Fête de la Musique

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Fête de la Musique in Berlin (Kreuzberg), 2005
Fête de la Musique in Buisson/Frankreich, 2005
Fête de la Musique in Paris/Frankreich, 2008
Fête de la Musique in Paris/Frankreich, 2009
Fête de la Musique in Brisbane/Australien, 2012

Die Fête de la Musique (in deutscher Sprache auch „Fest der Musik“) ist eine Veranstaltung bei der Amateur- und Berufsmusiker, Performer im Bereich Musik, DJs usw. im öffentlichen Raum honorarfrei auftreten (zum Beispiel auf öffentlichen bzw. öffentlich zugänglichen Plätzen, Fußwegen/Wegen, in Parks/Gärten/Vorgärten/Höfen, vor bzw. in Cafés/Bars/Kneipen/Restaurants, Museen/Galerien, Kirchen, Kiosken/Geschäften usw.). Es wird kein Eintrittsgeld verlangt.

Die Fête de la Musique findet jedes Jahr am 21. Juni, dem kalendarischen Sommeranfang, statt - mittlerweile in mehr als 340 Städten weltweit, in mehr als 60 europäischen Städten, deutschlandweit beteiligen sich mittlerweile mehr als 40 Städte an der Fête. In den deutschen Städten, in denen die "Fête" stattfindet, gibt es zum Teil lokale Ansprechpartner, die die Aktivitäten koordinieren, vermitteln, Kontakt mit den städtischen Behörden aufnehmen und die Veranstaltung fördern sowie promoten etc.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Fest geht auf eine Initiative von Jack Lang im Jahr 1981 zurück, als er französischer Kulturminister war. Die erste offizielle Fête de la Musique hat am 21. Juni 1982 in Paris stattgefunden. Das Fest wird seitdem landesweit begangen und ist im Laufe der Jahrzehnte immer populärer geworden.

"Fête de la Musique" in München

Im Jahr 1985 nahm München als erste deutsche Stadt die die Idee der Fête de la Musique auf. Allerdings ist es die Intention gewesen, nicht nur an einem Tag zu musizieren und zu feiern, wodurch die "Europa-Tage der Musik" entstanden sind. Inzwischen ist diese Veranstaltung nicht mehr auf München beschränkt, sondern findet in ganz Bayern statt. Die eigentliche Fête de la Musique wird in München seit 2007 mit Unterstützung des Münchner Institut français gefeiert.

"Fête de la Musique" in Berlin

Seit dem Jahr 1995 wird die Fête de la Musique in Berlin - besonders in den Stadtteilen Kreuzberg, Friedrichshain und Prenzlauer Berg - gefeiert. In Kreuzberg versammeln sich zum Beispiel eine Vielzahl von Künstlern und Straßenmusikern um den Oranienplatz. 2012 spielten mehr als 500 Künstler auf über 100 Bühnen, verteilt auf alle Bezirke. Die Fête de la Musique Berlin wird organisiert von der „Fête Company“, die Mitglied des Kooperationsnetzwerkes der Berliner Musikwirtschaft Berlin Music Commission ist. Abseits des offiziellen Programms gibt es eine Sonderregelung für Berliner Stadtbezirke, wodurch „akustisch (unverstärkte) Straßenmusik“ am 21. Juni von 16 bis 22 Uhr im öffentlichen Raum dargeboten werden kann.

"Fête de la Musique" in weiteren deutschen Städten

In folgenden Städten wird ebenfalls die "Fête de la Musique" gefeiert:
2001 erstmals in Kamenz
2002 erstmals in Görlitz
2003 erstmals in Dresden, Magdeburg
2004 erstmals in Potsdam
2005 erstmals in Stuttgart, Weingarten
2006 erstmals in Saarbrücken, Weimar
2007 erstmals in Greifswald, Halle an der Saale, Leipzig, Saarbrücken
2008 erstmals in Darmstadt, Essen, Hannover, Lübeck, Meiningen
2009 erstmals in Hanau, Quedlinburg, Rostock, Wolfenbüttel
2010 erstmals in Erfurt
2011 erstmals in Annaberg-Buchholz, Erlangen, Löbau, Recklinghausen
2012 erstmals in Bamberg, Bremen, der Havelländischen Kreisstadt Rathenow, Weilburg, Wolfsburg
2013 erstmals in Aschersleben, Bühl, Burg, Dessau, Frankfurt am Main, Greifswald, Hennigsdorf, Homburg, Hoyerswerda, Jena, Karlsruhe, Köln, Landau, Plaue, Salzwedel, Sangerhausen
2014 erstmals in Gera, Falkensee

Grundgedanke[Bearbeiten]

Die Grundidee des Festes ist:

  • Motivierung der regionalen Musikszene (Laien und Profis), an diesem Tag im öffentlichen Raum honorarfrei aufzutreten
  • kostenfreier Zugang zu allen Konzerten
  • musikalische Vielfalt
  • Spontanität
  • die Stadt soll an diesem Tag voller Musik und Klänge sein, um den Sommeranfang zu begehen

Phänomenologie[Bearbeiten]

Das Fest hat sich in französischen Städten zu einer Manifestation der „Event-Kultur“ und damit zu einer Art „Selbstläufer“ entwickelt. Die sommerliche Abendstimmung hat großen Anteil an der Atmosphäre des Festes. Kritisiert wird zum Teil mittlerweile allerdings, dass Kioske, ambulante Verkäufer usw. die Fête de la Musique zu einer „Fête de la Bière“ (Bierfest, Oktoberfest) bzw. „Fête de la Bouffe“ (wörtlich: „Fressfest“) machen, wodurch der unkommerzielle und rein musikalische Grundgedanke der Fête in manchen Städten ins Hintertreffen gerät.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fête de la Musique – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien