Diversität (Soziologie)

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Entspanntes Miteinander von Menschen mit unterschiedlichem ethnischen, soziodemografischen und weltanschaulichem Hintergrund (Auf einem Straßenfest In München, 2015)

Diversität ist ein Konzept der Soziologie, das in der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft, analog zum Begriff Diversity im englischsprachigen Raum, für die Unterscheidung und Anerkennung von Gruppen- und individuellen Merkmalen benutzt wird. Häufig wird der Begriff Vielfalt anstelle von Diversität benutzt. Diversität von Personen – sofern auch rechtlich relevant – wird klassischerweise auf folgenden Dimensionen betrachtet: Kultur (Ethnie), Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Behinderung, Religion (Weltanschauung).[1] Weniger ins Auge fallen eine große Zahl weiterer sozialisationsbedingter und kultureller Unterschiede wie Arbeitsstil, Wahrnehmungsmuster, Dialekt usw., die die Diversität einer Gruppe als ihre kulturelle Vielfalt weiter erhöhen und kontextabhängig ebenfalls der Aufmerksamkeit und ggf. der sozialen Anerkennung bedürfen.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Konzept Diversität hat seinen Ursprung in der Bürgerrechtsbewegung der USA, die gegen Rassismus gegenüber Schwarzen gekämpft hat. Diversität steht damit für die Herstellung von Chancengleichheit von Gruppen, die nach bestimmten Merkmalen benachteiligt werden.[3] Daraus entstand in den USA das Antidiskriminierungsgesetz und die Affirmative Actions zur Förderung benachteiligter Gruppen (Rasse, Geschlecht, Hautfarbe, nationale Herkunft, Alter, Behinderung oder Religion).

Seit dem Ende der 1990er Jahre wird das Konzept auch von der Europäischen Union als Leitbild verwendet. Seit 2006 sind in der deutschen Gesetzgebung die Aspekte der Vielfalt im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz berücksichtigt und schützen Personen aus diesen Kategorien vor Diskriminierung.

Diversitätsmanagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Diversity Management

Das Diversitätsmanagement als eine Methode des betrieblichen Personalwesens zielt darauf ab, die Diversität der Mitarbeiter konstruktiv und gewinnbringend zu nutzen. Eine bekannte Vertreterin des Diversitätsmanagements in Deutschland ist die wirtschaftspolitische Initiative Charta der Vielfalt.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschiedenen Autoren werfen die Frage auf, ob Gerechtigkeitsnormen die Handlungsmacht marginalisierter Gruppen und Communities erweitern oder ob durch sie bestehende Machtbeziehungen zwischen den Stiftern von Gerechtigkeit und denen, die als Empfangende konstituiert werden, gefestigt werden; zu nennen sind etwa Gayatri Spivak, Sarah Ahmed, Nikita Dhawan oder Davina Cooper.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bülent Kaya, Gianni D'Amato (Hrsg.): Kulturelle Vielfalt und die Justiz. Seismo Verlag, Sozialwissenschaften und Gesellschaftsfragen, Zürich 2013, ISBN 978-3-03777-129-7.
  • Janine Dahinden, Alexander Bischoff (Hrsg.): Dolmetschen, Vermitteln, Schlichten - Integration der Diversität? Seismo Verlag, Sozialwissenschaften und Gesellschaftsfragen, Zürich 2012, ISBN 978-3-03777-081-8.
  • Michael Schönhuth: Diversity. In: Sven Hartwig, Fernand Kreff (Hrsg.): Lexikon der Globalisierung. Transcript-Verlag, Bielefeld 2011, ISBN 978-3-8376-1822-8, S. 52–56.
  • Gertraude Krell (Hrsg.): Chancengleichheit durch Personalpolitik. 5. Auflage. Gabler, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-8349-0465-2.
  • Gertraude Krell: Mono- oder multikulturelle Organisationen? "Managing Diversity" auf dem Prüfstand. In: Industrielle Beziehungen Jg. 3 (1996), Nr. 4, ISSN 0943-2779, S. 335–350.
  • María do Mar Castro Varela, Nikita Dhawan (Hrsg.): Soziale (Un)Gerechtigkeit: Kritische Perspektiven auf Diversity, Intersektionalität und Antidiskriminierung. LIT, Berlin/Münster 2011, ISBN 978-3-8258-1192-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.charta-der-vielfalt.de/de/diversity/diversity-dimensionen.html
  2. Barbara Weißbach u.a.: Managing Diversity - Konzepte, Fälle, Tools. 2. Auflage. IUK-Institut, Dortmund 2011, ISBN 978-3-924100-36-0, S. 23.
  3. Dagmar Vinz, Katharina Schiederig: Gender und Diversity – Vielfalt verstehen und gestalten. In: Peter Massing (Hrsg.): Gender und Diversity – Eine Einführung. Wochenschau Verlag, Schwalbach 2010, ISBN 978-3-89974-483-5, S. 26–27.