Erfenbach

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Erfenbach
Wappen der ehemaligen Gemeinde Erfenbach
Koordinaten: 49° 28′ 51″ N, 7° 42′ 42″ O
Höhe: 230 m ü. NHN
Fläche: 6,3 km²
Einwohner: 2875 (30. Jun. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 456 Einwohner/km²
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 67659
Vorwahl: 06301
Erfenbach (Rheinland-Pfalz)
Erfenbach

Lage von Erfenbach in Rheinland-Pfalz

Erfenbach ist ein Stadtteil von Kaiserslautern mit rund 2800 Einwohnern. Bis 1969 war er eine selbständige Gemeinde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfenbach liegt am Rande des Pfälzerwaldes. Unmittelbar nördlich schließt sich bereits das Nordpfälzer Bergland an. Der Ort grenzt an die Gemeinde Otterbach sowie deren Ortsteil Sambach und die Stadtteile von Kaiserslautern Erzhütten-Wiesenthalerhof sowie Siegelbach. Eingerahmt wird der Ort im Süden von Wald, im Norden von landwirtschaftlich genutzter Fläche. Zu Erfenbach gehören mit Stockborn im Norden und Lampertsmühle im Osten zusätzlich zwei Ortsteile.

Erhebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zentrum Erfenbachs befindet sich der kegelförmige, 275 Meter über NN hohe Stöffelsberg. Die Bezeichnung der Erhebung in der heutigen Schreibweise entstand, als die Pfalz nach dem Ende der napoleonischen Epoche 1816 dem Königreich Bayern unterstellt wurde. Bei der kartographischen Erfassung der Pfalz übertrugen die bayerischen Beamten das in der örtlichen Mundart gehörte Wort Stewwelsberch so ins Schriftdeutsch, wie sie es verstanden – Stöffelsberg. In Wirklichkeit bedeutet der Name Stiefelberg. Nordwestlich des Siedlungsgebiets erstreckt sich zudem der 281,5 Meter hohe Rotenberg.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nördlich des Kernortes befindet sich der Stockborner Bruch. Im Nordosten wird die Gemarkung durch die Lauter begrenzt. Der Frauenwiesbach streift den nördlichen Rand des Siedlungsgebiets. Weiter nördlich im Bereich von Stockborn verläuft der Kohbach; der Eimerbach bildet die Gemarkungsgrenze zu Katzweiler.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaiserslautern-Erfenbach liegt innerhalb der gemäßigten Klimazone mit Niederschlägen zu allen Jahreszeiten. Im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands hat Erfenbach ein recht warmes und sehr sonniges Klima. Durch die Lage im Lee von Hunsrück und Eifel werden Niederschläge bei Nordwestwetterlagen meist abgehalten.

Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Maximal (Durchschnittswert) 04 °C 05 °C 10 °C 13 °C 19 °C 22 °C 25 °C 25 °C 20 °C 15 °C 09 °C 05 °C
Minimal (Durchschnittswert) −1 °C −2 °C 02 °C 03 °C 08 °C 12 °C 14 °C 13 °C 09 °C 06 °C 03 °C 01 °C

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter verschiedenen Schreibweisen wie Ervenpach, Erpfenbach, Erffenbach wurde der Ort erstmals 1143 in Akten des Klosters Höningen erwähnt. Um 1800 setzte sich der Name Erfenbach durch. Der Ort gehörte im Laufe seiner wechselhaften Geschichte zeitweise zu Lothringen, den Herren von Hoheneck und bis Ende des 18. Jahrhunderts zur Kurpfalz.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Erfenbach in den Kanton Kaiserslautern eingegliedert und unterstand der Mairie Weilerbach. 1815 hatte die Gemeinde insgesamt 298 Einwohner. Im selben Jahr wurde die Gemeinde Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte er dem Landkommissariat Kaiserslautern an; aus diesem ging das Bezirksamt Kaiserslautern hervor.

Im Jahr 1937 wurde das benachbarte Dorf Stockborn nach Erfenbach eingemeindet.[2] Ab 1939 war die Gemeinde Bestandteil des Landkreises Kaiserslautern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Erfenbach innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Gemeinde am 7. Juni 1969 in die kreisfreie Stadt Kaiserslautern eingegliedert, womit sie den gleichnamigen Landkreis verließ.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus Erfenbach

Ortsbezirk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Ortsteil Erfenbach wurde ein Ortsbezirk gebildet. Dem Ortsbeirat gehören 15 Beiratsmitglieder an, den Vorsitz im Ortsbeirat führt der direkt gewählte Ortsvorsteher.[4]

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Reiner Kiefhaber (SPD). Er wurde bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 mit einem Stimmenanteil von 81,91 % wiedergewählt.[5]

Bis zu seinem Tod im Frühjahr 2009 war Herbert Heil (SPD) Ortsvorsteher. Im Juni 2009 wurde sein Parteifreund Reiner Kiefhaber zu dessen Nachfolger gewählt.

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 15 Sitzen entfallen seit der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 sieben auf die SPD, fünf auf die FWG sowie drei auf die CDU. Die SPD hat damit ihre bisherige absolute Mehrheit im Rat verloren.

Für weitere Informationen zum Ortsbeirat siehe die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Kaiserslautern.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Erfenbach
Blasonierung: „In mit goldenen Schindeln bestreutem blauen Feld über gesenktem silbernen Wellenbalken ein schwebendes goldenes Mühlrad.“

Das Wappen wurde am 5. Dezember 1922 genehmigt.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Ort existieren insgesamt zehn Objekte, die unter Denkmalschutz stehen

Huneburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gipfel des Stöffelsberg befand sich einst die Huneburg.[6] Die Burg wurde im 15. Jahrhundert durch Brand zerstört. Im Jahre 1909 befanden sich noch einige behauene Steine, Überreste von Kalkmörtel und feuergeschwärzten Hohlziegeln auf der Bergkuppe; heute ist von der Burg gar nichts mehr vorhanden.[6]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Erfenbach existieren insgesamt 14 Vereine. Der bedeutendste von ihnen ist der Turn- und Sportverein Erfenbach 1894 e. V. Er hat derzeit etwa 1100 Mitglieder.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptarbeitgeber in Erfenbach ist die Spinnerei Lampertsmühle. Vor Ort gibt es zusätzlich eine Reihe angesiedelter handwerklicher Betriebe und Dienstleister, zahlreiche Geschäfte und Gasthäuser. Ebenso existieren noch landwirtschaftliche Betriebe, teilweise im Vollerwerb, zum Teil aber auch als Nebenerwerb. Zudem gibt es ein neuangelegtes Industriegebiet (IG-Nord).

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsgemeinde wächst durch Erschließung weiterer Neubaugebiete kontinuierlich. Im Ort befinden sich zwei Kindergärten, ein evangelischer und ein städtischer sowie eine Grundschule. Die ärztliche Versorgung ist mit einem Facharzt für Allgemeinmedizin, einer Zahnärztin, einer Krankengymnastin und einem Masseur gewährleistet. Vor Ort befindet sich außerdem eine Station der Feuerwehr Kaiserslautern.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt nördlich der Bundesautobahn 6 und direkt neben der Bundesstraße 270. Durch Erfenbach verläuft die Landesstraße 387.

Von 1912 bis 1972 war Erfenbach über die sogenannte Bachbahn, die vom Bahnhof Lampertsmühle-Otterbach bis nach Weilerbach und ab 1920 bis nach Reichenbach führte, an das Schienennetz angebunden. Durch die Busse der Linie 108 (ehemals 17 und 8) der Stadtwerke Kaiserslautern, SWK (vormals Technische Werke Kaiserslautern, TWK) und der Linie 140 (ehemals 6510) der Saar Pfalz Bus (vormals Regionalbus Saar Westpfalz, RSW), ein Tochterunternehmen im Konzern der Deutschen Bahn AG, erfolgt eine Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. 2004 erfolgte die Eröffnung der Umgehungsstraße, was zu einer Verkehrsentlastung des Ortes geführt hat.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Adolf Bernd (1869–1942), Bildhauer und Steinmetz, entwarf das örtliche Kriegerdenkmal
  • Hans Beckmann (* 1959), Politiker (SPD), sitzt im Ortsbeirat
  • Manfred Plath (* 1961), Fußballspieler, spielte von 1968 bis 1979 beim TuS Erfenbach
  • Andreas Rahm (* 1967), Politiker (SPD), arbeitete bis 2016 als Geschäftsstellenleiter der Sparkasse Kaiserslautern-Erfenbach

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Erfenbach – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik/Kernstadt & Ortsbezirke. Stadt Kaiserslautern, 9. Juli 2018, abgerufen am 6. Juli 2019.
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 490.
  3. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 167 (PDF; 2,8 MB).
  4. Stadt Kaiserslautern: Hauptsatzung. (PDF) § 9 bis 14. 1. Juli 2019, abgerufen am 23. Oktober 2019.
  5. Stadt Kaiserslautern: Bekanntmachung der Ergebnisse der Wahlen vom 26. Mai 2019 der Ortsvorsteherinnen/Ortsvorsteher in der Stadt Kaiserslautern gemäß § 65 der Kommunalwahlordnung (KWO). (PDF) 6. Juni 2019, abgerufen am 23. Oktober 2019.
  6. a b Jürgen Keddigkeit u. a.: Pfälzisches Burgenlexikon. Bd. 2. F–H, Kaiserslautern 2002, S. 445–447 (= Beiträge zur pfälzischen Geschichte, hg. vom Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde).