Übelbach

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Übelbach (Begriffsklärung) aufgeführt.
Übelbach
Wappen Österreichkarte
Wappen von Übelbach
Übelbach (Österreich)
Übelbach
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Graz-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: GU
Hauptort: Markt-Übelbach
Fläche: 94,63 km²
Koordinaten: 47° 14′ N, 15° 14′ OKoordinaten: 47° 13′ 35″ N, 15° 14′ 5″ O
Höhe: 580 m ü. A.
Einwohner: 2.024 (1. Jän. 2017)
Postleitzahl: 8124
Vorwahl: 03125
Gemeindekennziffer: 6 06 51
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Alter Markt 64
8124 Übelbach
Website: www.uebelbach.gv.at
Politik
Bürgermeister: Markus Windisch (ÖVP)
Gemeinderat: (2015)
(15 Mitglieder)
10
5
10 
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Übelbach im Bezirk Graz-Umgebung
Deutschfeistritz Dobl-Zwaring Eggersdorf bei Graz Feldkirchen bei Graz Fernitz-Mellach Frohnleiten Gössendorf Gratkorn Gratwein-Straßengel Hart bei Graz Haselsdorf-Tobelbad Hausmannstätten Hitzendorf Hitzendorf Kainbach bei Graz Kalsdorf bei Graz Kumberg Laßnitzhöhe Lieboch Nestelbach bei Graz Peggau Raaba-Grambach Sankt Bartholomä Sankt Marein bei Graz Sankt Oswald bei Plankenwarth Sankt Radegund bei Graz Seiersberg-Pirka Semriach Stattegg Stiwoll Thal Übelbach Premstätten Vasoldsberg Weinitzen Werndorf Wundschuh Graz SteiermarkLage der Gemeinde Übelbach im Bezirk Graz-Umgebung (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Das alte Rathaus von Übelbach
Das alte Rathaus von Übelbach
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Übelbach ist eine Marktgemeinde mit 2024 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017) in der Steiermark nordwestlich von Graz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übelbach liegt in einem Seitental des Mittleren Murtals im Bezirk Graz-Umgebung in der Weststeiermark ca. 20 km nordwestlich der Landeshauptstadt Graz.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marktgemeinde Übelbach umfasst 94,63 km² und erstreckt sich von West nach Ost über eine Länge von etwa 20 km von der Gleinalpe bis fast zum Murtal entlang des Übelbaches, einem rechten Nebenfluss der Mur. Im Westen befinden sich im Gemeindegebiet einige Berge mit Höhen über 1.500 m: Ochsenkogel (1.580 m), Speikkogel (1.988 m), Lärchkogel (1.894 m) und Eiblkogel (1.831 m) sowie zwei Übergänge in die Nachbargemeinden: Gleinalmsattel (1.586 m) und Kreuzsattel (1.583 m).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften bzw. Katastralgemeinden: (Einwohner Stand 1. Jänner 2016,[1] Fläche Stand 2015[2])

  • Kleintal (134 Ew.), KG Kleinthal (2.127,19 ha)
  • Land-Übelbach (569 Ew.), KG Übelbach Land (1.412,44 ha)
  • Markt-Übelbach (1078 Ew.), KG Übelbach Markt (482,95 ha)
  • Neuhof (225 Ew., 5.439,34 ha)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übelbach ist von neun Nachbargemeinden umgeben, drei davon liegen im Bezirk Leoben (LE), eine im Bezirk Murtal (MT), zwei im Bezirk Voitsberg (VO) und drei im Bezirk Graz-Umgebung.

Sankt Michael in Obersteiermark (LE) Leoben (LE) Frohnleiten
Sankt Stefan ob Leoben (LE) Nachbargemeinden

Kainach bei Voitsberg (VO)

Deutschfeistritz

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übelbach wird erstmals in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Ubilpach erwähnt und ist wahrscheinlich nach dem gleichnamigen Bach benannt. Im selben Jahrhundert wurde der Markt erbaut, nachdem im Tal Silbervorkommen entdeckt worden waren. Der Silberbergbau wurde jedoch um 1500 wieder eingestellt.

Erst im 18. Jahrhundert entwickelte sich in Übelbach ein gewisser Wohlstand durch den Betrieb von Hammerschmieden, die durch die Nutzung der Wasserkraft und des waldreichen Umlandes einen günstigen Standort fanden. Das Erz wurde aus der Obersteiermark geholt. Das Eisen wurde auf Flößen ins Murtal gebracht und dort mit Fuhrwerken weitertransportiert.

In der Zwischenzeit entstand neben den Hammerschmieden im Ortsteil Guggenbach eine Papierfabrik. Da dieser Betrieb auf Ressourcen von außerhalb des Tales angewiesen war, wurde die Eisenbahnlinie nach Peggau gebaut, was allerdings zum Niedergang der Hammerschmieden führte. Seit 1919 verkehrt die Eisenbahn regelmäßig zwischen Peggau und Übelbach.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Papierfabrik im Konkurrenzkampf mit größeren Unternehmen zugrunde und stellte ihren Betrieb 1972 schließlich ein. Gleichzeitig begann allerdings der Aufschwung der Firma Gaulhofer, die Türen und Fenster produziert und die alle Mitarbeiter der Papierfabrik übernommen hat.

Die Ortsgemeinde als autonome Körperschaft entstand 1850. Nach der Annexion Österreichs 1938 kam die Gemeinde zum Reichsgau Steiermark, 1945 bis 1955 war sie Teil der britischen Besatzungszone in Österreich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde ist Markus Windisch (ÖVP).

Dem Gemeindevorstand gehören weiters Vizebürgermeister Günter Kraxner (ÖVP) und Gemeindekassier Franz Endthaler (SPÖ) an.[3]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich nach der Gemeinderatswahl 2015 wie folgt zusammen:

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:

Partei 2015 2010 2005 2000
Stimmen  % Mandate St.  % M. St.  % M. St.  % M.
ÖVP 869 62 % 10 925 68 % 11 891 62 % 9 825 60 % 9
SPÖ 469 33 % 05 413 30 % 04 545 38 % 6 438 32 % 5
FPÖ 065 5 % 00 029 2 % 00 nicht kandidiert 111 08 % 1
Wahlbeteiligung 82 % 81 % 86 % 86 %
Alle Prozentangaben auf Ganzzahlen gerundet

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Übelbach COA.gif

Die Silbergruben im Übelbachtal finden im Wappen des Marktes Übelbach, das schon 1590 bezeugt ist, ihre Spiegelung: an einem 1612 ausgestellten Kaufbrief zeigt das Siegel über einem gefluteten Schildfluss ("Bach") einen auf die Kante gestellten Silberbarren mit Punzen. Dieser Silberbarren ist in späterer Zeit durch Missverstehen zu einem silbernen Würfel mit vier Augen geworden, wie das heute gebräuchliche Marktwappen zeigt.[4]

Eine offizielle Verleihung erfolgte zum 1. November 2016 mit folgender Blasonierung (Wappenbeschreibung):[5]

„Über silbernem, blau geflutetem Wellenschildfuß in Rot silbern die auf eine Spitze gestellte Seite eines würfelförmigen Silberbarrens mit vier schwarzen, kreisförmigen Punzen.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Übelbach

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stallmuseum im Ortsteil Neuhof. In einem alten Stallgebäude zeigt es alte bäuerliche Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Lage der Marktgemeinde im Bereich der Gleinalpe bieten sich vielfältige Wandermöglichkeiten:

  • Am Westrand der Marktgemeinde verläuft auf dem Grat der Gleinalpe der Europäische Fernwanderweg E6.
  • Der Übelbacher Silberweg umrundet in ca. 9 km bei circa 2 ½ Stunden Gehzeit die Gemeinde auf den Spuren des Silberbergbaus.
  • In der Gemeinde gibt es einen Eishockeyclub und einen Fußballverein (SV Übelbach).

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der neue Stadler-Triebwagen der Reihe 4062 im Bahnhof Übelbach.

Übelbach gehört zum 2005 gegründeten Wirtschaftsverbund Region Übelbachtal, dem darüber hinaus die Gemeinden Deutschfeistritz, Peggau und die ehemalige Gemeinde Großstübing angehören.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übelbach ist verkehrsmäßig gut angeschlossen. Die Pyhrn Autobahn A 9 verläuft durch das Gemeindegebiet und ist über die Anschlussstelle Übelbach (157) direkt angeschlossen. Im Westen der Marktgemeinde befindet sich das Südportal des mautpflichtigen Gleinalmtunnels.

In Übelbach befinden sich ein Bahnhof und fünf Haltepunkte der Lokalbahn Peggau–Übelbach (S11). Die Linie bietet an Werktagen stündliche Schnellbahn-Verbindungen nach Peggau mit Anschluss zur Südbahn. Zweimal täglich je Richtung werden die Züge direkt bis nach Graz geführt.

Der Flughafen Graz liegt rund 40 km entfernt und ist direkt über die Autobahn zu erreichen.

Neuhof wird mit einem Kleinbus der Lokalbahn bedient, nach Kleintal wurde der Kleinbusbetrieb eingestellt. Eine Überfahrt von Übelbach nach Sankt Michael in Obersteiermark ist nur über die A 9 oder über Bruck/Mur (für Mautsparer/-flüchtige) möglich.

Tourismusverband[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Deutschfeistritz und Peggau den Tourismusverband „Deutschfeistritz-Peggau-Übelbach“. Dessen Sitz ist in Deutschfeistritz.[6]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Konrad Zechner: Die Silberlinge von Übelbach. Marktgemeinde Übelbach (2006).
  • Marktgemeinde Übelbach: Übelbach 1945 - 1955 -- Zeitzeugen erzählen. Erhältlich bei der Marktgemeinde.
  • Dr. Erich Vaculik: Ubilpach -- Mikrokosmos im Wandel der Zeit.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Übelbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohner nach Ortschaften (Excel-Datei, 835 KB); abgerufen am 29. August 2016
  2. Katastralgemeinden Stmk. 2015 (Excel-Datei, 128 KB); abgerufen am 29. Juli 2015
  3. Gemeinde Übelbach: Gemeindevorstand, abgerufen am 4. November 2016
  4. Das Wappen der Marktgemeinde Übelbach auf der Homepage der Gemeinde.
  5. 127. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 20. Oktober 2016 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Marktgemeinde Übelbach (politischer Bezirk Graz-Umgebung), abgerufen am 4. November 2016
  6. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 300. ZDB-ID 1291268-2 S. 624.