Zumtobel

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Zumtobel (Begriffsklärung) aufgeführt.
Zumtobel Group AG
Logo Zumtobel Group.jpg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN AT0000837307
Sitz Dornbirn, Österreich
Leitung Ulrich Schumacher (CEO)
Karin Sonnenmoser (CFO)

Alfred Felder (COO)

Mitarbeiter 6.761 (2015/16)
Umsatz 1.356,5 Mio. EUR (2015/16)
Branche Lichttechnik
Website www.zumtobelgroup.com

Die Zumtobel Group mit Sitz in Dornbirn, Österreich, beschäftigt sich mit Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Lichttechnik. Das Unternehmen bietet Lichtlösungen, Leuchten, Lichtmanagement und Lichtkomponenten für Anwendungen im Innen- und Außenbereich an. Zumtobel ist europäischer Marktführer im Bereich professioneller Beleuchtungssysteme und europaweit die Nummer zwei im Bereich der Lichtkomponenten.

Der Konzern besitzt Produktionsstätten in Europa, Asien, Nordamerika und Australien sowie Vertriebsgesellschaften und Partnergesellschaften in über 70 Ländern.

Seit 2007 verleiht die Firmengruppe den Zumtobel Group Award (Zumtobel Group Award for Sustainability and Humanity in the Built Environment) alle zwei Jahre an Architekten und Ingenieure.[1] und ist 2012 mit 140.000 € dotiert.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zumtobel-Gruppe geht auf das im Jahr 1950 von Walter Zumtobel (1907–1990)[3] in Dornbirn gegründete Unternehmen Elektrogeräte- und Kunstharzpresswerk W. Zumtobel zurück, das Vorschaltgeräte für Leuchtstoffröhren produzierte.

1952 begann man komplette Leuchten auf Basis Leuchtstoffröhre zu produzieren. Die besonders schmale Balkenleuchte Profilux wird 1953 am Markt eingeführt und wird zu einem Verkaufserfolg. Zumtobel gewann 1963 für die FER Einbauleuchte (für Hängedecken) einen ersten Designpreis.[4]

1959 reist Walter Zumtobel erstmals in die USA und besucht den Leuchtenhersteller Daybright Lighting, in St. Louis.[5]

1959 wird ein Lichtlabor errichtet, das Lichtverteilungskurven ermittelt.

Staff, als Staff & Schwarz Leuchtenwerke (gegründet 1945) noch autonom, führt 1967 das erste deutsche Stromschienensystem Lite-Trac ein.

Das Unternehmen war von 1956 bis 1979 Lizenznehmer der Lichttechnischen Spezialfabrik Dr. Ing. Schneider & Co. Es erhielt 1976 die Staatliche Auszeichnung, die das Führen des Bundeswappens im Geschäftsverkehr erlaubt. Im selben Jahr wurde der Konzern in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

1976 wird eine Minderheitsbeteiligung an Tridonic Ltd.,[6] Großbritannien erworben, 1983 erfolgt die vollständige Übernahme.

Durch Kaufvertrag vom 2. März 1979 ging die Fabrik der Dr.-Ing. Schneider & Co. in Usingen in das Unternehmen über und mit Vertrag vom 28. März 1979 auch der Geschäftszweck.[7]

1991 erfolgte die Unterteilung in die beiden Geschäftsfelder Leuchten (damals Zumtobel Licht) und Lichtkomponenten (damals Tridonic-Bauelemente). 1993 erwarb man dann die Mehrheit der Anteile an der deutschen Staff-Gruppe in Lemgo, 1994 erfolgte die vollständige Übernahme.

Im Jahr 2000 wurde mit Hilfe der Eigenkapitalpartner Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) die britische Wassall plc übernommen und die Thorn Lighting Group mit dem Leuchtengeschäft von Zumtobel fusioniert, das Komponentengeschäft von Thorn wurde in die Tridonic Division überführt.

Seit 2005 werden die LED-Aktivitäten weiterentwickelt. Die Lexedis Lighting in Jennersdorf wurde als Joint-Venture für Hochleistungs-LED-Lichtquellen von Tridonic Optoelectronic (einem Joint Venture von Tridonic und Lumitech, einem Spin-off der Technischen Universität Graz) und Toyoda Gosei gegründet. Die LEDON Lamp GmbH (Dornbirn) ist eine 100%ige Tochter der Zumtobel-Gruppe für LED-Applikationen.

Im Mai 2006 ging die Zumtobel Gruppe an die Wiener Börse. Im September 2006 wurde die Zumtobel-Aktie in den ATX aufgenommen. KKR verkaufte seinen nach dem Börsengang noch verbliebenen Anteil von 5,5 Prozent im Dezember 2006 außerbörslich an einen institutionellen Investor. Dabei handelte es sich offenbar um Delta Lloyd Asset Management NV. Jedenfalls teilte Zumtobel am 11. Mai 2011 in einer Pflichtmitteilung zur Aktionärsstruktur mit, dass Aviva plc nicht mehr Zumtobel-Aktionär sei, nachdem dessen Mehrheitsbeteiligung an „Delta Lloyd“ beendet worden sei. Delta Lloyd hielt zu diesem Zeitpunkt 6,778 % der 43,5 Mio. Anteilscheine, „Fidelity“ wenige Tage später 9,99 %.[8]

2009 wurden die bisherigen LED-Start-ups in einer eigenen Division zusammengefasst (Marke LEDON). LEDON wurde 2013 rückwirkend zum 1. November 2012 an den österreichischen Unternehmer Thomas Lorünser verkauft.[9]

Mit Wirkung zum 24. September 2012 schied die Zumtobel-Aktie aus dem ATX und wird seit diesem Zeitpunkt im Prime-Markt gehandelt.[10]

In den letzten Jahren hat die Zumtobel Group Großprojekte wie die Beleuchtung der BMW-Werke in Berlin und Leipzig sowie die des Airbus-Werkes in Bremen und der neuen Unternehmenszentrale des Pharmakonzerns Boehringer Ingelheim realisiert.

Des Weiteren wurde die Erweiterung des Beijing International Airport in Volksrepublik China sowie Teile des Burj Khalifa in Dubai, das Emirates Palace in Abu Dhabi, die Bolte Bridge in Melbourne, Australien und die Cathedrale la Seu auf Mallorca, Spanien mit innovativen Lichtlösungen ausgestattet. Aktuelles Projekt ist der neue Skylink-Terminal am Flughafen Wien. Der 10,0 Mio. EUR umfassende Auftrag ist der größte in der Firmengeschichte.

Tridonic-Hauptsitz in Dornbirn, Österreich

Gemäß Jahresabschluss zum 30. April 2016 (Geschäftsjahr 2015/16; Geschäftsjahr jeweils: 1. Mai bis 30. April) belief sich der Umsatz auf 1.356,5 Mio. EUR, das Ergebnis aus dem operativen Geschäft (bereinigtes EBIT) betrug 58,7 Mio. EUR und das Jahresergebnis 11,9 Mio. EUR.[11] Ende 2016 wurde das Werk in Usingen geschlossen.[12]

Am 4. Oktober 2017 verlautbarte Zumtobel, einen Teil der Produktion ins lohnkostengünstigere Serbien, nach Niš zu verlagern. In den nächsten 3–4 Jahren soll die Produktion der Tochter Tridonic von der Färbergasse abgezogen oder ins Hauptproduktionswerk in der Schweizergasse integriert werden. Zentrale und Entwicklung bleiben an der Adresse Färbergasse.[13]

Unternehmensstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Unternehmensgruppe gliedert sich in drei Geschäftsfelder: die Zumtobel Lighting Division für das Leuchtengeschäft mit den Marken Zumtobel und Thorn sowie der OEM-Marke Reiss Lighting und die Tridonic Division für das Komponentengeschäft.

Von den Aktien befinden sich 35,4 % im Besitz der Familie Zumtobel, ungefähr 5 % gehören BlackRock Inc. Die restlichen rund 60 % sind in Streubesitz.[14]

Vergütungsmodell und Corporate Governance[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Vergütungssystem für den Vorstand und das obere Management der Zumtobel Group AG ist darauf ausgerichtet, dass die Vergütung leistungsgerecht ausfällt. Dazu gehört, dass überdurchschnittliche Leistung einen positiven und unterdurchschnittliche Leistung einen negativen Effekt auf die Höhe der Vergütung des Vorstandes hat. Zudem legt das Vergütungssystem einen Fokus auf nachhaltiges, langfristig orientiertes Handeln. Aus diesem Grund weisen die Verträge mit Vorstandsmitgliedern, die ab dem 1. Oktober 2013 Gültigkeit erlangten, die variablen langfristigen Vergütungsbestandteile (Long-Term Incentive; LTI) auf Basis von 5-Jahres-Tranchen zu.

Die variable Vergütung setzt sich aus einer kurzfristigen Komponente (Short-Term Incentive; STI) und einer langfristigen Komponente (Long-Term Incentive; LTI) zusammen. Der STI wird zum Zeitpunkt der Zuteilung direkt in Cash ausbezahlt.

Die Ausschüttung des LTI in Cash wird auf die fünf folgenden Jahre verteilt, wobei der Wert der ausbezahlten Tranche anhand einer Performance Evaluation zum jeweiligen Ausschüttungszeitpunkt bestimmt wird.

Durch die Bewertung der LTI-Tranchen wird sichergestellt, dass nicht nur die kurzfristigen Effekte von Managemententscheidungen, sondern eben auch deren langfristige Auswirkungen auf die Unternehmensentwicklung in der Vergütung angemessen berücksichtigt werden.

In der Regel wird die variable Vergütung eines Vorstandsmitglieds einzig und alleine über den Zielerreichungsgrad des relativen Leistungsindikators MAPI (Market Adjusted Performance Indicator) bestimmt. Bei der Performance Evaluation zum Zeitpunkt der Zuteilung der variablen Vergütung sowie zum Zeitpunkt der Auszahlung der LTI-Tranchen wird die Leistung des Vorstands anhand des relativen Leistungsindikators MAPI (Market Adjusted Performance Indicator) gemessen. Seit dem Geschäftsjahr 2014/15 basiert der relative Leistungsindikator auf dem Total Shareholder Return der Zumtobel Group AG, welcher mit dem Total Shareholder Return einer spezifisch auf den Konzern zugeschnittenen Gruppe von Vergleichsunternehmen (Peer Group) verglichen wird.

Die Vergleichsgruppe ist sowohl geografisch als auch bezüglich Industriesektoren breit abgestützt und wurde für das Geschäftsjahr 2015/16 im Vergleich zum Geschäftsjahr 2014/15 nicht angepasst.

Damit berücksichtigt das Vergütungssystem der Zumtobel Group AG in all seinen Bestandteilen die Anforderungen des österreichischen Corporate Governance Kodex, insbesondere auch der Regel C27.

Das Vergütungsmodell der Zumtobel-Gruppe wurde in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsberatung FehrAdvice & Partners AG entwickelt und basiert auf den verhaltensökonomischen Forschungsergebnissen von Ernst Fehr von der Universität Zürich.[15]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zumtobel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Architekturpreise, abgerufen am 2. Oktober 2012
  2. Gesellschaftliches Engagement der Zumtobel Gruppe, abgerufen am 2. Oktober 2012
  3. Träger des Ehrenzeichens des Landes Vorarlberg in Gold (PDF; 60 kB), abgerufen am 23. September 2012
  4. Geschichte – Die ersten Jahre nach der Gründung bis 1990 zumtobelgroup.com, abgerufen 5. Oktober 2017.
  5. Anm.: Gegründet 1923 als Day-Bright Reflector Co., führte – erstmals in den USA – 1940 industriell erzeugte Leuchtstoffröhrenlampen ein. Expandiert 1946 als Daybright Lighting.
  6. Anm. Gesprochen "traidonik"
  7. Feurstein: Vom Familienunternehmen zur Unternehmensfamilie: Die Zumtobel-Konzerngruppe; S. 364 f., erneut abgerufen am 23. September 2012
  8. Aktionärsstruktur Zumtobel Group, zuletzt aktualisiert April 2016.
  9. Ledon Lamp macht sich selbständig Pressemitteilung der Zumtobel-Gruppe, 15. Februar 2013
  10. Amag ersetzt Zumtobel, Bene wechselt in Mid Market. Abgerufen am 19. Oktober 2012.
  11. Jahresfinanzbericht der Zumtobel Group 2015/16
  12. Zumtobel schließt Werk in Usingen Ende 2016 orf.at, 28. Oktober 2016
  13. Zumtobel verlegt Produktionsteile nach Serbien orf.at, 4. Oktober 2017, abgerufen 4. Oktober 2017.
  14. Zumtobel Group - Aktionärsstruktur. Abgerufen am 25. Juni 2015.
  15. Verguetungsbericht für das Geschäftsjahr 2015/2016, abgerufen am 27. Mai 2017

Koordinaten: 47° 24′ 27″ N, 9° 44′ 7″ O