Flugplatz Wasserkuppe

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Flugplatz Wasserkuppe
Flugplatz Wasserkuppe, 3.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EDER
Koordinaten
50° 29′ 58″ N, 9° 56′ 58″ OKoordinaten: 50° 29′ 58″ N, 9° 56′ 58″ O
902 m (2959 ft.) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 5 km nordöstlich von Gersfeld
Basisdaten
Eröffnung 1924
Betreiber Gesellschaft zur Förderung des Segelflugs auf der Wasserkuppe/Rhön e. V.
Flug-
bewegungen
18.000
Beschäftigte 4
Start- und Landebahnen
06/24 670 m × 15 m Asphalt
06/24 820 m × 30 m Gras
15/33 600 m × 40 m Gras
08/26 Weltensegler 500 m × 30 m Gras
03 Goldloch 500 m × 70 m Gras

Der Flugplatz Wasserkuppe liegt am Nordhang der 950,2 Meter über Normalnull hohen Wasserkuppe in der hessischen Rhön im Landkreis Fulda, etwa fünf Kilometer nördlich von Gersfeld. Poppenhausen liegt etwa fünf Kilometer west-südwestlich und Wüstensachsen (Hauptort der Gemeinde Ehrenberg) etwa fünf Kilometer östlich. Der Flugplatz selbst liegt auf 902 Meter über Normalnull und ist der höchstgelegene der etwa 400 Flugplätze in Deutschland. Er ist als Sonderlandeplatz klassifiziert und mit jährlich bis zu 18.000 Starts und Landungen einer der meist frequentierten Sonderlandeplätze in Deutschland.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz ist zugelassen für Motorflugzeuge bis zu einem Höchstabfluggewicht von 2000 Kilogramm, Motorsegler, Segelflugzeuge und für Ultraleichtflugzeuge. Genutzt wird der Flugplatz von der 1924 gegründeten Fliegerschule Wasserkuppe, der ältesten Segelflugschule Deutschlands. Außerdem nutzen die auf der Wasserkuppe ansässigen Flugsportvereine, die sogenannten Rhönfluggruppen, den Platz. Auf der Wasserkuppe sind etwa 50 Segelflugzeuge und 15 Motormaschinen stationiert. Dem Flugfeld angeschlossen ist eine Tankstelle für die Motorflieger. Am Flugfeld befindet sich ein Gebäude mit Büros, Schulungsräumen, einer Aussichts-Terrasse, einem Bistro und einem Hangar für Motorflugzeuge aus dem Jahre 2013. Der Flugplatz hat eine Genehmigung aus dem Jahre 2005 für jährlich etwa 18.000 Starts und Landungen.

Start- und Landebahnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flugzeuge und Zuschauerbereich
Hangars, davor Weltensegler

Die Start- und Landebahn des östlichen Flugplatzes hat eine asphaltierte Länge von 670 und eine Breite von 15 Metern. Mit dem nutzbaren Grasbereich beträgt die Länge 820 und die Breite 30 Meter. Die Kennzeichnung der Bahn lautet 06/24. Nicht auf der Wasserkuppe stationierte Motorflugzeuge dürfen ausschließlich auf dieser Bahn und nur in Richtung 24 landen. Die Bahn hat ein hohes Gefälle von 901 bis 872 Meter über Normalnull. Aus diesem Grund wird überwiegend in entgegengesetzter Richtung gestartet und gelandet (zum Start wird die Richtung 06 (hangabwärts) und zur Landung die entgegengesetzte Richtung 24 (hangaufwärts) genutzt). Nur bei starkem Wind wird davon abgewichen. Südlich verläuft parallel eine Grasbahn für die Landung von Segelflugzeugen. Diese Grasbahn wird gelegentlich auch für Windenstarts genutzt.

Eine weitere Grasbahn mit der Bezeichnung 15/33 kreuzt die beiden. Sie wird vorzugsweise zum Landen von Motor- und Segelflugzeugen genutzt. Bei extremen Südwindlagen kann auf ihr auch in Richtung 15 gestartet werden.

Der westliche Teil oberhalb der Landstraße, vor dem Hangar der Fliegerschule Wasserkuppe, verfügt über eine Graslandebahn mit der Bezeichnung 08/26 Weltensegler. Auch diese Start-/Landebahn weist ein starkes Gefälle in östlicher Richtung auf. Auf diesem Teil des Flugplatzes starten die Segelflugzeuge mittels Windenstart.

Für Segelflugzeuge steht noch eine weitere Landebahn südwestlich des Radoms oberhalb des Guckaisees in 820 Meter über Normalnull zur Verfügung. Sie hat die Bezeichnung 03 Goldloch. Auch hier starten teilweise bei entsprechend starkem Ost-/Nordost-Wind Segelflugzeuge im Windenstart.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wasserkuppe um 1935

Die Wasserkuppe wird seit 1911 als Fluggelände genutzt, als erstmals Darmstädter Schüler Versuche mit selbst gebauten Gleitern durchführten. 1922 gründete Arthur Martens die Martens Fliegerschule. In dieser Zeit fanden alle fliegerischen Aktivitäten in der Nähe des Gipfels der Wasserkuppe statt. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten übernahm die deutsche Luftwaffe die Fliegerschule und errichtet größere Gebäude für die Unterbringung und Ausbildung der Flugschüler. Es wurde aber keine befestigte Start-Landebahn errichtet.

Fenster der Ehrenhalle im Lilienthal-Haus

Die Schneise für die Start- und Landebahn wurde im Winter 1958/59 in den Wald geschlagen. Nach Planier- und Befestigungsarbeiten wurde die Bahn im Jahre 1962 fertiggestellt. Die Erdarbeiten mit schwerem Gerät führten das 14. amerikanische Panzerregiment aus Fulda und ein Bundeswehrbataillon aus Hammelburg durch. Im Jahre 1981 wurde die Bahn auf einer Länge von 400 Metern asphaltiert. Im Jahre 1997 wurde sie saniert und verlängert, um die Voraussetzungen für die luftrechtlichen Genehmigungen zu erfüllen. Durch Verlegung von Drainagen wurden im Jahre 2005 Feuchtstellen im Bereich des Flugfeldes beseitigt. 2006 wurde der Zuschauerbereich gepflastert und die Rollwegführung zur Tankstelle verbessert.

Im Jahr 2012 entstand ein neues Flugplatzgebäude mit Schulungsräumen und Büros für die Fliegerschule, Hangars für die Motorflugzeuge und einem neuen Turm. Für Besucher bietet es eine Aussichtsplattform und ein Bistro. [1][2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans-Hubertus Braune: Richtfest für Segelflieger-Zentrum - Besucherdeck als Highlight in: Osthessen-News (abgerufen am 22. Januar 2016)
  2. OLI: Richtfest auf der Wasserkuppe in Main-Post (abgerufen am 22. Januar 2016)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutsche Flugsicherung (Hrsg.): AIP VFR Luftfahrthandbuch. Frankfurt 2008.
  • Joachim Jenrich: Die Wasserkuppe – Ein Berg mit Geschichte. Verlag Parzeller GmbH & Co. KG, Fulda 2007, ISBN 978-3-7900-0389-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flugplatz Wasserkuppe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien