Georg Imbert

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Georg Imbert (französisch Georges Imbert; * 26. März 1884 in Niederstinzel; † 6. Februar 1950 in Sarre-Union)[1] war ein deutsch-französischer Chemieingenieur und Erfinder des Holzvergasers.

Kindheit und Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Imbert wurde am 26. März 1884 in Niederstinzel bei Finstingen als ältestes von vier Kindern geboren.

Sein Vater war der Eisenbahnbeamte, Telegrafist und spätere Bahnhofsvorsteher von Diemeringen[2] Peter Imbert (* 1858), Sohn des Straßenwärters Peter Imbert aus Diemeringen und der Katharina Jungk.[1] Seine Mutter Lina Magdalena (* 1860) war Tochter des Mühlenbesitzers Christian Müller und seiner Frau Caroline Müller aus Sarre-Union.[1]

Nach der Grundschule in Diemeringen besuchte er das Gymnasium Saargemünd.[2] Aufgrund seiner schulischen Leistungen schrieb ihn sein Vater an der renommierten Schule für Chemie im Mülhausen ein. Drei Jahre später schloss er als Diplomingenieur der Chemie ab.[2]

Berufliche Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1904 reichte Imbert das erste von mehr als 15 Patenten ein.[2] 1908 nutzte er selbst entwickelte industrielle Prozesse, um in Diemeringen eine Seifenfabrik zu gründen. Er arbeitete auch im englischen Manchester als Forscher.[2]

1915 wurde Georges Imbert in die deutsche Armee eingezogen, wo er als Chemiker für die Unternehmen Chemische Fabrik Königswarter & Ebell in Linden bei Hannover und Pintsch in Berlin tätig war.[2]

Nach seiner Demobilisierung 1918 widmete er sich weiter der Seifenherstellung in Diemeringen.[2] Daneben forscht er an der Kohleverflüssigung. Es gelingt ihm im Labormaßstab aus Kohle synthetisches Benzin herzustellen, nur sind die Kosten für einen wirtschaftliche Anwendung zu hoch.[2] Nachdem er dies erkannte, widmete er sich der Umwandlung von Kohle in Gas. 1920 erfand er einen Gasgenerator zur Erzeugung von Gas aus Kohle, den er 1921 praktisch umsetzte.[2] Der erste Kohlefvergaser in einem Fahrzeug folgte 1923.[2]

1922 fand in Frankreich ein Wettbewerb zur Produktion von synthetischen Gas statt, den Engländer gewinnen. Man geriet unter Druck, die nationale Energieversorgung Frankreichs von ausländischen Brennstoffen unabhängig zu machen.[2]

Im Folgejahr trat die französische Armee an Imbert mit dem Auftrag heran, einen Holzvergaser zu bauen. Die Industriellen De Dietrich richteten ihm in Reichshoffen ein Forschungslabor in ihrer Eisenbahnfabrik ein.[2] 1924–26 patentiert Imbert verschiedene Technologien zur Gassynthese, so das Konstruktionsprinzip des Holzvergasers mit doppeltem Mantel und doppelter Vergasungszone.[1] Die De Dietrichs reichen ihrerseits Patente ein, was Imbert 1926 zur Beendigung der Zusammenarbeit veranlasste.[2]

Imbert erwarb das Anwesen „Chalet“ in Sarre-Union und gründete 1930 die Compagnie Générale des Gazogènes Imbert.[2]

Trotz der Begeisterung des französischen Kriegsministers André Maginot für das Projekt war die wirtschaftliche Lage schwierig. 1931 musste Imbert Lizenzen zum Bau von Vergasern an seinen deutschen Vertreter, den westfählischen Kaufmann und Ingenieur Hanns Linneborn, verkaufen. Dieser begann die Kleinserienfertigung von Holzgasgeneratoren in Deutschland.[1][2] 1934 versuchte sein Bruder Jean-Paul, Synthesegas an die Amerikaner zu verkaufen.[2] Der Erfolg in Deutschland ermöglichte es Imbert, seine Synthesetechnologie in Sarre-Union weiterzuentwickeln. Er entwickelt schließlich einen Holzvergaser, der ungetrocknetes Holz verwenden kann, ohne den Motor zu verstopfen.[2]

1938 erfand Imbert einen Braunkohlenvergaser.[1]

Bei der Evakuierung von Sarre-Union im Mai 1940 zog er mit seiner Familie nach Épinal in den Vogesen. Bei seiner Rückkehr im September wurde er Angestellter seiner ehemaligen Firma, die von seiner Dependance „Imbert Köln“ gekauft worden war.[2]

1944 fand das Werk Imberts allgemeine Anerkennung in der europäischen Fachwelt. Die deutsche Presse bezeichnete ihn als „Papst des Gasgenerators“.[2] Deutschland und andere europäische Staaten setzen den Holzvergaser wegen der Knappheit von Erdöl im Militär und Zivilfahrzeugen in größerem Umfang ein.[2] Bis 1950 werden etwa 500.000 Holzvergaser eingebaut.[1]

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Imbert war evangelisch. Er heiratete 1921 in Straßburg 1921 Henriette Jeanne Hudry (1897–1958), mit der er zwei Söhne und zwei Töchter hatte.[1] Einen Sohn verlor Imbert an der Ostfront. Den unvermeidlichen Verlust des Krieges durch Deutschland vor Augen, versank er im Alkoholismus.[2] Im Dezember 1944 wurde Sarre-Union von der US-Armee besetzt. Georges Imbert wird, obwohl er für die Deutschen gearbeitet hatte nicht inhaftiert. Sein Besitz wurde beschlagnahmt und als Kriegsbeute verkauft. Imbert zog sich an Allem desinteressiert zurück und starb 1950 im Alter von 66 Jahren.[2]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Imbert, Georg in der Deutschen Biographie
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v Biographie de Georges Imbert. Archiviert vom Original am 13. Februar 2006; abgerufen am 19. Juni 2016 (französisch).