Börßum

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Börßum
Börßum
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Börßum hervorgehoben

Koordinaten: 52° 4′ N, 10° 34′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Wolfenbüttel
Samtgemeinde: Oderwald
Höhe: 88 m ü. NHN
Fläche: 30,6 km2
Einwohner: 2784 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km2
Postleitzahl: 38312
Vorwahl: 05334
Kfz-Kennzeichen: WF
Gemeindeschlüssel: 03 1 58 038
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 6
38312 Börßum
Website: www.samtgemeinde-oderwald.de
Gemeindedirektor: Marc Lohmann
Lage der Gemeinde Börßum im Landkreis Wolfenbüttel
Sachsen-AnhaltBraunschweigLandkreis GoslarLandkreis HelmstedtLandkreis HildesheimLandkreis PeineSalzgitterAm Großen RhodeBarnstorf-WarleVoigtsdahlumVoigtsdahlumBaddeckenstedtBörßumBörßumBurgdorf (Landkreis Wolfenbüttel)CrammeCremlingenDahlumDahlumDenkteDettumDorstadtElbe (Niedersachsen)ErkerodeEvessenEvessenFlötheSchladen-WerlaHaverlahHedeperHeereHeereHeiningen (Niedersachsen)KissenbrückKneitlingenKneitlingenOhrumRemlingen-SemmenstedtRoklumSchöppenstedtSehldeSickteUehrdeVahlbergVeltheim (Ohe)WinnigstedtWittmarWolfenbüttelKarte
Über dieses Bild

Börßum ist eine Gemeinde der Samtgemeinde Oderwald im Landkreis Wolfenbüttel in Südost-Niedersachsen, Deutschland. Börßum ist Sitz der Verwaltung der Samtgemeinde Oderwald.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt wenige Kilometer nördlich des Harzes, nördlich von Schladen, rund elf Kilometer südlich von Wolfenbüttel und befindet sich unweit südöstlich des Oderwalds. Börßum liegt auf den östlichen Uferhöhen der Oker und markiert den Beginn des Unter-Naturraums Börßum-Braunschweiger Okertal im Ostbraunschweigischen Hügelland.

Südlich des Ortes vereinigen sich die beiden Arme der vom Harz kommenden Ilse, die Mühlen-Ilse und die Kanal-Ilse, und münden seit den 1950er Jahren auf dem Gemeindegebiet in die Oker. Von Osten begrenzt die aus Hedeper heranfließende Hasenbeeke die Siedlung nach Süden. Die Täler aller drei Flussläufe wurden in der Vergangenheit für Bahnstrecken genutzt und waren damit geografische Randbedingung für den Knotenpunkt Börßum.

Ortsteile der Gemeinde sind Börßum, Achim, Bornum, Kalme und Seinstedt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Börßum hatte schon viele Namen: 1135 Borsne, 1310 Borssen, 1338 Borssem, 1422 Groß Borsem, 1581 Borsum, 1652 Börsumb, gegen 1770 Borsheim, 1765 Boersheim, ab 1762 erstmals Börßum.[2] Zum 1. November 2011 wurde die Gemeinde Achim nach Börßum eingemeindet.

Zur Entwicklung des Postwesens siehe: Postroute Wolfenbüttel-Harzburg.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. November 2011 wurde die Nachbargemeinde Achim eingegliedert. Diese wurde bereits am 1. März 1974 um die damaligen Gemeinden Kalme und Seinstedt vergrößert. Ebenfalls am 1. März 1974 wurde die Gemeinde Bornum zu einem Ortsteil ihrer Nachbargemeinde Börßum.[3]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Börßum befindet sich die evangelische Peter-und-Paul-Kirche, die Kirchengemeinde gehört zum Pfarrverband Börßum-Achim-Bornum der Propstei Schöppenstedt.

Im Jahre 1954 wurde die katholische Kuratie Börßum durch Vereinigung der beiden Pfarrvikarien Hornburg und Semmenstedt gegründet. 1959/60 folgte der Bau der Kirche St. Bernward. 2011 wurde die Kirche profaniert, zuletzt gehörte sie zur Pfarrgemeinde St. Petrus in Wolfenbüttel. Heute befindet sich die nächstgelegene katholische Kirche im 2 km entfernten Heiningen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Börßum setzt sich aus 13 Ratsfrauen und Ratsherren einschließlich des Bürgermeisters zusammen.

Kommunalwahl Gemeinde Börßum
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20
10
0
49,70 %
27,23 %
17,33 %
5,75 %

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2016)[4]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister ist Karsten Bötel (CDU).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Von Blau und Gold gespalten mit einem von drei Lilien besteckten Ring in gewechselten Farben.“

Die Farben sind die des ehemaligen Herzogtums Braunschweig. Das Wappen geht auf ein schildförmiges Siegel des Friedrich von Börßum von 1311 zurück, das noch heute im Staatsarchiv Wolfenbüttel vorhanden ist. Die Zweifeldrigkeit spielt auf die früher vorhandenen Orte Börßum und Klein Börßum und heute auf die Ortschaften Börßum und Bornum an.[5]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Börßum bietet eine Grundschule (Bau 1899, Umbau 2002/03), zwei Ärzte, eine Apotheke, eine Kneipe, Restaurants sowie seit 2009 einen Imbiss. Des Weiteren werden auch viele Sportangebote (Fußball, Basketball etc.) angeboten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhofsgebäude Börßum von der Gleisseite aus (2017)

1840 wurde Börßum durch Bahnstrecke Braunschweig–Bad Harzburg, der ersten deutschen Staatseisenbahnstrecke, an das Schienennetz angebunden. Später entwickelte sich der Bahnhof zum Eisenbahnknoten folgender Strecken:

Nach der Deutschen Teilung veränderten sich die Verkehrsströme und Börßum verlor seine Bedeutung als Eisenbahnknoten. Heute sind nur noch die Strecken Braunschweig–Bad Harzburg und Börßum–Kreiensen in Betrieb, in Börßum gibt es jedoch keine Gleisverbindung zwischen den Strecken mehr.

Von den ehemals zehn Gleisen des Bahnhofs sind heute die meisten abgebaut. Gleis 1 und 2 liegen an der Strecke nach Bad Harzburg, die von der Deutschen Bahn betrieben wird, und bilden nur noch einen Haltepunkt. Er wird von den Linien RB 42/43 (Braunschweig HbfVienenburgBad Harzburg/Goslar) bedient.

Westlich des Haltepunktes liegt der Bahnhof Börßum mit den Gleisen 5, 6 und 32. Die Strecke nach Salzgitter-Bad wird von der Tourismus und Warnetalbahn GmbH betrieben und nur noch von Museumszügen und einzelnen Güterzügen befahren.

Börßums Bahnhofsgebäude ist in seinem historischen Aussehen erhalten geblieben. Daher diente er mehrfach als Kulisse für Filmproduktionen, wie Tadellöser und Wolff und Das Wunder von Lengede. Das Gebäude wird nicht mehr für die Bahn genutzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Börßum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2019 (Hilfe dazu).
  2. Angaben nach Knoop aus dem Buch Börssum einst und jetzt.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 273.
  4. Bekanntmachung des amtlichen Endergebnissesder Gemeindewahl in der Gemeinde Börßum am 11. September 2016, auf samtgemeinde-oderwald.de, abgerufen am 14. Januar 2019
  5. Gemeinde Börßum. Abgerufen am 9. Juni 2015.