Ernst-Deutsch-Theater

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Ernst Deutsch Theater

Das Ernst-Deutsch-Theater (Eigenschreibweise „Ernst Deutsch Theater“) in Hamburg ist mit 744 Sitzplätzen[1] Deutschlands größtes privatgeführtes Theater. Die Spielstätte befindet sich am Friedrich-Schütter-Platz im Hamburger Stadtteil Uhlenhorst, Bezirk Hamburg-Nord, im ehemaligen, 1962 geschlossenen UFA-Palast-Kino an der Mundsburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Junges Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es wurde am 13. Oktober 1951 von den Schauspielern Friedrich Schütter und Wolfgang Borchert (nicht zu verwechseln mit dem 1947 verstorbenen Schriftsteller) als Junges Theater gegründet, das vor allem Nachwuchsschauspielern Chancen bieten sollte. Erster Spielort war die historische Brücke in den Großen Bleichen. Von dort ging es 1952 in die Neue Rabenstraße, 1956 in die Marschnerstraße (heute: Theater an der Marschnerstraße) und schließlich 1964 an den heutigen Standort, in das ehemalige Kino an der Mundsburg.

Ernst Deutsch Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das private Ernst Deutsch Theater in Hamburg-Mundsburg, Deutschland mit roter Säule.

Mit dem Wechsel zur größeren Spielstätte ging ein Wechsel zu bekannteren Schauspielern einher. 1973, zum vierten Todestag von Ernst Deutsch, wurde der Name in Ernst Deutsch Theater geändert. Dieser Umbenennung vorausgegangen war eine dem Publikum unvergessliche Darstellung des Nathan durch Ernst Deutsch.

Nach Friedrich Schütters Tod 1995 übernahm seine junge Ehefrau Isabella Vértes-Schütter[2] die künstlerische Leitung und kehrte erfolgreich wieder zum ursprünglichen Konzept mit jungen Schauspielern zurück. Vertes-Schütters Intendanz wurde von August 2004 bis Juli 2006 unterbrochen, Volker Lechtenbrink wurde Intendant dieses Theaters, da Vertes-Schütter im Hamburger Bürgerschaftswahlkampf 2004 als Kultursenatorin im Schattenkabinett von Thomas Mirow vertreten war.[3][4]

Genre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute hat sich das Theater auf gesellschaftskritische Gegenwartsstücke spezialisiert. Daneben werden zeitgenössische Komödien und klassische Stücke aufgeführt. Die Publikumswünsche werden berücksichtigt. Das breite Publikum soll begeistert werden.[5]

Theater in Zahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt drei Bühnen. Die Hauptbühne im Theatersaal mit 743 Plätzen, die plattform-Bühne mit bis zu 100 Plätzen für Aufführungen von Jugendlichen und die Studiobühne mit 80 Plätzen im Foyer für Lesungen und Diskussionen.[6] Pro Saison wirken 120 Mitarbeiter mit. Rund 400 Aufführungen finden statt. Es kommen rund 200.000 Besucher.[7]

Gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn des Engagements stand die Unterstützung eines benachbarten Altenheimes. Das Theater ist Veranstaltungsort bei der jährlichen Verleihung des Bertini-Preises.[8] Jungen Ballett-Schülern wird die Gelegenheit zum Auftritt gegeben. Der deutsch-russische Schüleraustausch wird unterstützt.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das private Ernst Deutsch Theater in Hamburg-Mundsburg, Deutschland. Teil des Kunstwerks der roten Säule mit Dreieck als Basis.

2003 und 2011 erhielt das Ernst-Deutsch-Theater den Pegasus-Preis, mit dem seit 1999 in jedem Jahr ein Hamburger Privattheater ausgezeichnet wird.

Im Jahr 2001 wurde der Vorplatz des Theaters zum Friedrich-Schütter-Platz benannt. Dies gilt dem Andenken an den Mitbegründer und Intendanten des Ernst-Deutsch-Theaters Friedrich Schütter (1921–1995). Kennzeichen in der Mitte des Platzes ist die 17 Meter hohe rote Stele aus Stahlblech. Sie steht in einem gleichschenkligen Dreieck mit drei abwärtsführenden Stufen. Der Platz wurde vom Designer Peter Schmidt gestaltet und im Jahr 2009 eingeweiht.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henry-E. Simmon: 25 Jahre. Das Junge Theater – Ernst Deutsch Theater Hamburg. 1951–1976. Conrad Kayser, Buch- und Offsetdruck, Hamburg (1977) 156 Seiten

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ernst Deutsch Theater – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaus Witzeling: Ernst-Deutsch-Theater: Aufbruchstimmung an der Mundsburg-Bühne – Thekla Carola Wied und John Neumeier am EDT. In: Hamburger Abendblatt. 27. März 2009. (abgerufen am 4. März 2010)
  2. Isabella Vértes-Schütter. auf der Webseite der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. (abgerufen am 4. März 2010)
  3. Monika Nellissen: EDT: Volker Lechtenbrink startet mit roten Zahlen. In: Die Welt. 16. Januar 2004. (abgerufen am 4. März 2010)
  4. Klaus Witzeling: Wechsel am Ernst-Deutsch-Theater. In: Hamburger Abendblatt. 16. Januar 2004. (abgerufen am 4. März 2010)
  5. Falk Schreiber: Die wollen doch nur spielen ... In: Hamburger Abendblatt vom 15. Oktober 2016, S. 22.
  6. Spielstätten des Ernst Deutsch Theaters
  7. Falk Schreiber: Die wollen doch nur spielen ... In: Hamburger Abendblatt vom 15. Oktober 2016, S. 22.
  8. Informationen zum Bertini-Preis
  9. Uschi Pfündner: Postkarte vom Friedrich-Schütter-Platz. In: Hohenfelder Bürgerverein von 1883 - Rundschau April 2017, S. 8.

Koordinaten: 53° 34′ 9,6″ N, 10° 1′ 34,6″ O