Fritz Felgentreu

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Fritz Felgentreu (2014)
Video-Vorstellung (2014)

Fritz Felgentreu (* 1. September 1968 in Kiel) ist ein deutscher Politiker und Altphilologe. Er war zehn Jahre Kreisvorsitzender der SPD in Berlin-Neukölln und war stellvertretender Landesvorsitzender der Berliner SPD. 2013 wurde er direkt in den 18. Deutschen Bundestag gewählt. Seit 2014 ist er Vorsitzender des Landesverbands Berlin des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Felgentreu legte 1987 in Büsum das Abitur ab und diente anschließend zwei Jahre lang bei der Bundeswehr. 1989 bis 1995 studierte er Klassische Philologie, Slavistik und Psychologie an der Freien Universität Berlin und wurde 1998 bei Widu-Wolfgang Ehlers promoviert. Von 1998 bis 2008 war er Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Klassische Philologie der FU Berlin. Im Juli 2008 wurde Felgentreu in Klassischer und Neulateinischer Philologie habilitiert. Im Wintersemester 2008/2009 vertrat er den Lehrstuhl für Gräzistik an der Ruhr-Universität Bochum, im WS 2011/12 den Bochumer Lehrstuhl für Latein und war im Sommersemester 2012 Gastprofessor für Latein an der Freien Universität Berlin. Von 2010 bis zu seiner Wahl in den Bundestag im Jahr 2013 war Fritz Felgentreu auch Lehrer für Latein und Altgriechisch am Evangelischen Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin.

Felgentreu beschäftigt sich mit der staatsnahen Dichtung und Rhetorik der Spätantike, besonders mit den Schriften von Claudian und Libanios, außerdem mit der christlichen Kabbalistik und Pansophie der Frühen Neuzeit (Johannes Reuchlin) und mit Heinrich Rantzau.

Felgentreu ist Reserveoffizier der Bundeswehr, seit dem 30. September 2015 im Range eines Hauptmannes.

Übersetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2011 übersetzte Felgentreu das in lateinischer Sprache geschriebene Büchlein des aus Berlin stammenden Altphilologen Harry C. Schnur (C. Arrius Nurus): Vallum Berolinense. Menippea, in welchem der Verfasser den von ihm am 13. August 1961 miterlebten Bau der Berliner Mauer schildert. Der Band wurde vom Berliner Abgeordnetenhaus veröffentlicht.

Fritz Felgentreu mit Mieke Senftleben nach seiner Wahl zum Berliner Volksbund-Landesvorsitzenden

Mitgliedschaften und Parteiämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Felgentreu ist seit 1992 Mitglied der SPD. Er war Juso-Kreisvorsitzender von Berlin-Neukölln und von 2004 bis 2014 Kreisvorsitzender der SPD in Neukölln. Vom Juni 2012 bis April 2016 war er stellvertretender Landesvorsitzender der Berliner SPD. Er ist Mitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, im Deutschen Bundeswehrverband, der Arbeiterwohlfahrt, im Arbeiter-Samariter-Bund, der Mommsen-Gesellschaft, im Deutschen Altphilologenverband, bei Philologia e. V. und im Colloquium Psychoanalyse. Seit dem 24. März 2014 ist Felgentreu Vorsitzender des Landesverbands Berlin des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.[1]

Öffentliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2001 bis 2011 war Felgentreu direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises 2 (Hermannstraße) im Abgeordnetenhaus von Berlin. Dort war er Mitglied im Ausschuss für Inneres, Sicherheit und Ordnung, im Ausschuss für Verfassungsschutz, im Unterausschuss Datenschutz und im Ausschuss für Recht und Verfassungsfragen. Außerdem war er rechtspolitischer Sprecher seiner Fraktion. Seit Oktober 2006 (16. Wahlperiode) war Felgentreu stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Außerdem war er im Kuratorium der Humboldt-Universität Berlin. Bis 2010 war er Mitglied im Aufsichtsrat des Liegenschaftsfonds Berlin.

Am 21. Februar 2009 wurde er vom Neuköllner Kreisverband der SPD zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl am 27. September 2009 gewählt. Er kandidierte im Bundestagswahlkreis Berlin-Neukölln, unterlag jedoch Stefanie Vogelsang (CDU).

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. Februar 2013 stellte ihn die Neuköllner SPD erneut als Direktkandidaten im Wahlkreis Neukölln für die Wahlen zum 18. Deutschen Bundestag am 22. September 2013 auf. Er konnte mit 32,3 % der Stimmen diesen Wahlkreis für sich entscheiden und zog damit in den 18. Deutschen Bundestag ein.

Im Januar 2014 wurde Felgentreu Ordentliches Mitglied im Verteidigungsausschuss[2] sowie Mitglied des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Er ist zudem Schriftführer des Bundestages. Im Mai 2015 wurde Felgentreu zum stellvertretenden Sprecher der Arbeitsgruppe Sicherheits- und Verteidigungspolitik der SPD-Bundestagsfraktion gewählt.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fritz Felgentreu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volksbund Landesverband Berlin
  2. Mitglieder des Verteidigungsausschusses, bundestag.de, online, abgerufen am 18. September 2014
  3. Hans-Peter Bartels ist neuer Wehrbeauftragter des Bundestages, spdfraktion.de, online, abgerufen am 21. Mai 2015