Erzhütten-Wiesenthalerhof

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Koordinaten: 49° 27′ 35″ N, 7° 43′ 47″ O

Erzhütten-Wiesenthalerhof
Höhe: 290 m ü. NN
Fläche: 6,38 km²
Einwohner: 2753 (31. Dez. 2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 432 Einwohner/km²
Postleitzahl: 67659
Vorwahl: 0631
Erzhütten-Wiesenthalerhof (Rheinland-Pfalz)
Erzhütten-Wiesenthalerhof

Lage von Erzhütten-Wiesenthalerhof in Rheinland-Pfalz

Erzhütten-Wiesenthalerhof ist ein Ortsbezirk und die älteste Stadtrandsiedlung von Kaiserslautern. Der Bezirk gehört zur Kernstadt von Kaiserslautern und hat die Bezirksnummer 10.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1711 genehmigte die kurpfälzische Hofkammer dem Oberförster Jakob Weller Bau und Betrieb eines Hofs nördlich des Kaiserwoogs. Dieser stieß bei Grabungen vermehrt auf braunes Gestein zwischen den Buntsandsteinschichten und ließ es vom Besitzer des Hüttenwerkes Trippstadt-Karlstal, Freiherr Ludwig Anton von Hacke, untersuchen. Der positive Befund Eisenerz veranlasste Hacke zu weiteren erfolgreichen Probegrabungen. 1725 wurde unter Leitung des Obersteigers Johann Jacob Diehl der Erzabbau begonnen und ihm und zwei weiteren Steigern wurde ein Jahr später der Bau einfacher Lehmkaten oberhalb des Herrenwiesentals erlaubt. 1726 ist somit die Geburtsstunde der Bergmannssiedlung Erzhütten-Wiesenthalerhof im Reichswald.

1771 verpachtete Hacke sein Trippstadter Eisenwerk an den Hüttenbesitzer Johann Jacob von Gienanth einschließlich des Erzbergwerks "Im Reichswald". Es folgte die Ansiedlung weiterer Handwerksfamilien und Ausbau der Waldwirtschaft wie der Köhlerei. Im ersten Koalitionskrieg wurde die Siedlung der "Hütterer" 1793/94 zerstört, wurde aber umgehend wieder aufgebaut und erlebte 1804 mit dem Besuch von Kaiser Napoleon I. auf dem Rütschhof ihren geschichtlichen Höhepunkt.

1829 verkaufte Gienanth sein Bürohaus auf der "Erzhütten", das fortan als Schulhaus genutzt wurde und das, 1884 und 1901 erweitert, bis heute Grundschule ist. Allerdings zeigt sich im Verkauf auch der Niedergang des Erzabbaus. Die Hütterer fanden Arbeit in den aufstrebenden Fabriken der Textil- und Metallindustrie Kaiserslauterns.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb des Ortsbezirks existieren unter anderem der Heimatverein Erzhütten-Wiesenthalerhof 2000 e.V., der Männergesangverein und gemischte Chor MGV 1870 Wiesenthalerhof e.V., der Obst- und Gartenbauverein Wiesenthalerhof e.V., der SV Wiesenthalerhof, der 1. Hockey Club Kaiserslautern, die Katholische Pfarrgemeinde St.Michael sowie die Protestantische Gustav-Adolf-Kirchengemeinde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung in der Kernstadt und in den Ortsbezirken www.kaiserslautern.de (PDF; 28 kB)