Gerald Loacker

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Gerald Loacker (2014)

Gerald Loacker (* 28. November 1973 in Dornbirn) ist ein österreichischer Politiker (NEOS). Loacker ist seit dem 29. Oktober 2013 Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerald Loacker wurde am 28. November 1973 in Dornbirn im österreichischen Bundesland Vorarlberg geboren. In seiner Heimatstadt besuchte er auch das Bundesgymnasium Dornbirn, an welchem er im Jahr 1992 die Matura absolvierte. Anschließend studierte Loacker von 1992 bis 1997 an der Universität Wien im Diplomstudium Rechtswissenschaften und schloss dieses mit der Sponsion zum Magister iuris (Mag. iur.) ab. Von Mai 1997 bis Oktober 1998 absolvierte er anschließend die Gerichtspraxis am Oberlandesgericht Wien. Während seines Studiums war er außerdem Mitglied der katholischen Studentenverbindung Norica Wien. Davor wurde er schon während seiner Schulzeit Mitglied der katholischen Mittelschulverbindung Siegberg Dornbirn (bis 1989 im MKV).

Im November 1998 wurde Loacker zum Fachgruppengeschäftsführer Industrie in der Wirtschaftskammer Vorarlberg bestellt. Anschließend daran wurde er im Februar 2000 stellvertretender Personalleiter der Firma Tridonic in Dornbirn. In den Jahren 2003 bis 2005 absolvierte er nebenberuflich den Universitätslehrgang für Personal- und Organisationsentwicklung an der Universität Innsbruck, den er als akademischer Personal- und Organisationsentwickler abschloss. Von 2004 bis 2007 war Loacker in der Folge Leiter der Personalabteilung der Rondo Ganahl AG, anschließend wurde er im November 2007 Personalleiter der Dornbirner Sparkasse Bank AG.

Nachdem er im Jahr 2013 das Nationalrats-Mandat angenommen hatte, wurde er zunächst im Beschäftigungsausmaß von 50 % weiterhin als Personalleiter bei der Dornbirner Sparkasse beschäftigt. Im Jänner 2016 wurde bekannt, dass Loacker ab Ende Februar 2016 gegen seinen Willen vom Dienstgeber für die Dauer seiner politischen Tätigkeit karenziert wurde, weil die Unternehmensleitung argumentierte, dass das Unternehmen einen Vollzeit-Personalchef benötige. Loacker hat ein Rückkehrrecht auf seine Position nach dem Ende seiner politischen Tätigkeit.[1] Wenige Tage später wurde bekannt, dass Gerald Loacker mit Beginn im März 2016 eine neue Teilzeit-Tätigkeit als juristischer Mitarbeiter mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht in der Dornbirner Anwaltskanzlei LF-LAW Längle Fussenegger Singer Rechtsanwälte Partnerschaft angenommen hatte.[2] Seit Februar 2017 ist Loacker selbständig als allgemein beeideter und gerichtlicher zertifizierter Sachverständiger für Berufskunde sowie Arbeitsorganisation tätig.

Politischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine erste politische Funktion übernahm Gerald Loacker als Mitglied der Dornbirner Stadtvertretung für die Österreichische Volkspartei im Jahr 2001. Im Jahr 2002 wollte Loacker erstmals als Abgeordneter zum Nationalrat für die ÖVP Vorarlberg im Regionalwahlkreis Vorarlberg Nord kandidieren und bewarb sich deshalb parteiintern um einen entsprechenden Spitzenplatz auf der ÖVP-Liste. Über seine Konkurrentin um diesen Platz, die spätere Nationalratsabgeordnete Anna Franz, sagte Loacker im Vorfeld der parteiinternen Abstimmung öffentlich „In einem urbanen Wahlkreis wie hier im Regionalwahlkreis Nord ist eine junge Führungskraft aus der Industrie sicher das frischere Signal, als eine 50-jährige Lehrerin.“ Gerald Loacker wurde für diese Äußerung intern scharf gerügt und zog seine Kandidatur um den Spitzenplatz im Wahlkreis daraufhin zurück.[3]

Von April 2010 bis Jänner 2013 war er erneut für die ÖVP Ersatzmitglied der Stadtvertretung, ehe er aus der Partei austrat, um Vorarlberger Landessprecher der neugegründeten Partei NEOS – Das Neue Österreich zu werden. Als solcher kandidierte er bei der Nationalratswahl in Österreich 2013 auf Platz zwei der Landesliste von NEOS in Vorarlberg hinter Spitzenkandidat Matthias Strolz. Dieser verzichtete auf sein Landeslisten-Mandat, daher wurde Loacker mit Beginn der Legislaturperiode Abgeordneter des Landeswahlkreises Vorarlberg, wo NEOS 13,1 % der Stimmen erreichen konnte. Am 29. Oktober 2013 wurde Gerald Loacker als einer von neun NEOS-Abgeordneten im Nationalrat angelobt. Bei der Nationalratswahl 2017 kandidierte Loacker erneut für NEOS sowohl im Regionalwahlkreis Vorarlberg Nord als auch auf der Landes- und Bundesliste. Nachdem die Partei bei dieser Wahl aber nur noch 9,0 % der Stimmen in Vorarlberg erreichen konnte, erhielt sie kein Grundmandat auf Regional- oder Landeswahlkreisebene. Gerald Loacker zog daher in den Nationalrat der 26. Legislaturperiode als Abgeordneter über den Bundeswahlvorschlag von NEOS ein.[4]

Bei der Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahl 2015 kandidierte Loacker erstmals gegen seine ehemalige politische Heimat, die Dornbirner Volkspartei. Er wurde von den Dornbirner NEOS auch als Bürgermeisterkandidat ins Rennen geschickt, erreichte in der Direktwahl jedoch nur 4,43 % der Stimmen und damit sogar noch weniger als die NEOS an Gemeindevertretungsstimmen bekamen (5,66 %). Er wurde nach der Wahl einer von zwei Mandataren der NEOS in der Dornbirner Stadtvertretung.[5] Im Dezember 2017 legte er das Mandat als Mitglied der Dornbirner Stadtvertretung zurück und wurde mit Jänner 2018 Ersatzmitglied der Dornbirner Stadtvertretung.

Bei der Nationalratswahl 2019 gelang es Loacker wieder wie 2013 über ein Grundmandat im Landeswahlkreis Vorarlberg in den Nationalrat einzuziehen.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gerald Loacker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. NEOS-Mandatar Loacker gegen seinen Willen von Arbeitgeber karenziert. Artikel auf Vorarlberg Online (VOL.at) vom 21. Jänner 2016.
  2. NEOS-Loacker hat neuen Job. Artikel des ORF Vorarlberg vom 30. Jänner 2016.
  3. Andreas Dünser: Loacker will Neos-Nationalrat werden. Artikel in den Vorarlberger Nachrichten vom 9. März 2013.
  4. Diese sieben Vorarlberger ziehen nun in den Nationalrat. In: Vorarlberg Online (VOL.at). 20. Oktober 2017, abgerufen am 27. April 2018.
  5. Wahlergebnisse der Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen 2015 im Webauftritt der Vorarlberger Landeswahlbehörde.
  6. Wer es in den Nationalrat geschafft hat – und wer nicht. In: vorarlberg.ORF.at. 29. September 2019, abgerufen am 23. Oktober 2019.