsons Green im Tunnel verlaufen. Dabei sollen auch die Bahnhöfe Essex Road, King’s Cross/St. Pancras sowie die Victoria Station miteinander verbunden werden. Es ist geplant, dass sich diese Bahnstrecke am U-Bahnhof Tottenham Court Road mit der oben genannten Strecke kreuzt.

TfL Rail[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: TfL Rail
Logo der TfL Rail

Unter dem Markennamen TfL Rail verkehren seit dem 31. Mai 2015 die Vorortzüge von Liverpool Street nach Shenfield auf der Great Eastern Main Line. Sie fahren im Vorlaufbetrieb zur Crossrail und werden von MTR Corporation im Auftrag von TfL betrieben. Bis im Mai 2017 die neuen Fahrzeuge der British Rail Class 345 in Betrieb genommen werden, kommen weiterhin Züge der Baureihe 315 zum Einsatz.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

http://www.londonseite.de/crossrail/

  1. a b c Der Mobilitäts Manager: „Europas größtes Bahnprojekt unter London hindurch“ 7. Februar 2012
  2. Dan Harvey: Boring begins on cross-London link. In: Metro Report International. Band 26, Nr. 1, 2012, ISSN 1756-4409, S. 30–34.
  3. Ian Mitchell: ETCS or CBTC on cross-city links? In: Railway Gazette International. Band 169, Nr. 4, 2013, ISSN 0373-5346, S. 32–36.
  4. Crossrail delayed to save £1bn
  5. a b c d Peter Odrich: Crossrail unterwühlt Londons Zentrum. In: VDI nachrichten: Technik & Wirtschaft, Nr. 29/30, 19. Juli 2013, S. 19
  6. Crossrail in numbers auf crossrail.co.uk, abgerufen am 30. Juli 2014.
  7. Crossrail: „Crossrail announces shortlist for running tunnels contracts“
  8. Crossrail: „Manufacturer selected for remaining Crossrail tunnel boring machines“ 22. September 2011
  9. Crossrail rolling stock and depot contract to be awarded to Bombardier. In: Pressemeldung. Transport for London, 6. Februar 2014, abgerufen am 10. Februar 2014.
  10. DfT and TfL extend Crossrail route to Reading. Transport for London, Department for Transport, 27. März 2014, abgerufen am 30. März 2014.
  11. Crossrail to be named the Elizabeth Line in honour of the Queen. The Independent, 23. Februar 2016, abgerufen am 23. Februar 2016.