Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung

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Villa von Bülow, Sitz des Georg-Eckert-Instituts für internationale Schulbuchforschung

Das Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung Anstalt des öffentlichen Rechts (GEI) in Braunschweig ist eine wissenschaftliche Einrichtung zur Erforschung von Schulbüchern und fungiert als Schulbuchzentrum des Europarates. Es ist seit 2009 Teil der Leibniz-Gemeinschaft – seit dem 27. November 2009 assoziierte Institution[1] und ab Juni 2013 Mitglied[2] – und in diesem Rahmen in der gemeinsamen Forschungsförderung von Bund und Ländern.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensgeber ist Georg Eckert. Die Gründung erfolgte 1975. Geleitet wird das Institut seit Oktober 2015 von Eckhardt Fuchs. Zuvor war die Historikerin Simone Lässig von 2006 bis 2015 Direktorin.

Das Institut betreibt Schulbuchforschung und stellt mit seiner Forschungsbibliothek sowie digitalen Angeboten auch Forschungsinfrastrukturen hierfür bereit. Es werden Medien aus den Unterrichtsfächern Geschichte, Sozialkunde/Politik, Geographie und Werteerziehung/Religion erforscht, zahlreiche Projekte mit internationalen Partnern durchgeführt und die Arbeit der Schulbuchkommissionen unterstützt. Das Institut verfügt über eine bedeutende internationale Schulbuchsammlung und gibt die Zeitschrift Journal of Educational Media, Memory, and Society und die Schriftenreihe Eckert. Die Schriftenreihe / Studien des Georg-Eckert-Instituts zur internationalen Bildungsmedienforschung heraus.

Für seine Arbeit wurde das Institut u. a. 1985 mit dem UNESCO-Preis für Friedenserziehung ausgezeichnet.

Sitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seinen Sitz hat das Institut seit 1982 in der Villa von Bülow, einem von Carl Theodor Ottmer für den Braunschweiger Kammerpräsidenten von Bülow als Sommerhaus entworfenen spätklassizistischen Bau, der 1839 errichtet wurde, im späten 19. Jahrhundert als barockisierende Ergänzung eine geschwungene Freitreppe zum Park hin bekam. 1979–1981 wurde die innere räumliche Gliederung des Baus für die künftige Nutzung durch das Institut weitgehend umgestaltet.[3]

Institutsleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archäologische Funde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Anfang 2019 gefundene Grab mit acht männlichen Skeletten.

Beim Bau der neuen Forschungsbibliothek auf dem Grundstück des Instituts stießen Arbeiter Anfang 2019 auf menschliche Knochen. Sie lagen in einem Grab am Rande des einstigen Friedhofs des in unmittelbarer Nähe gelegenen Kreuzklosters, das während des Zweiten Weltkriegs beim Luftangriff vom 15. Oktober 1944 zerstört wurde. Die Fundstelle wurde in Absprache mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Braunschweig von einem Grabungsunternehmen archäologisch untersucht.[4], wodurch sich die Bauarbeiten verzögern.[5] Bei den Funden handelt es sich um gut erhaltene Skelette von acht jungen Männern und der Schädelkalotte eines älteren Mannes, die einen tödlichen Säbelhieb aufweist. Nach Einschätzung von Historikern und Archäologen könnte ein Zusammenhang zum Gefecht bei Ölper vom 1. August 1809 bestehen, da die Soldaten der „Schwarzen Schar“ des Braunschweiger Herzogs Friedrich-Wilhelm in den Nächten vor und nach dem Gefecht in der Nähe der heutigen Fundstelle und der „Friedrich-Wilhelm-Eiche“ ihr Biwak aufgeschlagen hatte, während die Offiziere im Gasthof „Weißes Roß“ logierten.[6] Laut dem Braunschweiger Bezirksarchäologen Michael Geschwinde deutet die gemeinsame Bestattung der Toten auf ein voran gegangenes militärisches Ereignis hin.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ursula A.J. Becher, Rainer Riemenschneider (Hrsg.): Internationale Verständigung. 25 Jahre Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig. Hahn, Hannover 2000, ISBN 3-88304-300-1 (Studien zur internationalen Schulbuchforschung. Bd. 100).
  • Eckhardt Fuchs, Kathrin Henne, Steffen Sammler: Schulbuch als Mission. Die Geschichte des Georg-Eckert-Institutes. Böhlau Verlag, Wien, Köln, Weimar 2018, ISBN 978-3-412-50737-4.
  • Norman-Mathias Pingel: Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung. In: Luitgard Camerer, Manfred Garzmann, Wolf-Dieter Schuegraf (Hrsg.): Braunschweiger Stadtlexikon. Joh. Heinr. Meyer Verlag, Braunschweig 1992, ISBN 3-926701-14-5, S. 84.
  • Eckert. Das Bulletin, Braunschweig 2008 ff., ISSN 1865-7907.
  • Journal of Educational Media, Memory, and Society (JEMMS); The Journal of the Georg Eckert Institute for International Textbook Research, Berghahn, Biggleswade 2009ff., ISSN 2041-6938.
  • Eckert. Die Schriftenreihe / Studien des Georg-Eckert-Instituts zur internationalen Bildungsmedienforschung, V & R Unipress, Göttingen 2008 ff., ZDB-ID 2467234-8.
  • Internationale Schulbuchforschung / International textbook research. Zeitschrift des Georg-Eckert-Instituts für Internationale Schulbuchforschung, Hannover (früher Braunschweig bzw. Frankfurt/M.) 1979–2008, ISSN 0172-8237.
  • Studien zur internationalen Schulbuchforschung / Studies in International Textbook Research. Schriftenreihe des Georg-Eckert-Instituts, 121 Bde., Hannover (früher Braunschweig) 1979–2008, ZDB-ID 984130-1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressemitteilung: „Das GEI ist assoziiertes Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft“. Abgerufen am 29. Oktober 2018.
  2. Pressemitteilung: „05.08.2013: "Ein neuer Name und ein neues Corporate Design für das Georg-Eckert-Institut - ‚Wir verändern Blickwinkel‘“. Abgerufen am 29. Oktober 2018.
  3. Villa von Bülow. In: BLIK – Braunschweiger Leit- und Informationssystem für Kultur. Stadt Braunschweig, archiviert vom Original am 26. September 2010; abgerufen am 22. Januar 2010.
  4. Knochenfund bei Neubau für Schulbuchforscher in Braunschweiger Zeitung vom 9. Februar 2019
  5. Archäologen: Knochen stammen aus Zeit Napoleons bei ndr.de vom 1. März 2019
  6. Weiterer Grabfund beim Braunschweiger Schulbuch-Institut in Braunschweiger Zeitung vom 26. Februar 2019
  7. Nach Baustopp am Georg-Eckert-Institut in Braunschweig: Archäologen präsentieren diesen Sensationsfund! bei news 38 vom 26. Februar 2019

Koordinaten: 52° 16′ 5,3″ N, 10° 30′ 39,7″ O