Gielde

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Gielde
Koordinaten: 52° 2′ 18″ N, 10° 29′ 33″ O
Höhe: 95 m
Fläche: 9,11 km²
Einwohner: 762 (31. Mai 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. November 2013
Postleitzahl: 38315
Vorwahl: 05339
Gielde (Niedersachsen)

Lage von Gielde in Niedersachsen

Blick auf Gielde von Süden

Gielde ist ein Ortsteil der Gemeinde Schladen-Werla im Landkreis Wolfenbüttel in Niedersachsen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gielde liegt am süd-südwestlichen Rand des Oderwalds am Hang des Eichbergs zwischen Vienenburg im Süden und Wolfenbüttel im Norden, südwestlich liegt Liebenburg und südöstlich Schladen. Das Dorf wird in West-Ost-Richtung von der Warne durchflossen.

Altenrode war als der zweite Ortsteil von Gielde ausgewiesen.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ohlendorf Flöthe
Altenrode
Börßum
Werlaburgdorf
Salzgitter-Bad
Klein Mahner
Lüderode
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Hornburg
Neuenkirchen
Döhren
Wehre
Beuchte
Weddingen
Schladen
Lengde
Vienenburg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gielde wurde unter anderem folgendermaßen erwähnt:

  • 953: Gelithi (th als ​[⁠θ⁠]​ wie in Englisch thorn)
  • 970‑972: Gellithi
  • 1140/1174: Gelithe
  • 1188: Geledhe
  • 1303: Gilede
  • 1339/1458: Gylde
  • 1542: Gilde
  • ab 1616: Gielde

In der Forschung werden für das Grundwort Giel- zwei Deutungen genannt, nämlich entweder als „Sumpf“ von dem mittelniederdeutschen Wort gȫl(e) mit derselben Bedeutung oder eine Basis *gail/*gēl für „längliches Tal, Vertiefung“. Die Endung -ede gehört zur ältesten germanischen Namensschicht und bezieht sich unter anderem auf die Qualität eines Gebiets.

Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus archäologischen Funden geht hervor, dass Gielde mindestens seit Christi Geburt ununterbrochen besiedelt ist. Die Ortschaft gehörte später wahrscheinlich zur nahegelegenen Königspfalz Werla. Zur Gielder Feldmark gehören die Wüstungen Hetelde und Wedelingerode.[2]

Auf dem Burgberg als einem langgestreckten Höhenzug etwa 1 km nördlich von Gielde befindet sich die Kukeriulenburg, die auch Sachsenring genannt wird. Es handelt sich um eine ovale Wallbefestigung mit einer Fläche von 0,4 ha. Mündliche Überlieferungen bezeugen die Nutzung des Areals als Viehring in neuerer Zeit. Die Bezeichnung als Kukeriulenburg oder Sachsenring deutet dagegen auf ältere Traditionen hin und bedeutet, dass vermutlich an dieser Stelle eine frühmittelalterliche Fluchtburg stand, die in Beziehung zu der, 4,2 km östlich gelegenen Königspfalz Werla lag.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1140 wurde Gielde mit seiner Kirche erstmals urkundlich erwähnt. Das Patronat über der Kirche lag anfangs beim Kloster Heiningen, das später an den Archidiakon zu Goslar als Lehen des Hochstifts Hildesheim fiel. Nach der Hildesheimer Stiftsfehde fiel Gielde 1523 an das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 4. April 1835 ereignete sich ein Großbrand im Dorf, der 17 Höfe mitsamt Nebengebäuden und 9 Brinksitzerhäuser niederbrannte. Einen Anschluss an der Warnetalbahn erhielt Gielde 1856, der Personenverkehr wurde zum 1. Januar 1976 eingestellt.

Am 1. November 2013 ging Gielde in der Gemeinde Schladen-Werla auf.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen
2015 795 zum 30.06.
2017 787 zum 30.04.
2018 762 zum 31.05.

Quelle: [1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat setzt sich aus fünf Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Nach der Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab sich die folgende Sitzverteilung (Veränderungen zu 2013):

  • SPD 5 Sitze (±0)

Wahlbeteiligung: 68,6 % (−10,9 %p zu 2013)

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Manfred Dannehl (SPD).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortswappen zeigt einen silbernen Balken, der von einem goldenen Ring überdeckt wird, aus diesem scheinen drei Eichenblätter zu sprießen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gielder Kirche

Es bestehen in Gielde zehn landwirtschaftliche Familienbetriebe, diese haben meistenteils (landwirtschaftliche) Nebeneinkünfte oder werden im Nebenerwerb betrieben. Neben einem schweinehaltenden Veredlungsbetrieb, dominiert der Anbau von Marktfrüchten. An Einkaufsmöglichkeiten sind eine Bäckerei und ein Dorfladen mit regionalen Spezialitäten zu finden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 82 GoslarSchöppenstedt führt südlich an Gielde vorbei. Seit 1995 ist die heutige Bundesautobahn 36 fertiggestellt, nächstliegende Auffahrt an der L 500 ist in 4,5 km Entfernung Schladen-Nord. Die Autobahn verbindet Gielde mit der A 14 im Südosten und der A 2 im Norden. Ebenso sind die Kreisstadt Wolfenbüttel sowie das Regionalzentrum Braunschweig seitdem relativ schnell zu erreichen. Gielde hat außerdem einen Haltepunkt an der Warnetalbahn, die unregelmäßig mit Zügen befahren wird.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort befindet sich eine evangelisch-lutherische Kirche.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Gielde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Zahlen, Daten und Fakten aus der Gemeinde Schladen-Werla. Gemeinde Schladen-Werla, 31. Mai 2018, abgerufen am 4. Juli 2018.
  2. Kirstin Casemir: Die Ortsnamen des Landkreises Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter. 2003, S. 205 f. (adw-goe.de [PDF; 7,1 MB; abgerufen am 23. September 2018]).