Pößneck

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Pößneck
Pößneck
Deutschlandkarte, Position der Stadt Pößneck hervorgehoben
Koordinaten: 50° 42′ N, 11° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saale-Orla-Kreis
Höhe: 220 m ü. NHN
Fläche: 24,43 km2
Einwohner: 12.148 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 497 Einwohner je km2
Postleitzahl: 07381
Vorwahl: 03647
Kfz-Kennzeichen: SOK, LBS, PN, SCZ
Gemeindeschlüssel: 16 0 75 085
Stadtgliederung: Kernstadt; 5 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Neustädter Straße 1
07381 Pößneck
Webpräsenz: www.poessneck.de
Bürgermeister: Michael Modde
Lage der Stadt Pößneck im Saale-Orla-Kreis
Bad Lobenstein Birkenhügel Blankenberg Blankenstein Bodelwitz Bucha Burgk Dittersdorf Crispendorf Dittersdorf Dittersdorf Döbritz Dreba Dreitzsch Eßbach Gefell Geroda Keila Görkwitz Göschitz Gössitz Grobengereuth Harra Hirschberg (Saale) Gertewitz Kirschkau Knau Kospoda Krölpa Langenorla Lausnitz Lemnitz Linda bei Neustadt an der Orla Löhma Miesitz Mittelpöllnitz Moßbach Moxa Neundorf (bei Lobenstein) Neundorf (bei Schleiz) Neustadt an der Orla Neustadt an der Orla Nimritz Oberoppurg Oettersdorf Oppurg Paska Peuschen Plothen Pörmitz Pößneck Pottiga Quaschwitz Ranis Remptendorf Rosendorf Saalburg-Ebersdorf Schlegel Schleiz Schmieritz Schmorda Schöndorf Seisla Solkwitz Stanau Tanna Tegau Tömmelsdorf Triptis Volkmannsdorf Weira Wernburg Wilhelmsdorf (Saale) Wurzbach Ziegenrück ThüringenKarte
Über dieses Bild
Ehemalige Industriebauten auf dem Gelände der Landesgartenschau
Gründerzeithaus im Stadtzentrum

Pößneck ist die größte Stadt im Saale-Orla-Kreis im Freistaat Thüringen. In der Landesplanung ist sie als Mittelzentrum eingestuft.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pößneck befindet sich in der Orlasenke, einem Tal zwischen dem Thüringer Holzland im Norden und dem Oberland mit den Saalestauseen im Süden. Durch die Stadt fließt der Bach Kotschau, der nordöstlich des Stadtgebietes in die Orla mündet. Die Orla selbst berührt von Neustadt kommend das Stadtgebiet, um von dort nach Norden zu fließen und in Orlamünde in die Saale zu münden. Die Stadt liegt an der B 281 zwischen Neustadt an der Orla im Osten und Saalfeld im Westen.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile sind Jüdewein (urkundliche Ersterwähnung: Dezember 1074), Köstitz (1350), Schlettwein (Dezember 1074), Öpitz (30. September 1381) und Schweinitz (Dezember 1074).[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt angrenzende Gemeinden sind Bodelwitz, Döbritz, Krölpa, Langenorla, Oppurg, Ranis und Wernburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Erwähnung fand Pößneck 1252 in einer Saalfelder Klosterurkunde. Als Stadt wurde es zum ersten Mal 1324 bezeichnet. In diesem Jahr wurde Pößneck von Friedrich, dem wettinischen Landgraf von Thüringen und Markgraf von Meißen, dem Grafen von Schwarzburg als Lehen übergeben. Vor 1348 wurde ein Karmeliterkloster gegründet. 1424 fiel Pößneck wieder an das Haus Wettin zurück. Durch Stadtschreiber wurde 1474 eine umfangreiche Sammlung von Schöffensprüchen angelegt, sie gestattet Einblicke in die Gerichtspraxis und Rechtsprechung der Wettiner im 15. Jahrhundert. 1485 wurde Pößneck durch die Leipziger Teilung der wettinischen Lande der ernestinischen Linie zugeschlagen. 1525 beteiligten sich die Bürger am Bauernkrieg. Seit 1572 gehörte die Stadt zu Sachsen-Coburg, seit 1640 zu Sachsen-Altenburg, seit 1672 zu Sachsen-Gotha und seit 1682 zu Sachsen-Saalfeld. 1826 kam Pößneck zum Herzogtum Sachsen-Meiningen, bei dem es bis zur Gründung des Landes Thüringen am 1. Mai 1920 verblieb.

Pößneck mit Ortsteil Schweinitz war 1543–1629 von Hexenverfolgung betroffen. Zwei Frauen und ein Mann gerieten in Hexenprozesse. Obwohl Elisabeth Mader 1629 kein Geständnis ablegte, wurde sie mit Landesverweis bestraft.[3]

Zwischen 1795 und 1823 machte Goethe auf seinen Reisen in die böhmischen Bäder Karlsbad und Marienbad 18-mal in Pößneck Station.

Als wirtschaftliche Grundlage der Stadt galt nach dem bereits im Mittelalter bedeutenden Gerberhandwerk die Textilfabrikation. Im Pestjahr 1625 verstarben alle 60 Tuchmachermeister, ein enormer wirtschaftlichen Schaden, neben den Zerstörungen und Bedrückungen des Krieges. Die nachfolgenden Tuchmachermeister hielten bis zur französischen Besatzungszeit an den althergebrachten Handwerksbestimmungen und Webtechniken fest. Zur Förderung der Textilproduktion wurde von der Regierung 1818 ein Wollmarkt in Pößneck genehmigt. Zwei junge Pößnecker Webermeister Zoeth und Elsholz hatten während ihrer Wanderjahre im sächsischen Großenhain modernste Webstühle und Verfahren kennengelernt und begannen 1825, verbesserte Webstühle in ihren Werkstätten zu verwenden. Die Entrüstung der anderen Weber war enorm und endete in einem Gewaltakt mit Maschinenstürmerei, man befürchtete den Ausbruch eines Weberaufstandes. Ein Hauptproblem des Pößnecker Webergewerbes bildete der durch die Kleinstaaterei bedingte lokale Absatz ihrer Waren, durch Schutzzölle wurden Absatzmärkte in Norddeutschland und Übersee verhindert. Die Pößnecker Textilkaufleute Mittelhäuser und Schmidt übernahmen mit der Gründung des Deutschen Zollvereins den Export der Pößnecker Textilwaren, Hauptabsatzgebiete wurden nun die Schweiz, Österreich-Ungarn und die skandinavischen Länder. Die Pößnecker Weber spezialisierten sich auf die Fertigung von hochwertigem Flanelltuch, nach Produktionsvolumen folgten gefärbte und bedruckte Stoffe. Der Textildruck war 1734 durch eine landesherrliche Genehmigung für eine private Tuchfärberei den Färberzünften der Stadt faktisch entrissen worden, die Zunftmeister protestierten und klagten vergeblich. Ab 1862 begann in Pößneck durch die Einführung der Gewerbefreiheit der industrielle Aufschwung. Die einst mächtige Tuchmacherinnung wurde 1863 aufgelöst. Tuchmacher und Gerber gründeten Fabriken und führten meist auf Kredit finanzierte Dampfmaschinen als moderne Antriebskraft ein. Pößneck entwickelte sich bald zur bedeutendsten Industriestadt im Herzogtum Sachsen-Meiningen. Im Kriegsjahr 1871 wurden in Pößneck 14 große Textilfabriken gezählt, die Arbeitsangebote hatte die Verdopplung der Stadtbevölkerung und einen Bauboom in den Vorstädten zur Folge. Diese Entwicklung wurde durch den Bau der Eisenbahnstrecken durch die Stadt 1871 (Strecke Gera – Saalfeld) und 1889 (Strecke Pößneck–Orlamünde(-Jena)) zusätzlich gefördert. Der immense wirtschaftliche Aufschwung führte auch zu erheblichen Umweltproblemen (siehe auch: Gewässerbelastung von Orla und Kotschau während der Industrialisierung).

Im Jahr 1891 fand in Pößneck der Gründungskongress der Deutschen Textilarbeitergewerkschaft statt. Die Blütezeit der Pößnecker Textilfabriken ging erst mit der massenhaften Verbreitung der Baumwolltextilien, die preiswerter angeboten wurden, zu Ende. 1924 streikten die Pößnecker Textilarbeiter um den Achtstundentag.

Die Entstehung der Pößnecker Porzellanmanufaktur geht auf einen vermögenden Hofbeamten Conta zurück, er ließ Tafel und figürliches Zierporzellan als Luxuswaren produzierten und setzte hohe Ansprüche an die Qualität der Ware. Contas Fabrik wuchs rasch und hatte in der Blütezeit 400 Mitarbeiter, man belieferte Mitte des 19. Jahrhunderts auch die sachsen-meiningischen Spielwarenhersteller mit Miniaturporzellan und Puppenköpfen. 1853 trat die Eberleinsche Porzellanmanufaktur erstmals in Erscheinung, die aus einer Werkstatt hervorgegangene Manufaktur war auf Vasen und Puppenköpfe spezialisiert. Beide Porzellanmanufakturen benötigten Kartonagen und hölzerne Verpackungskisten sowie Holzwolle, daher entstanden entsprechende Zulieferbetriebe.

Der namhafte Süßwarenhersteller Berggold geht auf ein vom Pößnecker Süßwarenhändler Robert Berger gegründetes Unternehmen zurück, das zunächst Zuckerwaren und Bonbons herstellte. Der Hauptumsatz des Unternehmens wurde mit Kakao und Schokolade erzeugt, auch mit der Herstellung von Zitronat und Orangeat konnte das Unternehmen schon im 19. Jahrhundert eine weitere Produktionslinie eröffnen. 1888 erfolgte die Berufung zum Hoflieferanten des Herzogshauses Sachsen-Meiningen.

Während des Zweiten Weltkriegs waren ausländische Arbeitskräfte aus den besetzten Ländern im Zwangsarbeitslager L bei der Ortschaft Schweinitz am Orlatalhang der REIMAHG untergebracht, die in Kahla und auf dem Kamsdorf-Könitzer Erzfeld für die Rüstungsproduktion Zwangsarbeit verrichten mussten. Außerdem arbeiteten 127 Zwangsarbeitskräfte bei den Firmen Bergner & Weißer, Maihak und Schroth. Auf dem Ehrenfriedhof an der Rudolf-Diesel-Straße (ein NS-Opfer unter den Zeugen Jehovas) wird an 33 Opfer der Zwangsarbeit aus der Sowjetunion sowie an elf KZ-Häftlinge erinnert, die beim Todesmarsch im April 1945 von SS-Mannschaften ermordet wurden. An der Einmündung der Jenaer Straße in die Neustädter Straße erinnert ein 1985 errichteter Todesmarsch-Gedenkstein an alle 67 Opfer aus dem Pößnecker Raum. Ein weiterer Gedenkstein auf dem oberen Friedhof wurde für fünf umgekommene Militärinternierte aus Italien errichtet.[4]

Vom 8. bis 10. April 1945 war Pößneck das Ziel von US-amerikanischen Luftangriffen (USAAF), bei denen 58 Menschen starben.[5]

Der 1891 in Pößneck gegründete Vogel-Verlag mit seiner Großdruckerei wurde nach dem Zweiten Weltkrieg verstaatlicht und wurde Parteibetrieb der SED. Als VOB Grafischer Großbetrieb Karl-Marx-Werk wurde der Betrieb zum größten Buchhersteller der DDR. Einen Hauptanteil am Produktionsspektrum hatte der Druck von Schul- und Lehrbüchern, aber auch politische Propagandaliteratur.

Im Jahre 1952 wurde Pößneck Kreisstadt des neu gegründeten Kreises Pößneck und blieb es bis zur Eingliederung in den neu gebildeten Saale-Orla-Kreis im Jahre 1994. 1958 kam im Stadtteil Schlettwein ein jüngerbronzezeitlicher Depotfund mit drei Bronzetassen zutage, aber erst 1964 wurde der urgeschichtliche Fund von G. Möbius erkannt.[6]

Am Abend des 22. Oktober 1969 versammelten sich auf dem Pößnecker Marktplatz über 200 Jugendliche, um gegen die zuvor erfolgte, von der SED-Kreisleitung angeordnete Polizeiaktion zu demonstrieren, bei der in mehreren Orten des Kreises Pößneck langhaarige Jugendliche aufgegriffen und anschließend unter Zwang wegen zu langer Haare zu Frisören gebracht wurden. In der Folge kam es zu heftigen Diskussionen in der Bevölkerung mit SED-Funktionären, da man die im Artikel 19 der DDR-Verfassung ausgewiesenen Bürgerrechte verletzt sah.[7]

Am 16. September 1979 flogen die Familien Strelzyk und Wetzel aus Pößneck mit einem selbstgenähten Heißluftballon nachts über die innerdeutsche Grenze und landeten nach 28 Flugminuten und 22 Kilometern (Luftlinie) in einem Feld bei Naila. An Bord befanden sich vier Erwachsene und vier Kinder. Der Original-Ballon ist im Nailaer Museum ausgestellt. 1981 wurde die Flucht von der US-amerikanischen Produktionsfirma Disney verfilmt und kam unter dem Titel Night Crossing (deutsch: Mit dem Wind nach Westen) 1982 in die Kinos der Bundesrepublik Deutschland und anderer Länder.

Im Jahre 1983 wurden in der Stadt Teile der Außenaufnahmen des bekannten DDR-Kinderfilms Moritz in der Litfaßsäule gedreht. Im Jahre 2000 war Pößneck Veranstaltungsort der ersten Thüringer Landesgartenschau. In jenem Jahr fusionierten zudem die Stadtwerke Jena und Pößneck zu den Stadtwerken Energie Jena-Pößneck.

In der jüngeren Vergangenheit machte Pößneck immer wieder Schlagzeilen durch rechtsextremistische Aktivitäten in der Stadt. So kaufte der Rechtsextremist Jürgen Rieger 2003 das Schützenhaus in Pößneck für 360.000 Euro im Namen der Wilhelm Tietjen Stiftung, um dort eine Tagungsstätte einzurichten. Im April 2005 fand der Landesparteitag der NPD in Pößneck statt. Michael Regener, Sänger der Neonazi-Band Landser, gab dort sein Abschiedskonzert vor dem Verbüßen einer mehrjährigen Haftstrafe. Der Rechtsextremist Sascha Jörg Schüler wohnte 2005 einige Monate in Pößneck. Die rechtsextremen Umtriebe führten zu Protesten in der Bevölkerung. Auch durch den Widerstand und die Aufklärung eines Aktionsbündnisses entschied sich die Stadt schließlich, das Schützenhaus zurückzukaufen. Dieser Kauf wurde am 16. Juni 2011 durch den Stadtrat bestätigt.[8] Das Schützenhaus wurde 2012 an die städtische Tochtergesellschaft Stadtmarketing Pößneck GmbH übertragen. Bis Ende 2016 soll es saniert werden und dann wieder als Veranstaltungsobjekt zur Verfügung stehen. [9]

Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel Ort der Vielfalt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eingemeindungen erfolgten 1892 (Jüdewein), 1919 (Köstitz), 1923 (Schlettwein), 1945 (Öpitz) und 1965 (Schweinitz).

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

1833 bis 1984

  • 1833: 3.424
  • 1946: 20.247 1
  • 1950: 20.196 2
  • 1960: 19.587
  • 1981: 18.442
  • 1984: 18.045

1994 bis 1999

  • 1994: 15.697
  • 1995: 15.381
  • 1996: 15.149
  • 1997: 14.854
  • 1998: 14.746
  • 1999: 14.565

2000 bis 2005

  • 2000: 14.341
  • 2001: 14.135
  • 2002: 13.954
  • 2003: 13.790
  • 2004: 13.673
  • 2005: 13.446

2006 bis 2011

  • 2006: 13.344
  • 2007: 13.217
  • 2008: 13.080
  • 2009: 12.972
  • 2010: 12.882
  • 2011: 12.351

2012 bis 2017

  • 2012: 12.272
  • 2013: 12.214
  • 2014: 12.072
  • 2015: 12.473
Datenquelle ab 1994: Thüringer Landesamt für Statistik
2015: Stadtverwaltung Pößneck

1 29. Oktober
2 31. August

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtrat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtrat der Stadt Pößneck besteht aus 24 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 43,7 % zu folgendem Ergebnis:[10]

Rathaus am Markt
Partei / Liste Sitze Stimmenanteil
Freie Demokratische Partei/Freie Wähler (FDP/FW) 7 29,8 %
Die Linke 4 17,5 %
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 4 16,5 %
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 4 15,0 %
Bündnis 90/Die Grünen 1 02,9 %
Bürgerinitiative für Recht und Sicherheit Orla e. V. (BIRSO) 2 10,6 %
Freiwillige Feuerwehr Pößneck 1858 e. V. (FFP 1858 e. V.) 1 05,0 %
Soziale Initiative Pößneck (SIP) 1 02,6 %

Bürgermeister ist Michael Modde (FDP/Freie Wähler-SPD) . Er wurde am 15. Januar 2012 im ersten Wahlgang bei einer Wahlbeteiligung von 27,9 % mit 94,8 % der gültigen Stimmen gewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Blau ein rotgekrönter goldener Löwe mit roter Zunge und Bewehrung.“

Pößneck führt den schwarzburgischen Löwen in seinem Wappen, seitdem am 13. Juli 1324 Markgraf Friedrich II. der Ernsthafte von Meißen den Grafen Heinrich von Schwarzburg und dessen Sohn Günther mit Peznik, Stat und Hus belehnt hat.[11]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markt mit Brunnen und Stadtkirche

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gottesackerkirche
Schillerbank
Bank zum Gedenken an Gustav Ortleb

Das Pößnecker Rathaus gehört zu den schönsten spätgotischen Rathäusern Thüringens mit seiner überdachten Freitreppe im Stil der Früh-Renaissance. Erbaut wurde es von 1478 bis 1499. Mit dem Bau der Freitreppe wurde es 1531 endgültig vollendet. Heute befindet sich im Rathausgebäude der Sitz des Bürgermeisters, des Standesamtes und des Fachbereiches Kultur der Stadtverwaltung.

Weitere sehenswerte Bauwerke und Denkmäler sind:

  • Marktplatz mit Marktbrunnen
  • gotische Stadtkirche St. Bartholomäus (Ende 14. Jh. bis 1454/1488)
  • Teile der ehemaligen Stadtbefestigung mit Weißem Turm (Aussichtsturm) und Glockenturm
  • Gottesackerkirche
  • das bereits 1906 im Gelände des Stadtfriedhofs erbaute Krematorium
  • zahlreiche Fabrikantenvillen, erbaut zwischen etwa 1850 und 1930[12]
  • restaurierte Industriebauten mit Shedhalle auf dem Gelände der Landesgartenschau
  • Bilke (Vorratskeller)
  • Gänsediebbrunnen
  • Museum642 (Klosterplatz 2-4) mit Stadtinformation (eröffnet am 28. November 2015) mit Resten eines im Gebäude integrierten mittelalterlichen Wohnturmes des 13./14.Jh. (am Klosterplatz 2).[13]

Südlich von Pößneck und westlich der Altenburg befinden sich in einem kleinen Waldstück zwei vom Verschönerungsverein Pößneck errichtete Bänke: „Dem Andenken Schillers zum 9. Mai 1905“ und „Seinem langjährigen verdienten Vorsitzenden Herrn Rektor Gustav Ortleb in Dankbarkeit gewidmet vom Verschönerungsverein Pössneck 1919“

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfolgreichster Verein der Stadt ist der Fußballverein VfB Pößneck, der von der Saison 2002/03 an 8 Jahre in der Fußball-Oberliga Nordost (Staffel Süd) spielte, dann aber in die sechstklassige Thüringenliga, in der folgenden Saison 2010/11 in die siebtklassige Landesklasse abstieg und in der Saison 2011/12 den nächsten Abstieg in die Kreisoberliga hinnehmen musste. Weitere Sportvereine sind der TSV 1858 Pößneck und der SV Fortuna Pößneck, die mehrere Abteilungen mit verschiedenen Sportarten besitzen, sowie der Tauchclub TC submarin Pößneck e.V..

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pößneck war Ausrichter des 15. Thüringentages vom 26.-28. Juni 2015 unter dem Motto "Viele Seiten: Pößneck!". Als Höhepunkt fand am 28. Juni 2015 ein großer Festumzug statt. Jan Josef Liefers und Chris de Burgh waren die Stars beim großen Samstagabendkonzert im Lutschgenpark am 27. Juni 2015.[14]

In Pößneck findet alle zwei Jahre die Mitteldeutsche Buchmesse statt. Sie wird ausgerichtet vom Verein Pößneck attraktiver e.V. und findet wieder vom 3.-6. Juni 2016 in der Shedhalle auf dem Viehmarkt statt. Im Vorfeld der Messe können sich Hobbyautoren an einem Schreibwettbewerb beteiligen. Die Messe richtet sich hauptsächlich an Selbstverleger oder kleine und mittlere Verlage.[15]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pößneck ist ein bedeutender Standort der Buchherstellung. Vor der Wende produzierte der Graphische Großbetrieb den Großteil der in der DDR hergestellten Bücher, heute ist die Firma GGP Media, eine Tochter des Bertelsmann-Konzerns, präsent und hat seit den 1990er Jahren immer wieder große Investitionen getätigt. Mit etwa 1100 Mitarbeitern gehörte das Unternehmen 2011 zu den 25 größten in Thüringen.[16] Daneben gibt es die Firma Berggold/Heinerle, die seit 1876 Pralinen und Süßwaren herstellt, und die mittelständische Rosenbrauerei Pößneck.

Die beiden Pößnecker Gewerbegebiete in Pößneck Ost und im Tümpfel sind fast vollständig belegt und bieten einen großen Querschnitt verschiedener Industriezweige und Gewerke. Die mittelständisch geprägten Unternehmen sind unter anderem in folgenden Branchen tätig:

  • Automobilzulieferer
  • Elektroindustrie
  • Pharmaindustrie
  • Folienherstellung
  • Kunststoffverarbeitung
  • Metallverarbeitung
  • Produktion von chirurgischen Nadeln
  • Toner-Recycling

Vor dem Zusammenbruch der DDR (sog. Wende) war Pößneck mit dem VEB Rotasym ein bedeutender Standort für die Produktion von Wälzlagern. Nachdem das Unternehmen 1988 noch knapp vor der Wende mit neuesten Maschinen ausgerüstet worden war, wurde es 1991 von der FAG-Kugelfischer aus Schweinfurt zu einem Bruchteil des Wertes übernommen. Das Werk wurde schließlich geschlossen, die Maschinen nach Schweinfurt verlagert und 1000 Mitarbeiter entlassen.[17]

Thüringen-Kliniken in Pößneck

Die Thüringen-Kliniken mit dem benachbarten Landkreis Saalfeld-Rudolstadt als Träger haben drei Standorte, neben Pößneck sind das Saalfeld und Rudolstadt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pößneck liegt an den Bahnstrecken Gera Hbf – Weida – Pößneck oberer Bahnhof – Saalfeld (Saale) und Jena – Orlamünde – Pößneck unterer Bahnhof.

Der Ort liegt an der B 281 (Saalfeld – Gera) sowie den Landesstraßen nach Jena, Bad Lobenstein und Ranis. In der Nähe führen die A 4 (bei Jena) und die A 9 (bei Triptis) vorbei.

Mit den Linien 944, 964, 965, 966, 968, 969, 971, 972 und den Linien A, B und C des Service Stadt Pössneck mobil des Verkehrsunternehmens KomBus hat Pößneck Anschluss an die Städte Saalfeld (Saale), Neustadt an der Orla, Kahla, Jena, Ranis, Ziegenrück und Schleiz. Außerdem verfügt die Stadt über ein eigenes Stadtbus-Netz mit dem Service Stadt Pössneck mobil.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dagmar Künast (* 31. Januar 1947 in Leipzig) seit 1975 in Pößneck, Landtagsabgeordnete in Thüringen von 1994–1999 und von 2002–2014, Landesvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt Thüringen von 1990–1999
  • Franz Ronneberger (* 15. März 1913 in Auma; † 30. März 1999 in Nürnberg), deutscher Sozialwissenschaftler, ging in Pößneck zur Schule und legte dort sein Abitur ab.
  • Horst Herold (* 21. Oktober 1923 in Sonneberg), Jurist, Präsident des Bundeskriminalamts, wuchs in Pößneck auf.
  • Wilhelm Friedrich von Heim (1835–1912), Staatsminister des Herzogtums Sachsen-Meiningen, Ehrenbürger von Pößneck

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eva Aymans: Industriekultur in Pößneck. Lebenswelten im 19. und 20. Jahrhundert. Stadt Pößneck, Pößneck 2011, ISBN 978-3-00-035292-8.
  • Gerd Henniger (Red.): Porzellan, Flanell & Leder. Zur Geschichte der gewerblichen und industriellen Entwicklung der thüringischen Stadt Pößneck. 1800–1862. Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege, Erfurt 2001, ISBN 3-9807744-0-6.
  • Ernst Koch: Beiträge zur urkundlichen Geschichte der Stadt Pößneck. Heft 1–4. Bürgerschule Pößneck, Pößneck 1896–1900.
  • Eduard Langguth: Spaziergänge durch die Stadt Pößneck und deren nächste Umgebung. Ein Hülfsmittel beim Unterricht in der Heimathskunde. Selbstverlag, Pößneck 1873, (u. a. mit 4 Falttafeln und Stadtplan).
  • Redaktion der Pößnecker Zeitung (Hrsg.): Geschichte der Stadt Pößneck. Einleitung: Friedrich Hermann Hausotter. 2 Bände. Gerold, Pößneck 1902.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pößneck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Pößneck – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. 5., verbesserte und wesentlich erweiterte Auflage. Rockstuhl, Bad Langensalza 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 135, 151, 250, 213, 259.
  3. Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum (= Veröffentlichungen des Arbeitskreises für Historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland. Bd. 2). DOBU-Verlag, Hamburg 2003, ISBN 3-934632-03-3, S. 244, (Zugleich: Marburg, Universität, Dissertation, 2000).
  4. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Band 8: Thüringen. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 226 f.
  5. Günter Sagan: Ostthüringen im Bombenkrieg 1939–1945. Michael Imhof, Petersberg 2013, ISBN 978-3-86568-636-7, S. 187.
  6. Michael Köhler: Heidnische Heiligtümer. Vorchristliche Kultstätten und Kultverdachtsplätze in Thüringen. Jenzig-Verlag Köhler, Jena 2007, ISBN 978-3-910141-85-8, S. 231.
  7. Hans Walter Enkelmann: Die Haarschneideaktion von 1969 (= Thüringen. Blätter zur Landeskunde. 10, ZDB-ID 1316491-0). Landeszentrale für Politische Bildung Thüringen, Erfurt 2000, S. 8.
  8. Marius Koity: Stadtrat von Pößneck billigt Schützenhaus-Rückkauf einstimmig. In: Ostthüringer Zeitung, 17. Juni 2011.
  9. Informationen zum Schützenhaus. Schützenhaus Pößneck, abgerufen am 21. Januar 2016.
  10. Thüringer Landesamt für Statistik, Gemeinderatswahl 2014 in Thüringen – endgültiges Ergebnis für Pößneck
  11. Hartmut Ulle: Neues Thüringer Wappenbuch. Band 2: Ilmkreis, Jena, Kyffhäuserkreis, Saale-Orla-Kreis, Saalfeld-Rudolstadt (Landkreis), Schmalkalden-Meiningen (Landkreis), Suhl. 2., veränderte, überarbeitete Auflage. Arbeitsgemeinschaft Genealogie Thüringen, Erfurt 1997, ISBN 3-9804487-2-X, S. 42.
  12. Die Villen ausführlich behandelt in: Eva Aymans: Industriekultur in Pößneck. Lebenswelten im 19. und 20. Jahrhundert. Stadt Pößneck, Pößneck 2011, ISBN 978-3-00-035292-8.
  13. Museum642 offiziell eröffnet. Stadt Pößneck, abgerufen am 21. Januar 2016.
  14. Thüringentags-Rückblick. Stadt Pößneck, abgerufen am 21. Januar 2016.
  15. http://www.mitteldeutsche-buchmesse.de
  16. https://www.helaba.de/de/DieHelaba/MaerkteUndAnalysen/ResearchUndVolkswirtschaft/Hessen-Thueringen/Downloads/20110913-groesstenThueringen.pdf
  17. http://rotasym.prof-franz-huth-schule.de/index.php?option=com_content&view=article&id=52:rotasym&catid=35:rotasym&Itemid=61
  18. Inhaltsübersicht PDF