Europacity

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Entwicklungsgebiet Europacity mit dem Berliner Hauptbahnhof im Bildzentrum, August 2008

Die Europacity, auch Entwicklungsgebiet Heidestraße genannt, ist ein überwiegend nördlich des Berliner Hauptbahnhofs gelegenes städtebauliches Entwicklungsgebiet.[1]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der Europacity liegt im Ortsteil Moabit des Berliner Bezirks Mitte. Es wird im Norden durch die Bahntrasse vom Hauptbahnhof kommend, die Perleberger Straße und den Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal eingefasst und im Süden durch den Humboldthafen, die Spree und die Straße Alt-Moabit begrenzt.

Nördliches Gebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tour Total Berlin, erstes Gebäude der Europacity nach dem Hauptbahnhof

Der 40 Hektar umfassende Teil nördlich der Invalidenstraße ist heute noch weitestgehend durch die frühere Bahnnutzung unter anderem als Containerbahnhof und Nutzung durch kleinteilige Logistikunternehmen geprägt. Auf dem Gebiet soll in den nächsten Jahren ein gemischtes Quartier mit den Nutzungsarten Wohnen, Büro, Einzelhandel und Kunst entstehen. Geplant sind Wohnungen für rund 2.000 Menschen und Büros für über 10.000 Arbeitsplätze. Ab der Genehmigung des Masterplans (2009) wird mit einer Aufbauzeit von 15 Jahren gerechnet. Zwischen 2013 und 2016 wurde die Heidestraße umgebaut. Dabei wurden auch Radwege angelegt und die Straße begrünt.[2]

Haupteigentümer der Flächen des Projektgebiets sind das Immobilienunternehmen CA Immo, ehemals Vivico, (ursprünglich ca. 20 Hektar), die Deutsche Bahn (ca. 10 Hektar) sowie das Land Berlin (ca. 6 Hektar). Im westlichen Teil ist das Areal noch heute durch die ehemalige Nutzung als Containerbahnhof geprägt, im östlichen Teil durch alte Lagerhallen sowie Lager- und Brachflächen. Allerdings haben sich an der südlichen Grenze bereits einige Nutzungen fest etabliert. So hat sich mit dem Museum für Gegenwart im Hamburger Bahnhof und der angrenzenden Rieckhalle mit der Flick-Sammlung ein Kulturstandort gebildet. Der Standort wurde als „Kunst-Campus“ konzipiert und im Jahr 2008 um die „Halle am Wasser“ als Standort für sechs Kunstgalerien, eine Agentur für Kunstvermittlung sowie ein Ausstellungsbüro erweitert. Im Jahr 2009 erfolgte die Fertigstellung des Kunst-Campus durch neue Zugänge, Wegeführungen und die Gestaltung des zentralen Platzes.

Zu Beginn des Jahres 2008 erfolgte ein städtebaulicher Wettbewerb für das gesamte Entwicklungsgebiet, dessen Ergebnisse in einen Masterplan eingearbeitet wurden. Im Mai 2009 beschloss der Senat von Berlin den Masterplan. Das Berliner Abgeordnetenhaus genehmigte im Juli 2010 den Bebauungsplan für den nach Norden erweiterten Europaplatz. Im Juli 2010 startete Vivico mit dem Bau des Tour Total Berlin, einem rund 69 Meter hohen Bürohaus für das französische Mineralölunternehmen Total, auf dem nördlichen Teil des Europaplatzes. Dieser massige Tower wird als Tor zur Europacity fungieren. Eine Besonderheit wird der am westlichen Kanalufer liegende neue „Stadthafen“ sein, mit dem Berliner Schiffsrundfahrten eine neue Anlegestelle bekommen.

Mittlerweile hat CA Immo verschiedenste Grundstücke an Investoren und Projektentwickler verkauft. So das Areal, auf dem sich früher das Fischspezialitäten-Geschäft „Mitte Meer“ befand, das Grundstück auf dem sich heute noch die Halle am Wasser befindet sowie weitere Grundstücke für Büro- und Hotelbauten.

Das Bürogebäude Monnet 4 wurde im Sommer 2015 fertiggestellt.[3]

Südliches Gebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steigenberger-Hotelbaustelle vor dem Hauptbahnhof, Mai 2013

Mit Planung des Berliner Hauptbahnhofs in den 1990er Jahren wurde dessen unmittelbare Umgebung zum Stadtentwicklungsgebiet mit mehreren Straßen und Plätzen und entsprechender Nutzung erklärt. Dieses Gebiet südlich der Invalidenstraße wird inzwischen von vielen aber ebenfalls als Teil der Europacity verstanden.[4] Westlich des Bahnhofs ist dort ein schachbrettartiges Karree mit Büro- und Hotelgebäuden entstanden.

Im Jahr 1994 wurde zum Zwecke der Errichtung des Lehrter Stadtquartiers ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt, aus dem der Entwurf von Oswald Mathias Ungers als Sieger hervorging.[5] Auf dieser Grundlage wurde im Sommer 2006 ein Bebauungsplan gefasst. Hauptgrundstückseigentümer ist die Immobiliengesellschaft Vivico, die auch das nördlich angrenzende Gelände der Europacity entwickelt.

Der städtebauliche Entwurf Ungers für die Flächen der Vivico sieht im Westen des Stadtquartiers sieben eigenständige Gebäude vor – zwei nördlich und fünf südlich des Hauptbahnhofs – die in Nord-Süd-Ausrichtung an den neu angelegten Straßen zu errichten sind. Diese sollen die Berliner Traufhöhe von 22 Metern nicht übersteigen, um das Ost-West-Dach des Bahnhofs nicht zu überragen.

Zusätzlich zu dieser traditionellen Blockbebauung sieht der Ungers-Entwurf zwei Solitärbauten vor. Am Europaplatz soll danach auch ein 100 Meter hohes Bürohochhaus entstehen, in das die Deutsche Bahn jedoch, entgegen ihrer ursprünglichen Planung, nicht mehr einziehen will. Auf dem Washingtonplatz soll ein kubisches Gebäude mit einer Kantenlänge von 40 Metern entstehen. Der Bebauungsplanentwurf sieht die Errichtung von rund 145.000 m² Geschossfläche vor. Laut Vivico sollen dort Büros dominieren, allerdings seien auch Hotels oder Einzelhandel möglich.[6]

Den östlichen Abschluss bildet der Humboldthafen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die unmittelbare Nähe zum Hauptbahnhof ist die Europacity im südlichen Teil an den Fern-, Regional- und Nahverkehr angebunden, für den nördlichen Teil wird im Zuge des S-Bahnprojekts S21 der Bau eines S-Bahnhofs an der Perleberger Brücke vorgehalten.Vorlage:Zukunft/In 2 Jahren

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Europacity – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Simulation Europacity. Abgerufen am 20. Juni 2016.
  2. Heidestraße in Berlin-Mitte wieder freigegeben. rbb-online.de, 4. Juli 2016, abgerufen am 3. September 2016.
  3. Monnet 4 – Berlin
  4. Hotel- und Bürogebäude
  5. Modell des Unger-Entwurfs.
  6. Businesslocationcenter: Lehrter Stadtquartier (PDF; 202 kB).