Flughafen Beirut

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مطار رفيق الحريري الدولي
Rafiq Hariri International Airport
BeirutAirport.jpg
Kenndaten
ICAO-Code OLBA
IATA-Code BEY
Koordinaten
33° 49′ 15″ N, 35° 29′ 18″ OKoordinaten: 33° 49′ 15″ N, 35° 29′ 18″ O
27 m (89 ft.) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 7 km südlich von Beirut
Basisdaten
Eröffnung 1954
Terminals 1 (mit 23 Gates und 21 Fluggastbrücken)
Passagiere 6.825.138 [1] (2009)
Luftfracht 67.569 t [1] (2009)
Kapazität
(PAX pro Jahr)
6,0 Mio.
Start- und Landebahnen
03/21 3800 m × 45 m Beton
16/34 3395 m × 45 m Beton
17/35 3250 m × 60 m Asphalt

Der Rafiq-Hariri-Flughafen (arabisch مطار رفيق الحريري الدولي, DMG Maṭār Rafīq al-Ḥarīrī al-duwalī), am südlichen Stadtrand von Beirut gelegen, ist der internationale Flughafen des Libanon. Er ist Stützpunkt der nationalen Fluggesellschaft Middle East Airlines.

Ursprünglich trug er den Namen Beirut International Airport. Am 22. Juni 2005 erfolgte die Umbenennung zu Ehren des ehemaligen Premierministers Rafiq al-Hariri, der am 14. Februar 2005 einem Attentat auf seinen Fahrzeugkonvoi zum Opfer gefallen war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen Beirut wurde am 23. April 1953 eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt besaß er zwei Landebahnen. In der Nacht vom 28. auf den 29. Dezember 1968 landeten israelische Kommandotruppen auf dem Beiruter Flughafen und sprengten 14 Flugzeuge verschiedener, meist libanesischer Fluggesellschaften, darunter auch 7 Maschinen der MEA, sowie Treibstofflager als Vergeltung für einen palästinensischen Angriff auf ein israelisches Flugzeug am 26. Dezember 1968 in Athen.[2] Die Gesellschaft Lebanese International Airways verlor dabei mit je zwei Convair CV-990 und Douglas DC-7 den Großteil ihrer Flotte und musste im darauffolgenden Januar ihren Betrieb einstellen.[3]

Mit Beginn des libanesischen Bürgerkrieges verlor er wie das Land selber seinen in der Region führenden Status und mit ihm alle Fluggesellschaften bis auf die nationale Middle East Airlines und die Trans Mediterranean Airways. Zeitweise wurde der Flughafen vollständig geschlossen. Trotzdem wurden das Terminal 1977 und die Landebahnen 1982 und 1988 erneuert. 1982 wurde das Terminal durch Granatenbeschuss der israelischen Armee beschädigt. Nach dem Krieg wurde 1994 ein 10-Jahres-Programm für einen weitreichenden Um- und Ausbau gestartet.

Zweiter Libanonkrieg 2006[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 13. Juli 2006 wurde während des Zweiten Libanonkriegs 2006 der Flughafen von israelischen Raketen getroffen. Alle drei Startbahnen wurden dabei schwer beschädigt, woraufhin der Flughafen geschlossen wurde. Dennoch gelang es der Fluggesellschaft Middle East Airlines, fünf ihrer Flugzeuge über eine Rollbahn auszufliegen. Um zu verhindern, dass so Hisbollahführer aus dem umkämpften Libanon ausgeflogen werden könnten, bombardierte die israelische Luftwaffe die Treibstofflager des Flughafens. Nachdem am 14. August 2006 eine Waffenruhe in Kraft trat, konnte der Betrieb auf dem Flughafen Beirut ab dem 17. August wieder aufgenommen werden.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2016 wurde in unmittelbarer Nähe des Flughafens eine Mülldeponie eröffnet. Da die Deponie zahlreiche Vögel anzieht, kam es daraufhin vermehrt zu Zwischenfällen mit Vogelschlag. Mehrere Fluggesellschaften drohen den Flughafen zu boykottieren. Aus Deutschland und der Schweiz wird der Flughafen von Lufthansa, Germania und Germania Flug angeflogen.[4]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit seiner Gründung kam es am Flughafen Beirut und in seiner Umgebung zu 9 Totalverlusten im Flugbetrieb. Bei 5 Unfällen kamen 207 Menschen ums Leben.[5]

  • Am 6. Januar 1954 geriet eine Sud-Est SE.161 Languedoc (Luftfahrzeugkennzeichen OD-ABU) der Air Liban beim Start nach Kuwait infolge eines Triebwerkschadens von der Startbahn ab, wobei das Fahrgestell zusammenbrach und die Maschine ausbrannte. Alle fünf Besatzungsmitglieder und vier Passagiere überlebten.[6]
  • Am 3. Oktober 1957 brach an Bord einer Curtiss C-46 der Lebanese International Airways (OD-ACK) nach dem Start von Beirut ein Feuer aus. Beim Versuch der Rückkehr ging die Kontrolle über die Steuerung verloren und die Maschine stürzte etwa 18 km vor der Küste ins Meer. Alle 4 Besatzungsmitglieder und 23 Passagiere des nach Kuwait geplanten Fluges kamen ums Leben.[7]
  • Am 21. November 1959 kollidierte eine Douglas DC-4 der Ariana Afghan Airlines (YA-BAG) nach dem Start von Beirut dreißig Kilometer nordöstlich des Flugplatzes mit einem Berg. Von den 27 Insassen überlebten nur 3 Passagiere.[8]
  • Am 30. September 1975 stürzte eine Tupolew Tu-154 der Malev (Kennzeichen HA-LCI) aus unbekannten Gründen beim Anflug ins Meer. Alle 60 Menschen an Bord wurden getötet.[9]
  • Am 23. Juli 1979 verunglückte eine Boeing 707 der Trans Mediterranean Airways (Kennzeichen OD-AFX) bei einem Trainingsflug ohne Passagiere. Beim dritten Touch-and-Go des Fluges kam das Flugzeug in eine unkontrollierbare Fluglage und stürzte auf dem Flugplatz ab. Alle sechs Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.[10]
  • Am 25. Januar 2010 stürzte eine Boeing 737-800 (Kennzeichen ET-ANB) auf dem Ethiopian-Airlines-Flug 409 fünf Minuten nach dem Start ins Meer. Alle 90 Insassen der nach Addis Abeba fliegenden Maschine wurden getötet. Als Unfallursachen stellte der Untersuchungsbericht schwere Bedienungsfehler der auf dem Typ sehr unerfahrenen Piloten fest.[11]

Neben der Kommandoaktion 1968 wurden in den Jahren 1976, 1981, 1982, 1983, 1985 und 1987 Flugzeuge durch Kriegs- oder einzelne Terrorhandlungen am Boden zerstört. Darüber hinaus kam es zu mehreren Flugzeugentführungen, teils nur versuchten (1970: 1, 1977: 1, 1980: 3, 1981: 1, 1982: 1 sowie 1985: 1), teils erfolgreichen (1983: 1 mit Landung in Beirut, 1985 mit zweimaligem Start in Beirut, 1985 mit drei Landungen in Beirut).[12] Bei einer Entführung kam es zu einem Todesfall, als Passagiere das Flugzeug verlassen hatten und in den Abgasstrahl eines Triebwerks gerieten, welches gerade angelassen wurde.[13] In einem anderen Fall war ein US-amerikanischer Militärangehöriger im Verlaufe einer 16-tägigen Geiselnahme in Beirut getötet worden.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Beirut Rafic Hariri International Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b ACI
  2. Aviation Safety NetworkBerichtsliste 1968/3: siehe unter 28-DEC-1968 (englisch), abgerufen am 19. März 2017
  3. Ulrich Klee, Frank Bucher et al.: jp airline-fleets international 1967 bis 1969. Zürich-Airport 1967–1969.
  4. Vögel bedrohen Sicherheit am Flughafen Beirut, abgerufen am 7. Dezember 2016
  5. Unfallstatistik Beirut International Airport, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. März 2017.
  6. Flugunfalldaten und -bericht Languedoc OD-ABU im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. März 2017.
  7. Unfallbericht C-46 OD-ACK, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. März 2017.
  8. Flugunfalldaten und -bericht DC-4 YA-BAG im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. März 2017.
  9. Flugunfalldaten und -bericht TU-154 HA-LCI im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. März 2017.
  10. Flugunfalldaten und -bericht B-707 OD-AFX im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. März 2017.
  11. Flugunfalldaten und -bericht B-737-800 ET-ANB im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 23. März 2017.
  12. Flughafendaten im Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 19. März 2017
  13. Flugunfalldaten und -bericht 23. Februar 1985 im Aviation Safety Network
  14. Flugunfalldaten und -bericht 14. Juni 1985 im Aviation Safety Network