Florian Burkhardt

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Florian Burkhardt (2015)

Florian Burkhardt (* 13. März 1974 in Basel, Pseudonym: electroboy) ist ein Schweizer Model, Autor und Komponist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Florian Burkhardt ist der Sohn von Hildegard und Peter Burkhardt, dem ehemaligen Vizedirektor des Eidgenössischen Flugzeugwerks. Burkhardt schloss nach der Matura (Abitur) ein Studium zum Primarschullehrer in einem katholischen Internat in Zug ab, widmete sich zunächst jedoch dem professionellen Snowboarden. Er war Mitgründer von Radio 3fach[1], kreierte 1993 die erste Schweizer Snowboard-Zeitschrift Independent und arbeitete danach als freiberuflicher Redakteur für das auflagenstärkste Snowboard-Magazin im deutschsprachigen Europa Board Generation und wird heute als Snowboardpionier[2] gesehen.

Burkhardt zog anschliessend nach Los Angeles, wo er von einem Agenten[3] unter Vertrag genommen und von Ivana Chubbuck und Robert Easton trainiert wurde. Aus einem Beitrag in einer Filmzeitschrift resultieren Aufträge als Foto- und Laufstegmodel, was den Grundstein seiner unerwarteten Modelkarriere legte, die ihn später auf die Laufstege Mailands, Londons und Tokios führte. Er hatte Verträge mit unter anderem Wilhelmina Models, Boss Model Management und Why Not Model Agency und arbeitete für Labels wie Prada, Gucci, Moschino sowie Dolce & Gabbana und Fotografen wie David LaChapelle und Albert Watson buchten ihn für ihre Projekte.

Nachdem er das Modeln beendet hatte, zog er nach Zürich, studierte 1999 Multimedia Design und arbeitete als Konzepter[4] bei R.O.S.A.,[5] der damals angesagtesten Internetagentur. Aus dieser Zusammenarbeit wuchs sein Projekt emotionstimulator,[6] das als eine der ersten Videos ins Internet brachte, was ihm einen Ruf als Internetpionier[7] einbrachte. 2001 litt er aber bereits unter Angstpsychosen, die einen Aufenthalt in der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich nötig machten und seither seinen Alltag bestimmen.[8]

Ab 2004 organisierte Burkhardt als electroboy Partys,[9] bei denen das Visuelle und die Kunst mindestens eine so grosse Rolle spielen sollte wie die Musik selber. Die Veranstaltungen entwickelten sich zu aufwendigen Festivals und Burkhardt wurde im Jahr 2005 zum Veranstalter des Jahres in der Schweiz gewählt.[10] Weiter gründete er das Kommerz, eine Zeitung für elektronische Musik[11] und führte die ersten Swiss Electronic Music Awards (SEMA) durch.[12] Er begann auch selbst mit dem Produzieren elektronischer Musik und veröffentlichte fünf CDs (siehe Diskographie).

Burkhardt wird als Repräsentant eines ausgeprägten Narzissmus und einer Generation, die sich im Hype des Internetbooms und der Technoparties austobte gesehen.[13] 2004 veröffentlichte er das Buch STOP, eine Sammlung von Beobachtungen und Gedanken.[14] 2006 verschwand er von der öffentlichen Bildfläche. Da es ihm gesundheitlich nicht gut ging, scheiterten mehrere Versuche einer Erwerbsarbeit nachzugehen. Mit der kleinen Invalidenrente zog er nach Berlin, wo das Leben günstiger ist als in der Schweiz.[15]

Im Jahre 2009 war Burkhardt Gründer und Künstlerischer Leiter des Cabaret Voltaire in Berlin.[16] Danach zieht er sich für drei Jahre nach Bochum zurück und kehrt anschliessend wieder zurück nach Berlin.[15] Seit 2013 ist er als bildnerischer Gestalter aktiv.[17] Er produziert plakative Grafiken auf Vektorenbasis, die er mit Silikonfarbe auf Acrylplatten drucken lässt. Weiter produziert er hochwertige Kleidung in Kleinstauflagen.[18] Im November 2014 kam der Dokumentarfilm electroboy von Marcel Gisler über Burkhardts Leben ins Schweizer Kino.[19] Im November 2015 startete der Film auch in Deutschland und Österreich.[20]

Florian Burkhardt auf dem Filmplakat von „electroboy“

Burkhardt lebt offen homosexuell,[21] wohnt seit April 2017 in Bern[22][23] und ist überzeugter Atheist und Veganer.[24] Ab April 2015 ist Burkhardt Kolumnist bei der Schweizer Onlinezeitung watson.ch.[25] Anfang 2016 wechselt er zum sozialen Projekt Surprise Magazin, wo er bis 2018[26] monatlich seine Kolumne unter dem Namen «Randnotiz» veröffentlicht.[27] 2017 erscheint sein erster Roman Das Kind meiner Mutter im Wörterseh-Verlag.[23] 2018 folgt der Roman Das Gewicht der Freiheit im selben Verlag.[28] Im gleichen Jahr veröffentlicht Burkhardt mit Lunik-Produzent Luk Zimmermann die Singles «Nur eine Maschine» und «Ans Ende der Welt».[29][30]

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

[32][33]

  • 2005: CD electroboy (tokah/Namskeio)
  • 2006: EP Pädopop (alpinechic)
  • 2006: CD 50 mg (Muve Recordings/Musikvertrieb)
  • 2006: CD Hör die Emotionen (tokah/Restkultur)
  • 2006: CD Der grosse Pop (tokah/iMusican)
  • 2008: CD Form Banal (tokah)
  • 2018: Single Nur eine Maschine (Sophie Records)[34]
  • 2018: Single Ans Ende der Welt (Sophie Records)[30]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • STOP. Pro Business, Berlin 2004, ISBN 3-937343-63-6.
  • Burghölzli, Geschichten und Bilder. (mit einem ausführlichen Gespräch zwischen Marcel Gisler und Florian Burkhardt) Limmat Verlag, Zürich 2016, ISBN 978-3-85791-805-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Florian Burkhardt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Electroboy: Reise in die Vergangenheit › 3FACH Artikel bei 3fach.ch vom 28. April 2016
  2. ELECTROBOY@1@2Vorlage:Toter Link/www.semainedelacritique.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Semaine de la critique Feltival del film Locarno
  3. Ups und downs Bettina Spoerri, NZZ, Artikel vom 13. August 2014
  4. electroboy cabaretvoltaire.de
  5. Locarno zum Letzten - Abschlussbericht vom 67. Internationalen Filmfestival Andy Eglin, kulturkritik.ch, Artikel vom 9. September 2014
  6. electroboy cabaretvoltaire.de
  7. Der Preis einer dicken Nabelschnur Artikel bei nahaufnahmen.ch vom 10. August 2015
  8. «Electroboy»: Marcel Gislers Premiere in Locarno saiten.ch, Andreas Kneubühler, 9. August 2014
  9. electroboy bei cabaretvoltaire.de (Memento vom 14. April 2014 im Internet Archive)
  10. Electroboy: Ein Abschied mit Getöse 20 Minuten, Artikel vom 20. Oktober 2005
  11. Zeitung für elektronische Musik in der Schweiz (2005) bei cabaretvoltaire.de (Memento vom 14. April 2014 im Internet Archive)
  12. Swiss Electronic Music Awards 2005 (Memento des Originals vom 14. April 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/electroboy.net electroboy.net
  13. Dem Leben auf der Spur, Tagblatt Online, Artikel vom 11. August 2014 (Memento vom 11. März 2016 im Internet Archive)
  14. Buch “STOP” von Florian Burkhardt (2002) auf cabaretvoltaire.de (Memento vom 14. April 2014 im Internet Archive)
  15. a b Biografie bei florianburkhardt.ch, abgerufen am 18. August 2017
  16. Cabaret Voltaire in Berlin (Memento des Originals vom 14. Dezember 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/electroboy.net electroboy.net
  17. http://www.electroboy.de/
  18. hang up projekt (hup) bei electroboy.de (Memento vom 1. Februar 2014 im Internet Archive)
  19. electroboy movies.ch
  20. dejavu-film | ELECTROBOY. In: www.dejavu-film.de. Abgerufen am 13. April 2016.
  21. «Electroboy»: Marcel Gislers Premiere in Locarno saiten.ch, Andreas Kneubühler, 9. August 2014
  22. «Electroboy» – endlich runter von der ständigen Überholspur Interview von Jana Avanzini bei zentralplus.ch vom 24. April 2017
  23. a b Florian Burkhardt: Freiheit für die Jugend! In: züritipp vom 29. Mai 2017.
  24. Vom Highlife in die Hölle issuu.com
  25. Electroboy Kolumne von Florian Burkhardt auf watson.ch
  26. Surprise: Surprise: Surprise 426/18. Abgerufen am 29. August 2018 (englisch).
  27. Surprise 370/16. In: Issuu. Abgerufen am 13. April 2016.
  28. Roman "Das Gewicht der Freiheit". Florian Burkhardt, abgerufen am 8. Mai 2018.
  29. Florian Burkhardt: Musikprojekt "electroboy.ch". Florian Burkhardt, abgerufen am 8. Mai 2018.
  30. a b Florian Burkhardt: Pressemitteilung Single «Ans Ende der Welt». In: electroboy.de. 29. August 2018, abgerufen im 29. August 2018.
  31. Marie Schmidt: "Electroboy": Nicht einfach nur schön. In: Die Zeit. 26. November 2015, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 18. Januar 2018]).
  32. electroboy Musikveröffentlichungen (Alben) bei cabaretvoltaire.de (Memento vom 14. April 2014 im Internet Archive)
  33. ELECTROBOY discogs.com
  34. Electroboy ist wieder zurück. Abgerufen am 18. Januar 2018 (Schweizer Hochdeutsch).