Fénétrange

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Fénétrange
Wappen von Fénétrange
Fénétrange (Frankreich)
Fénétrange
Region Grand Est
Département Moselle
Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins
Kanton Sarrebourg
Gemeindeverband Communauté de communes Sarrebourg Moselle Sud
Koordinaten 48° 51′ N, 7° 1′ OKoordinaten: 48° 51′ N, 7° 1′ O
Höhe 227–317 m
Fläche 14,49 km2
Einwohner 712 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 49 Einw./km2
Postleitzahl 57930
INSEE-Code


Flag-Holy-Roman-Empire.png
Territorium im Heiligen Römischen Reich
Fénétrange
Wappen
Wappen des Hauses Finstingen
Karte
Herzogtum Lothringen 1250.PNG
Alternativnamen Baronnie de Fénétrange
Herrschaftsform Herrschaft
Herrscher/Regierung Freiherr
Heutige Region/en FR-57


Reichskreis Oberrheinischer Kreis
Hauptstädte/Residenzen Finstingen
Dynastien Haus Malberg - Haus Salm - Haus Lothringen
Konfession/Religionen römisch-katholisch bis 1565, dann Evangelisch, heute gemischt
Sprache/n Französisch - Rheinfränkisch


Aufgegangen in Frankreich


Fénétrange (deutsch Finstingen) ist eine französische Gemeinde mit 712 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Moselle in der Region Grand Est (bis 2015 Lothringen). Sie gehört zum Arrondissement Sarrebourg-Château-Salins und war bis 2015 Hauptort des Kantons Fénétrange.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der heute noch mittelalterlich befestigte Ort liegt an der oberen Saar zwischen Sarrebourg und Sarre-Union an der Grenze zum Département Bas-Rhin (historische Region Elsass). Die deutsche Stadt Saarbrücken ist etwa 40 Kilometer, die französischen Städte Nancy und Metz, beide an der Mosel gelegen, sind 60 bzw. 70 Kilometer entfernt. Das Gemeindegebiet von Fénétrange bildet den östlichsten Zipfel des Regionalen Naturparks Lothringen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Vinstringen“ wurde 1070 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort kam 1766 vom Heiligen Römischen Reich zu Frankreich, 1871 zu Deutschland und 1919 wieder zu Frankreich.

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filestengas (zehntes Jahrhundert)[1], Filistenges et Vinstringen (1070), Philistingis (1136), Phylestanges (1222), Finstingen (1323), Vinstingen (1328), Vinstinga (1340), Fenestranges (1433), Phinstingen (1558), Vinstringium (1675)[2], Fénétrange (1793)[3], Fénestrange (neunzehntes Jahrhundert)[4].

Kulturgüter und wichtige Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch ihre lange Geschichte besitzt die Stadt eine Reihe von bedeutenden Bauwerken und Kulturstätten. Zu den Profanbauten zählen römische Relikte, die Burg aus dem vierzehnten Jahrhundert, die im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert nach ihrer Zerstörung wieder aufgebaut und in ein öffentliches Gebäude umwandelt wurde. Die befestigte Stadt hat noch Teile einer Stadtmauer sowie ein Stadttor: Im Westen die Porte de France, deren Rundturm noch Überreste aus dem fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert aufweist. Außerdem ist noch das Eingangstor zur Burg hin erhalten. Die beiden Stadttore nach Norden und Osten (Porte d’Allemagne) sind nicht mehr existent, letzteres wurde schon 1824 als Verkehrshindernis angesehen und mit dem Bau der Route Départementale N° 1 von Nancy nach Landau beseitigt.[5]

Viele Straßenzüge besitzen noch ein geschlossenes Bild ihrer Straßenfassaden mit Erkern und teils bemerkenswert gestalteten Reliefs, auch wenn der Leerstand deutlich ins Auge fällt.

An Sakralbauten ist an erster Stelle die hochgotische Stiftskirche Saint-Remy zu nennen, deren Baumeister Hans Meiger von Werde aus Straßburg damit für ihn ein eher außergewöhnliches Kirchenbauwerk außerhalb seines angestammten Wirkkreises geschaffen hat. In ihr liegt Erzbischof Heinrich von Vinstingen (vor 1366 bis ~1386) begraben. An der Straßenkreuzung vor der Porte de France D43/ D38 liegt die protestantische Pfarrkirche von 1805/06. Fénétrange hatte auch eine jüdische Gemeinde mit eigener Synagoge und einem Jüdischen Friedhof. Aus dem 16. Jahrhundert stammt eine Kapelle mit außenliegender Wendeltreppe in der Rue de L'Hôtel de ville.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007
Einwohner 855 898 847 816 807 823 708

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Fénétrange – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Marie Thérèse Morlet - Les Noms de personne sur le territoire de l'ancienne Gaule Tome 3
  2. Dictionnaire topographique du département de la Meurthe - Henri Lepage (1862)
  3. Des villages de Cassini aux communes d'aujourd'hui sur le site de l'École des hautes études en sciences sociales
  4. Bulletin des lois de la République franc̜aise, S. 374
  5. Bauplan der Route Départementale N° 1 von Nancy nach Landau, Bibliothèque nationale de France, 6. November 2012