Gymnasium Konz

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Gymnasium Konz
Das „Schulzentrum Konz“ mit dem Gymnasium, der Hauptschule und der Realschule; Luftbildaufnahme vom Februar 2016
Schulform Gymnasium
Schulnummer 50660
Gründung 1973
Adresse

Hermann-Reinholz-Straße 6

Ort 54329 Konz
Land Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 41′ 31,8″ N, 6° 35′ 8,3″ OKoordinaten: 49° 41′ 31,8″ N, 6° 35′ 8,3″ O
Träger staatlich
Schüler 1.100 (2013)[1]
Lehrkräfte ca. 70
Leitung Wolfgang Leyes
Website gymnasium-konz.de
Wiki Wikis

Das Gymnasium Konz, anfangs Staatliches Gymnasium Konz genannt, ist ein vom Land Rheinland-Pfalz unterhaltenes Gymnasium in der Stadt Konz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Staatliche Gymnasium Konz[2] wurde am 1. August 1973 zur Entlastung der Trierer Gymnasien eröffnet.[3] Unterrichtet wurden damals 115 Schüler in der 5. Klasse von vier Lehrern; der Unterricht fand zunächst in Räumen der Haupt- sowie der Realschule im Schul- und Sportzentrum Konz statt. Zu Beginn des Schuljahres 1978/79 konnte der dortige Neubau (heutiges Hauptgebäude) bezogen werden. 1981 legten die ersten Schüler das Abitur ab.[1][4]

1988 wurde eine neu erbaute Mehrzweckhalle in Betrieb genommen. Um sie für größere Veranstaltungen nutzen zu können, wurde die Halle durch einen Bühnenanbau ergänzt. 1998 wurde ein dreigeschossiger Erweiterungsbau eingeweiht. Seit 2003 wird das Gymnasium Konz als erstes Gymnasium in Rheinland-Pfalz als Ganztagsschule betrieben.[1][4]

Profil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gymnasium Konz setzt seine Akzente vor allem im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich sowie im sprachlichen Bereich. Damit möchte die Schule gemäß ihrem Leitbild ihre Schüler auf die Anforderungen einer sich schnell ändernden Welt vorbereiten. Dem Ziel einer möglichst ganzheitlichen Bildung der Jugendlichen sollen nach eigener Aussage unter anderem die musischen und sportlichen Angebote dienen.

Besonderheiten und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1987 führte der Deutsch- und Religionslehrer Willi Körtels gemeinsam mit anderen Lehrern und Schülern der Klassenstufe 12 des Gymnasiums das Projekt Jüdische Zeugnisse im Raum Konz durch.[5] Körtels, der sich neben dem Schuldienst als Heimatkundler betätigte, publizierte später hierüber sowie über weitere Forschungsergebnisse zur jüdischen Lokalgeschichte insbesondere um die Region Trier.[6]

2003 wurde der Chemie-Leistungskurs zwölf des Gymnasiums ausgewählt, mit Gewässeruntersuchungen (an Saar und Mosel) am internationalen Globe-Kongress in Šibenik in Kroatien teilzunehmen und vertrat dort neben einer weiteren Schule Deutschland. Das Globe-Programm wurde ursprünglich von einem Zusammenschluss einiger US-Behörden ins Leben gerufen und wird inzwischen hauptsächlich von Raumfahrtbehörden aus der ganzen Welt unterstützt. Um 2003 nahmen an dem Projekt insgesamt 103 Nationen, rund 12.000 Schulen und mehr als 20.000 speziell dafür ausgebildete Lehrer teil.[7][8]

2015 wurde die Jungforschergruppe des Gymnasiums Konz für ihre „Untersuchung des Konzer Bachs und des Wassers an der Kanzemer Staustufe“ von dem Energieversorger RWE mit dem RWE-Klimaschutzpreis 2015 ausgezeichnet.[9]

Ebenfalls 2015 wurde der Biologie- und Chemielehrer Jürgen Nikolaus Kopp mit dem Deutschen Lehrerpreis gemeinsam mit zwölf weiteren Lehrern in der Kategorie „Schüler zeichnen Lehrer aus“ geehrt.[10][11] Zudem wurde Kopp im Jahr 2015 gemeinsam mit 15 weiteren Lehrern mit dem Helmholtz-Lehrerpreis der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren als „besonders engagierter Projektbetreuer“ von „Jugend-forscht“-Projekten ausgezeichnet.[12][13]

Kopp war in seiner Funktion als MINT-Beauftragter der Schule auch treibende Kraft beim Aufbau eines Umweltanalytiklabors, mit dem im Schuljahr 2014/15 begonnen wurde.[9] Das Projekt wurde im September 2016 im Rahmen des seit 2010 monatlich ausgelobten Wettbewerbs „Energie für Bildung“ der Erdgashandelsgesellschaft Gasversorgung Süddeutschland (GVS) ausgezeichnet[14] – als „Anerkennung für den Aufbau des (Umwelt)Analytik-Labors und dessen erfolgreiche didaktisch-methodische Verzahnung mit dem Fachunterricht“.[9]

Für das Engagement in den MINT-Fächern wurde die Schule 2016 von der Wirtschaftsinitiative MINT Zukunft schaffen gemeinsam mit 86 weiteren rheinland-pfälzischen Schulen als „MINT-freundliche Schule“ ausgezeichnet.[15] Darüber hinaus wurde im gleichen Jahr dem MINT-Beauftragten der Schule, Jürgen Kopp, die Auszeichnung MINT-Botschafter des Jahres 2016 verliehen.[13]

Anfang April 2016 wurden die beiden Gymnasiasten Marvin Hirth und Simon Hein für ihre Untersuchungen im Fach Chemie unter der Fragestellung „Spiropyran – ein effizienter, haltbarer und massentauglicher Datenspeicher?“ als Landessieger im 51. Wettbewerb „Jugend forscht“ in Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Bundesweit erreichten sie mit ihrer „Jugend-forscht“-Arbeit den viertbesten Platz im Fach Chemie.[16][17]

Beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen 2016 qualifizierte sich die Konzer Gymnastin Andreea Dinklage im Einzelwettbewerb „Solo 10+“ in drei Fremdsprachen für das Finale des Wettbewerbs und gewann den 2. Preis.[18]

Weitere bekannte Persönlichkeiten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Christian Moeris: Gymnasium Konz hat Grund zu feiern. In: volksfreund.de. Trierischer Volksfreund, 29. April 2013, abgerufen am 12. August 2017.
  2. Vergleiche die Angaben der Deutschen Nationalbibliothek.
  3. Birgit Biehl u. a.: Gymnasium Konz. 1973–2013. Festschrift zum 40jährigen Bestehen. Trier-Verlag, Newel 2013, ISBN 978-3-943533-03-3.
  4. a b Vergleiche Die Geschichte unseres Gymnasiums. In: gymnasium-konz.de. 13. Januar 2014, abgerufen am 12. August 2017.
  5. Willi Körtels: Projekt „Jüdische Zeugnisse im Raum Konz“ 1987. In: Birgit Biehl (Red.) u. a.: Gymnasium Konz. 1973–2013. Festschrift zum 40jährigen Bestehen. Trier-Verlag, Newel 2013, ISBN 978-3-943533-03-3, S. 133 ff.
  6. Willi Körtels: Geschichte der Juden von Könen (= Schriftenreihe Ortschroniken des Trierer Landes, Nr. 44). Herausgegeben vom Förderverein Synagoge Könen e. V., Konz. Förderverein Synagoge Könen, Konz 2005, S. 15 u. ö. (Auszüge bei Google Books).
  7. (red): Junge Wissenschaftler auf Auslands-Exkursion. In: Trierischer Volksfreund, 25. August 2003.
  8. Christian Bettinger: Konzer Gymnasiasten nahmen am internationalem GLOBE-Kongress in Kroatien teil. In: ruschmidt.de. 2003, abgerufen am 13. August 2017.
  9. a b c Jürgen Nikolaus Kopp: Laborausstattung: Moderne Labortechnik motiviert! In: labor.gymnasium-konz.de. Analytik-Labor Gymnasium Konz, 9. Oktober 2014, abgerufen am 13. August 2017.
  10. „Deutscher Lehrerpreis 2015“ in Berlin verliehen. Presseinformation, Deutscher Lehrerpreis 2015, 30. November 2015, S. 1 (PDF-Datei).
  11. (dpa/lrs): Studienrat aus Konz erhält Deutschen Lehrerpreis. In: welt.de. Die Welt, 30. November 2015, abgerufen am 13. August 2017.
  12. Preisträger 2015 – 50. Bundeswettbewerb Jugend forscht, S. 31 (PDF-Datei).
  13. a b (red): Konzer Lehrer trifft Bundespräsident Joachim Gauck. In: volksfreund.de. Trierischer Volksfreund, 23. Januar 2017, abgerufen am 13. August 2017.
  14. GVS, Angela Grether: Wettbewerb Energie für Bildung: Aufbau eines modernen (Umwelt-)Analytiklabors – Auszeichnung für das Gymnasium Konz. In: gvs-erdgas.de. Gasversorgung Süddeutschland, 28. September 2016, abgerufen am 13. August 2017 (Pressemitteilung).
  15. Gymnasium Konz wird als „MINT-freundliche Schule“ ausgezeichnet. In: Konzer Rundschau, Jg. 25 (132), Ausgabe 13/2016, 31. März 2016, S. 1.
  16. Gerhard Bühler: Jugend forscht: Sieger im Landesentscheid für Rheinland-Pfalz ermittelt. In: allgemeine-zeitung.de. Allgemeine Zeitung, 8. April 2016, abgerufen am 12. August 2017.
  17. SWR Aktuell: Preisträger im Fach Chemie: Jungforscher aus Konz bei Merkel. In: swr.de. SWR, 28. September 2016, abgerufen am 12. August 2017.
  18. (red): Ein großes Sprachtalent: Andreea Dinklage. In: die-woch.de. 14. Oktober 2016, abgerufen am 13. August 2017.
  19. mö: „Wir haben immer noch Nachholbedarf“ - Historiker Willi Körtels zu seinem neuen Buch über die jüdischen Schüler in der Region auf der Seite der Tageszeitung Trierischer Volksfreund vom 21. Januar 2015, zuletzt abgerufen am 10. August 2017
  20. Vergleiche die Angaben nebst Querverweisen der Deutschen Nationalbibliothek
  21. o.V.: Leiter des ZDF-Morgenmagazins, Biographie auf dem Presseportal des ZDF [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 11. August 2017
  22. Vergleiche die Angaben der Deutschen Nationalbibliothek