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Großer Preis von China 2006

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 Großer Preis von China 2006
Renndaten
16. von 18 Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 2006
Streckenprofil
Name: 2006 Formula 1 Sinopec Chinese Grand Prix
Datum: 1. Oktober 2006
Ort: Shanghai
Kurs: Shanghai International Circuit
Länge: 305,256 km in 56 Runden à 5,451 km
Pole-Position
Fahrer: Spanien Fernando Alonso Frankreich Renault
Zeit: 1:44,360 min
Schnellste Runde
Fahrer: Spanien Fernando Alonso Frankreich Renault
Zeit: 1:37,586 min (Runde 49)
Podium
Erster: Deutschland Michael Schumacher Italien Ferrari
Zweiter: Spanien Fernando Alonso Frankreich Renault
Dritter: Italien Giancarlo Fisichella Frankreich Renault

Der Große Preis von China 2006 (offiziell 2006 Formula 1 Sinopec Chinese Grand Prix) fand am 1. Oktober auf dem Shanghai International Circuit in Shanghai statt und war das 16. Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 2006.

Vor dem Großen Preis von Italien wurde das Midland-F1-Team von Spyker übernommen. In China trat das Team nun unter dem neuen Namen Spyker MF1 Racing und neuer Lackierung an.[1]

In der Fahrerwertung führte Fernando Alonso mit zwei Punkten vor Michael Schumacher und mit 46 Punkten vor Felipe Massa. Somit hatten bei drei verbleibenden Rennen nur noch Alonso und Michael Schumacher die Chance auf den Fahrertitel. In der Konstrukteurswertung führte Ferrari mit drei Punkten vor Renault und mit 71 Punkten vor McLaren-Mercedes.

Vor dem Rennwochenende gab es einen Fahrerwechsel: Robert Doornbos ersetzte für die restlichen drei Rennen Christian Klien bei Red Bull.

Mit Alonso und Rubens Barrichello (jeweils einmal) traten die beiden bisher einzigen Sieger zu diesem Grand Prix an.

Die letzten sechs Teams der Konstrukteursmeisterschaft 2005 waren berechtigt am Freitag im freien Training ein drittes Auto einzusetzen, selbiges galt für das neue elfte Team Super Aguri. Diese Fahrer fuhren am Freitag, traten aber weder im Qualifying noch im Rennen an. Alexander Wurz (Williams), Anthony Davidson (Honda), Michael Ammermüller (Red Bull), Sebastian Vettel (BMW Sauber), Alexandre Prémat (Spyker), Neel Jani (Toro Rosso) und Franck Montagny (Super Aguri) nahmen in dieser Funktion an den Freitagstrainings teil.

Im ersten Training gelang Wurz mit 1:35,574 Minuten die schnellste Zeit vor Davidson und Jenson Button.

Im zweiten freien Training war Wurz mit 1:35,539 Minuten erneut der schnellste Fahrer, gefolgt von Vettel und Davidson.

Das dritte freie Training gewann dann Michael Schumacher mit 1:40,193 Minuten vor Alonso und Button.

Das Qualifying bestand aus drei Teilen mit einer Nettolaufzeit von 45 Minuten. Im ersten Qualifying-Segment (Q1) hatten die Fahrer 18 Minuten Zeit, um sich für das Rennen zu qualifizieren. Alle Fahrer, die im ersten Abschnitt eine Zeit erzielten, die maximal 107 Prozent der schnellsten Rundenzeit betrug, qualifizierten sich für den Grand Prix. Die besten 16 Fahrer erreichten den nächsten Teil.

Nach der ersten Runde (Q1) schieden beide Toyota, beide Spyker und beide Super Aguri aus.

In der zweiten Runde (Q2) schieden beide Toro Rosso, David Coulthard, Felipe Massa und die beiden Williams aus.

In der finalen Runde (Q3) setzte sich Alonso mit einer Zeit von 1:44.360 Minuten vor seinem Teamkollegen Giancarlo Fisichella und Barrichello durch. Für Alonso war es die 15. Pole-Position in der Formel-1-Weltmeisterschaft.

Das Rennen startete unter nassen Bedingungen mit einer feuchten Strecke. Beim Start kamen die Renault gut weg und behielten die Führung. Kimi Räikkönen überholte am Start beide Honda und begann sofort, Fisichella unter Druck zu setzen, kam aber nicht vorbei. Robert Kubica und Robert Doornbos kollidierten, wodurch Kubica von der Strecke geschleudert wurde und Doornbos seinen Frontflügel verlor.

In der achten Runde überholte Michael Schumacher Barrichello und war Fünfter. In Runde 14 überholte Michael Schumacher dann auch Button für den vierten Platz. In derselben Runde gelang es Räikkönen schließlich, an Fisichella vorbeizukommen, der seit dem Start hinter ihm feststeckte. Räikkönen begann sofort, sich von Fisichella zu lösen und den 15-Sekunden-Rückstand auf Alonso zu verkürzen. Zu diesem Zeitpunkt des Rennens lag Alonso über 25 Sekunden vor Michael Schumacher. Im Laufe der ersten Runden begann die Strecke dann abzutrocknen, was den Grip der Michelin-Reifen beeinträchtigte und gleichzeitig die Leistung der Bridgestones steigerte. An diesem Punkt begann Michael Schumacher langsam und allmählich den Rückstand auf die beiden vor ihm fahrenden Renault zu verkürzen, auf der Strecke kam er jedoch nicht vorbei. Dank einer hervorragenden Strategiearbeit der Männer aus Maranello erkämpfte sich Michael Schumacher über die Boxenstrategie die erste Position und verdrängte Alonso auf den zweiten Platz.

Nick Heidfeld war von Startplatz acht gestartet, konnte sich aber durch seine Strategie, bei beiden Boxenstopps spät an die Box zu kommen, in der Schlussphase auf den vierten Platz vorarbeiten und Barrichello, Button und Pedro de la Rosa überholen. In der Schlussphase wurde Heidfeld jedoch zunächst von der Strecke gedrängt, als er versuchte, Christijan Albers zu überrunden, dann wurde er von Takuma Satōs Super Aguri aufgehalten, sodass Barrichello, Button und de la Rosa auf ihn aufschließen konnten. Button schaffte es in der letzten Runde zunächst, an Barrichello vorbeizukommen, dann drängte er in der vorletzten Kurve Heidfeld hinter Satō und wurde Vierter. Barrichello bremste dann in derselben Kurve zu spät, fuhr Heidfeld ins Heck und beschädigte seinen eigenen Frontflügel. Dies ermöglichte de la Rosa den fünften Platz, Barrichello den sechsten und der wütende Heidfeld fuhr als Siebter ins Ziel.

Michael Schumacher gewann schlussendlich seinen 91. und letzten Grand Prix vor Alonso. Beide Fahrer waren im Anschluss punktgleich in der Fahrerwertung. Michael Schumacher übernahm allerdings die Führung, da er mehr Rennsiege hatte (7:6). Fisichella wurde Dritter und komplettierte so das Podium. Die restlichen Punkteplatzierungen belegten Button, de la Rosa, Barrichello, Heidfeld und Mark Webber.[2]

Nach dem Rennen eilte Heidfeld zu Sakon Yamamoto und beschuldigte ihn, den Unfall in der letzten Runde verursacht zu haben. Heidfeld war über Yamamotos mangelnde Reaktion noch verärgerter, entschuldigte sich aber schließlich, als er erfuhr, dass Satō den Unfall verursacht hatte. Satō wurde nach dem Rennen wegen Missachtung der blauen Flaggen disqualifiziert. Beim Großen Preis von Australien hatte er aus dem gleichen Grund bereits einen Verweis erhalten. Das Rennen beendete er ursprünglich auf dem 14. Platz.

Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen
 Mild Seven Renault F1 Team 1  Fernando Alonso Renault R26 Renault 2.4 V8 M
2  Giancarlo Fisichella
 Team McLaren Mercedes 3  Kimi Räikkönen McLaren MP4-21 Mercedes-Benz 2.4 V8 M
4  Pedro de la Rosa
 Scuderia Ferrari Marlboro 5  Michael Schumacher Ferrari 248 F1 Ferrari 2.4 V8 B
6  Felipe Massa
 Panasonic Toyota Racing 7  Ralf Schumacher Toyota TF106B Toyota 2.4 V8 B
8  Jarno Trulli
 Williams F1 Team 9  Mark Webber Williams FW28 Cosworth 2.4 V8 B
10  Nico Rosberg
35  Alexander Wurz[M 1]
 Lucky Strike Honda Racing F1 Team 11  Rubens Barrichello Honda RA106 Honda 2.4 V8 M
12  Jenson Button
36  Anthony Davidson[M 1]
 Red Bull Racing 14  David Coulthard Red Bull RB2 Ferrari 2.4 V8 M
15  Robert Doornbos
37  Michael Ammermüller[M 1]
 BMW Sauber F1 Team 16  Nick Heidfeld BMW Sauber F1.06 BMW 2.4 V8 M
17  Robert Kubica
38  Sebastian Vettel[M 1]
 Spyker MF1 Team 18  Tiago Monteiro Midland M16 Toyota 2.4 V8 B
19  Christijan Albers
39  Alexandre Prémat[M 1]
 Scuderia Toro Rosso 20  Vitantonio Liuzzi Toro Rosso STR1 Cosworth 3.0 V10 M
21  Scott Speed
40  Neel Jani[M 1]
 Super Aguri Formula 1 22  Takuma Satō Super Aguri SA06 Honda 2.4 V8 B
23  Sakon Yamamoto
41  Franck Montagny[M 1]
Anmerkungen
  1. 1 2 3 4 5 6 7 Nahm nur an den Freitagstrainings teil.
Pos. Fahrer Konstrukteur Q1 Q2 Q3 Start
1  Fernando Alonso  Renault 1:44,128 1:43,951 1:44,360 1
2  Giancarlo Fisichella  Renault 1:44,378 1:44,336 1:44,992 2
3  Rubens Barrichello  Honda 1:47,072 1:45,288 1:45,503 3
4  Jenson Button  Honda 1:45,809 1:44,662 1:45,503 4
5  Kimi Räikkönen  McLaren-Mercedes 1:44,909 1:45,622 1:45,754 5
6  Michael Schumacher  Ferrari 1:47,366 1:45,660 1:45,775 6
7  Pedro de la Rosa  McLaren-Mercedes 1:44,808 1:45.095 1:45,877 7
8  Nick Heidfeld  BMW Sauber 1:46,249 1:45,055 1:46,053 8
9  Robert Kubica  BMW Sauber 1:46,049 1:45,576 1:46,632 9
10  Robert Doornbos  Red Bull-Ferrari 1:46,387 1:45,747 1:48,021 10
11  Scott Speed  Toro Rosso-Cosworth 1:46,222 1:45,851 11
12  David Coulthard  Red Bull-Ferrari 1:45,931 1:45,968 12
13  Felipe Massa[# 1]  Ferrari 1:47,231 1:45,970 20
14  Vitantonio Liuzzi  Toro Rosso-Cosworth 1:45,564 1:46,172 13
15  Mark Webber  Williams-Cosworth 1:48,560 1:46,413 14
16  Nico Rosberg  Williams-Cosworth 1:47,535 1:47,419 15
17  Ralf Schumacher  Toyota 1:48,894 16
18  Jarno Trulli  Toyota 1:49,098 17
19  Christijan Albers[# 2]  Spyker MF1 1:49,542 22
20  Tiago Monteiro  Spyker MF1 1:49,903 18
21  Takuma Satō[# 3]  Super Aguri-Honda 1:50,326 21
22  Sakon Yamamoto  Super Aguri-Honda 1:55,560 19

Anmerkungen

  1. Massa erhielt aufgrund eines Motorenwechsel eine Startplatzstrafe von zehn Plätzen.
  2. Albers´ Zeiten wurden gestrichen, da er nicht zum Wiegen erschienen ist.
  3. Satō erhielt aufgrund eines Motorenwechsel eine Startplatzstrafe von zehn Plätzen.
Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde
1  Michael Schumacher  Ferrari 56 2 1:37:32,747 6 1:38,553 (50.)
2  Fernando Alonso  Renault 56 2 + 3,121 1 1:37,586 (49.)
3  Giancarlo Fisichella  Renault 56 2 + 44,197 2 1:39,332 (53.)
4  Jenson Button  Honda 56 2 + 1:12,056 4 1:39,206 (51.)
5  Pedro de la Rosa  McLaren-Mercedes 56 2 + 1:17,137 7 1:39,149 (45.)
6  Rubens Barrichello  Honda 56 2 + 1:19,131 3 1:39,749 (52.)
7  Nick Heidfeld  BMW Sauber 56 2 + 1:31,979 8 1:39,164 (53.)
8  Mark Webber  Williams-Cosworth 56 2 + 1:43,588 14 1:39,907 (44.)
9  David Coulthard  Red Bull-Ferrari 56 2 + 1:43,796 12 1:40,549 (52.)
10  Vitantonio Liuzzi  Toro Rosso-Cosworth 55 1 + 1 Runde 13 1:41,710 (53.)
11  Nico Rosberg  Williams-Cosworth 55 2 + 1 Runde 15 1:40,471 (52.)
12  Robert Doornbos  Red Bull-Ferrari 55 3 + 1 Runde 10 1:39,801 (52.)
13  Robert Kubica  BMW Sauber 55 3 + 1 Runde 9 1:40,193 (51.)
14  Scott Speed  Toro Rosso-Cosworth 55 2 + 1 Runde 11 1:39,681 (49.)
15  Christijan Albers  Spyker MF1 53 3 + 3 Runden 22 1:41,483 (50.)
16  Sakon Yamamoto  Super Aguri-Honda 52 4 + 4 Runden 19 1:41,847 (42.)
 Ralf Schumacher  Toyota 51 1 DNF 16 1:39,823 (47.)
 Felipe Massa  Ferrari 44 2 DNF 20 1:39,397 (42.)
 Jarno Trulli  Toyota 43 1 DNF 17 1:44,787 (24.)
 Tiago Monteiro  Spyker MF1 20 2 DNF 18 1:45,356 (35.)
 Kimi Räikkönen  McLaren-Mercedes 18 1 DNF 5 1:44,094 (14.)
DSQ  Takuma Satō[A 1]  Super Aguri-Honda 55 2 + 1 Runde 21 1:40,856 (48.)

Anmerkungen

  1. Satō wurde wegen Missachtens von blauen Flaggen nach dem Rennen disqualifiziert.

WM-Stände nach dem Rennen

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Die ersten acht des Rennens bekamen 10, 8, 6, 5, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e)

Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
1  Michael Schumacher Ferrari 116
2  Fernando Alonso Renault 116
3  Giancarlo Fisichella Renault 63
4  Felipe Massa Ferrari 62
5  Kimi Räikkönen McLaren-Mercedes 57
6  Jenson Button Honda 45
7  Rubens Barrichello Honda 28
8  Juan Pablo Montoya McLaren-Mercedes 26
9  Nick Heidfeld BMW Sauber 22
10  Pedro de la Rosa McLaren-Mercedes 18
11  Ralf Schumacher Toyota 18
12  David Coulthard Red Bull-Ferrari 14
13  Jarno Trulli Toyota 12
14  Mark Webber Williams-Cosworth 7
Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte
15  Jacques Villeneuve BMW Sauber 7
16  Robert Kubica BMW Sauber 6
17  Nico Rosberg Williams-Cosworth 4
18  Christian Klien Red Bull-Ferrari 2
19  Vitantonio Liuzzi Toro Rosso-Cosworth 1
20  Scott Speed Toro Rosso-Cosworth 0
21  Tiago Monteiro Spyker MF1 0
22  Christijan Albers Spyker MF1 0
23  Takuma Satō Super Aguri-Honda 0
24  Robert Doornbos Red Bull-Ferrari 0
25  Yūji Ide Super Aguri-Honda 0
26  Franck Montagny Super Aguri-Honda 0
27  Sakon Yamamoto Super Aguri-Honda 0

Konstrukteurswertung

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Pos. Konstrukteur Punkte
1  Renault 179
2  Ferrari 178
3  McLaren-Mercedes 101
4  Honda 73
5  BMW Sauber 35
6  Toyota 30
Pos. Konstrukteur Punkte
7  Red Bull-Ferrari 16
8  Williams-Cosworth 11
9  Toro Rosso-Cosworth 1
10  Spyker MF1 0
11  Super Aguri-Honda 0

Einzelnachweise

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  1. Tapetenwechsel beim Spyker F1-Team - AUTO BILD. Abgerufen am 4. Dezember 2022.
  2. Aktuelle Nachrichten | RP Online. Abgerufen am 3. Dezember 2022.