German Marshall Fund

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der German Marshall Fund of the United States (GMF) ist eine unabhängige US-amerikanische Stiftung, die sich der Förderung der transatlantischen Beziehungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft widmet.

Geschichte und Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guido Goldman, damaliger Leiter am Minda de Gunzburg Center for European Studies (CES) der Universität Harvard, initiierte 1970 Gespräche mit deutschen Regierungsvertretern über eine Forschungsunterstützung anlässlich des baldigen 25-jährigen Jubiläums des Marshallplanes. Die Regierung von Willy Brandt nahm die Idee auf und ging weit über die ursprünglich Idee und die angefragten 50.000 $ pro Jahr hinaus. Im Ergebnis wurde die Stiftung 1972 aufgrund einer Schenkung durch die Bundesrepublik Deutschland als Dank an die Bevölkerung der USA und als beständige Erinnerung an das unter dem Namen Marshallplan in die Geschichte eingegangene European Recovery Program (1947) zum Wiederaufbau Europas nach Ende des Zweiten Weltkriegs errichtet. Die Schenkung betrug 150 Mio. DM über die nächsten 15 Jahre. Daraus wurden einerseits Projekte ermöglicht und andererseits Stiftungskapital aufgebaut.

Durch Zusage von Helmut Kohl im Jahr 1986 wurde die Schenkung von der Bundesrepublik Deutschland um weitere 100 Mio. DM erhöht (weitere 10 Jahre mit 10 Mio. DM pro Jahr). Im Jahr 2000 wurden weitere 15 Mio. DM verteilt über 10 Jahre vom deutschen Bundestag hinzugefügt. Heute finanziert sich der GMF aus Spenden, Fördergeldern (z. B. aus EU-Programmen) und Erträgen aus seinem Stiftungsvermögen.[1]

Finanzielle Eckdaten seit 2011:[2]

  • Assets 175 - 227 Mio. $ (u. a. Stiftungskapital z. B. Immobilien und Kapitalanlagen)
  • Ausgaben pro Jahr 30 - 39 Mio. $ (eigene Projekte, Förderungen externer Projekte, Verwaltung)
    • davon Verwaltung 8 - 15 Mio. $ (u. a. Personal, Mieten und Spendenakquise)

Bedeutung und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der internationalen Bedeutung, die dem GMF auf beiden Seiten des Atlantik inzwischen zukommt, entsprechen die sechs europäischen Büros in Berlin, Bratislava, Paris, Brüssel, Belgrad und Bukarest, sowie das Büro in Ankara, die von der Stiftung neben dem Hauptquartier des GMF in Washington, D.C., USA, unterhalten werden. [3][4]

Ziel der Stiftung ist, die Verständigung zwischen Europäern und US-Amerikanern zu vertiefen, die Zusammenarbeit zu unterstützen und den Austausch von praktischen Erfahrungen zu fördern. Die Förderung von Individuen und von Institutionen wird entsprechend folgender Richtlinien vergeben:

  • Die Projekte müssen Aspekte thematisieren, die sowohl für europäische Länder als auch für die USA von Bedeutung sind. Sie müssen Menschen oder Institutionen auf beiden Seiten des Atlantiks einbinden.
  • Der GMF ist insbesondere daran interessiert, Führungskräfte zu fördern, die sich auf dem Gebiet der transatlantischen Beziehungen engagieren.
  • Die Projekte müssen auf den Transfer von Erfahrungen und Innovationen hin angelegt sein; sie sollten idealerweise Praktiker und Politiker involvieren.

Geförderte Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SPIEGEL ONLINE, Hamburg Germany: Trans-Atlantic Titan: The End of an Era at the German Marshall Fund - SPIEGEL ONLINE - International. Abgerufen am 3. August 2017.
  2. Annual Report & Financials | The German Marshall Fund of the United States. Abgerufen am 3. August 2017 (englisch).
  3. Nahum Goldman
  4. The German Marshall Fund, a Fund for Secret Action Specialists?, A Cold War Freak for Covert Action
  5. Jörg Himmelreich auf “German Marshall Fund of the United States”
  6. Robert Kagan to Serve Jointly at German Marshall Fund and Carnegie Endowment – Pressemitteilung. Website des German Marshall Fund of the United States. Abgerufen am 26. März 2014.
  7. Senior Transatlantic Fellow &Senior Director for Strategy
  8. Astrid Ziebarth auf “German Marshall Fund of the United States”