Enrico Stolzenburg

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Enrico Stolzenburg (* 1973 in Ost-Berlin) ist ein deutscher Theaterregisseur, Klangkünstler und Professor an der Universität der Künste Berlin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stolzenburg wuchs in einer deutsch-chilenischen Familie in Ost-Berlin auf. Sein Urgroßvater Albert Stolzenburg und sein Großvater Freimut Stolzenburg waren kommunistische Revolutionäre und Widerstandskämpfer.[1][2][3][4]

Zunächst inszenierte Stolzenburg mit freien Theatergruppen in Berlin. Von 1995 bis 1998 war er Regieassistent am Berliner Ensemble. Hier arbeitete er unter anderem bei Thomas Heise und als Stagemanager für Robert Wilson. Anschließend absolvierte Stolzenburg ein Regiestudium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Er inszenierte 2004 am Berliner b.a.t. mit Werwolf von Rainer Werner Fassbinder und Harry Baer seine Diplomarbeit. Bereits während des Studiums arbeitete er als Regieassistent von Thomas Ostermeier an der Schaubühne am Lehniner Platz. Neben Ostermeier gehörten Manfred Karge, Peter Zadek und Wolfgang Engler zu seinen wichtigsten Lehrern.

Von 2007 bis 2010 unterrichtete Stolzenburg an der Fakultät Musik der Universität der Künste Berlin. Von 2011 bis 2012 war er dort als Gastprofessor im FachGesang/Musiktheater tätig und inszenierte für die 13. Münchener Biennale unter dem Titel „A Game of Fives“ fünf Uraufführungen junger Komponisten.[5]

Seine Tätigkeit als Dozent führte ihn nach Finnland, Griechenland, Lettland, Südkorea und Japan. An der Theaterakademie Helsinki leitete er drei Jahre das Brecht-Seminar der Studiengänge Schauspiel, Regie und Szenisches Schreiben. Für die New York University Berlin unterrichtet er im Programm „Stanislawski, Brecht and Beyond“.[5]

Seit Oktober 2014 lehrt er als Professor an der Universität der Künste Berlin im Studiengang Schauspiel – Ausbildung für zeitgenössisches Theater.[5]

Regiearbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stolzenburg arbeitete als Regisseur an der Schaubühne am Lehniner Platz, am Deutschen Theater Berlin, am Stadttheater Bern, am Theater Freiburg, am Theater Konstanz und am Theater Magdeburg. Am Deutschen Nationaltheater Weimar war er ab 2013 als Hausregisseur tätig.

Zu seiner Arbeit außerhalb Deutschlands zählen zwei Uraufführungen in Helsinki am Theater Viirus und im Kiasma Museum of Contemporary Art sowie eine japanische Erstaufführung am Seika-Theater in Osaka.

Inszenierungen (Auswahl)

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2006 arbeitet Stolzenburg auch als Klangkünstler im In- und Ausland. Er realisiert neben experimentellem Musiktheater kontinuierlich Formate wie Installationen und Hörparcours, oft in Kooperation mit Menschen verschiedener künstlerischer Disziplinen.

  • 2006: Hafenbecken I + II von Daniel Ott (Uraufführung), Rheinhafen Basel
  • 2007: Landschaft.29/7 von Daniel Ott (Uraufführung), Sommerliche Musiktage Hitzacker
  • 2008: Error 90/91 Musikvideo von Enrico Stolzenburg und Dietrich Eichmann, Zeitgenössische Oper Berlin / John-Lennon-Gymnasium
  • 2009: Blick Richtung Süden von Daniel Ott und Enrico Stolzenburg (Uraufführung), Tage für neue Kammermusik Witten
  • 2010: Vor dem Tag von Lukas Berchtold, Helmut Lemke, Daniel Ott, Kirsten Reese, Enrico Stolzenburg (Uraufführung), Festival Rümlingen
  • 2010: Klangexpedition, Der Klingende Berg, Klangballon und Stadtrundklang von Zoro Babel, Daniel Ott, Sebastian Quack, Kirsten Reese, Erwin Stache, Enrico Stolzenburg (Uraufführung) Festival „mittenDrin“, Netzwerk Neue Musik, Eisenach
  • 2011: Querströmung und Querformat von Daniel Ott und Enrico Stolzenburg (Uraufführung), Tage für neue Kammermusik Witten
  • 2012: A Game of Fives von Lea Muir, Cathy van Eck, Iñigo Giner Miranda, Abel Paúl, Yoav Pasovsky (fünf Uraufführungen), 13. Münchener Biennale
  • 2013: Debatte von Kirsten Reese und Enrico Stolzenburg (Uraufführung), Donaueschinger Musiktage
  • 2013: 9. November 1938 – Klanginstallation zum Novemberpogrom von Kirsten Reese und Enrico Stolzenburg (Uraufführung), Theaterplatz Weimar
  • 2013: Hört auf diese Stadt! Hörparcours durch die Innenstadt Magdeburgs von Dag Kemser, Kirsten Reese und Enrico Stolzenburg (Uraufführung)
  • 2015: Phantom Synchron von Daniel Ott, Sebastian Quack, Kirsten Reese, Enrico Stolzenburg (Uraufführung), Kunstfest Weimar
  • 2015: Stadt Land Tram von Daniel Ott und Enrico Stolzenburg (Uraufführung), ZeitRäume Basel
  • 2016: Sampuogn – Schlag 9 von Daniel Ott und Enrico Stolzenburg (Uraufführung), Festival Rümlingen
  • 2016: The Bock – Festung Europa von Daniel Ott und Enrico Stolzenburg (Uraufführung), Festival Rainy Days Luxembourg
  • 2017: Stadthaus I-III von Daniel Ott und Enrico Stolzenburg (Uraufführung) Musikkollegium Winterthur
  • 2017: Mittelland ist abgebrannt von Daniel Ott, Enrico Stolzenburg und Malte Ubenauf (Uraufführung), Niedersächsische Musiktage
  • 2019: Fin al Cunfin von Daniel Ott und Enrico Stolzenburg (Uraufführung), Altfinstermünz
  • 2019: Aussen Stadt Innen Räume von Daniel Ott und Enrico Stolzenburg (Uraufführung), Sinfonieorchester Münster
  • 2020: Une partie du toutEin Teil des Ganzen von Enrico Stolzenburg (Uraufführung), Lieu d’Europe, Strasbourg

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2008: Error 90/91 Junge Ohren Preis „Musik und Medien“ mit Dietrich Eichmann

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Große Überfahrt: Das Schiff „Winnipeg“ rettete vor 80 Jahren Flüchtlinge aus Spanien. In: berliner-zeitung.de, 1. September 2019.
  2. Handbuch der Baden-Württembergischen Geschichte 4. Auszug auf books.google.de, abgerufen am 18. Juni 2020.
  3. Stalin and German Communism. Auszug auf books.google.de, abgerufen am 18. Juni 2020.
  4. Die Revolution 1918/19 in Baden. Auszug auf books.google.de, abgerufen am 18. Juni 2020.
  5. a b c Enrico Stolzenburg auf der Seite der Universität der Künste Berlin, abgerufen am 25. November 2019