Grünstadter Berg

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Grünstadter Berg
Blick von Burg Neuleiningen auf das Eckbachtal nebst Eckbachweiher am Nordrand des Pfälzerwaldes und das Windrad an der Bitternell, dem Südwestgipfel des Grünstadter Bergs;darunter die A 6 und Neuleiningen; links im Hintergrund der Kleine Donnersberg (bis 328,6 m) mit dem Weiler Nackterhof

Blick von Burg Neuleiningen auf das Eckbachtal nebst Eckbachweiher am Nordrand des Pfälzerwaldes und das Windrad an der Bitternell, dem Südwestgipfel des Grünstadter Bergs;
darunter die A 6 und Neuleiningen; links im Hintergrund der Kleine Donnersberg (bis 328,6 m) mit dem Weiler Nackterhof

Höhe 336,7 m ü. NHN [1]
Lage bei Grünstadt; Landkreis Bad Dürkheim, Rheinland-Pfalz (Deutschland)
Gebirge Alzeyer Hügelland
Koordinaten 49° 32′ 37″ N, 8° 7′ 24″ OKoordinaten: 49° 32′ 37″ N, 8° 7′ 24″ O
Grünstadter Berg (Rheinland-Pfalz)
Grünstadter Berg
Gestein Kalkstein
Alter des Gesteins Tertiär

Der Grünstadter Berg ist ein 336,7 m ü. NHN[1] hoher Berg des Alzeyer Hügellandes. Als Hausberg von Grünstadt liegt er im rheinland-pfälzischen Landkreis Bad Dürkheim. Seine tertiären Kalksteine werden dem Mainzer Becken zugerechnet.

Auf topographischen Karten ist der Berg meistens als Gemeindeberg eingezeichnet. Dieser Name wird auch in der Debatte um die Errichtung eines Windparks auf dem zentralen Teil des Bergs, an der Grenze von Grünstadt zu Ebertsheim, ausschließlich verwendet. In der Bevölkerung und bei Naturschutzorganisationen wird hingegen meistens der jüngere Begriff verwendet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Grünstadter Berg erhebt sich im Nordnordosten des Naturparks Pfälzerwald im Leiningerland. Sein Gipfel liegt 900 m nordwestlich von Neuleiningen, 2,7 km südöstlich von Ebertsheim und 3,2 km südwestlich von Grünstadt. Nördlich vorbei fließt der Eisbach und südlich der Eckbach. Der Berg ist in Südwest-Nordost-Richtung etwa 5 km lang.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Grünstadter Berg gehört in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Nördliches Oberrheintiefland (Nr. 22), in der Haupteinheit Rheinhessisches Tafel- und Hügelland (227) und in der Untereinheit Alzeyer Hügelland (227.4) zum Südteil des Naturraums Göllheimer Hügelland (227.42). Im Westen schließt sich die Untereinheit Eisenberger Becken (227.6) und etwas entfernt im Nordosten als Teil der Untereinheit Pfrimmgebiet (227.5) der Naturraum Unteres Pfrimmhügelland (227.51) an. Nach Süden fällt die Landschaft in den Naturraum Leininger Sporn (170.03) ab, der in der Haupteinheitengruppe Haardtgebirge (17) und in der Haupteinheit Pfälzerwald (170) zur Untereinheit Unterer Pfälzer Wald (170.0) zählt. Nach Südwesten leitet sie in die Untereinheit Unterhaardt (220.0) über, die zur Haupteinheit Haardtrand (220) gehört.

Berghöhe, Gipfel und Fluren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Grünstadter Berg war laut dem topographischen Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz 337 m () hoch; sein Gipfel wurde im Rahmen eines Steinbruchs abgetragen. Der aktuelle Gipfel () liegt mit 336,7 m Höhe in der Flur Bitternell. Nahe dem ehemaligen Berggipfel befindet sich westlich des Steinbruchs in der Flur Auf der Platte – nahe der im Kartendienst ersichtlichen obersten Höhenlinie von 336,25 m – eine noch etwa 336 m hohe Stelle (). Sie liegen alle im Gemeindegebiet Neuleiningens. In dem Kartendienst ist außerdem im Gebiet von Grünstadt an den Fluren Eichenwäldchen und Haselhecke – im Bereich, an dem auf Karten der Name Gemeindeberg eingezeichnet ist – eine 327,3 m () hohe Stelle zu finden.[1]

Der Berg weist unter anderem diese Flurbezeichnungen (alphabetisch sortiert) auf: Auf der Platte, Am Sonnenberg, Bitternell, Im Eichenwäldchen (mit dem Eichenwäldchen), Enzianwiese, Gemeindeberg, Haselhecke, Husarengewanne, Im Hohen Rech (Naturschutzgebiet Im Hohen Rech-Mandelhohl) und Wolfstal.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Nordostrand des Grünstadter Bergs liegt das Naturschutzgebiet Haardtrand – Im Hohen Rech (CDDA-Nr. 163452; 1990 ausgewiesen; 22,62 ha groß). Auf ihm befinden sich Teile des Fauna-Flora-Habitat-Gebiets Kalkmagerrasen zwischen Ebertsheim und Grünstadt (FFH-Nr. 6414-301; 3,95 km²) und solche des Vogelschutzgebiets Haardtrand (VSG-Nr. 6514-401; 147,28 km²).[2]

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Grünstadter Berg finden sich submediterran-kontinental geprägte Trockenrasen. Seine reichhaltige Flora weist unter anderem Bleiches Hornkraut, Stinkende Nieswurz und Rundblättriges Hasenohr auf.[3] Sie wurde vor allem durch Studien und Geländearbeiten des Grünstadter Naturkundlers Oskar Sommer bekannt, der unter anderem die Ergebnisse seiner feldbiologischen Beobachtungen in seinen Büchern veröffentlichte und so einem größeren Publikum bekannt machte.

Energiepolitische Kontroverse zur Windkrafterzeugung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeindeberg bzw. die Kontroverse um die Auslegung des Gemeindeberges als Vorranggebiet zur Windenergiegewinnung wird in der Lokal- und Regionalpresse immer wieder thematisiert. Hintergrund der Auseinandersetzung ist der Wunsch der Gemeinde Ebertsheim auf dem Gemeindeberg einen Windenergiepark anzulegen.[4][5] Die Kreisverwaltung des Landkreises Bad Dürkheim möchte dieses Anliegen jedoch unterbinden, sodass die Gemeinde Ebertsheim beabsichtigt, gegen diese Entscheidung Rechtsmittel einzulegen.[4] Eine Abbildung der potentiellen Windkraftflächen auf dem Gemeindeberg befindet sich auf der Seite 58 (Abbildung 36) des Energie und Klimakonzeptes Grünstadt vom Februar 2013.[6]

Aussicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gipfelplateau des Grünstadter Bergs bietet in praktisch jede Richtung sehr weitreichende Aussicht:[7]

Blick auf die Rheinebene und den Odenwald mit Melibocus und Felsberg (rechts im fernen Hintergrund als Doppelkuppe);
rechts der Mitte im Hintergrund das AKW Biblis, links, hinter dem Eisbachtal, der Gerstenberg (bis 317 m); im Vordergrund der Weiler Sieghof.
Blick vom Grünstadter Berg auf den Donnersberg und das Eisenberger Becken;
links der Stumpfwald im äußersten Norden des Pfälzerwaldes mit der kuppigen Hohen Bühl (ganz links) vor dem Diemersteiner Wald;
vor dem Stumpfwald halblinks Eisenberg und Kerzenheim, rechts des Donnersbergs dann das Göllheimer Hügelland mit dem Esper (309 m, erste Windkraftanlagen, halbrechts) sowie Lautersheim (rechts) als Randort
(etwas andere, aber ähnliche Perspektive)

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise)
  2. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  3. Günther Blaich: Bemerkenswerte Pflanzen des Gemeindebergs von Neuleiningen, auf guenther-blaich.de.
  4. a b Widerstand gegen „die da oben“, in „Die Rheinpfalz-Unterhaardter Rundschau“, Nr. 20, Samstag, 24. Januar 2015.
  5. Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln! … Einstimmiger Beschluss des Planungsausschusses gekippt, SPD-Regionalzentrum Rhein-Neckar, vom 5. Juni 2014, abgerufen am 24. Januar 2015, auf spd-rz-rhein-neckar.de.
  6. Energie- und Klimakonzept für Grünstadt  – Endbericht (PDF) Leipziger Institut für Energie GmbH, Februar 2013, abgerufen am 25. Januar 2015.
  7. Berechnetes 360°-Panorama (U. Deuschle; Hinweise) vom Silo am Gipfel Auf der Platte