Gleinalpe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gleinalpe (Gleinalm)
Die Gleinalm (Hochalm) von Norden (Seckau-Sonnwenddorf, davor der Gaaler Höhenzug)

Die Gleinalm (Hochalm) von Norden (Seckau-Sonnwenddorf, davor der Gaaler Höhenzug)

Höchster Gipfel Lenzmoarkogel (1991 m ü. A.)
Lage Steiermark, Österreich
Teil von Lavanttaler Alpen/Steirisches Randgebirge
Koordinaten 47° 12′ N, 15° 2′ OKoordinaten: 47° 12′ N, 15° 2′ O
Besonderheiten Gleinalmtunnel der A9
p1

Die Gleinalpe oder Gleinalm ist ein breiter Gebirgszug in der Steiermark und liegt nordwestlich der Landeshauptstadt Graz. Sie überdeckt etwa 50 × 30 km zwischen den Bergbau-Städten Leoben und Köflach sowie Frohnleiten und Knittelfeld und gehört zu den Lavanttaler Alpen beziehungsweise dem Steirischen Randgebirge. Höchster Gipfel ist der Lenzmoarkogel mit 1991 m ü. A.

Topografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ostabdachung, mit den Vorbergen des Grazer Berglands (von Rannach)

Die Gleinalpe ist ein eher sanftes Hochgebirge, welches etwa 15 Gipfel von 1700 bis 2000 m aufweist.

Die Gleinalpe wird begrenzt durch das Murtal von Zeltweg bis zum Beginn des Grazer Beckens im Norden und Osten, von der Linie GratkornKöflach im Süden und vom Gaberlpass im Südwesten. Die wälder- und almenreiche Gleinalpe wird im Nordosten von der Hochalpe (Wetterkogel, 1643 m) fortgesetzt – sie kann als Teilgebiet gesehen werden, mit dem prägnanten Sattel beim Almwirt (1170 m, Diebsweg) als Grenze zwischen den beiden (Teilgebiete R.4 und R.4a der Landschaftsgliederung der Steiermark).[1][2]
Die Abgrenzung zur Stubalpe im Südwesten gilt als problematischer, hier gilt allgemein der Gaberlpass (1547 m),[3] in der Landschaftsgliederung der Steiermark wird die Tiefenlinie RachaugrabenStierkreuz (1485 m) – Schrottgraben zwischen Graden und Knittelfeld (nahe Oskar-Schauer-Sattelhaus) genannt.[1] Die Gebirgsgruppengliederung nach Trimmel, wo Stub- und Gleinalpe als Nr. 2780 zusammengefasst werden, sieht eine Grenze auch am Gleinalmsattel (1586 m) südlich des Speikkogels zwischen Sankt Margarethen bei Knittelfeld und Übelbach.[4]

Ebenso problematisch ist die Südgrenze und der Übergang zum (westlichen) Grazer Bergland, das die Vorberge der Gleinalm bildet.

Die Abschnitte am Hauptgrat der Gleinalpe heißen in etwa (von West nach Ost):

Geschichte und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche Maria Schnee auf der Gleinalpe, die neben dem Gasthaus Gleinalm steht

Der Name stammt vom frühslowenischen Wort Glina, das bedeutet ‚Lehm‘, also ‚Lehmalpe‘.[6]

Bekannt wurde der Gebirgsstock, jahrhundertelang nur abgelegene Almenregion und beschwerliches Saumweggebiet zur Umgehung des Murknies über Bruck und das Murdurchbruchstal, durch den Gleinalmtunnel der A9 Pyhrnautobahn. Er ist gut 8 Kilometer lang und ermöglicht eine raschere Autobahnverbindung von Oberösterreich nach Graz bzw. nördlichem Europa zur Oberen Adria.

Im Bereich von Gleinalmschutzhaus, Roßbachkogel und Brendlstall befinden sich die Sommerweiden der Lipizzaner, daher trägt das südwestliche Gleinalmgebiet die moderne touristische Bezeichnung Lipizzanerheimat. Auf dem Gleinalmsattel beim Gleinalm-Gasthaus befindet sich die kleine Wallfahrtskirche Maria Schnee, in der an Marien-Feiertagen im Sommer Messen abgehalten werden, wofür die Pfarre Übelbach zuständig ist.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wege und Touren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet ist mit zahlreichen Wanderwegen erschlossen,[7] bietet aber nur wenige Berghütten als Stützpunkte für die Wanderer. Dafür sind viele Gräben vom Murtal aus mit Straßen versehen, die öffentlich zugänglich sind. Vor allem der südöstliche Teil zwischen Graz und Köflach ist ein beliebtes Ausflugsgebiet. Dort befinden sich auch die scherzhaft so genannten Grazer Dreitausender (Pleschkogel 1061 m, Heiggerkogel 1098 m und Mühlbacherkogel 1050 m), die als Tagestour bestiegen werden können und zusammen eine Höhe von 3209 m aufweisen.

Zwei österreichische Weitwanderwege führen durch das Gebirge:

Aufgrund der großen Distanz zwischen den Schutzhütten bzw. Talorten ist dabei jeweils eine sehr anstrengende Tagesetappe einzuplanen.

Hütten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gasthof Gleinalm
  • Hochangerschutzhaus (1304 m): auf dem Gipfel des Hochanger im Nordosten
  • Mugelschutzhaus (vormals Hans-Prosl-Haus) (1630 m): am Gipfel der Mugel im Norden
  • Carl-Hermann-Notunterkunft (1420 m): südöstlich der Fensteralm, unbewirtschaftet, mit Alpenvereinsschlüssel zugänglich
  • Gasthof Gleinalm (1586 m): am Gleinalmsattel, etwa 400 Höhenmeter unter dem Gipfel des Speikkogels[5] gelegen. Im Winter ist in einem Nebengebäude eine beheizbare Notunterkunft geöffnet.
  • Oskar-Schauer-Sattelhaus (1394 m): westlich Stierkreuz knapp unterhalb des Hauptkamms gelegen
  • Steinplanhütte (1670 m): am Gipfel des Steinplan, der den westlichen Abschluss des Gebirges bildet

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gleinalpe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gerhard Karl Lieb in R.4, R.4a Gleinalpe - Hochalpe (Randgebirge). Umweltinformation Steiermark | Natur und Landschaft | Landschaftsgliederung
  2. Eintrag zu Gleinalpe im Austria-Forum (in AEIOU Österreich-Lexikon)
  3. Eintrag zu Stubalpe im Austria-Forum (in AEIOU Österreich-Lexikon)
  4. Ostgrenze von Stubalpe Nord (2785) (Nr. 2781) nach Trimmel; bis dorthin entwässert die Murtaler Seite westwärts ins Aichfeld
  5. a b Der Gleinalpen-Speikkogel darf nicht verwechselt werden mit dem Stubalpen-Speikkogel (1993 m) und dem Großen Speikkogel (2140 m) auf der Koralpe.
  6. Brigitta Mader: Die Alpenslawen in der Steiermark. Eine toponomastisch-archäologische Untersuchung. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1986. S. 29.
  7. z.B. Wanderwege im Bezirk Voitsberg. OeAV Sektion Voitsberg;