Syrian Arab Airlines

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Syrian Arab Airlines
Logo der Syrian Arab Airlines
Airbus A320-200 der Syrian Arab Airlines
IATA-Code: RB
ICAO-Code: SYR
Rufzeichen: SYRIANAIR
Gründung: 1961
Sitz: Damaskus, SyrienSyrien Syrien
Drehkreuz:
Heimatflughafen:

Damaskus

IATA-Prefixcode: 070
Leitung: Ghaida Abdullatif (CEO)
Vielfliegerprogramm: Syrian Air Frequent Flyer
Flottenstärke: 10[1]
Ziele: national und international
Website: www.syriaair.com

Syrian Arab Airlines (arabisch مؤسسة الطيران العربية السورية, DMG muʾassasat aṭ-ṭayarān al-ʿarabiyya as-sūriyya), kurz auch Syrianair (arabisch السورية, DMG as-Sūriyya), ist die staatliche Fluggesellschaft der Syrischen Arabischen Republik mit Sitz in Damaskus. [2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 21. Dezember 1946 wurde die Fluglinie als Syrian Airways gegründet. Die ersten Flüge fanden im Juni 1947 statt und bedienten die Flughäfen in Damaskus, Aleppo, Deir ez-Zor und Qamischli. Wegen finanzieller Schwierigkeiten wurden die Flüge schon im Mai 1948 eingestellt, aber mit staatlichen Zuschüssen 1951 wieder aufgenommen. In den folgenden Jahren expandierte die Gesellschaft und flog auch Beirut, Bagdad und Jerusalem an, später kamen Kairo, Kuwait und Doha dazu. Die Flotte wurde im Jahr 1952 um drei Douglas DC-3, 1957 um vier DC-4 erweitert.[3] Zwischen 1953 und 1954 musste der Flugbetrieb kurz eingestellt werden, da die Konzession nach einem Absturz entzogen wurde (siehe Abschnitt Zwischenfälle).

Im Februar 1958 schlossen sich Syrien und Ägypten zur Vereinigten Arabischen Republik zusammen. Entsprechend fusionierte Syrian Airways mit der ägyptischen Fluggesellschaft MisrAir und firmierte fortan unter dem Namen United Arab Airlines. Außer vermehrten Flügen zwischen Kairo und Damaskus änderte sich für die Passagiere nichts. Mit dem Austritt Syriens aus der Vereinigten Arabischen Republik 1961 wurden auch die Fluggesellschaften wieder getrennt. Im Oktober 1961 wurde die Nachfolgegesellschaft der ehemaligen Syrian Airways unter dem Namen Syrian Arab Airlines neu gegründet. Diese ist bis heute ein Staatsunternehmen.[2] In den folgenden Jahren wurde das Streckennetz ausgebaut und Flüge nach Athen, München, Rom, Paris und London Richtung Westen sowie Schardscha, Dubai und Teheran im Osten in den Flugplan aufgenommen.

Syrian Arab Airlines war Gründungsmitglied der Arab Air Carriers Organization und trat 1967 der IATA bei. In den folgenden Jahren flog sie immer mehr Flughäfen an und vergrößerte die Flotte. 1973 musste der Flugbetrieb wegen des Jom-Kippur-Kriegs für mehrere Wochen eingestellt werden. Im selben Jahr wurde der neue Flughafen Damaskus eröffnet und dient Syrian Arab Airlines seither als Hub.

Als Ergebnis der seit 2009 durch die Vereinigten Staaten, die Europäische Union und weitere Staaten gegen Syrien verhängten Sanktionen, die im Verlauf des dortigen Bürgerkrieges noch weiter verschärft wurden, geriet Syrianair an den Rand der Existenz. So beförderte die Fluggesellschaft nach Regierungsangaben 2007 noch insgesamt 1,3 Millionen Passagiere, zwei Jahre später war das Fluggastaufkommen bereits um mehr als 45 % gesunken.[4][A 1] Schließlich verhängte die Europäische Union als Teil der Sanktionen am 23. Juli 2012 ein Flug- und Landeverbot gegen Syrian Arab Airlines. Auch stellt in der EU seitdem der bloße Erwerb von Tickets der Fluggesellschaft eine Straftat dar; ausgenommen sind Tickets, die zum Zwecke der Evakuierung aus Syrien gebucht werden.[5][6] Die Schweiz verhängte im August 2012 ebenfalls ein solches Verbot.[7]

Auf Grund der Syrien betreffenden Wirtschafts–Embargos ist es für Syrianair weder möglich, neue Flugzeuge der großen Hersteller zu kaufen, noch Ersatzteile für die bestehende Flotte zu erwerben, um den Flugbetrieb in genügendem Umfang zu gewährleisten.[4][A 2] In der Folge wurde der Wartungsstau der verbliebenen, im Durchschnitt siebzehn Jahre alten Airbus A320-200 so groß,[8] daß von den größeren Passagiermaschinen der Gesellschaft 2016 zeitweise überhaupt keine einsetzbar war.[9]

Flugziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wurden durch Syrian Arab Airlines 2011 noch 57 Ziele im Nahen Osten sowie in Europa, Nordafrika und Indien bedient,[A 3] beschränkte sich ihr Verkehr bis 2014 auf nur noch wenige Kurzstrecken in der Region.[10] Mitte 2016 war er weitgehend eingestellt.[11][A 4]

Syrianair unterhielt darüber hinaus Codeshare-Abkommen mit Austrian Airlines, Cyprus Airways, Royal Jordanian, Saudi Arabian Airlines, Iberia, Turkish Airlines und KLM Royal Dutch Airlines.

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

YK-AKA[A 5] war Anfang März 2016 der letzte noch eingesetzte Airbus A320-200 der Fluglinie.

Aktuelle Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2015 bestand die Flotte der Syrian Arab Airlines aus insgesamt 23 Flugzeugen,[12] elf davon (Airbus A320-200, Tupolew Tu-134B sowie ATR 72-500) waren bis dahin als Passagierflugzeuge im zivilen Luftverkehr eingesetzt.[13] Deren Zahl reduzierte sich bis Mitte 2016 auf acht (sechs Airbus A320-200 sowie zwei ATR 72-500).[1]

Ehemalige Boeing 727-200 der Syrianair
Eine Boeing 747SP der Syrianair

Als Folge der Syrien betreffenden Wirtschafts–Sanktionen soll im Frühjahr 2016 zeitweise nur noch eine größere Passagiermaschine der Gesellschaft einsatzfähig gewesen sein.[14]

Historische Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zuvor betrieb Syrian Arab Airlines auch folgende Flugzeugtypen:[15] Auf der offenkundig schon lange nicht mehr gepflegten Website des Unternehmens wurden Mitte 2016 noch Maschinen der Typen Dassault Falcon 20 und Dassault Falcon 900 sowie ein Eurocopter Dauphin der Flotte zugerechnet.[16]

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 21. Dezember 1953 stürzte eine der Douglas-Maschinen bei Damaskus ab, alle 9 Menschen an Bord starben. Nach diesem Unglück wurde der Gesellschaft die Betriebsgenehmigung vorläufig entzogen.
  • Am 24. Februar 1956 stürzte eine Douglas DC-3 in einem starken Sturm beim Start in Aleppo ab. Mit 19 Toten war dieser Absturz der schlimmste Unfall in der Unternehmensgeschichte.
  • Am 20. September 2012 kollidierte ein Airbus A320-200 in etwa 3600m Höhe auf dem Weg von Damaskus nach Latakia mit einem syrischen Militärhelikopter. Infolgedessen wurde das Seitenleitwerk schwer beschädigt, die Maschine konnte jedoch wieder sicher in Damaskus landen, während die vierköpfige Besatzung des Militärhubschraubers den Zusammenstoß nicht überlebte.[18]
  • Am 10. Oktober 2012 wurde ein Airbus A320-200 von türkischen Kampfflugzeugen des Typs F-16 abgefangen und gezwungen auf dem Flughafen Ankara zu landen. Der Airbus war von Moskau auf dem Weg nach Damaskus. Die türkischen Behörden hatten den Verdacht, dass sich Waffen an Bord befinden würden. Nach der Flugzeugsdurchsuchung bestätigte sich der Verdacht der Behörden. Die Passagiermaschine durfte 8 Stunden später samt 35 Passagieren weiterfliegen, aber ohne die illegale Fracht.[19]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Syrian Air – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Website des Unternehmens wird offenkundig schon lange nicht mehr gepflegt, denn dort wurden noch 2010 zwischen 900.000 und 1.000.000 Passagiere pro Jahr, allein für internationale Flüge genannt. Diese Angaben fanden sich dort noch 2016 unverändert (siehe History. Auf syriaair.com, abgerufen zuerst am 26. November 2010, zuletzt am 3. Juni 2016).
  2. Die wirtschaftliche Misere von Syrianair wurde auch Thema propagandistischer Verlautbarungen syrischer Bürgerkriegslager. Das Embargo und die situationsbedingt hochgradige Gefährdung (und die damit einhergehende Beschränkung) des Luftverkehrs über syrischem Hoheitsgebiet waren in dem Zusammenhang naturgemäß nicht erwägens- bzw. erwähnenswert. Stattdessen wurde von seiten der Regierungspartei Baath das (Mis-)Management der Airline für die Situation des Unternehmens verantwortlich gemacht, während oppositionelle Gruppen behaupteten, Baschar al-Assad persönlich habe für den Niedergang von Syrianair sorgen lassen, um die gleichfalls syrische Fluggesellschaft Cham Wings Airlines seines Cousin Rami Machluf (die selbst nur noch zwei Airbus A320-200 in Dienst hat, mit denen sie seit 2014 auch nur noch sporadisch Kurzstreckenziele bedient) zu stützen. (Siehe Albin Szakola: Last active SyrianAir passenger jet breaks down. Am 2. März 2016 auf now.mmedia.me, sowie von dort verlinkte Websites)
  3. Mit Stand Januar 2006 waren dies Aleppo, Damaskus, Deir ez-Zor, Qamischli und Latakia in Syrien sowie international Abu Dhabi, Algier, Amman, Amsterdam, Athen, Bagdad, Bahrain, Barcelona, Beirut, Belgrad, Benghazi, Berlin, Brüssel, Budapest, Bukarest, Casablanca, Dschidda, Dammam, Delhi, Doha, Dubai, Jerewan, Frankfurt am Main, Helsinki, Istanbul, Kairo, Karatschi, Khartum, Kopenhagen, Kuwait, Kiew, Larnaka, London, Madrid, Manchester, Marseille, Mailand, Moskau, Mumbai, München, Maskat, Paris, Prag, Riad, Rom, Sanaa, Schardscha, Sofia, Stockholm, Teheran, Tripolis, Tunis und Wien.
  4. Annoncierte Flüge lt. Website, abgerufen am 4. Juni 2016:
    Flights schedule to Arabian Gulf,Alnajaf,Baghdad – 27-03-2016
    Flights schedule to Amman, Cairo, Bairut – 01-11-2014
    Flights schedule to Najaf, Baghdad, Tehran – 01-11-2014
  5. Siehe auch Flugzeugdaten: Airbus A320 – MSN 886 – YK-AKA. Auf syriaair.com, abgerufen am 4. Juni 2016

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Syrian Arab Airlines fleet details. Auf airfleets.net, abgerufen am 2. März 2016
  2. a b Syrian Arab Airlines الخطوط الجوية السورية. Auf arabaviation.com, abgerufen am 4. Juni 2016
  3. Leonard Bridgman (Hrsg.): Jane's All The World's Aircraft, 1952–53. Sampson Low, Marston & Company, London 1952. (englisch)
  4. a b Edwin Lane: bbc.co.uk Syrian flag carrier struggles to keep flying. Am 11. Februar 2011 auf bbc.co.uk
  5. EU stellt sich auf Syrien ohne Assad ein. Am 23. Juli 2012 auf de.reuters.com
  6. Syrien: Reisewarnung. Auf auswaertiges-amt.de, abgerufen am 15. Juli 2014
  7. Swiss target more Syrian firms and individuals. Am 14. August 2012 auf swissinfo.ch
  8. Syrian Arab Airlines fleet details – Airline fleet age. Auf airfleets.net, abgerufen am 2. März 2016
  9. Albin Szakola: Last active SyrianAir passenger jet breaks down. Am 2. März 2016 auf now.mmedia.me
  10. Cham Wings Airlines fleet details – Airline fleet age. Auf airfleets.net, abgerufen am 2. März 2016
  11. Offers. Auf syriaair.com, abgerufen am 4. Juni 2016
  12. Laura Frommberg: Syrian Air holt sich Iljuschins. Am 20. Februar 2015 auf aerotelegraph.com
  13. Syrianair acquires additional Ilyushin hardware for internal use. Am 17. Februar 2015 auf ch-aviation.com (Ch-aviation zufolge soll die Gesellschaft damals eine weitere Iljuschin Il-76 sowie eine Iljuschin Il-18 erworben haben.)
  14. Stefan Eiselin: Syrian Air hat kaum flugfähige Flugzeuge mehr. Am 2. März 2016 auf aerotelegraph.com
  15. Ulrich Klee und Frank Bucher et al.: jp airline-fleets international. Zürich-Airport, Jahresausgaben 1966 bis 2007
  16. Syriaair.com, Fleet, abgerufen am 3. Juni 2016
  17. Syrian Arab Airlines fleet details – Boeing 747 Stored with Syrian Arab Airlines. Auf airfleets.net, abgerufen am 2. März 2016
  18. Simon Hradecky: Accident: Syrian Arab A320 near Damascus on Sep 20th 2012, mid air collision with helicopter. Am 2. Oktober 2012 auf avherald.com
  19. Flugzeug hatte Militärmaterial für Syrien an Bord. tagesschau.de, archiviert vom Original am 11. Oktober 2012, abgerufen am 3. Juni 2016.