Geilshausen

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Geilshausen
Gemeinde Rabenau
Koordinaten: 50° 38′ 47″ N, 8° 53′ 31″ O
Höhe: 257 m ü. NHN
Fläche: 8,63 km²[1]
Einwohner: 839 (30. Jun. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 97 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35466
Vorwahl: 06407
Kirche

Geilshausen ist einer von sechs Ortsteilen der Gemeinde Rabenau im mittelhessischen Landkreis Gießen und hat rund 800 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der genaue Zeitpunkt der Gründung ist unbekannt. Die im Jahr 1304 genannte Siedlung Goulenhusin hat ihren Ursprung wahrscheinlich schon im 8. Jh. Ihr Name änderte sich im Laufe der Zeit über „Gawelshusen“ (15. Jh.) zu „Gelshausen“ (16. Jh.).

Die Gemeinde Geilshausen wurde am 31. Dezember 1971 im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Gemeinde Rabenau eingegliedert.[3]

Dorfkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Evangelische Kirche Geilshausen hat einen gotischen Chorturm aus dem 15. Jahrhundert, der wehrhaften Charakter hat. Der 21 Meter hohe Kirchturm auf quadratischem Grundriss erhält sein ungewöhnliches Äußeres durch vier Pechnasen. In den 1950er Jahren wurde westlich ein Langhaus mit Satteldach angebaut.

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In erhaltenen Urkunden wurde Geilshausen unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[1]

  • Gauwoldeshusen, in (vor 1282/83) [Anf. XIV Wagner, Die eppsteinschen Lehensverzeichnisse, S. 101 Nr. 264, S. 110 Nr. 333]
  • Gawaldeshusen, in (vor 1282/83) [Anf. XIV Wagner, Die eppsteinschen Lehensverzeichnisse, S. 101 Nr. 264, S. 110 Nr. 333]
  • Gawelshusen (um 1300) [XV Würdtwein, Dioecesis Moguntina 3 S. 285]
  • Goulenhusin (1304) [Klosterarchive 3: Oberhessische Klöster, Band 1, Nr. 90]
  • Gowilshusen, de (1311) [Staatsarchiv Darmstadt A 3 Nr. 116/1]
  • Gauwilshusen (1359) [Klosterarchive 3: Oberhessische Klöster, Band 1, Nr. 147]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Geilshausen lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][4]

Gerichte seit 1803[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das „Hofgericht Gießen“ als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Geilshausen das „Patrimonialgericht der Freiherren Nordeck zur Rabenau“ in Londorf zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Land- bzw. Stadtgerichte übergingen. 1822 traten die Freiherren Nordeck zur Rabenau ihre Recht am Gericht Londorf an das Großherzogtum Hessen ab.[8]Landgericht Grünberg“ war daher von 1822 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht, das für Geilshausen zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolgedessen die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Grünberg“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.[9] Zwischen dem 1. Januar 1977 und 1. August 1979 trug das Gericht den Namen „Amtsgericht Lahn-Gießen“ der mit der Auflösung der Stadt Lahn wieder in „Amtsgericht Gießen“ umbenannt wurde. In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen das Landgericht Gießen, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1577: 48 Hausgesesse
• 1669: 88 Seelen • 1742: 01 Geistlicher/Beamter, 52 Untertanen, 15 Junge Mannschaften, 21 Beisassen/Juden 1804: 372 Einwohner
Geilshausen: Einwohnerzahlen von 1669 bis 2015
Jahr  Einwohner
1669
  
88
1804
  
372
1830
  
443
1834
  
428
1840
  
491
1846
  
526
1852
  
529
1858
  
518
1864
  
521
1871
  
461
1875
  
465
1885
  
476
1895
  
509
1905
  
468
1910
  
493
1925
  
513
1939
  
543
1946
  
857
1950
  
828
1956
  
709
1961
  
700
1967
  
725
2005
  
802
2010
  
805
2015
  
821
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1][2]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1830: 438 evangelische, 1 römisch-katholische, 4 jüdische Einwohner
• 1961: 617 evangelische, 76 römisch-katholische Einwohner

Erwerbstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1961: Erwerbspersonen: 153 Land- und Forstwirtschaft, 144 Prod. Gewerbe, 38 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 23 Dienstleistungen und Sonstiges.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher von Geilshausen ist Markus Titz (FWG).[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Geilshausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Geilshausen, Landkreis Gießen. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 1. Juni 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Einwohnerstatistik. In: Internetauftritt. Gemeinde Rabenau, archiviert vom Original; abgerufen im Juni 2018. (Daten aus Webarchiv)
  3. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 308
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 174, 267 (online bei HathiTrust’s digital library).
  6. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 6 (online bei Google Books).
  7. Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 413 (online bei Google Books).
  8. Großherzogliches Ministeriums des Inneren und der Justiz: Die Abtretung der Patrimonal-Gerichtsame der Freiheeren von Nordeck zur Rabenau in dem Lohndorfer Grund, zur Ausübung durch den Staat betr. vom 4. März 1822. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1822 Nr. 15, S. 179 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 36,0 MB]).
  9. Großherzog von Hessen und bei Rhein: Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 17,8 MB]).
  10. Gemeinde Rabenau: Ortsbeiräte von Allertshausen, abgerufen im Januar 2017.