Gut Eichthal

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Gut Eichthal
Stadt Overath
Koordinaten: 50° 55′ 15″ N, 7° 16′ 38″ O
Gut Eichthal (Overath)
Gut Eichthal

Lage von Gut Eichthal in Overath

Gut Eichthal
Gut Eichthal

Gut Eichthal ist ein Ortsteil von Overath im Rheinisch-Bergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Lage und Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gut Eichthal liegt südlich von Overath zwischen der Agger und der Siegburger Straße (Bundesstraße 484) an der Grenze zum Rhein-Sieg-Kreis. Das ehemalige Gutshaus ist Sitz des Amts für Bodenpflege des LVR. Es handelt sich um ein öffentlich zugängliches Gebäude mit Gartenpavillons in einem im Ansatz englischen Landschaftspark. Orte in der Nähe sind Broich, (von dort führt eine Fußgängerbrücke in den Park), Cyriax mit dem Schulzentrum, Kombach und Spich.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gelände gehörte ehemals zur Propstei Cyriax, einer Außenstelle der Benediktinerabtei St. Michael in Siegburg. 1803 ging es an einen landwirtschaftlichen Pächter. 1829 erwarb der Kölner Kaufmann Wilhelm Christians das Gelände.[1] Vermutlich 1832 errichtete er das Hauptgebäude, pflanzte eine Reihe Eichen entlang der Aggerseite und gab dem Haus den Namen Eichthal.

Die Preußische Uraufnahme von 1845 zeigt den Wohnplatz noch unbeschriftet. Auf der Preußischen Neuaufnahme von 1895 ist der Ort auf Messtischblättern eingezeichnet und in den Folgeausgaben als Eichthal beschriftet. Der Ort gehörte im 19. Jahrhundert zur Gemeinde Heiliger in der Bürgermeisterei Overath im Kreis Mülheim am Rhein.

Der 1845 laut der Uebersicht des Regierungs-Bezirks Cöln als isoliertes Haus kategorisierter und Eichenthal bezeichneter Ort besaß zu dieser Zeit ein Wohngebäude mit einem Einwohner katholischen und drei Einwohnern evangelischen Bekenntnisses.[2]

Eine Einwohnerliste von 1846 zählte in Eichenthal acht Bewohner: den evangelischen Ackerer Wilhelm Otto mit seiner Frau Amalia, die minderjährigen Kinder Amalia, Emilia, Carolina und Wilhelm, ferner die Dienstmagd Catharina Kirschbaum und den Dienstknecht Wilhelm Pütz. Auf der Liste Einwohner und Viehstand von 1848, die vornehmlich der Steuererhebung diente, notierte die Obrigkeit den Besitz von Wilhelm Otto: 2 Ochsen, 2 Kühe.[3]

Zwischen 1854 und 1867 wurde das Gebäude von der Honrather Gewerkschaft, einer belgischen Minengesellschaft, genutzt. Deren Direktor ließ den englischen Garten anlegen. Die Gemeinde- und Gutbezirksstatistik der Rheinprovinz führt Eichthal 1871 mit einem Wohnhaus, aber keinen Einwohnern auf.[4] 1880 ging es an den Kölner Architekten Wilhelm Gärtner, der 1891 einen Anbau errichtete.

Im Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland von 1888 werden für Eichthal ein Wohnhaus mit fünf Einwohnern angegeben.[5] 1895 besitzt der Ort ein Wohnhaus mit zwei Einwohnern,[6] 1905 werden ein Wohnhaus und drei Einwohner angegeben.[7]

Nach mehreren Eigentümerwechseln kaufte im Jahr 1900 der Kölner Kaufmann Carl Peters das Anwesen. Er besaß in Köln das Kaufhaus Peters auf der Breite Straße, aus dem später Karstadt hervorging. Im Jahr 1903 und Mitte der 1920er Jahre wurde das Anwesen komplett umgebaut, seitdem wurde aber das Haupthaus nicht mehr verändert. Beim zweiten Umbau errichtete Peters einen Gartenpavillon und erweiterte den englischen Garten.

1948 überschrieb seine Tochter Charlotte Peters das Anwesen der Stadt Overath.

Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute befindet sich in dem Gebäude eine Außenstelle des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege.

Im Rahmen der Regionale 2010 ist Gut Eichthal ein Standort für das Projekt „Brückenschläge Natur und Bildung“, bei dem naturbezogene Bildungsangebote, insbesondere für Jugendliche, vorgesehen sind.

Die Stadt Overath plant, den englischen Garten wieder herzurichten. Auch eine Brücke über die Agger zu den Parkplätzen des nahen Schulzentrums Cyriax und eine Bademöglichkeit wurden errichtet.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Preuß: Gut Eichthal in Overath. In: Bergischer Geschichtsverein (Hrsg.): Achera. Beiträge zur Geschichte der Stadt Overath. Folge 8 (2004). QuickPrinter GmbH, Overath. S. 32f, ISSN 0724-1534

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heimat und Bürgerverein Overath Gut Eichthal (Memento des Originals vom 22. Juni 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ebook.hbv-overath.de
  2. Uebersicht der Bestandtheile und Verzeichniß sämmtlicher Ortschaften und einzeln liegenden benannten Grundstücke des Regierungs-Bezirks Cöln : nach Kreisen, Bürgermeistereien und Pfarreien, mit Angabe der Seelenzahl und der Wohngebäude, sowie der Confessions-, Jurisdictions-, Militair- und frühern Landes-Verhältnisse. / hrsg. von der Königlichen Regierung zu Cöln [Köln], [1845]
  3. Berthold Gladbach, Peter Lückerath: Die Overather Bevölkerung in Namens-, Steuer und Einwohnerlisten vom 15. bis zum 20. Jahrhundert, S. 273, 343 . Hrsg.: Geschichtsverein Rhein-Berg, Bergisch Gladbach 2016. ISBN 978-3-932326-75-2
  4. Königliches Statistisches Bureau Preußen (Hrsg.): Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staats und ihre Bevölkerung. Die Rheinprovinz, Nr. XI. Berlin 1874.
  5. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1888.
  6. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1895 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1897.
  7. Königliches Statistisches Bureau (Preußen) (Hrsg.): Gemeindelexikon für die Provinz Rheinland, Auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und andere amtlicher Quellen, (Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Band XII), Berlin 1909.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hartwig Soicke und Karl Schiffbauer: „Gut Eichthal und seine Bewohner. Eine kleine Zeitenwanderung“. Hrsg: Bergischer Geschichtsverein Overath. Sonderausgabe der Zeitschrift „Achera“, Overath 2019. ISSN 0724-1534

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gut Eichthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien