Flammenblumen

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Flammenblumen
Hoher Stauden-Phlox (Phlox paniculata)

Hoher Stauden-Phlox (Phlox paniculata)

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Sperrkrautgewächse (Polemoniaceae)
Gattung: Flammenblumen
Wissenschaftlicher Name
Phlox
L.

Flammenblumen, bekannter unter ihrem botanischen Namen Phlox, sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Sperrkrautgewächse (Polemoniaceae).[1] Die 60 bis 70 Arten sind in Nordamerika und Sibirien verbreitet.[1] Sorten einiger Phlox-Arten und -Hybriden werden in gemäßigten Gebieten fast weltweit als Zierpflanzen verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kapselfrucht und Samen des Hohen Stauden-Phlox (Phlox paniculata)

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Phlox-Arten sind meist ausdauernde, selten einjährige, krautige Pflanzen oder ± Halbsträucher; die Basis der Sprossachsen, kann bei einigen Arten verholzen. Die Stängel sind selbstständig aufrecht, niederliegend bis liegend.[1]

Die meist gegenständigen, seltener wechselständigen Laubblätter sind sitzend. Die einfachen Blattspreiten sind lanzettlich-linealisch bis elliptisch und ganzrandig.[1] Nebenblätter fehlen.[1]

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es werden rispige oder köpfchenförmige Blütenstände gebildet.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind an ihrer Basis verwachsen. Die fünf weißen, blauen, purpurfarbenen oder roten Kronblätter sind stieltellerförmig verwachsen.[1] Die fünf Staubblätter sind mit der Blütenkrone in unterschiedlicher Höhe verwachsen.[1] Drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen; die Plazentation ist zentralwinkelständig. Der einzelne Griffel endet in drei Narben.[1]

Es werden fachspaltige Kapselfrüchte gebildet.[1]

Zweispaltiger Phlox (Phlox bifida)
Phlox hirsuta ist City flower von Yreka in Kalifornien
Polster-Phlox (Phlox subulata)
Phlox bietet einem Zitronenfalter Nahrung
Phlox ist Nahrungsquelle für Taubenschwänzchen

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie: Phlox bedeutet altgriechisch φλόξ phlóx, deutsch ‚Flamme‘[2] Der Gattungsname Phlox bezieht sich auf die altgriechischen Bezeichnung für Lychnis einer Gattung innerhalb der Familie der Caryophyllaceae.[1]

Die Gattung Phlox kommt hauptsächlich in Nordamerika, aber auch in Nordasien bis ins europäische Russland vor.[3]

In der Gattung Phlox gibt es etwa 70 Arten (Auswahl):

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sorten einiger Phlox-Arten und -Hybriden werden in gemäßigten Gebieten fast weltweit als Zierpflanzen verwendet.

Beispiele (zufällige Auswahl) und botanische Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den etwa 27 nordamerikanischen Phlox-Arten kamen im 18. Jahrhundert etliche nach Europa, von denen – nach einer regen Züchtungstätigkeit – weit über tausend Sorten, die wegen ihrer schönen, vorherrschend roten, aber auch rosafarbenen oder weißen, orangefarbenen, violetten und blauen Blüten (einige sogar mit kontrastierender Mitte) als Zierpflanzen kultiviert werden. Inzwischen gibt es.

Phlox wurde zur Staude des Jahres 2006 gekürt.

„Ein Garten ohne Phlox ist nicht nur ein bloßer Irrtum, sondern eine Versündigung gegen den Sommer“ – diese Aussage des Staudenzüchters Karl Foerster, der etliche Sorten herausbrachte, wird oft zitiert, weil man an Phlox das ganze Jahr über Freude haben kann.

Phlox drummondii, der Einjährige Phlox blüht von März bis Mai. Die nächsten Phlox-Arten sind alle ausdauernd und winterhart: Phlox divaricata, der Wald-Phlox, blüht als erster im April, Phlox subulata, der niedrige, immergrüne Polster-Phlox von April bis Mai, anschließend der Wander-Phlox (Phlox stolonifera). Dann folgen der Vorsommer-Phlox (Phlox glaberrima), Phlox maculata, der Wiesen-Phlox und die von Georg Arends um 1910 gezüchteten Arendsii-Hybriden (Frühsommer-Phlox-Sorten). Als letzte Gruppe folgen die duftenden Sommer-Phlox-Sorten oder Garten-Phlox-Sorten (Phlox paniculata), die bis in den Herbst hinein blühen.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Carolyn J. Ferguson, Suzanne C. Strakosh, Robert Patterson 2012: Datenblatt Phlox In: Jepson Flora Project (eds.): Jepson eFlora.
  2. Wilhelm Pape, Max Sengebusch (Bearb.): Handwörterbuch der griechischen Sprache. 3. Auflage, 6. Abdruck. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1914 (zeno.org [abgerufen am 4. Februar 2019]).
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af Phlox im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 27. Oktober 2018.
  4. Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Phlox – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien