Johannes Kahrs

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Johannes Kahrs (2008)Signature Johannes Kahrs.png

Johannes Kahrs (* 15. September 1963 in Bremen) ist ein deutscher Politiker (SPD) und Oberst der Reserve der Bundeswehr. Er war von 1998 bis 2020 direkt gewähltes Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis Hamburg-Mitte. Für die SPD war er Sprecher der Bundestagsfraktion im Haushaltsausschuss und Kreisvorsitzender in Hamburg-Mitte. Kahrs legte mit Ablauf des 5. Mai 2020 sein Bundestagsmandat nieder und gab seine politischen Ämter auf.[1][2]

Familie, Ausbildung und Beruf

Der Sohn der Bremer SPD-Politiker Wolfgang Kahrs (Rechtsanwalt, Justizsenator von 1971 bis 1987) und Bringfriede Kahrs (Bildungssenatorin von 1995 bis 1999) wuchs in Bremen-Nord auf. Schon seine Großeltern waren SPD-Mitglieder.[3]

Nach dem Abitur in Bremen leistete Kahrs zwei Jahre Wehrdienst als Reserveoffizieranwärter bei der Panzergrenadiertruppe. Seit 2012 bekleidet er den Rang eines Obersten der Reserve.[4] Anschließend schloss er nach neun Jahren ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Hamburg mit dem ersten Staatsexamen ab.[5] Währenddessen wurde er Mitglied der Studentenverbindung Hamburger Wingolf und war von 1989 bis 1991 Bundessprecher des Wingolfsbundes. Als solcher leitete er das erste Wartburgfest des Wingolfsbundes in Eisenach seit dem Zweiten Weltkrieg.[6] Nach seinem Studium trat er in das kommunale Wohnungsbauunternehmen SAGA ein, in dem er zuletzt als Stabsstellenleiter tätig war.

Kahrs machte seine Homosexualität öffentlich, als er in den Bundestag gewählt wurde. Am 28. September 2018 heiratete er seinen langjährigen Lebenspartner Christoph Rohde. Als ein Trauzeuge fungierte der Parteifreund und Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte Falko Droßmann.[7] Er ist evangelisch-lutherischer Konfession.[8]

Politik

Partei

Kahrs gibt an, kurz nach dem konstruktiven Misstrauensvotum 1982 in die SPD eingetreten zu sein.[9] Er engagierte sich zunächst bei den Jungsozialisten, deren Hamburger Landesvorstand er zwei Jahre angehörte. Er gehörte bereits damals dem rechten Parteiflügel an und war mehrfach in Auseinandersetzungen mit Vertretern der Parteilinken verwickelt.

Seit 2002 ist Kahrs Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes Hamburg-Mitte.[10] Dadurch ist er auch Mitglied im Vorstand der SPD Hamburg. 2007 setzte er sich in einer Nachwahl durch; 2014 wurde er auf dem Landesparteitag mit 65,6 % der Delegiertenstimmen als Kreisvertreter Hamburg-Mitte wiedergewählt.[11]

Seit 2004 ist Kahrs einer der drei Sprecher des Seeheimer Kreises, der den rechten Flügel in der SPD repräsentiert.[4] Bei der Auseinandersetzung um die Nachfolge Klaus Uwe Benneters als Generalsekretär der SPD setzte sich Kahrs 2005 für Karl-Josef Wasserhövel ein. Diesen hatte der Parteivorsitzende Franz Müntefering mit Unterstützung des rechten Flügels vorgeschlagen. Der Parteivorstand stellte sich mehrheitlich gegen Müntefering und schlug Andrea Nahles, die zur SPD-Linken gezählt wird, als neue Generalsekretärin vor. Müntefering trat daraufhin zurück. Kahrs bedauerte dies und warf Niels Annen vor, im Parteivorstand gemeinsam mit anderen Parteilinken „Müntefering wissentlich und kalkuliert den Dolch in den Rücken gerammt“ zu haben,[12] eine Formulierung, die auch in Teilen der SPD-Rechten kritisiert wurde.

Der Konflikt zwischen Kahrs und Annen ging 2008 bei der Aufstellung des Direktkandidaten im Bundestagswahlkreis Eimsbüttel für die Bundestagswahl 2009 weiter. Parteiintern setzte sich im November 2008 statt des bisherigen Mandatsträgers Annen der Eimsbütteler Juso-Vorsitzende Danial Ilkhanipour durch. Kahrs wurde (auch von Teilen der Hamburger SPD) vorgeworfen, er habe mit Hilfe der für ihn arbeitenden Jusos verdeckt eine Mehrheit gegen Annen organisiert und damit dessen Wiederwahl vereitelt. Öffentlich forderten daraufhin die damalige stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei, Andrea Nahles, und der frühere Juso-Vorsitzende Björn Böhning Kahrs’ Rückzug als Sprecher des Seeheimer Kreises.[13]

Umstritten ist auch Kahrs’ Rolle als Vorsitzender des SPD-Kreisverbands Hamburg-Mitte. Laut Presseberichten hat er ein System persönlicher Abhängigkeiten geschaffen, das auf ihn als Spitze ausgerichtet sei und Mehrheiten gegen unliebsame Amts- und Mandatsträger organisiere. Er sichere sich Loyalität durch oft nicht eingelöste Versprechen von Posten.[14] Dieses „System Kahrs“ ist als „sektenartig“ bezeichnet worden;[15] der linke SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann warf Kahrs „Burschenschafterverhalten“ vor, das mit „gute[m] Stil in einer Partei“ breche.[16] Kahrs selbst bestritt unlautere Einflussnahmen; er sei ein durchsetzungsfähiger, „hervorragender Kreisvorsitzender“.[17] Sein Einfluss reicht bis in lokale Entscheidungsprozesse wie die Besetzung von Senatorenposten[18] oder Gebäudenutzungen[19].

Abgeordneter

Kahrs bei einer Wahlparty nach der Hamburger Bürgerschaftswahl 2001

Von 1993 bis 1998 gehörte Kahrs der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte an, in der er ab 1994 Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses war. Er blieb das auf Vorschlag der SPD-Fraktion auch nach seinem Ausscheiden aus der Bezirksversammlung bis zu seinem Rücktritt am 10. Februar 2012 wegen der Chantal-Schreiber-Affäre.[20]

Von 1998 bis 2020 war Kahrs Mitglied des Deutschen Bundestages. Er wurde stets direkt als Abgeordneter für den Wahlkreis Hamburg-Mitte in den Deutschen Bundestag gewählt. 2005 erreichte er hier 49,5, 2009 34,6, 2013 39,2 und 2017 30,9 Prozent der abgegebenen Erststimmen.

Im Bundestag war Kahrs Mitglied im Ältestenrat, im Haushaltsausschuss, im Rechnungsprüfungsausschuss und in der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft. Er war stellvertretendes Mitglied im Verteidigungsausschuss, im Unterausschuss Neue Medien sowie im Verkehrsausschuss.[21]

Seit 2009 war er im Haushaltsausschuss zuständig für die Haushalte des Bundestages und des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Im Dezember 2011 übernahm Kahrs den Vorsitz der deutsch-türkischen Parlamentariergruppe des 17. Bundestages,[22] war im 18. Bundestag stellvertretendes Mitglied der deutsch-südkaukasischen Gruppe und war im 19. Bundestag von Mai 2018 bis 2020 deren Vorsitzender. Er war seit 2008 Beauftragter für die Belange von Lesben und Schwulen in der SPD-Bundestagsfraktion.[23]

Kahrs lenkte als Ausschussmitglied immer wieder Sondermittel des Bundeshaushalts nach Hamburg. In seiner Fraktion hat er sich mit dieser Durchsetzungsfähigkeit zunehmend Ansehen erworben; der „Haudegen“ sei „ein einflussreicher Berliner Politiker mit besten Kontakten“ geworden, so das Hamburger Abendblatt. Für die Bundestagswahl 2017 kandidierte er erstmals für einen Listenplatz der Hamburger SPD, was der linke Parteiflügel kritisierte.[18] Er wurde im Dezember 2016 mit 69 % der Stimmen hinter Aydan Özoğuz auf Platz 2 der Landesliste gewählt.[24] Nach der Bundestagswahl 2017 kritisierte er öffentlich die frühe Festlegung der Parteispitze auf Andrea Nahles als Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion und setzte durch, dass nicht Hubertus Heil, sondern Carsten Schneider – einer seiner Co-Sprecher im Seeheimer Kreis – Erster Parlamentarischer Geschäftsführer wurde.[25]

Nachdem Kahrs mit seiner Bewerbung um das Amt des Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages in der SPD-Fraktion gescheitert war, gab er nach 21 Jahren als Abgeordneter mit sofortiger Wirkung sein Bundestagsmandat zurück und legte sämtliche politischen Ämter nieder.[26][27]

Kahrs absolvierte jährlich etwa 200 Hausbesuche und lud im Rahmen des Bundestags-Besuchsprogramms jedes Jahr Tausende Hamburger nach Berlin ein. In sozialen Medien war er täglich aktiv;[28] bei Facebook hatte er im Dezember 2016 5.000, bei Twitter knapp 10.000 Follower. Vor der Bundestagswahl 2017 war Kahrs der am häufigsten twitternde Bundestagskandidat und erklärte in einem Gespräch mit dem Tagesspiegel, in den vergangenen beiden Jahren habe sich der Ton durch Hasskommentare in den sozialen Netzwerken stark verschärft.[29] Seinen Twitter-Account löschte Kahrs nach seinem Rücktritt 2020.

Politische Positionen

Als „Chefhaushälter“[30] der SPD-Bundestagsfraktion setzte sich Kahrs für fiskalpolitische Strenge und gegen die Aufnahme neuer Schulden ein.[31] Er trat dafür ein, die deutschen Einkommenssteuersätze in Zukunft periodisch je nach Entwicklung der Preissteigerung zu senken, um die sogenannte kalte Progression dauerhaft zu vermeiden.[32] In der griechischen Staatsschulden- und Eurokrise stützte er 2015 eine harte Haltung gegenüber den griechischen Regierungen (Austerität). Gegenüber der SYRIZA-Regierung mahnte er Anfang 2015 zum Abwarten,[33] erklärte aber im Juni 2015, der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras habe sich „verzockt“ und sei seiner historischen Aufgabe nicht gerecht geworden,[34] sein Finanzminister Yanis Varoufakis sei ein „politischer Irrläufer ersten Ranges“[35] und ein Grexit kaum zu vermeiden.[36]

Kahrs machte sich jahrelang für eine völlige gesetzliche Gleichstellung der homosexuellen Partnerschaft mit der Ehe stark.[37] Bei der Bundestagsdebatte zur Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe am 30. Juni 2017 richtete er sich sarkastisch an die Bundeskanzlerin: „Frau Merkel, vielen Dank für nichts!“[38]

Er setzt sich für eine Mitgliedschaft der Türkei in der Europäischen Union ein. Mit der Begründung „Die EU ist kein Christenclub, sondern eine Wertegemeinschaft“[39] macht er sich für einen Dialog mit Ankara stark und wirft Bundeskanzlerin Angela Merkel vor, sie habe einen „faktischen Abbruch der EU-Beitrittsgespräche“ betrieben.

In der Flüchtlingskrise in Deutschland 2015 forderte er größere Anstrengungen der Flüchtlinge und der deutschen Verwaltung und nannte Deutschland ein „im Kern christliches Land“;[40] zudem kritisierte er die Rolle von Angela Merkel, die in dieser schwierigen Lage „alles im [U]ngewissen“ lasse.[41]

Kahrs sprach sich gegen eine Wahl von Andrea Ypsilanti mit Stimmen der Linken in Hessen und gegen eine mögliche rot-rot-grüne Koalition auf Bundesebene aus. Im Oktober 2015 sagte er, er halte eine „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ mit der neuen Vorsitzenden der Linken-Bundestagsfraktion Sahra Wagenknecht nicht für möglich und sehe die Partei gespalten in „Pragmatiker“ und „Irrationale“.[42]

Immer wieder hat sich Kahrs für einen Komplettumzug der Bundesregierung nach Berlin ausgesprochen (siehe Berlin/Bonn-Gesetz), um effizientes Regieren zu ermöglichen.[43]

Kahrs setzte sich für die Bewerbung Hamburgs als Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2024 ein und hatte im Bundestags-Haushaltsausschuss 2015 eine Vorfinanzierung in Höhe von 30 Millionen Euro durch den Bund durchgesetzt, da er die Bewerbung als „nationale Aufgabe“ verstand.[44] Zudem setzte sich Kahrs für Belange von Interessengruppen ein, die in seinem Wahlkreis eine große Rolle spielen, wie etwa der Deutschen Zoll- und Finanzgewerkschaft.[45]

Kontroversen

Gerichtsverfahren wegen telefonischer Belästigung

1992 stand Kahrs seiner innerparteilichen Konkurrentin Silke Dose (Mitglied im Hamburger Juso-Vorstand) vor Gericht gegenüber. Dose hatte Anzeige erstattet, weil sie durch anonyme nächtliche Telefonanrufe belästigt worden sei. Bei diesen Telefonaten hatte ihren Angaben zufolge ein Anrufer teils aufgelegt, teils längere Zeit geschwiegen und teils gedroht („Ich krieg’ dich, du Schlampe“). Bei einer danach beantragten Fangschaltung wurden zwei nächtliche Anrufe von Kahrs registriert.[46] Kahrs gab an, Dose nur diese beiden Male angerufen zu haben, die angebliche Drohung stamme daher nicht von ihm.[47] Wegen der bevorstehenden „Juso-Wahl in Hamm“ habe er „ein Interesse“ gehabt, Doses „tatsächlichen Wohnort“ zu erfahren.[46] Das Strafverfahren gegen Kahrs, in dem ihn Ole von Beust vertrat, endete mit einem Vergleich, in dem Kahrs um Entschuldigung bat, die Gerichtskosten übernahm und 800 DM zahlte.[48] Nach dem Prozess forderten ihn im August 1992 über 50 Hamburger Sozialdemokraten um die zum linken Flügel gehörenden Jörg Kuhbier, Angelika Mertens und Hans-Günter Mertens zum Rücktritt von seinen politischen Ämtern auf.[17]

Spenden der Rüstungsindustrie

Im Bundestagswahlkampf 2005 flossen laut der Frankfurter Rundschau insgesamt mehr als 60.000 Euro Parteispenden aus der Rüstungsindustrie an Kahrs’ SPD-Kreisverband Hamburg-Mitte;[49] darunter Spenden unter der Veröffentlichungsgrenze von 10.000 Euro der Rüstungskonzerne Rheinmetall[50] und Krauss-Maffei Wegmann,[51] was unter anderen Transparency International kritisierte. Nach der Bundestagswahl 2005 gelangte Kahrs in den Haushaltsausschuss und wurde SPD-Berichterstatter für den Verteidigungsetat. In der Folge wurde der Projektansatz für den Schützenpanzer Puma, unter anderem hergestellt von den spendenden Rüstungsunternehmen, von zwei auf drei Milliarden Euro erhöht.[52] Im Dezember 2009 berichtete Der Spiegel, Kahrs habe als Mitglied des Haushaltsausschusses „großes Interesse“ gezeigt, „die ‚Eagle IV‘-Entscheidung zu verzögern“, und stellte einen Zusammenhang mit den Spenden der deutschen Panzerbauer an Kahrs’ Kreisverband her. Beim Eagle IV handelt es sich um ein gepanzertes Militärfahrzeug eines Schweizer Herstellers, das zu beschaffen erwogen wurde, da kein gleichwertiges Fahrzeug eines deutschen Rüstungsunternehmens ohne Verzögerung zur Verfügung stand.[53] Kahrs war der einzige SPD-Politiker, der am 8. Juli 2011 gegen den Antrag Keine Genehmigung zur Lieferung von Kriegswaffen an Saudi-Arabien stimmte.[54]

Malte Lühmann von der Informationsstelle Militarisierung sieht Kahrs in Rüstungsfragen in einem „offensichtlichen Interessenkonflikt“, der bis in die eigene Bundestagsfraktion hinein für Kritik sorge.[55]

Spenden der Warburg-Bank

Der NDR berichtete im Februar 2020 über Tagebucheinträge des Bankiers Christian Olearius, laut denen Kahrs sich nach einem Gespräch mit Olearius im Dezember 2017 „in Berlin einen Durchblick“ über Steuer-Rückforderungen wegen Cum-Ex-Geschäften gegen die M.M.Warburg & CO verschaffen wollte. Kahrs bestritt, ein derartiges Gespräch geführt zu haben.[56] Daraufhin berichtete das Hamburger Abendblatt, dass der durch Kahrs geführte SPD-Kreisverband Hamburg-Mitte in demselben Jahr von der Warburg-Bank Spenden in Höhe von 38.000 Euro erhielt.[57]

Nichtberücksichtigung als Wehrbeauftragter und Rücktritt von allen Ämtern

2020 bekundete Kahrs Ambitionen, Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages und damit Nachfolger von Hans-Peter Bartels (SPD) zu werden, den er so an einer erneuten Kandidatur hinderte. Zuvor hatte er als Haushaltspolitiker bereits eine Aufstockung des Büros des Wehrbeauftragten um vier neue Stellen erwirkt. Die SPD-Fraktionsspitze schlug jedoch statt Kahrs die Abgeordnete Eva Högl als Nachfolgerin vor. Kurz darauf trat Kahrs am 5. Mai 2020 von seinem Bundestagsmandat und allen politischen Ämtern zurück.[58] Für ihn rückte Dorothee Martin nach.[59]

Weitere Mitgliedschaften

Kahrs ist Vorsitzender der Kurt-Schumacher-Gesellschaft, des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold[60] sowie der Helfervereinigung des Technischen Hilfswerks in Hamburg. Er gehört der Arbeiterwohlfahrt, der Deutschen Hilfsgemeinschaft, dem SC Hamm 02, der Pfadfinderschaft Nordmark, dem Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr, dem FC St. Pauli, dem SC Vorwärts-Wacker 04, dem Bürgerverein zu St. Georg von 1880, der Deutschen Atlantischen Gesellschaft (als Schatzmeister),[61] der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag, der Rechtshilfe Polizei e. V., dem Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz, der Gewerkschaft ver.di, der nichtschlagenden christlichen Studentenverbindung Hamburger Wingolf, dem Lassalle-Kreis und als stellvertretender Vorsitzender der Fröbel-Gruppe an. Im Februar 2002 wurde Kahrs zum Ehrenmitglied der Jungen Europäischen Föderalisten Hamburg gewählt.[62] Als Beiratsmitglied von Jugend gegen AIDS unterstützt Johannes Kahrs eine von Jugendlichen initiierte und geführte Initiative für Aufklärungs- und Präventionsarbeit.[63]

Kahrs gehört dem Präsidium des Förderkreises Deutsches Heer an,[21] was er dem Bundestag bis 2009 nicht gemeldet hatte.[64] Er gehört ebenfalls dem Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik an.[65]

Ehrungen und Auszeichnungen

Veröffentlichungen

  • Hrsg. (mit Sandra Viehbeck): In der Mitte der Partei. Gründung, Geschichte und Wirken des Seeheimer Kreises. Seeheimer e.V., Berlin 2005, ISBN 3-00-016396-4. (PDF).
  • Die Notwendigkeit einer gezielten Einwanderungspolitik. In: Garrelt Duin, Petra Ernstberger, Johannes Kahrs (Hrsg.): Mittendrin: Zukunftsentwürfe für eine älter werdende Gesellschaft. Rotation, Berlin 2011, S. 51–58.

Weblinks

Commons: Johannes Kahrs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Homepage Johannes Kahrs.
  2. Johannes Kahrs legt alle Ämter und Bundestagsmandat nieder - DER SPIEGEL - Politik. Spiegel Online, abgerufen am 5. Mai 2020.
  3. Sebastian Pfeffer, Julia Korbik: SPD: Was ist politische Haltung, Herr Kahrs? „Immer rein da mit Hurra“. In: The European. 28. Januar 2015.
  4. a b Biographie beim Deutschen Bundestag.
  5. Markus Wehner: SPD Hamburg: Das System Johannes Kahrs. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 19. September 2018]).
  6. Wingolfsblätter. Heft 3, 2017, ISSN 1432-4776; SPD: Burschenschafter sollen draußen bleiben. In: Spiegel Online, 16. November 2005; SPD und Burschenschaften: „Einfluss Alter Herren bis in den Parteivorstand“. In: Spiegel Online, 17. Januar 2006.
  7. Johannes Kahrs heiratet seinen Lebensgefährten, www.abendblatt.de vom 29. September 2018, abgerufen am 29. September 2018
  8. Deutscher Bundestag - Abgeordnete. Abgerufen am 22. Juli 2020.
  9. Johannes Kahrs: Könnte Helmut Schmidt auch heute noch Kanzler sein? In: T-Online.de, 31. Dezember 2008; Sebastian Pfeffer, Julia Korbik: SPD: Was ist politische Haltung, Herr Kahrs? „Immer rein da mit Hurra“. In: The European. 28. Januar 2015.
  10. Kreisvorstand. In: SPD-HH-Mitte.de.
  11. Landesvorstand der SPD Hamburg für die nächsten zwei Jahre gewählt (Memento vom 8. Februar 2015 im Internet Archive). In: SPD Hamburg, 23. Juni 2014.
  12. Flügelschlagen bei der SPD. In: Die Tageszeitung, 2. November 2005.
  13. Florian Gathmann: Linke fordern Rückzug von „Seeheimer“-Chef Kahrs. In: Spiegel Online, 17. November 2008.
  14. Markus Wehner: Das System Johannes Kahrs. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. April 2009; Markus Schreibers Rettungsschirm heißt Kahrs. In: Hamburger Abendblatt, 4. Februar 2012; Christoph Twickel, Matthias Rebaschus: House of Kahrs. In: Die Zeit, 8. Januar 2015.
  15. Sven-Michael Veit: Rücktritt in Hamburg: Niedergang nach Methadontod. In: Die Tageszeitung, 10. Februar 2012.
  16. Tiemo Rink: Flügelprügel für Johannes Kahrs. In: Stern.de, 19. November 2008.
  17. a b Markus Wehner: Das System Johannes Kahrs. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. April 2009.
  18. a b Peter Ulrich Meyer: Hamburger SPD: Wie Johannes Kahrs seine Wiederwahl sichern will. In: Hamburger Abendblatt, 11. Juni 2016.
  19. Geli Tangermann: Feldstraßenbunker: Droht dem Dachgarten auf dem Bunker das Aus? In: Die Welt, 13. Juni 2016.
  20. Dazu Bericht zum Methadon-Tod von Chantal: Eine lange Liste des Versagens. In: Die Tageszeitung, 20. Juni 2012.
  21. a b Enquetekommission Internet und digitale Gesellschaft. In: Bundestag.de, abgerufen am 11. Oktober 2012; Ausschussmitglieder (Memento vom 28. September 2017 im Internet Archive). In: Bundestag.de.
  22. Vorstände der Parlamentariergruppen in der 17. Wahlperiode. (Memento vom 2. November 2013 im Internet Archive) In: Bundestag.de.
  23. Vorstände der Parlamentariergruppen in der 18. Wahlperiode. (Memento vom 4. August 2014 im Internet Archive) In: Bundestag.de; Johannes Kahrs. In: SPDFraktion.de.
  24. Hamburgs SPD wählt Özoguz zur Spitzenkandidatin. In: NDR.de, 10. Dezember 2016.
  25. Hans Monath, Stephan Haselberger: Weg frei für Andrea Nahles als Fraktionschefin. In: Der Tagesspiegel, 26. September 2017.
  26. DER SPIEGEL: Johannes Kahrs legt alle Ämter und Bundestagsmandat nieder - DER SPIEGEL - Politik. Abgerufen am 5. Mai 2020.
  27. n-tv NACHRICHTEN: Kahrs schmeißt hin und gibt alle Ämter auf. Abgerufen am 5. Mai 2020.
  28. Jens Meyer-Odewald: Begegnungen: Politik rund um die Uhr – aus Leidenschaft. In: Hamburger Abendblatt, 29. August 2015; Leif Neugebohrn: Interview mit Johannes Kahrs. In: Werkstatt Überzeugungsarbeit, 8. März 2016.
  29. Hendrik Lehmann: SPD-Kandidat Johannes Kahrs: „Wenn man die AfD auf Twitter kritisiert, wird man mit Hass überschwemmt“. In: Der Tagesspiegel, 23. September 2017.
  30. Dietmar Neuerer: Johannes Kahrs: Der Anti-Schäuble. In: Handelsblatt Online, 17. Januar 2014.
  31. Manuel Bewarder, Karsten Kammholz: SPD-Politiker Kahrs: „Ich will wie ein Hetero behandelt werden“. In: Die Welt, 20. Oktober 2014.
  32. Jochen Gaugele, Olaf Gersemann, Martin Greive, Karsten Kammholz: Kalte Progression. Jetzt steht Schäuble erst so richtig unter Druck. In: Die Welt, 10. Mai 2015.
  33. Peter Kapern im Gespräch mit Johannes Kahrs: Griechenland: „Die Realität wird die Regierung einholen“. In: Deutschlandfunk. 2. Februar 2015.
  34. Tim Braune: Analyse: Wut und Fassungslosigkeit in Berlin (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive). In: Ruhr-Nachrichten, 28. Juni 2015.
  35. Martin Greive, Karsten Kammholz: Griechenland-Krise: SPD-Mann nennt Varoufakis „politischen Irrläufer“. In: Die Welt, 14. Juni 2015.
  36. Thorsten Jungholt, Thomas Sebastian Vitzthum: Koalition zu Grexit: „Humanitäre Hilfen könnten auf uns zukommen“. In: Die Welt, 28. Juni 2015.
  37. SPD-Politiker für bürgerliche Homo-Ehe – Kahrs drängt auf Gleichstellung. In: n-tv.de, 30. Juli 2011; Manuel Bewarder, Karsten Kammholz: SPD-Politiker Kahrs: „Ich will wie ein Hetero behandelt werden“. In: Die Welt, 20. Oktober 2014; Jens Schneider: Bundestag: Gefechte um die Homo-Ehe. In: Süddeutsche Zeitung, 11. Juni 2015.
  38. Ehe für alle: Koalitionsbruch! Konfetti-Regen! In: Spiegel Online, 30. Juni 2017.
  39. Dietmar Neuerer: SPD zerreißt Merkels Türkei-Politik – Die EU ist kein Christenclub. In: Handelsblatt Online, 12. Juni 2013.
  40. Andreas Dey, Peter Ulrich Meyer: Hamburg: „Vielleicht muss Naturschutz dem Wohnungsbau weichen“. In: Hamburger Abendblatt, 14. Oktober 2015.
  41. Christian Tretbar: Nach Auftritt bei Anne Will. Die neuen Fans der Angela Merkel. In: Der Tagesspiegel, 8. Oktober 2015.
  42. Wagenknecht kritisiert Gabriel-SPD. In: Neues Deutschland, 14. Oktober 2015.
  43. U. a.: stern: SPD-Abgeordneter Kahrs will die sechs in Bonn verbliebenen Ministerien schnell nach Berlin holen. In: Presseportal.de, 30. August 2000; Hasnain Kazim: Neue Hauptstadtdebatte: 500 Jahre pendeln über 500 Kilometer. In: Spiegel Online, 4. September 2006; Bonn/Berlin-Gesetz: Die Bindung an das alte Bonn nimmt spürbar ab. In: Hamburger Abendblatt. 4. August 2014.
  44. Robert Kempe: Olympia 2024. 30 Millionen Euro für die Hamburger Olympia-Bewerbung. In: Deutschlandfunk, 21. Mai 2015. Siehe auch Philipp Woldin, Jana Werner: Das Pokern um Olympia hat begonnen. In: Die Welt, 14. Oktober 2015.
  45. Konstruktiver Meinungsaustausch mit dem SPD-Haushaltspolitiker Johannes Kahrs. In: BDZ.eu, Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft, 13. Mai 2016.
  46. a b Marco Carini: Kandidat mit Vergangenheit. In: Die Tageszeitung, 1. Dezember 1995, online auf einer privaten Website.
  47. Darstellung Kahrs’ bei Abgeordnetenwatch.
  48. Eine Frau schlägt zurück. (Memento vom 31. Juli 2009 im Internet Archive) In: Hamburger Morgenpost, 4. September 1998.
  49. Parteispenden: In Kahrs’ Unterbezirk ist die Rüstungsindustrie großzügig. In: Frankfurter Rundschau, 13. Oktober 2006.
  50. Jens Meyer-Wellmann: Rüstungsfirma spendet an Kahrs. In: Hamburger Abendblatt, 14. Juni 2006, S. 12 (PDF).
  51. Wirbel um Spenden von Rüstungsfirmen für die SPD-Mitte. In: Die Welt, 21. September 2006.
  52. Ulrike Winkelmann: Berlins politischer Stadtführer: Sag mir, wo die Lobbys sind…. In: Die Tageszeitung, 17. Dezember 2008; Otto Köhler: Im zweiten Glied: Becks Abgang. Wie Johannes Kahrs das Ende des SPD-Vorsitzenden begleitete. In: Der Freitag, 19. September 2008.
  53. Ulrike Demmer, John Goetz, Andreas Wassermann: Lobbyisten: Schraube locker. In: Der Spiegel. Nr. 50, 2009, S. 43–44 (online7. Dezember 2009).
  54. Keine Genehmigung zur Lieferung von Kriegswaffen an Saudi-Arabien. BT-Drs. 17/6529, 8. Juli 2011 (PDF); Namentliche Abstimmungen: Keine Genehmigung zur Lieferung von Kriegswaffen an Saudi-Arabien. In: Bundestag.de, 8. Juli 2011.
  55. Malte Lühmann: Netzwerke der (Militär-)Macht. Verflechtungen zwischen Rüstungsindustrie und Politik in Deutschland und der EU. In: IMI-Analysen. Band 14, 2013, S. 26–28, hier S. 27 (online 18. März 2014).
  56. Cum Ex: Hamburg verzichtete auf 47 Millionen von Warburg Bank NDR, 13. Februar 2020
  57. Spende der Warburg-Bank bringt die SPD in Erklärungsnot Tagesspiegel, 18. Februar 2020
  58. Streit um Amt des Wehrbeauftragten: SPD-Politiker Kahrs legt Ämter und Mandat nieder, Welt, 5. Mai 2020.
  59. Dorothee Martin: Diese Hamburgerin ersetzt Johannes Kahrs in Berlin, Hamburger Morgenpost 7. Mai 2020, abgerufen 7. Mai 2020
  60. Bundesvorsitzende seit 1968. In: Reichsbanner.de.
  61. Deutsche Atlantische Gesellschaft e. V.
  62. Auszug aller Beschlüsse und Wahlen aus dem Vereinsregister der Akte 69 VR 5904 (JEF Hamburg e. V.) beim Registergericht Hamburg.
  63. Beirat. In: Jugend gegen AIDS, abgerufen am 9. Juli 2016.
  64. Abgeordnete verheimlichten Kontakte zu Rüstungslobby. In: Handelsblatt Online, 6. August 2009.
  65. Deutsche Gesellschaft für Wehrtechnik e. V.
  66. Auszeichnung für Hamburger Bundestagsabgeordneten – Johannes Kahrs erhält Malteser Verdienstorden. (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive) Pressemitteilung der Hamburger Malteser. 13. September 2010; Personalien. In: Malteser eNews Nr. 8, 20. April 2016.
  67. Markus Decker: Bundesverdienstkreuz: Ordensschwemme flutet Fraktionen. In: Mitteldeutsche Zeitung, 14. Dezember 2010; Ein Orden als Lachnummer. In: Hamburger Morgenpost, 16. Dezember 2010; Claudia Lepping: Auszeichnung nach Parteibuch. Das Kreuz mit den Orden. In: Welzheimer Zeitung, 16. Januar 2011.
  68. Axel Tiedemann: Museumsschiff: Warum zwei Bundestagsabgeordnete jetzt Kapitäne werden. In: Hamburger Abendblatt, 9. Oktober 2015.