Frimmersdorf

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Frimmersdorf
Koordinaten: 51° 2′ 44″ N, 6° 34′ 37″ O
Höhe: 68 m
Einwohner: 2658 (31. Dez. 2016)
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 41517
Vorwahl: 02181
Frimmersdorf (Nordrhein-Westfalen)
Frimmersdorf

Lage von Frimmersdorf in Nordrhein-Westfalen

Frimmersdorf ist ein Stadtteil im Süden der Stadt Grevenbroich im Rhein-Kreis Neuss in Nordrhein-Westfalen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frimmersdorf bildet mit Neurath gleichzeitig die Grenze des Rhein-Kreises Neuss im Regierungsbezirk Düsseldorf zum benachbarten Rhein-Erft-Kreis im Regierungsbezirk Köln.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1051 in den Urkunden des Erzbistums Köln erwähnt,[1] doch ist der Bezug zu Frimmersdorf nicht gesichert.[2] Die älteste sichere Erwähnung stammt aus dem Jahr 1210.[3] Eine Besiedlung gab es hier nachweislich bereits zur Frankenzeit, wie Ausgrabungen Ende der 1950er Jahre etwa 250 m nördlich der Kirche St. Martin gezeigt haben, bei denen ca. zehn Gräber des 7. Jahrhunderts geborgen wurden.[4] Eng im Zusammenhang mit der Geschichte von Frimmersdorf steht das Geschlecht der Grafen von Hochstaden, welche lange Zeit im Besitz des Umlandes und einer Wasserburg, des „Huhster Knupps“, waren. Übersetzt bedeutet dies so viel wie „Hochstadener Kuppe“, da sich das Bollwerk auf einer Anhöhe am Flusslauf der Erft befand. Der Husterknupp ist eine umfassend untersuchte Niederungsburg, auch „Motte“ genannt, deren Anfänge in die Jahre um 964 n. Chr. fallen.[5] Das Geschlecht von Hochstaden wurde erstmals 1080 erwähnt. Der berühmteste und letzte Vertreter des Geschlechts war der Erzbischof Konrad von Hochstaden, der im Jahre 1248 den Grundstein zum Bau des Kölner Doms legte. Seit dem Mittelalter gehörte Frimmersdorf politisch zum Amt Liedberg im Kurfürstentum Köln.

1794 wurde Frimmersdorf von den französischen Revolutionstruppen besetzt. Der Ort bildete nun eine Mairie im Kanton Elsen im Arrondissement Cologne im Département de la Roer. 1815 kam die Ortschaft Frimmersdorf an das Königreich Preußen. Ein Jahr später entstand der Landkreis Neuß, dem auch die neu gegründete Gemeinde Frimmersdorf zugeordnet wurde. Zusammen mit der Gemeinde Neurath bildete sie das Amt Frimmersdorf. Dieses löste sich am 1. Juli 1969 freiwillig auf, und die beiden Gemeinden bildeten die neue Gemeinde Frimmersdorf.[6] Die ehemals eigenständige Gemeinde Frimmersdorf wurde im Zuge der kommunalen Neugliederung am 1. Januar 1975 zu einem Stadtteil von Grevenbroich.[7] Der Ortsbereich wurde in den letzten Jahren durch die Neubaugebiete Am Steelchen, Am Glockenstrauch und Bedburger Hüll erweitert. Im Jahre 2001 feierte Frimmersdorf sein 950-jähriges Jubiläum.

Momentan entsteht von der Friedhofstraße bis hin zur Kreisstraße K39 ein weiteres Neubaugebiet, das sich an den Glockenstrauch anschließt. Es wird keinen direkten Anschluss an die K39 geben. Zugänglich gemacht wird das Gebiet über die Straße "Am Glockenstrauch". Hier sollen in mehreren Bauabschnitten freistehende Einfamilienhäuser (ca. 120 Wohneinheiten) entstehen.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Frimmersdorf

Gemeinde Frimmersdorf mit Neurath

Stadtteil Frimmersdorf

  • 2003: 2641
  • 2007: 2518
  • 2010: 2360
  • 2013: 2356
  • 2014: 2373
  • 2015: 2393
  • 2016: 2658

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haltepunkt Frimmersdorf an der Bahnstrecke Düren–Neuss

Frimmersdorf ist heute ein bedeutender Energiestandort. Neben den beiden Braunkohle-Kraftwerken Frimmersdorf und Neurath, welche über den Tagebau Garzweiler versorgt werden, findet man in unmittelbarer Nachbarschaft des Ortes eine Photovoltaik-Anlage (Sonnenenergie) und zwei Windparks mit insgesamt 20 Windrädern zur Erzeugung von Elektrizität. Beide Anlagen wurden als beispielhaft in die Straße der Energie aufgenommen.

Sehenswert ist die unter Denkmalschutz stehende St.-Martin-Kirche.

Ebenfalls ins Dorfleben integriert und auf eine lange Tradition zurückblickend ist die Freiwillige Feuerwehr. Die Einheit Frimmersdorf wurde 1932 gegründet und hatte ihr Feuerwehrhaus unter dem auf der Josef-Lützenkirchen-Straße, dass jetzt von der Stadt weiter genutzt wird. Am 1. März 2014 ist die Einheit aus Frimmersdorf mit der Einheit aus Neurath zusammengelegt worden. Das gemeinsame Feuerwehrhaus steht nun auf der Frankenstraße gegenüber dem Rewe. Von hier rückt die Feuerwehr nun gemeinsam als neue Einheit Frimmersdorf-Neurath aus.

Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Ausgleich der Industriedominanz des Ortes im Rheinischen Braunkohlerevier existieren auf rekultiviertem Gelände neben vielen Naherholungsflächen zum (Rad-) Wandern ein Modell- und Segelflugplatz, eine Motocross-Strecke, ein Golfplatz sowie ein Landschaftsschutzgebiet mit dem Neurather See, einem Tagebau-Restsee.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Viktoria-Grundschule Frimmersdorf

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Theodor Josef Lacomblet: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins. Düsseldorf 1840–1858, Band I, S. 1114 ff., Nr. 184–185
  2. Friedrich Wilhelm Oediger: Die Regesten der Erzbischöfe von Köln im Mittelalter. Bonn 1954, Band I, S. 236 ff., Nr. 822
  3. Theodor Josef Lacomblet: Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins. Düsseldorf 1840–1858, Band II, S. 18, Nr. 32 und S. 81, Nr. 151
  4. Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34, Rheinland-Verlag, Köln 1998, S. 295–296.
  5. A. Herrnbrodt, Der Husterknupp. Eine niederrheinische Burganlage des frühen Mittelalters. Beihefte der Bonner Jahrbücher 6, Köln, Graz 1958.
  6. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 102.
  7. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 294.
  8. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/neuss.html
  9. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 186.
  10. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X, S. 48.