Erdmannshöhle

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Erdmannshöhle
Erdmannshoehle 002.JPG
Lage: Dinkelberg, Deutschland
Geographische
Lage:
47° 38′ 57″ N, 7° 53′ 45,3″ OKoordinaten: 47° 38′ 57″ N, 7° 53′ 45,3″ O
Erdmannshöhle (Baden-Württemberg)
Erdmannshöhle
Typ: Tropfsteinhöhle
Entdeckung: 1271 (erste Erwähnung)
Schauhöhle seit: 1773
Beleuchtung: elektrisch (seit 1899)
Gesamtlänge: 2315 Meter
Länge des Schau-
höhlenbereiches:
356 Meter
Mittlere jährliche Besucherzahl: 27.700 (2006–2010)
Besucher aktuell: 24.163 (2010)
Website: Höhlenseite der Gemeinde
Erdmannshöhle.jpg

Die Erdmannshöhle (auch Hasler Höhle genannt) ist eine Tropfsteinhöhle im Gebirgszug Dinkelberg am Übergang zum Südschwarzwald. Sie befindet sich im nordöstlichen Randgebiet des Dinkelbergs (Hasler Karst) am südlichen Ortsausgang von Hasel, Baden-Württemberg (Deutschland).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Beginn der Bildung der Tropfsteine in der Erdmannshöhle wird von Höhlenkundlern auf das Ende der Riß-Kaltzeit vor etwa 125 000 Jahren datiert.[1]

Die bis jetzt vermessene Gesamtlänge der Höhlengänge beträgt über 2350 Meter, die zu einem komplexen Höhlensystem mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von ca. 370 Metern, einer Ost-West-Ausdehnung von ca. 126 Metern und einem Höhenunterschied von 24 Meter gehören.[2] Davon können 356 Meter besichtigt werden.

Viele sehr alte und sehr große Tropfsteine sind in der Höhle vorhanden. Einer von ihnen wurde lange Zeit als Deutschlands ältester und größter betrachtet, inzwischen wurden jedoch größere in anderen Höhlen entdeckt. Mit einem Alter von mehreren hunderttausend Jahren (Radiokohlenstoffdatierung; früher auf über eine Million Jahre geschätzt) ist er auf über vier Meter Höhe und zwei Meter Dicke angewachsen.

Der Name der Höhle rührt von einer Sage her, nach der früher Erdmännchen (Zwerge) in der Höhle gewohnt haben sollen.

Die erste schriftliche Erwähnung in einer Gemarkungsbeschreibung (Erdmännleins Grub) wird in die Mitte der 1750er Jahre datiert.[3]

In der Nähe befinden sich die Tschamberhöhle bei Rheinfelden (Baden) und der Eichener See bei Eichen (Schopfheim), zu dem es auch eine unterirdische Verbindung gibt.

Rezeption in bildender Kunst und Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dichter Joseph Victor von Scheffel fügte in seinem Werk "Der Trompeter von Säckingen" als Zehntes Stück Jung Werner in der Erdmannshöhle ein.[4] Darin findet sich folgender Teil der Höhlenbeschreibung:

„Schlank gewundne Säulen senkten
Von der Decke sich zum Boden,
An den Decken rankt' in buntem
Formenspiel des grauen Tropfsteins
Geisterhaftes Steingeweb,
Bald wie Tränen, die der Fels weint,
Bald wie reich verschlungne Zierat
Riesiger Korallenäste.“

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich Siegener: Die Erdmanns Höhle bei Hasel - Ein Beitrag zu Speläologie (Höhlenkunde) des Hasler Karstes; In: Das Markgräflerland, 550 Jahre Markgräflerland - Jubiläumsband 1994, S. 345–372
  • Clemens Wittwer: Die Geschichte der Erdmannshöhle. In: Das Markgräflerland, Band 2/2005, S. 10–20
  • Ludger Syré: Heinrich Sanders Besuch und Beschreibung der Hasler Erdmannshöhle im Jahre 1781, In: Das Markgräflerland, Band 2/2012, S. 114–124
  • Carl August Lembke: Die Erdmanns-Höhle bey Hasel in der zu dem Kurfürstenthum Baden gehörigen Landgrafschaft Sausenberg, Schoell et Comp, 1803
  • Heinrich Sander: Beschreibung einer Tropfstein Höhle in der Landgrafschaft Sausenberg; In: Heinrich Sanders Kleine Schriften (herausgegeben von Georg Friedrich Götz), Band 1, Dessau und Leipzig 1784, S. 298–311 online in der Google Buchsuche oder online bei der Universität Bielefeld in der Zeitschrift Der Naturforscher, 18. Stück, S. 167–181
  • Johann Jakob Schneider: Hasel mit der Erdmannshöhle und dem Eichener See; In: Das Badische Oberland, Lörrach 1841, S. 120–129
  • Samuel Pletscher: Die Erdmannshöhle bei Hasel im südwestlichen Schwarzwald. In: Vom Jura zum Schwarzwald, Erster Band, 1884, S. 224–236 online im Internet Archive

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Erdmannshöhle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. s. Siegener S. 350
  2. s. Siegener S. 352
  3. s. Siegener S. 353
  4. Joseph Victor von Scheffel, Johannes Franke (Hrsg.): Joseph Victor von Scheffels sämtliche Werke. Band 1, S. 99–110 Digitalisat der UB Freiburg