Felsensteinkraut

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Felsensteinkraut
Felsensteinkraut (Aurinia saxatilis)

Felsensteinkraut (Aurinia saxatilis)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Tribus: Alysseae
Gattung: Aurinia
Art: Felsensteinkraut
Wissenschaftlicher Name
Aurinia saxatilis
(L.) Desv.

Das Felsensteinkraut (Aurinia saxatilis) ist eine Art der Gattung Aurinia in der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration von Jacob Sturm
Habitus kurz vor der Anthese

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Felsensteinkraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 35, selten bis zu 50 Zentimetern erreicht. Der fein behaarte Stängel kann an seiner Basis verholzen. Die oberirdischen Pflanzenteile besitzen Sternhaare.

Die grundständigen Laubblätter sind bei einer Länge von bis zu 20 Zentimetern verkehrt-eiförmig oder spatelförmig und sind ungeteilt oder entfernt gezähnt bis buchtig-fiederspaltig. Die mehr oder weniger behaarte, stumpfe bis spitze oder abgerundete Blattspreite ist in den Blattstiel verschmälert und graugrün.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von April bis Mai. Viele Blüten sind einem anfangs schirmtraubigen Blütenstand angeordnet.

Die zwittrige Blüte ist vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Die vier Kelchblätter sind 2 bis 4 Millimeter lang und fein behaart. Die gelben, verkehrt-eiförmigen Kronblätter sind 3 bis 5 Millimeter lang, kahl und vorn ausgerandet. Die Staubblätter sind tetradynamisch (viermächtig), also vier sind länger und zwei sind kürzer. Die Staubfäden sind unterseits geweitet, breiter und (mit einem feinen Zähnchen). Der Fruchtknoten mit kurzem Griffel und zweilappiger Narbe ist oberständig und jedes Fruchtknotenfach enthält zwei bis vier Samenanlagen. Es sind innen Nektardrüsen vorhanden.

Die Fruchtstiele sind aufrecht abstehend und 6 bis 10 Millimeter lang. Die kleinen, rundlichen Schötchen mit beständigem Griffel sind kahl, abgeflacht, meist (bei subsp. saxatilis) 4 bis 5 Millimeter lang und 4 Millimeter breit. Die flachen, rot-braunen Samen sind 2 bis 2,7 Millimeter lang, ihre schmalen Flügel sind 0,3 bis 1,1 Millimeter breit.

Standorte in Mitteleuropa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Felsensteinkraut kommt ursprünglich in sonnigen Felsbandgesellschaften auf trocken-warmen, basenreichen, flachgründigen Steinböden (Kalk, Dolomit, Basalt, Glimmerschiefer) vor.[1] Es ist eine Charakterart der Pflanzengesellschaft Diantho-Festucetum aus dem Verband Seslerio-Festucion pallescentis.[1]

Verbreitung und Naturschutz in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland kommt das Felsensteinkraut ursprünglich vor in Brandenburg, Sachsen, Hessen, Baden-Württemberg und im fränkischen Jura. Das Felssteinkraut steht in Deutschland unter Naturschutz.[1]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Alyssum saxatile durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 650.[2][3][4] Die Neukombination zu Aurinia saxatilis (L.) Desv. wurde 1815 durch Nicaise Auguste Desvaux in Journal de Botanique, Appliquée à l'Agriculture, à la Pharmacie, à la Médecine et aux Arts. Paris, Band 3, Seite 162 veröffentlicht.[4] Weitere Synonyme für Aurinia saxatilis (L.) Desv. sind: Adyseton saxatile (L.) Sweet, Alyssum arduinoi R.M.Fritsch, Alyssum saxatile subsp. arduinoi (R.M.Fritsch) Hayek, Alyssum cheirifolium Steud.[4]

Je nach Autor gibt beispielsweise drei oder mehr Unterarten (Auswahl):[5]

  • Aurinia saxatilis subsp. megalocarpa (Hausskn.) T.R.Dudley (Syn.: Alyssum orientale var. megalocarpum Hausskn.): Sie kommt im südlichen Italien und auf Inseln in der Ägäis vor. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16. Die Schötchen sind etwa 6 bis 8 Millimeter lang und 6,5 bis 10 Millimeter breit und breiter als lang. Der Griffel ist 1 bis 2,5 Millimeter lang. Die grundständigen Blätter sind gezähnt oder buchtig-fiederspaltig.
  • Aurinia saxatilis subsp. orientalis (Ard.) T.R.Dudley (Syn.: Alyssum orientale Ard.): Sie kommt in Europa auf der Balkanhalbinsel, in Rumänien und in der europäischen Türkei vor.[5] Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16. Die Schötchen sind 3,5 bis 5,5 Millimeter lang und 3,5 bis 6 Millimeter breit, breiter als lang oder gleich lang und breit. Die grundständigen Blätter sind gezähnt oder buchtig-fiederspaltig.
  • Echtes Felseisteinkraut (Aurinia saxatilis (L.) Desv. subsp. saxatilis): Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16[6] oder 48. Sie kommt ursprünglich in Deutschland, Österreich, Tschechien, Italien, Ungarn, Polen, in der Slowakei, der Ukraine, in Kroatien, Albanien, Griechenland, auf Inseln in der Ägäis, in Bulgarien, Rumänien, Moldawien und Georgien vor.[5] Bei dieser Unterart sind die grundständigen Blätter ganzrandig oder gezähnt. Es kommt ursprünglich von Mitteleuropa bis zur nördlichen Balkanhalbinsel und in Südrussland vor.[4] In Frankreich, Belgien, Großbritannien, in der Schweiz, in Nordamerika und Neuseeland ist Aurinia saxatilis ein Neophyt.[7][5]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Felsensteinkraut wird als Zierpflanze genutzt und ist in vielen Ländern verwildert und eingebürgert.[1]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 455.
  2. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Impensis Laurentii Salvii, Holmiae 1753, S. 650 eingescannt bei biodiversitylibrary.org
  3. Aurinia saxatilis bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 13. Januar 2021
  4. a b c d Datenblatt Aurinia saxatilis bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.
  5. a b c d Karol Marhold, 2011: Brassicaceae: Datenblatt Aurinia saxatilis In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  6. Aurinia saxatilis bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis.
  7. Datenblatt Aurinia saxatilis bei brassibase der Uni Heidelberg.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Felsensteinkraut (Aurinia saxatilis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien