Güterfelde

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Koordinaten: 52° 21′ 56″ N, 13° 11′ 43″ O

Güterfelde
Gemeinde Stahnsdorf
Höhe: 41 m ü. NHN
Eingemeindung: 31. Dezember 2001
Postleitzahl: 14532

Güterfelde ist ein Straßenangerdorf und seit dem 31. Dezember 2001 ein Ortsteil der Gemeinde Stahnsdorf[1] im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt auf dem Teltow östlich der Parforceheide und südlich des Gemeindezentrums Stahnsdorf.

Güterfelde befindet sich an einer alten, von Leipzig kommenden Handelsstraße, die über den Anger durch den kleinen Ort weiter über Stahnsdorf nach Berlin-Spandau führte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1263 als Jutergotz (27. Oktober 1937 Namensänderung in Güterfelde). Der Name ist von einer polabischen Grundform Jutrogošč = Ort eines Jutrogost abzuleiten. Der erste Teil des Vornamens Jutro- ist auch in anderen slawischen Präfixen wie Jutrowoj, Jutropecz enthalten, zu urslawisch utro, j-utro =  Morgen, Morgendämmerung. Auch der zweite Teil -gost (zu urslawisch gost = Gast ist in Vorsätzen weit verbreitet. Er wird meist als -gast eingedeutscht, in besonderen Fällen auch als -gotz (beispielsweise Dabergotz, Lkr. Ostprignitz-Ruppin)[2]). Der Name wurde volksetymologisch auch als Morgengötze missdeutet. Im Jahr 1263 erwarb das Kloster Lehnin das Ober- und Untergericht. Der Markgraf behielt sich dabei die Spanndienste der Bauern und die Bede sowie einige andere Abgaben (Wiesenzins und Weidekorn) vor. Daneben existierte ein dritter Besitzteil. Die Herren von Schlabrendorf hatten 1509 auf Schloss Beuthen die Abgaben einiger Personen in Güterfelde erworben, die sie vor 1543 an die Herrschaft von Spiel in Dahlem verkauften. Die markgräflichen Rechte kamen zunächst an das Amt Saarmund, später an die Ämter Potsdam und Mühlenhof, um 1700 alle zum Amt Potsdam. Sie wurden Anfang des 19. Jahrhunderts abgelöst. Der Besitzanteil des Klosters Lehnin wurde nach der Säkularisierung des Klosters 1542 an die Familie von Klitzing verliehen, 1593 an einen Bürger Döring. Dieser hatte 1589 das Auskaufsrecht für einen Bauern- und einen Kossätenhof, um die Höfe in einen Rittersitz umzuwandeln. Um 1700 umfasste der Rittersitz sechs freie Hufen. Von 1701 bis 1721 haben die Ursin von Baer das Gut besessen, 1893 erwarb die Stadt Berlin das einstige Rittergut. Das 1804 von David Gilly erbaute Schloss[3] ließ Albrecht von Roon, der das Gut von 1868 bis 1873 besaß, barockisierend umbauen. Seit Ende des 19. Jahrhunderts im Besitz der Stadt Berlin, beherbergte es eine Kinder-Tuberkulose-Heilstätte. Von 1952 bis zum Sommer 2010 war das Schloss Altenpflegeheim und wurde in den 2010er Jahren zu Wohnzwecken umgebaut.[4]

Der Ortsteil Kienwerder entstand in den 1920er und 1930er Jahren als Wohnsiedlung westlich des alten Dorfes.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerentwicklung:

Bevölkerungsentwicklung
1734 1772 1801 1817 1840 1858 1895 1925 1939 1946 1964 1971 2006 2011
93 105 111 109 195 318 387 445 444 454 423 430 1784 1934

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Güterfelde liegt am Fontaneweg und ist für den motorisierten Verkehr über Landstraßen mit Potsdam, Stahnsdorf, Großbeeren, Schenkenhorst und Philippsthal verbunden.

Bauwerke und Grünanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss gesamt, im 21. Jhd.
Dorfkirche

Gewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lider Dönerproduktion hat im Gewerbegebiet am Priesterweg in Güterfelde ihre Hauptproduktionsstätte.

Im alten Mühlengebäude von Güterfelde betreiben seit 1998 die Designer Thomas Adam und Stephan Ziege die 1990 in Berlin gegründete Porzellanmanufaktur „Adam & Ziege“[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Hahn: Berliner Friedhöfe in Stahnsdorf. Geschichte, Geschichten, Personen. Oase Verlag, Badenweiler 2010, ISBN 978-3-88922-065-3.
  • Peter Reichelt: Vergessene Landschaft Rieselfelder. Eigenverlag 2006, ISBN 3-00-015522-8
  • Pfarrer von Gütergotz, H.E.A. Brodersen, Heft XII der Schriften des Vereins für die Geschichte der Stadt Berlin von 1874 Chronik von Gütergotz
  • Lieselott Enders und Margot Beck: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil IV. Teltow. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1976

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Güterfelde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eingliederung der Gemeinden Güterfelde, Schenkenhorst und Sputendorf in die Gemeinde Stahnsdorf. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 25. September 2001. Amtsblatt für Brandenburg, Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 44, Potsdam, 30. Oktober 2001, S. 695 PDF
  2. Gerhard Schlimpert: Brandenburgisches Namenbuch Teil 3 Die Ortsnamen des Teltow. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1972.
  3. Georg Piltz, Peter Garbe: Schlösser und Gärten in der Mark Brandenburg. Seemann, Leipzig 1987, ISBN 3-363-00063-4, S. 179, 197.
  4. Konstanze Wild: Sanierung des Güterfelder Schlosses beginnt, aber Neubauvorhaben im Garten sind umstritten in: Märkische Allgemeine vom 26. Januar 2012
  5. Waldfriedhof Güterfelde
  6. Weblink Porzellanmanufaktur A&Z