Grüße aus Fukushima

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Filmdaten
OriginaltitelGrüße aus Fukushima
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2016
Länge104 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieDoris Dörrie
DrehbuchDoris Dörrie
ProduktionMolly von Fürstenberg
MusikUlrike Haage
KameraHanno Lentz
SchnittFrank Müller
Besetzung

Grüße aus Fukushima ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 2016, der die Folgen der Nuklearkatastrophe von Fukushima am 11. März 2011 zum Thema hat.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die junge Deutsche Marie reist wegen des Verlustes ihrer großen Liebe für die Organisation Clowns4Help zusammen mit dem Clown Moshe in die Präfektur Fukushima. Nach einigen Tagen begegnet sie Satomi, der letzten Geisha Fukushimas. Trotz Warnungen will diese in das Sperrgebiet Fukushimas zu ihrer alten Wohnung zurückkehren. Als Marie nach einiger Zeit merkt, dass sie sich nicht für die Tätigkeit als Clown eignet und überfordert mit der Situation ist, möchte sie zurück nach Deutschland reisen, entschließt sich aber im letzten Moment dazu, zurück in das Sperrgebiet zu fahren und Satomi zu helfen.

Zunehmend beginnt eine Freundschaft zwischen Marie und Satomi, die begonnen hat, Marie zu zeigen, wie man eleganter wirkt. Dabei äußert sie den Wunsch, es gäbe ein Mädchen, das sich wünschen würde als Geisha ausgebildet zu werden und Talent hätte.

Inzwischen erzählt Satomi von dem Tag der atomaren Katastrophe und ihrer damaligen Schülerin, Yuki, die auf dem gleichen Baum wie sie war und – im Gegensatz zu ihr – gestorben ist. Zunehmend erscheinen den beiden Geister der durch die Nuklearkatastrophe verstorbenen Menschen, darunter auch Yuki.

Als Yuki Marie eines Tages bis an die Tür des Hauses verfolgt, beichtet Satomi, dass sie glaubt, sie habe Yuki an jenem Tag vom Baum in die Flutwellen heruntergestoßen und Yuki verzeiht ihr das nicht. Später soll Marie Wasser von einer Tankstelle holen, und sie findet einen Zettel von Satomi auf Japanisch. An der Tankstelle kann ihr ein Mann übersetzen, dass auf dem Blatt „Auf Wiedersehen“ steht. Alarmiert fährt Marie zu dem Haus und entdeckt Satomi bei einem Versuch, sich zu erhängen; an jenem Ast, an dem sie während der Katastrophe Yuki heruntergestoßen hatte. Marie kann sie retten, und nachdem sie droht, wegzufahren, entschuldigt sich Satomi. Die beiden beschließen, auf einen Urlaub, den Radiation Vacation zu gehen.

In einem Traum erzählt Marie ihre Geschichte: Sie heiratete ihren Freund, aber, „um sicher zu gehen“, betrog sie ihn zwei Wochen vor der Hochzeit mit seinem besten Freund. Die beiden wollten nichts sagen, doch sie konnte dies nicht ertragen, und sagte ihm dies am Hochzeitstag. Er war sehr enttäuscht und verließ Marie. Marie konnte das aber nie verkraften und flüchtete nach einem gescheiterten Selbstmordversuch vor ihren Erinnerungen nach Japan.

Nach diesem Geständnis gehen Marie und Satomi in ein Lokal, wo sie Satomis Tochter treffen. Bei ihr zu Hause erzählt Satomi Marie davon, dass Satomis Tochter als kleines Kind neidisch auf die Schülerinnen von Satomi war. Deshalb hat sie ihr eine Katze geschenkt. Nachdem sie gestorben war, war die Tochter sehr traurig, deshalb meinte Satomi, die Katze wird wiedergeborene und imitierte manchmal Katzenmiauen. Als Satomis Tochter dies herausfand, hat sie ihr das nie verziehen. Seitdem ist die Tochter stark empfindlich auf Katzenmiauen.

Als Satomi und Marie von dem Urlaub zurückkehren, bastelt/näht Satomi für Yuki einen „Ehemann“, damit sie nicht so einsam ist; bittet aber Marie, die Puppe zu übergeben, da Satomi zu viel Angst vor Yuki hat. Nachdem die Puppe übergeben wurde, rennt Yuki lächelnd weg und ist als Geist besänftigt. Ein anderer Japaner aus dem Notlager, der Satomi besucht hat, sorgt dafür, dass Satomi ein Mädchen, das Geisha werden will, unterrichten kann. Damit ist ihr größter Wunsch erfüllt.

Da Marie Satomi bei der Einrichtung ihres Hauses geholfen und für die Bewältigung ihres Konfliktes gesorgt hat, und Satomi jetzt glücklich ist, findet Marie, dass es keinen Sinn gibt, länger bei Satomi zu bleiben. Außerdem könnte sie ihren eigenen Konflikt lösen und kann so wieder nach Deutschland. Kurz bevor sie von Satomis Haus weg geht, sägt sie den Ast, an dem sich Satomi versucht hat, umzubringen, und an dem Yuki heruntergeschubst wurde ab. Als Satomi das sieht, lächelt sie.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Süddeutsche Zeitung schrieb, der Film erinnere an die Sendung mit der Maus, habe aber auch wunderbare Dialoge. Die Begegnung mit einer der alten Überlebenden, der letzten Geisha von Fukushima, würde nicht nur Marie, sondern auch den Film auf die richtige Spur bringen.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Filmkritik von Karoline Meta Beisel: Wo es den Leuten richtig schlecht geht, geht es mir besser. In: sueddeutsche.de. 9. März 2016, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 12. August 2017]).