Grotenburg-Stadion

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Grotenburg-Stadion
Grotenburg
Die Nordtribüne des Grotenburg-Stadions
Die Nordtribüne des Grotenburg-Stadions
Daten
Ort Tiergartenstraße 165
DeutschlandDeutschland 47800 Krefeld-Bockum, Deutschland
Koordinaten 51° 20′ 20″ N, 6° 36′ 13″ OKoordinaten: 51° 20′ 20″ N, 6° 36′ 13″ O
Eigentümer Stadt Krefeld
Eröffnung 18. September 1927
Erstes Spiel Stadtmannschaft Krefeld – DFC Prag
Renovierungen 1975, 1986
Erweiterungen 1975, 1979
Oberfläche Naturrasen
Kapazität 34.500 Plätze
Verein(e)
Veranstaltungen
  • Spiele des KFC Uerdingen (seit 1971)
Grotenburg-Stadion

Das Grotenburg-Stadion, ehemals als Grotenburg-Kampfbahn bekannt, ist ein Fußballstadion im Krefelder Stadtteil Bockum. Es beheimatet seit 1971 den Fußballverein KFC Uerdingen (früher Bayer 05 Uerdingen). Die Grotenburg, wie sie umgangssprachlich genannt wird, bietet mit ihren 9.943 überdachten Sitzplätzen, 4.485 überdachten Stehplätzen und 20.072 nicht überdachten Stehplätzen insgesamt 34.500 Zuschauern Platz. Die Stehplätze sind aktuell nur teilweise nutzbar. Der Krefelder Zoo grenzt direkt an das Stadiongelände.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erbaut wurde das Stadion im Jahr 1927. Viele Jahre fasste es 18.000 Zuschauer, im Jahr 1975 erfolgte der Bau der Neuen Tribüne, der heutigen Südtribüne. Die kombinierte Steh- und Sitzplatztribüne fasste 4.000 Zuschauer, so dass die Gesamtkapazität der Grotenburg auf 22.000 Zuschauer anstieg. Gleich zur Eröffnung der neuen Tribüne gab es auch einen neuen Zuschauerrekord in der Grotenburg: 22.000 Zuschauer sahen am 22. Juli 1975 den 6:0-Sieg gegen den FK Pirmasens. Damit stieg Bayer 05 Uerdingen zum ersten Mal in die Fußball-Bundesliga auf.

1979 wurde die Westkurve mit weiteren Stehplätzen aufgestockt, so dass nun bis zu 28.000 Zuschauer die Spiele in der Grotenburg verfolgen konnten. Mit 28.000 Zuschauern ausverkauft war die Grotenburg u. a. am 16. April 1986 beim Europapokalhalbfinale Uerdingen gegen Atlético Madrid (2:3). In der Sommerpause 1986 wurde die Alte Tribüne an der Nordseite niedergelegt und durch eine 6.000 Zuschauer fassende reine Sitztribüne ersetzt. Gleichzeitig wurde der erste Teil der neuen Ostkurve errichtet, so dass nun 30.500 Zuschauer in die Grotenburg passten (so auch beim UEFA-Pokal-Spiel Uerdingen gegen den FC Barcelona am 26. November 1986). Nach Vervollständigung der Ostkurve fasste das Stadion 35.000 Zuschauer, nach der Errichtung der neuen Anzeigetafel auf der Ostseite wurde das Fassungsvermögen auf 34.500 korrigiert. Zum letzten Mal ausverkauft war die Grotenburg am 5. November 1994 beim Bundesliga-Spiel gegen den FC Bayern München (1:1). Als Bayern München dann 2004 wieder zu einem Freundschaftsspiel gegen die Krefelder antraten, wurden 30.000 Zuschauer gezählt (0:4).

In den folgenden Jahren stieg der KFC Uerdingen gleich mehrere Ligen ab und das Stadion wurde lange Zeit nur noch teilweise genutzt. Weder der Verein noch die Stadt Krefeld investierten in dieser Zeit in nötige Renovierungsarbeiten. Der Tiefpunkt war im Sommer 2013 erreicht, als die Stadt sämtliche Stehplätze aufgrund von falsch angebrachten Wellenbrechern sperrte. Als Notbehelf wurde die zu diesem Zeitpunkt ungenutzte und weitgehend verfallene Westtribüne wieder hergerichtet.

Am 12. April 2018 genehmigte der Krefelder Stadtrat die Sanierung der Spielstätte des KFC. Es wurden 1,07 Mio. Euro als Sofortmaßnahme bewilligt, um den weiteren Spielbetrieb zu sichern. Ob weitere Gelder bewilligt werden, ist noch unklar. Hinzu kommen 250.000 Euro für Planungskosten für die weitere Sanierung der Grotenburg. Als erstes sollen die Blitzschutz- und Flutlichtanlage sowie die Notstromversorgung modernisiert werden. Des Weiteren werden Malerarbeiten im Außenbereich und Arbeiten an den Parkplätzen durchgeführt. Durch den Aufstieg aus der Fußball-Regionalliga West in die 3. Fußball-Liga, muss weiter in die Spielstätte investiert werden. Schätzungen gehen von weiteren sieben Mio. Euro Renovierungskosten aus. Dazu wurde im März 2018 ein detaillierter Finanzierungsplan aufgestellt.[1] Ob und wie sich der Verein an den Kosten beteiligt, ist noch nicht geklärt. Eine Möglichkeit wäre die Zahlung einer Stadionmiete.[2] Während der Umbauzeit in der Saison 2018/19 wird der KFC Uerdingen seine Heimspiele in der Duisburger Schauinsland-Reisen-Arena austragen.[3]

Sportliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der damalige Regionalligist TuS Duisburg 48/99 wählte wegen der Konkurrenz in der eigenen Stadt in der Saison 1963/64 die Grotenburg-Kampfbahn als Heimspielstätte aus. Neben dem Fußball bot die Grotenburg auch dem Feldhandball eine Heimat: Der Feldhandballmeister der Spielzeiten 1965/66 und 1967/68 TV Oppum trug seine Spiele in diesem Stadion aus. Am 19. März 1986 war die Grotenburg der Schauplatz eines denkwürdigen Fußballspiels, als Bayer Uerdingen die als Wunder von der Grotenburg bekannt gewordene Wende im Europapokal der Pokalsieger gegen Dynamo Dresden erreichte und durch einen – aufgrund eines Halbzeitrückstands von 1:3 für unmöglich gehaltenen – 7:3-Sieg die 0:2-Hinspiel-Niederlage wettmachte und das Europapokalhalbfinale erreichte.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Weinbrennerei Dujardin in Uerdingen diente das Grotenburgstadion als Drehort für Sönke Wortmanns Film Das Wunder von Bern.

Wichtige Spiele im Grotenburg-Stadion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Grotenburg-Stadion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. stadionwelt.de: Grotenburg-Stadion wird saniert Artikel vom 15. März 2018
  2. stadionwelt.de: Stadt stellt Geld für Grotenburg-Sanierung bereit Artikel vom 13. April 2018
  3. kfc-uerdingen.de: KFC Uerdingen spielt 2018/19 in Duisburg, Artikel vom 5. Juni 2018
  4. reviersport.de: Historischer Sieg - Uerdingen schießt Cronenberg 8:0 ab Artikel vom 4. September 2016