Ehrenberg (Rhön)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ehrenberg (Rhön)
Ehrenberg (Rhön)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ehrenberg (Rhön) hervorgehoben
Koordinaten: 50° 30′ N, 10° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Fulda
Höhe: 632 m ü. NHN
Fläche: 40,81 km²
Einwohner: 2517 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km²
Postleitzahl: 36115
Vorwahlen: 06683 06681 Thaiden, ReulbachVorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: FD
Gemeindeschlüssel: 06 6 31 005
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rhönstraße 26
36115 Wüstensachsen
Webpräsenz: gemeinde-ehrenberg.de
Bürgermeister: Thomas Schreiner (parteilos)
Lage der Gemeinde Ehrenberg (Rhön) im Landkreis Fulda
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Über dieses Bild

Ehrenberg (Rhön) ist eine Gemeinde mit etwa 2600 Einwohnern im Landkreis Fulda in der osthessischen Rhön.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt zentral im Naturpark Hessische Rhön sowie im Biosphärenreservat Rhön in 450 bis 900 Meter Höhe, etwa 30 km östlich von Fulda. Die meisten Ortsteile der Gemeinde liegen im Tal der Ulster und werden von der Bundesstraße 278 durchquert. Lediglich Reulbach liegt in einem Nachbartal.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenberg grenzt im Norden an die Gemeinde Hilders (Landkreis Fulda), im Osten an die Gemeinde Birx (im thüringischen Landkreis Schmalkalden-Meiningen), die Stadt Fladungen, die Gemeinde Hausen und die Stadt Oberelsbach (alle drei im Landkreis Rhön-Grabfeld in Bayern), im Süden an die Stadt Gersfeld, sowie im Westen an die Gemeinde Poppenhausen (beide im Landkreis Fulda).

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsteile von Ehrenberg sind Wüstensachsen (Verwaltungssitz), Seiferts, Reulbach, Thaiden und Melperts. Deren Gemarkungen verteilen sich auf eine Fläche von 40,83 km², wovon 29,12 % Wald und 61,65 % landwirtschaftliche Flächen sind.

Melperts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Einwohner: 139 Einwohner (2013)[2]
  • Ortsvorsteher: Winfried Schiffhauer
  • durchschnittliche Höhenlage: 540 m ü.NN

Der kleinste Ort der Gemeinde ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Dorfmittelpunkt bildet das Backhaus mit dem Dorfplatz, auf dem auch das alljährliche Melpertser Backhausfest stattfindet. Melperts besitzt eine Töpferei, einen Hofladen und einen Haflingerhof.

Reulbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Einwohner: 403 Einwohner (2013)[2]
  • Ortsvorsteher: Dominik Reith
  • durchschnittliche Höhenlage: 570 m ü. NN

Der Ortsteil Reulbach liegt im Talkessel des Reulbaches umgeben vom Schafstein und vom Ehrenberg am Fuße der Wasserkuppe. Die Buchenwälder des Bornberges erstrecken sich bis an den Ortsrand. Das Basaltblockmeer des Schafsteines sowie die Sommerrodelbahn und der Rhönbob auf der Märchenwiese der Wasserkuppe sind leicht zu erwandern. Rundwanderwege führen vom Parkplatz Bornberg aus über den Ehrenberg, vorbei an der Martinskapelle, sowie durch das Naturschutzgebiet Schafstein mit seinem „Urwald“.

Seiferts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Einwohner: 558 Einwohner (2013)[2]
  • Ortsvorsteher: Andreas Schuldt
  • durchschnittliche Höhenlage: 530 m ü. NN

Seiferts, der zweitgrößte Ort der Gemeinde, hat etwa 560 Einwohner und liegt zwischen 520 und 540 m ü. NN. Westlich des Ortes liegt der Zusammenfluss von Birxgraben und Ulster, direkt am Ehrenberg, der 816 Meter hoch ist. Von Osten wird Seiferts vom Billstein überragt, nach Süden und Norden erstreckt sich das Ulstertal. Wichtige Bauwerke sind die heutige Friedhofskapelle von 1642, die 1879 erbaute Kirche und das 1994 erbaute Dorfgemeinschaftshaus mit Feuerwehrhaus. Seiferts hat ein ausgeprägtes Vereinsleben.

Thaiden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbahnviadukt am Ortseingang von Thaiden mit der darunterliegenden B 278
  • Einwohner: 303 Einwohner (2013)[2]
  • Ortsvorsteher: Martin Barthelmes
  • durchschnittliche Höhenlage: 500 m ü. NN

Am Fuße des Krautberges und des Teufelsberges liegt der Ortsteil Thaiden als nördlichster Ortsteil Ehrenbergs, ebenfalls im Ulstertal. Er ist überwiegend landwirtschaftlich und touristisch geprägt. Auch der Basaltabbau, sowie dessen Verarbeitung zu verschiedenen Betonelementen und Pflastersteinen prägen das Ortsbild. Ein Mustergarten sowie ein Museum am FCN-Gelände (Franz Carl Nüdling, Basaltwerke GmbH & Co KG Holding) geben Aufschluss über die Geschichte des Basaltabbaus und die Geologie der Rhön.

Wüstensachsen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Einwohner: 1164 Einwohner (2013)[2]
  • Ortsvorsteher: Manfred Stumpf
  • durchschnittliche Höhenlage: 580 m ü. NN

1965 wurde Wüstensachsen als Erholungsort anerkannt. Seit 1983 ist es staatlich anerkannter Luftkurort mit einer entsprechenden Infrastruktur.

Im November 1993 wurde die Gemeinde Ehrenberg als „Familienfreundlicher Ferienort“ ausgezeichnet.

Für Sporttreibende stehen Sportplätze, eine Minigolfanlage und im Winter Langlaufloipen und Skilifte zur Verfügung. Auf der nahegelegenen Wasserkuppe finden Drachen-, Modell-, Segel- oder Gleitschirmflieger ihre Startplätze. Des Weiteren gibt es ein Freibad, ein Kneipptretbecken, mehrere Spazierwege mit den vielen Ruhebänken und ca. 150 km markierte Wanderwege. Durch die Naturschutzgebiete Rotes Moor oder Schwarzes Moor werden Führungen angeboten.

Die Naturschutzgebiete Kesselrain und Schafstein (832 m) (mit dem größten Basaltblockmeer der Rhön) sowie der Steinkopf (888 m) gehören zu den geologischen Besonderheiten der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 1970 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Melperts, Seiferts und Wüstensachsen zur neuen Gemeinde Ehrenberg zusammengeschlossen. Reulbach und Thaiden kamen am 1. August 1972 hinzu.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[4] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[5][6]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
   
Von 15 Sitzen entfallen auf:
  • SPD: 3
  • CDU: 5
  • BLE : 7
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
BLE Bürgerliste Ehrenberg 49,8 7 47,2 7 46,8 7 47,7 7
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 31,4 5 30,8 5 38,5 6 36,2 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 18,8 3 22,1 3 14,6 2 16,1 2
Gesamt 100,0 15 100,0 15 100,0 15 100,0 15
Wahlbeteiligung in % 69,1 64,0 60,5 71,9

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Ehrenberg zeigt den roten fränkischen Rechen, dessen obere Abgrenzung silbern abgesetzt ist. Die erhöhte Mittelspitze des Rechens, der auf die frühere Zugehörigkeit zu Franken hindeutet, soll die besondere Mittelgebirgslage in der Hohen Rhön hervorheben. Die Silberdistel ist als Wahrzeichen der heimischen Flora anzusehen.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Kirsch (* 1930 in Wüstensachsen), Bildhauer
  • Jürgen H. Krenzer (* 1965 in Fulda), Gastronom, Hotelier, Winzer und Erfinder des Rhöner Apfel-Sherry
  • Claudia von Gélieu (* 1960 in Melperts als Claudia Faulstich), Autorin und Frauengeschichtsforscherin in Berlin

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bruno Faulstich: Melpertser Geschichte(n). Ehrenberg 2006
  • Ortsbeirat Reulbach (Hrsg.): Aus Rügelberk wird Reulbach. Ehrenberg 2003.
  • Gemeinde Ehrenberg (Hrsg.): Die jüdische Gemeinde Wüstensachsen. 1998.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c d e Bevölkerungsstatistik des Landkreises Fulda, abgerufen im September 2015.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 393 und 395.
  4. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ehrenberg (Rhön) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien