Geschichte der Juden

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Arthur Szyk, Visual History of Nations, Israel (1948), New Canaan

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Juden sind ein ursprünglich nach dem Stamm und späteren Königreich Juda benanntes Volk. Sie haben über lange Zeit weitgehend weltweit zerstreut außerhalb von Eretz Israel gelebt. Das jüdische Volk hat sich über 2000 Jahre hinweg als ein solches begriffen und wurde auch von außen als ein solches verstanden, obwohl ein jüdischer Staat in dieser Zeit bis 1948 nicht existierte. Die Geschichte der Juden ist sowohl von Unterdrückung, Verfolgung, Ermordung und Vertreibung als auch von Toleranz, friedlichem Miteinander und Gleichberechtigung geprägt. Sie beinhaltet die Geschichte der Juden in der Diaspora und die Gründung des Staates Israel.

Geschichte des jüdischen Volkes in biblischen Zeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tora
Schriftrollen vom Toten Meer bei ihrer Entdeckung 1947
Modell des Zweiten Tempels

Die Geschichte der Juden beginnt mit den Erzählungen der Tora (hebräisch תּוֹרָה, „Weisung“), den fünf Büchern Mose, und mit dem Bund, den Gott mit Abraham schließt (Gen 12 LUT). Die jüdische Tradition sieht Abraham als den Begründer des Monotheismus, des Glaubens an einen einzigen, unsichtbaren Gott. Diesen Bund setzt Gott mit Abrahams Sohn Isaak und dessen Sohn Jakob fort, der seit dem Ringkampf am östlichen Ufer des Flusses Jabbok (Gen 32 LUT) Jisrael genannt wurde. Jakob hatte zwölf Söhne, die als Stammväter der Zwölf Stämme Israels (Israeliten) gelten. Diese ziehen von Kanaan, dem heutigen Palästina bzw. Israel nach Ägypten, wo ihre Nachfahren vom Pharao versklavt werden. Aus dieser Sklaverei werden die von Mosche (Moses) angeführten Hebräer durch Gott befreit, der ihnen am Berg Sinai die schriftliche und mündliche Tora offenbart.

Das 2. Buch Mose (שִׁמוֹת Schemot; Exodus), das 3. Buch Mose (וַיִּקְרׇא Wajikra; Leviticus) und das 4. Buch Mose (בְמִדְבַּר Bemidbar; Numeri) der Tora stellen die eigentliche Heilsgeschichte des Volkes Israel vom Auszug aus Ägypten und Offenbarung der Zehn Gebote JHWHs am Sinai bis zur Landnahme Kanaans dar. Von der Landnahme selbst berichtet die Tora nicht mehr; das folgt im Buch Josua, das die Geschichte weiterführt. Im Buch der Richter wird die Zeit nach der Landnahme bis kurz vor Beginn der Königszeit unter Saul (ca. 1050 v. Chr.) geschildert. Es folgen die Bücher der Könige, die Chroniken und weitere Schriften bis zu den Büchern der Makkabäer (104 v. Chr.).

Das Königreich Davids und Salomos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem ersten König Saul folgte König David und dessen Sohn König Salomo, die ein unabhängiges Königreich mit Jerusalem als Hauptstadt begründeten. Die Tradition berichtet von einer Spaltung des Königreichs Israel nach Salomo in die beiden Stadtstaaten Israel und Juda – was vermutlich auch bedeutet, dass es zuvor keine Einheit gegeben hatte. Nach biblischen Angaben (1 Kön 6,1 EU) wurde der Bau des ersten festen Tempels von Salomo im vierten Jahr seiner Regentschaft begonnen (957 v. Chr.).

Serubbabelischer Tempel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Jahrzehnte nach der Rückkehr der Juden aus dem babylonischen Exil nach Jerusalem wurde der Serubbabelische Tempel (zweite Tempel) errichtet und 515 v. Chr. vollendet. Er wurde nach Serubbabel, dem Statthalter der Provinz Juda zur Zeit des Perserkönigs Dareios I. (6. Jahrhundert v. Chr.), benannt. Mit dem babylonischen Exil im sechsten vorchristlichen Jahrhundert begann die Geschichte des Judentums im Irak (586 v. Chr.). In hellenistischer Zeit (336–30 v. Chr.) entwickelte sich in der jüdischen Diaspora das Hellenistische Judentum. Als antike Judenfeindschaft wird die Judenfeindlichkeit in der Epoche der antiken Geschichte Israels (etwa 1300 v. Chr. bis 135 n. Chr.) bezeichnet. Unter Herodes begann ab 21 v. Chr. eine gänzliche Umgestaltung des Tempels, der seitdem herodianischer Tempel genannt wird. Bei der Eroberung von Jerusalem (70 n. Chr.) im Jüdischen Krieg wurde der Tempel zerstört. In diesem Krieg verloren ca. 1,1 Millionen Juden ihr Leben. Weitere 97.000 wurden in die Sklaverei verschleppt. Für die Römer bedeutete die Einnahme von Jerusalem den strategischen Triumph über Judäa, der mit der Einnahme der Bergfestung Masada (73 n. Chr.) vollendet wurde.

Historizität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

M17 M17 O34
D21
M17 G1 D21
Z1 T14
A1 B1
Z2

Ysrjr

Herkunft, Alter und historische Auswertbarkeit der ältesten Stoffe der Tora sind umstritten. Die Tora entstand nach heutigem Forschungskonsens seit etwa 1200 v. Chr., wurde aber erst seit etwa 450 v. Chr. niedergeschrieben. Inwieweit während dieser 750 Jahre die mündliche Überlieferung unverändert blieb, ist offen. Die Geschichtswissenschaft bezweifelt deshalb die Historizität dieser Darstellung.[1][2] Eine erste außerbiblische Bestätigung gibt die „Israelstele“ des Pharaos Merenptah (um 1210 v. Chr.), auf der ein Stamm oder Volk in Kanaan namens Ysrjr erwähnt wird.[3][4]

Die überwiegend zwischen 1947 und 1956 in elf Felshöhlen entdeckten Schriftrollen vom Toten Meer umfassen rund 15.000 Fragmente von etwa 850 Rollen aus dem antiken Judentum, die von mindestens 500 verschiedenen Schreibern zwischen 250 v. Chr. und 40 n. Chr. beschriftet wurden. Darunter sind etwa 200 Texte des späteren Tanach, der aus den drei Teilen Tora („Weisung“), Nevi’im (hebräisch נְבִיאִים „Propheten“) und Ketuvim (hebräisch כְּתוּבִים „Schriften“) besteht, den bislang ältesten bekannten Bibelhandschriften.

Geschichte der Juden in der Spätantike[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jüdische Sklaven sowie römische Kriegsbeute aus dem zerstörten Jerusalemer Tempel, werden nach der Eroberung von Jerusalem (70 n. Chr.) im Triumphzug nach Rom gebracht (Originaldarstellung auf dem Titusbogen in Rom, errichtet Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr.)

Um die Zeitenwende lebten weltweit um die acht Millionen Juden, davon ein Viertel in Judäa und jeweils eine Million in Babylonien, Ägypten, Syrien und Kleinasien.[5] Auch in Mittel- und Süditalien und in europäischen Garnisonsstädten wie Corduba (Cordoba), Massilia (Marseille), Londinium (London), Augusta Treverorum (Trier) oder Colonia Agrippina (Köln) bildeten sich um diese Zeit bedeutende jüdische Gemeinschaften. Die Geschichte der Juden in der Spätantike umfasst die Periode vom Ende des 1. Jahrhunderts bis zur Eroberung Palästinas durch die Araber im 7. Jahrhundert. Spätestens seit der Umwandlung des jüdischen Königreichs in eine römische Provinz im 1. Jahrhundert nach Christus unter Tiberius, der Zerstörung Jerusalems durch Titus unter Kaiser Vespasian und der hadrianischen Neugründung mit dem Namen Aelia Capitolina zerstreuten sich die Juden als regional greifbares und geschlossenes Volk endgültig und siedelten zu einem großen Teil innerhalb des Römischen Reiches. In die Spätantike fällt die Kanonisierung des Tanach, der hebräischen Bibel, und die Sammlung und Verschriftung der verschiedenen jüdischen Lehrtraditionen in beiden Talmudim und in zahlreichen Responsen. Diese von den Rabbinen geführte „klassische“ Epoche der jüdischen Geschichte war von der Zerstreuung der Juden im Perserreich und im Römischen Reich, vom Aufstieg des Christentums zur Staatsreligion dieses Reiches (391 n. Chr.) und anderen Faktoren bestimmt.

Ein weiterer bedeutender Anteil der Juden lebte im Perserreich, wo in der Spätantike und dem frühen Mittelalter mit den Akademien von Sura und Pumbedita in Babylonien, damals Teil des Sassanidenreichs, der intellektuelle Schwerpunkt lag.

Geschichte der Juden im Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Judensau-Skulptur am Regensburger Dom
Darstellung der Vernichtung der Deggendorfer Juden in der Schedel’schen Weltchronik von 1493

Die Geschichte der Juden im Mittelalter (ca. 6. bis 15. Jahrhundert) reicht von der Karolingerzeit bis zur Masseneinwanderung von Aschkenasim in Osteuropa nach den Kreuzzügen des Mittelalters, durch die viele bis dahin blühende Judengemeinden in Europa und Palästina ausgerottet wurden. Die Juden lebten als Schutzbefohlene der Landesherren isoliert in eigenen Wohngebieten, umgeben von einer ihnen durch das Christentum feindlich geprägten Bevölkerung. Die Radhaniten waren jüdische Kaufleute, die vom 8. bis ins 11. Jahrhundert die Handelsbeziehungen zwischen den verfeindeten christlichen Ländern des Abendlandes und der islamischen Welt und darüber hinaus bis nach Indien und China gewährleisteten. Sie trugen damit zu einem wirtschaftlichen Aufschwung des Abendlandes bei, das seit dem Ende des Weströmischen Reichs wirtschaftlich zurückgefallen war. Die TiermetapherJudensau“ bezeichnet ein im Hochmittelalter entstandenes häufiges Bildmotiv der antijudaistischen christlichen Kunst. Es sollte Juden verhöhnen, ausgrenzen und demütigen, da das Schwein im Judentum als unrein (hebräisch טמא tame) gilt und einem religiösen Nahrungstabu unterliegt. Spottbilder mit dem Judensaumotiv sind seit dem frühen 13. Jahrhundert belegt und auf Steinreliefs und Skulpturen an etwa 30 Kirchen und anderen Gebäuden vor allem in Deutschland bis heute zu sehen.

Seit dem Auftreten der Pestpandemie 1348/49 überschatteten die Judenverfolgungen zur Zeit des Schwarzen Todes ihr Leben. Sie begannen 1348 in der Schweiz unter dem Vorwurf der Brunnenvergiftung durch die Juden. In 85 von 350 Städten mit jüdischen Einwohnern wurde gemordet, wie beim Judenpogrom in Straßburg 1349, fast überall wurden Juden ausgewiesen. Im Elsass wurde mit 29 Orten die Hälfte aller jüdischen Siedlungen ausgelöscht, am Mittelrhein rund 85 von 133 Siedlungen. Die übrigen Anhänger des Judentums verteilten sich im Hochmittelalter auch in andere Teile Europas, im Spätmittelalter, im Zuge der Pestpogrome und der Ausweisung beispielsweise aus Frankreich, besonders nach Osteuropa, ferner in die islamische Welt und im Anschluss bei der Vertreibung aus Spanien 1492 nach Eretz Israel. In Spanien wurden seit 1391 die Juden offiziell verfolgt und mussten zwischen Hinrichtung und Zwangstaufe wählen. Eine besondere Schärfe erhielten die Verfolgungen, als mit Einführung der Inquisition in Spanien 1480 unter Ferdinand II. von Aragon und Isabella I. von Kastilien nicht mehr nur die Juden Ziel der Nachstellungen wurden, sondern auch jene, die zwar rein äußerlich zum Christentum konvertiert waren, um ihr Leben zu retten, die aber im Geheimen weiterhin an ihrem alten Glauben festhielten. Nach dem Vertreibungsedikt emigrierten 50.000 bis 100.000 Juden nach Portugal, um der Zwangsbekehrung zu entgehen.

Gottesmord[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Luther, Von den Juden und ihren Lügen; Titelblatt, Wittenberg 1543
Hauptartikel: Gottesmord

Der Ausdruck Gottesmörder (auch: Christusmörder) bezeichnet in der Kirchengeschichte eine angebliche unaufhebbare Kollektivschuld der Juden an der Kreuzigung Jesu von Nazaret. Dieser Schuldvorwurf ist ein zentrales Stereotyp des christlichen Antijudaismus. Damit begründete die Kirche seit dem 2. Jahrhundert die religiöse „Verwerfung“ und „Enterbung“ des Judentums (Substitutionstheologie) und rechtfertigte die soziale Diskriminierung, Unterdrückung und Verfolgung jüdischer Minderheiten im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Das in der Volksfrömmigkeit verankerte Bild der Juden als „Volk der Gottesmörder“ trug wesentlich dazu bei, dass Judenfeindlichkeit ein „kultureller Code“ der Geschichte Europas wurde.[6] Der Gottesmordvorwurf begünstigte den seit etwa 1860 entstandenen modernen Antisemitismus, trug zu „akuten Formen der Komplizenschaft“ der Großkirchen mit der nationalsozialistischen Judenverfolgung bei[7] und ermöglichte es mit, dass der Holocaust überwiegend von christlich getauften Tätern ausgeführt wurde.[8]

Martin Luther meinte, Juden und Heiden hätten Christi Tod gleichermaßen und gemeinsam verursacht. Sie seien Werkzeuge der darin verwirklichten Gnade Gottes geworden. Daher trat der Vorwurf des Gottesmords bei Luther zurück.[9] 1520 verwarf Luther auch die zur Passionszeit üblichen antijüdischen Hetzpredigten. Er formulierte eine neue Passionshymne, die die judenfeindlichen Improperien der katholischen Karfreitagsliturgie ersetzen sollte. Sie wurde noch 1544, nach seinen judenfeindlichen Schriften, in Wittenberg eingeführt.[10] Er griff jedoch sämtliche damalige antijudaistische Stereotype auf, um alle evangelischen Fürsten zur Vertreibung der Juden aus ihren Gebieten zu bewegen. Er verlangte, ihre Synagogen, Schulen und Häuser zu zerstören, körperliche Zwangsarbeit für sie sowie ein Verbot ihrer Religionsausübung und des Geldgeschäfts bis hin zur Todesstrafe für Rabbiner, die weiterhin lehrten.

Hauptartikel: Martin Luther und die Juden

Die römisch-katholische Kirche und die evangelische Kirche haben dieses antijudaistische Stereotyp und weitere nach 1945 allmählich offiziell als Irrtum und Schuld erkannt und sind davon abgerückt. Beispielsweise halten jedoch die katholischen Traditionalisten wie die Piusbruderschaft oder die orthodoxen Kirchen (mit Ausnahmen) daran fest.[11][12]

Ritualmordlegende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ritualmordlegende; Martyrium des Simon von Trient; Skulptur von Daniel Mauch (1477–1540), Chiesa San Pietro, Trento
Hauptartikel: Ritualmordlegende

Die christliche Ritualmordlegende, wonach Juden angeblich das Blut von Christenkindern für ihre Matzen beim Pessachfest und zu verschiedenen magischen oder medizinischen Zwecken benötigten, kam 1144 im englischen Norwich erstmals auf und fand 1255 seine Fortsetzung in Lincoln an einem angeblichen Ritualmord an Little Hugh, was zu Übergriffen und Ausschreitungen gegen Juden in ganz England geführt hat. Copin, dem ein Geständnis abgerungen wurde und achtzehn weitere Juden wurden in London durch Hängen hingerichtet, während 91 weitere im Tower of London eingekerkert wurden. Die antijudaistische Legende gelangte von England über Spanien und Frankreich in den deutschsprachigen Raum (13. Jahrhundert). Ritualmordvorwürfe betrafen Juden erstmals 1234/1235 in Lauda und Fulda. Parallel kam der Vorwurf des Hostienfrevels auf. Eine fränkische Gruppe herumziehender Marodeure unter ihrem Anführer Rintfleisch zerstörte deshalb 1298 über 140 Gemeinden im mittel- und süddeutschen Sprachraum. 1336–1339 zogen die Armlederbanden durch Franken und das Elsass und töteten 5000 Juden. In der Stadt Colmar wurden sämtliche jüdische Bewohner getötet. Aus dem deutschsprachigen Raum wanderte die Ritualmordlegende nach Italien, wo nach einem Folterprozess 1475 wegen des angeblichen Ritualmordes an Simon von Trient 14 der inhaftierten Juden hingerichtet wurden und mehrere infolge der Haftbedingungen und der Folter starben. Einige weitere Ritualmordlegenden und Opferkulte wurden infolge dieses Falls geschaffen. Die Verleumdung wanderte weiter nach Polen (der mit dem Statut von Kalisch begegnet wurde), wo von 1500 bis 1800 mindestens 89 Ritualmordanklagen und -prozesse ermittelt wurden, in deren Folge es geschätzte 200 bis 300 Hinrichtungen gab. Es folgte Litauen (15. Jahrhundert), von wo sie sich schließlich nach Russland ausbreitete (17. Jahrhundert). Dort soll Gavriil der Knabe, ein griechisch-orthodoxer, später als Märtyrer heilig gesprochener Junge – laut einer innerhalb der griechisch-orthodoxen Kirche nie hinterfragten Überlieferung –, einem jüdischen Ritualmord zum Opfer gefallen sein.[13] Die Legende wanderte weiter in das Osmanische Reich (19. Jahrhundert) mit der Damaskusaffäre und nach Griechenland (Rhodienser Ritualmordlegende). Sie überdauerte das Zeitalter der Aufklärung und erlebte parallel zum Antisemitismus von 1800 bis 1914 in Mittel- und Osteuropa einen neuen Aufschwung. Entsprechende Anklagen endeten meist in Massakern für die so Beschuldigten, ihre Angehörigen und Gemeinden. 2006 taucht die Ritualmordlegende in modernisierter Form wieder auf, wenn von Mehmut Toptaş in Millî Gazete behauptet wird, Israel verübe gezielt Kindermorde, um den Opfern Organe zu entnehmen und damit Handel zu treiben.[14]

Islamismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Massaker an den Banu Quraiza im Jahre 627 auf Verordnung Saʿd ibn Muʿādhs[15] mit Zustimmung und unter der Aufsicht Mohammeds.[16] Illustration von Muhammad Rafi Bazil,[17] 19. Jahrhundert, British Library

Im Koran, im Hadith und im islamischen Recht gibt es einerseits die ambivalente Bezeichnung Ahl al-kitāb (arabisch أهل الكتاب) die bedeutet, dass Gott den Juden (und Christen) „einen Platz an unserer Seite“ zugewiesen hat (Sure 3:64, Sure 29:46). Damit erlauben die heiligen Schriften den Muslimen ausdrücklich, gute nachbarschaftliche, wirtschaftliche und auch eheliche Beziehungen mit Juden und Jüdinnen zu pflegen. Unter den Frauen Mohammeds findet sich auch eine Jüdin. Es sei auf die gemeinsame Verfassung von Medina verwiesen, in dessen zweitem Teil des Vertrags auch verschiedene jüdische Stämme in das Bündnis eingeschlossen sind. Im Mittelalter hatten viele muslimische Gesellschaften in Andalusien oder im Osmanischen Reich freundschaftliche Beziehungen zu Juden und gewährten ihnen Schutz.

Andererseits wird den Juden im Koran vorgeworfen, sie hätten den Bund mit Allah und den Muslimen gebrochen: „… und weil sie ihre Verpflichtung brachen, haben wir sie verflucht“ (Sure 5:13; auch 4:46; 4:155). Außerdem gelten die Juden als betrügerisch, „… und (weil sie) Zins nahmen, wo es ihnen doch verboten war, und die Leute in betrügerischer Weise um ihr Vermögen brachten. Für die Ungläubigen von ihnen haben wir (im Jenseits) eine schmerzhafte Strafe bereitet“ (Sure 4:161; Sure 2:100; Sure 9:34). In Sure 9:29 wird zum Kampf gegen diese „Ungläubigen“ aufgerufen, bis sie die Dschizya (eine Sondersteuer) entrichten. Hierdurch untermauert kam es zu Massakern an Juden, wie in den muslimischen Teilen Spaniens (1010–1013). In Fez massakrierte man im Jahre 1033 über 6000 Juden und bei den muslimischen Unruhen 1066 in Granada kamen um die 4000 Juden ums Leben. Hinzu kamen gewalttätige Vertreibungen wie 1016 in Kairouan, 1145 in Tunis oder 1232 in Marrakesch.

Ritualmordvorwürfe tauchten in der islamischen Welt erstmals um 1840 infolge der Damaskusaffäre auf.

Ende der 1920er Jahre initiierte der Großmufti von Jerusalem Mohammed Amin al-Husseini (1893–1974) eine relativ intensive Zusammenarbeit islamistischer und nationalistischer Kreise. Während des Zweiten Weltkriegs stellte sich der Großmufti ganz offen für die nationalsozialistische Propaganda zur Verfügung und hielt im Radio Hetzansprachen gegen Juden. Auf Konferenzen der Muslimbruderschaft fanden schon 1938 Übersetzungen der antisemitischen Fälschung der Protokolle der Weisen von Zion Verbreitung. In der Türkei folgte die Millî Görüş-Bewegung, gefolgt von der palästinensischen Hamas, wie man ihrer Charta von 1988 entnehmen kann, der Hisbollah, der Al Qaida, bis hin zur Staatsideologie in der islamischen Republik Iran mit dem Begründer Ayatollah Khomeini. Präsident Mahmud Ahmadinedschad forderte 2005 öffentlich die Vernichtung des Staates Israel und 2006 leugnete er öffentlich die Massenvernichtung von Juden im Zweiten Weltkrieg. Die Argumentationsmuster im Kontext des Nahostkonflikts sind nicht nur eine Ablehnung des Staates Israel, sondern implizieren einen Hass gegen alle Juden, was als „islamisierter Antisemitismus“ bezeichnet wird.[18][19][20]

Geschichte der Juden in der Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Napoleon Bonaparte stellt den Kult der Israeliten wieder her. 30. Mai 1806.

Die Geschichte der Juden in der Neuzeit umfasst die Geschichte jüdischer Gemeinschaften und Minderheiten seit der Reformation (1517) bis zur Gegenwart, die sich nach Kontinenten und einzelnen Ländersituationen sehr unterschiedlich entwickelte und die von der Zerstreuung der Sepharden im 16. Jahrhundert bis zur Neugründung des Staates Israel 1948 reicht. Nach der protestantischen Reformation wurden manche Länder Europas toleranter gegenüber den Juden. Erste Anzeichen gab es in England, wo das Commonwealth unter Oliver Cromwell den Juden ab 1650 die Einwanderung anbot. Im 18. Jahrhundert entwickelten sich aus dem Naturrecht die Menschenrechte. Seit der Französischen Revolution im Jahre 1789 wurden die Juden in Europa dadurch nach und nach rechtlich gleichgestellt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts verschlechterte sich die Lage der jüdischen Bevölkerung in Osteuropa rapide. In Russland kam es zu zahlreichen Pogromen, die ihren Höhepunkt gegen Ende des Jahrhunderts erreichten und bis zur Russischen Revolution 1917 immer wieder aufflammten. Zwischen 1890 und dem Ende des Ersten Weltkriegs emigrierten als Folge der Pogrome rund zwei Millionen Juden aus Russland in die Vereinigten Staaten. Die Auswanderung von Juden aus arabischen und islamischen Ländern umfasste Exodus, Flucht und Vertreibung von über 1,1 Millionen Juden,[21][22] hauptsächlich sephardischer und mizrachischer Herkunft aus arabischen und muslimischen Ländern von 1948 bis in die 1970er Jahre, die abgeschwächt bis heute anhält.

Geschichte der Juden in der Diaspora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beit Hatefutsot, Haupteingang des Museums der Geschichte der jüdischen Diaspora in Ramat Aviv (Stadtteil von Tel Aviv).
Bekleidung der Juden im mittelalterlichen Frankreich
„Stopp die grausame Unterdrückung russischer Juden“, fordert Roosevelt 1904 von Nikolaus II.
Jüdische Emigranten aus Russland werden von ihren Verwandten in den USA willkommen geheißen. 1901
Hauptartikel: Jüdische Diaspora

Die Diaspora (griechisch διασπορά, Zerstreuung) ist eine Bezeichnung, die ursprünglich ausschließlich auf Juden angewendet wurde, die außerhalb des Heiligen Landes lebten. Im Hebräischen war lange der Begriff Galut (Exil; hebräisch גלות) gebräuchlich. Erst im 20. Jahrhundert wurde als Analogie zum griechischen Begriff Diaspora das Wort Tefutsot (hebräisch תפוצות) gebildet. Man versteht darunter die Auswanderung oder Flucht in jüdische Gemeinden außerhalb Palästinas. Als Ursache für die Entstehung der Diaspora werden politische, religiöse oder wirtschaftliche Aspekte angeführt. Der Beginn der Diaspora wird mit der Gründung jüdischer Gemeinden in Babylonien beschrieben, die in Folge der Eroberung Judas durch den babylonischen König Nebukadnezar (Nabû-kudurrī-uṣur II.) im Jahr 587/86 v. Chr. entstanden. Bedeutende Zentren jüdischer Gemeinden waren in der Folge in Ägypten, in Kyrenaika (Teil des heutigen Libyen), Nordafrika, Zypern, Syrien, Kleinasien, mit den vorgelagerten Inseln Chios und Samos, und schließlich in Griechenland und Rom, bis die Vertreibung beziehungsweise Auswanderung sich weltweit ausbreitete.

Seit der Gründung des Königreichs Polen im 10. Jahrhundert war Polen gegenüber Juden einer der tolerantesten Staaten Europas. Mit dem 1264 von Herzog Bolesław dem Frommen von Polen (1224/27–1279) erlassenen Statut von Kalisch[23] und seiner Bestätigung und Erweiterung durch König Kasimir den Großen im Jahr 1334 erhielten die Juden weitgehende Rechte zugestanden und Polen wurde zur Heimat für eine der größten und vitalsten jüdischen Gemeinden der Welt, wie sie in der Geschichte der Juden in Polen beschrieben wird. Vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges lebten in Polen rund 3.350.000 Juden.

Die Hepp-Hepp-Krawalle von 1819 begannen in Würzburg. Sie gelten als Reaktion auf die im Jahre 1813 gewährte rechtliche Gleichstellung der Juden durch die Verabschiedung des Bayerischen Judenedikts durch den Landtag Bayerns.[24] Tendenziöse Presseberichte machten die Würzburger Unruhen in ganz Deutschland bekannt und wirkten wie ein Aufruf zur Nachahmung. Sie lösten eine Welle gewalttätiger Ausschreitungen gegen Juden in vielen Städten des Deutschen Bundes aus, darunter Prag, Graz und Wien, sowie in Amsterdam, Kopenhagen, Helsinki, Krakau und kleineren Orten in Russisch-Polen.[25]

Trotz einer 2000-jährigen Geschichte der Juden in Russland bildete das Jahr 1881 einen Wendepunkt. Pogrome und restriktive Erlasse sowie der administrative Druck führten zu einer Massenauswanderung. Zwischen 1881 und 1914 verließen etwa zwei Millionen von über fünf Millionen im russischen Ansiedlungsrayon lebenden Juden das Land, viele unter ihnen emigrierten in die USA. Der Historiker Orlando Figes geht zwischen 1919 und 1920 von weiteren 1200 Pogromen mit 150.000 Toten aus.[26][27] Beim Massaker von Katyn erschossen Angehörige des sowjetischen Volkskommissariats für Innere Angelegenheiten (NKWD) vom 3. April bis 11. Mai 1940 auf Befehl Stalins 14.587 polnische Gefangene, größtenteils Offiziere, darunter mindestens 800 polnisch-jüdische Offiziere und weitere 400 polnisch-jüdische Ärzte in einem Wald bei Katyn.[28]

Auf dem europäischen Kontinent leben 1.457.920 Juden, was einem Anteil von 0,2 % der Gesamtbevölkerung von 742.520.800 Einwohnern entspricht.[29] Weltweit leben 8,1 Millionen Juden in der Diaspora (in Israel 6,2 Millionen), die meisten in den Vereinigten Staaten (5,7 Millionen), gefolgt von Frankreich (467.000), Kanada (386.000), Großbritannien (290.000), Russland (183.000) und Argentinien (181.000); (Stand: 2014).[30]

Geschichte der Juden in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verbreitung der Juden im Deutschen Reich, ca. 1895
Jüdische Soldaten in der deutschen Armee begehen Yom Kippur, am 23. September 1870 während des Deutsch-Französischen Krieges. The Feuchtwanger Collection, Israel-Museum, Jerusalem.

Die deutsch-jüdische Geschichtsschreibung in Deutschland wird dominiert von der Kategorie des Lokalen.[31] Die Geschichte der Juden in Deutschland ist die einer ethnischen und konfessionellen Minderheit im deutschen Sprachraum Mitteleuropas. Die älteste jüdische Gemeinde siedelte in Mainz (erste Hälfte 10. Jahrhundert). Von dieser Zentralgemeinde aus bildeten sich weitere Gemeinden in Trier (1066), Worms (1084) und Speyer (1090), die SCHUM-Städte (nach den hebräischen Anfangsbuchstaben der drei Stadtnamen) genannt wurden. Ein jüdisches Zentrum war im frühen 11. Jahrhundert Köln. In Regensburg, das für den Osthandel bedeutend war, sind bereits 981 Juden als Einwohner bezeugt. Trotz zahlreicher Verfolgungen, wie im übrigen Mitteleuropa, wurde die jüdische Präsenz im deutschen Sprachgebiet in den folgenden Jahrhunderten kaum je unterbrochen. Zahlreiche berühmte Schriftsteller, Mediziner und Musiker bereicherten die kulturelle Landschaft.[32] In dieser Zeit erlebten sie sowohl Toleranz als auch antijudaistische, später antisemitische Gewalt, die in der Schoah gipfelte.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) wollten die deutschen Juden ihren Patriotismus beweisen, wie bereits zuvor im Feldzug Preußens und Österreichs gegen Dänemark im Jahre 1864, im Preußisch-Österreichischen Krieg von 1866 und im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, wo etwa 14.000 Soldaten jüdischen Glaubens auf preußisch-deutscher Seite im Feld standen.[33] Doch antisemitische Hetze und Propaganda machten sie später zu Sündenböcken für den verlorenen Ersten Weltkrieg. Die Ergebnisse der staatlich angeordneten sogenannten Judenzählung vom 1. November 1916 zum Nachweis der beim Heer befindlichen wehrpflichtigen Juden wurden bis Kriegsende geheim gehalten. Das verstärkte die Ressentiments gegen jüdische Kriegsteilnehmer erheblich. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten wurde im Februar 1919 auf Initiative von Leo Löwenstein gegründet. Seine Zielsetzung war die Abwehr des Antisemitismus in Deutschland unter Berufung auf die Tatsache, dass im Ersten Weltkrieg etwa 85.000 deutsche Juden gekämpft hatten, von denen etwa 12.000 fielen.[34]

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt kämpften während des Zweiten Weltkriegs (1939–1945) 1.406.000 Soldaten oder Widerstandskämpfer jüdischen Glaubens gegen die deutsche Wehrmacht, darunter aus den USA 550.000, von denen geschätzt 11.000 Juden fielen oder als vermisst gemeldet wurden, aus der UdSSR 500.000 mit 200.000 Gefallenen, Polen 190.000, England 62.000, Frankreich 48.000, Juden aus Palästina 30.000, Kanada 16.000, Griechenland 13.000, Jugoslawien 12.000, Südafrika 10.000, Tschechoslowakei 8.000, Belgien 7.000 und Australien 3.000.[35][36] (Für die durch direkte Kriegseinwirkung insgesamt Getöteten des Zweiten Weltkriegs werden Schätzungen von 50 bis 56 Millionen angegeben. Die Schätzungen, die Verbrechen und Kriegsfolgen einbeziehen, reichen bis zu 80 Millionen).

Überfall auf Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Überfall auf Polen im September 1939 nahmen 120.000 polnische Bürger jüdischer Abstammung als Mitglieder der polnischen Armee an den Kämpfen gegen die Deutschen und Sowjets teil. Man nimmt an, dass während des gesamten Zweiten Weltkriegs 32.216 jüdische Soldaten und Offiziere starben und 61.000 von den Deutschen gefangen genommen wurden; die Mehrheit überlebte dies nicht.[37] Etwa 200.000 Juden flohen vor den Deutschen in das sowjetisch besetzte Ostpolen, was deren Zahl dort von 1,2 auf 1,4 Millionen erhöhte. Bis Ende 1939 wurden etwa 90.000 Juden und Polen aus den annektierten Gebieten in das Generalgouvernement vertrieben, bis 1945 insgesamt 900.000. Über Litauen gelang mit der transsibirischen Eisenbahn etwa 10.000 Juden die Flucht nach Japan, wo sie größtenteils im japanisch besetzten Shanghaier Ghetto überlebten.[38] Die übrigen Juden wurden im Holocaust ermordet.

Russlandfeldzug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Russlandfeldzugs (Unternehmen Barbarossa, 1941) zeichneten sich die jüdischen Soldaten der Roten Armee durch außergewöhnliche Loyalität gegenüber der Sowjetunion aus. Von den 500.000 Juden, die in der sowjetischen Armee während des Zweiten Weltkriegs dienten, fielen etwa 200.000 im Kampf.

Schoah[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holocaust-Gedenkstätte in Berlin. 2016 wurden allein in Berlin 42 Sachbeschädigungen an Orten der Erinnerung an die Schoa festgestellt – drei Mal so viel wie im Vorjahr.[39]
Zur Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 vorbereitete Liste der jüdischen Bevölkerung in Europa. Nicht erfasst sind die seit 1933 bis zu diesem Zeitpunkt bereits über 300.000 ermordeten Juden.
Hauptartikel: Holocaust

Die Schoah war der nationalsozialistische Völkermord an 5,6 bis 6,3 Millionen europäischen Juden, darunter 2,7 Millionen Juden aus Polen, 2,1 Millionen Juden aus der Sowjetunion, 565.000 Juden aus Ungarn und 300,000 Juden aus Rumänien. Unter den Ermordeten befanden sich 1,5 Millionen Kinder. Eingeleitet wurde die Vernichtung in der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938. Deutsche und ihre Helfer führten sie von 1941 bis 1945 systematisch, ab 1942 auch mit industriellen Methoden durch, mit dem Ziel, alle Juden im deutschen Machtbereich zu vernichten. Nur wenigen tausend Juden gelang die Flucht über verschiedene Schiffsrouten nach Shanghai, da die Stadt neben den Komoren der einzige Zufluchtsort war, der jüdische Flüchtlinge aufnahm.[40]

Die Schlucht von Babi Jar war 1941 mit über 51.000 erschossenen Opfern der Schauplatz des größten aller Massaker an jüdischen Männern, Frauen und Kindern im Zweiten Weltkrieg, das unter der Verantwortung des Heeres der Wehrmacht durchgeführt wurde.[41]

Insgesamt wurden damals zwei Drittel aller europäischen Juden ermordet.[42] Dieses Menschheitsverbrechen gründete auf dem staatlich propagierten Antisemitismus und der entsprechenden rassistischen Gesetzgebung des NS-Regimes. Die Nazis haben während des Dritten Reichs etwa 42.500 Lager errichtet. Im Einzelnen wurden 980 Konzentrationslager gezählt, darunter Vernichtungslager, wie Auschwitz-Birkenau, Treblinka oder Majdanek, 30.000 Arbeitslager einschließlich ihrer oft zahlreichen Außenstellen, 1150 jüdische Ghettos, darunter das größte Ghetto in Warschau mit 450.000 Juden, 1000 Kriegsgefangenenlager und nicht weniger als 500 Zwangsbordelle und Wehrmachtsbordelle. Allein für Berlin wurde eine Zahl von 3000 Zwangsarbeitslagern und sogenannten „Judenhäusern“ ermittelt.[43]

Im Jahre 1925 erklärten sich 563.733 Personen der jüdischen Religionsgemeinschaft zugehörig, das waren 0,9 % der Gesamtbevölkerung des Deutschen Reiches. Nach der Volkszählung vom 16. Juni 1933, hatte sich ihre Anzahl auf 499.682 reduziert. Die Anzahl der ermordeten Juden während des Nationalsozialismus im Deutschen Reich in den Grenzen von 1933 wird mit 160.000 angegeben.[44] 340.000 Juden sind rechtzeitig geflohen, wurden vertrieben oder sind ausgewandert. Aus dem Deutschen Reich und Österreich flohen etwa 95.000 in die USA. Die meisten, die in europäische Länder gelangt sind, die im Verlauf des Krieges von den deutschen Truppen eingenommen worden sind, entgingen jedoch nicht den späteren Deportationen.

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg blieben etwa 15.000 Juden in der Bundesrepublik Deutschland,[45] die sukzessive das jüdische Gemeindewesen wieder aufbauten. In der DDR schrumpfte bis zum Mauerbau 1961 die Zahl der in den Gemeinden registrierten Juden auf etwa 1500. Gegen Ende des kalten Krieges (1989) lebten in der DDR etwa 400 Juden,[46] in der Bundesrepublik Deutschland etwa 29.000. Im Zeitraum von 1991 bis 2015 wanderten rund 230.000 Juden aus der GUS (Nachfolgestaaten der Sowjetunion) nach Deutschland ein[47] und teilweise wieder aus. Stand 2015 leben 117.000 Juden in Deutschland, 99.695 sind Mitglieder der jüdischen Gemeinden in Deutschland.[48][49] Ohne Zuwanderer aus der GUS wäre die Mitgliederzahl bereits bis zum Jahr 2000 auf 17.902 gesunken.[50] Schätzungen sprechen von bis zu 200.000 Juden in Deutschland.[51] Laut den seit 2001 veröffentlichten Zahlen des Bundesministeriums des Innern wurden bis 2009 durchschnittlich 1690, damit täglich vier bis fünf antisemitische Straftaten verübt.[52][53] Die antisemitischen Straftaten sind nach einem deutlichen Anstieg im Jahr 2014 von 1596 auf 1366 im Jahr 2015 zurückgegangen[54] und im Jahr 2016 wieder auf 1.468 angestiegen.[55]

Geschichte der Juden in Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wien, Judenplatz

Das Judentum auf dem Boden des heutigen Österreichs ist erstmals in der Römerzeit nachweisbar. Zu Beginn des 10. Jahrhunderts gab es mit der Raffelstettener Zollordnung die erste Urkunde, in der Juden in diesem Gebiet als Händler erwähnt werden. In Wien, im Burgenland und östlichen Niederösterreich erzählt eine jahrhundertelange Geschichte vom Bestehen jüdischer Gemeinden. Es gab in nahezu allen Kronländern Österreich-Ungarns größere jüdische Minderheiten, besonders in Galizien und der Bukowina. Nach der rechtlichen Gleichstellung der Juden sowie bedingt durch die Industrialisierung wanderten viele Juden aus den ländlicheren Gebieten in die Städte der Monarchie aus. Juden war Ende des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts der Aufstieg in hohe Stellungen nicht verwehrt. Mit den Toleranzpatenten Josephs II. begann die Emanzipation auch für die traditionell ghettoisierten, damals etwa 1,5 Millionen Juden der Habsburger Monarchie. In der Märzrevolution 1848 engagierten sich Akademiker, darunter viele gebildete Juden, meist für den Liberalismus.

Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich flohen rund zwei Drittel der österreichischen Juden vor der NS-Diktatur, etwa 65.000 wurden ermordet. Nur wenige überlebten den NS-Terror, noch weniger kehrten zurück. Nach 1945 wurden in den größten Städten kleine jüdische Gemeinden wiedergegründet. Heute leben vor allem durch Zuwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion zwischen 8000 und 15.000 Juden in Österreich – heute wie damals überwiegend in Wien.

Geschichte der Juden in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Juden kamen mit den Römern in das Gebiet der heutigen Schweiz. Im Jahre 1213 ist die Anwesenheit von Juden in Basel bezeugt, als der dortige Bischof die Rückgabe eines Pfandes anordnete, das er bei einem jüdischen Geldverleiher hinterlegt hatte. Im Laufe des 13. Jahrhunderts wurden zahlreiche jüdische Gemeinden gegründet; die bedeutendsten befanden sich in Bern, Zürich und Luzern.[56] In dieser Zeit waren sie zunehmenden Verfolgungen, oft nach dem Muster der Ritualmordlegende, ausgesetzt. In der Alten Eidgenossenschaft lebten die Juden seit dem frühen 17. Jahrhundert in der Gemeinen Herrschaft Baden unter einem „teuren“ Sonderstatut, letztmals beschlossen von der Tagsatzung 1776. Der Wohnsitz der Juden war auf die beiden Dörfer Endingen und Lengnau beschränkt. Die Helvetik trieb zwar die Idee der Emanzipation voran, setzte sie aber nicht durch. Erst mit der Teilrevision der Bundesverfassung von 1866 wurde den Juden in der Schweiz die Niederlassungsfreiheit und die volle Ausübung der Bürgerrechte gewährt.[57][58] Im Zweiten Weltkrieg nahm die Schweiz rund 51.000 Zivilflüchtlinge auf, wovon rund 20.000 Juden waren. Gleichzeitig wurden an den Schweizer Grenzen mindestens 30.000 Personen abgewiesen, darunter auch viele Juden. Für viele Tausende endete die Flucht bereits bei den diplomatischen Vertretungen der Schweiz im Ausland, als sie erfuhren, dass sie keinerlei Aussicht auf eine Einreisebewilligung hatten. Viele Flüchtlinge wurden gewaltsam des Landes verwiesen und zum Teil direkt ihren Verfolgern übergeben.[59] In der Schweiz leben heute etwa 18.000 bis 20.000 Juden.

Geschichte des Staates Israel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenktafel zur Erinnerung an die Passagiere der Exodus auf der linken Seite des Durchganges zu Brücke 3 der St. Pauli-Landungsbrücken im Hamburger Hafen.
Schiff der Hagana namens Jewish State („Jüdischer Staat“) im Hafen von Haifa, 1947

Die Geschichte des Staates Israel begann nicht erst mit seiner Gründung im Jahr 1948. Ihr gingen Bemühungen von Vordenkern des Zionismus (insbesondere Theodor Herzls) über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren voraus, die eine Rückkehr von Juden nach Eretz Israel ermöglichen und später einen souveränen Nationalstaat mit eigenem Staatsgebiet für die Juden schaffen wollten. Die organisierte Einwanderung von russischen Juden begann um das Jahr 1880 mit der Chibbat Zion-Bewegung, einer Vorläuferorganisation des Zionismus. In den nächsten Jahrzehnten, bis um das Jahr 1930, wanderten in den vier ersten Alijot Hunderttausende von Juden aus dem Zarenreich bzw. der Sowjetunion nach Palästina aus.

Der UN-Teilungsplan für Palästina wurde am 29. November 1947 von der UN-Generalversammlung als Resolution 181 (II) angenommen. 33 Staaten stimmten für die Resolution, darunter die UdSSR, die USA und Frankreich. 13 stimmten dagegen, darunter die sechs arabischen Mitgliedsstaaten sowie Griechenland, Indien und die Türkei. 10 enthielten sich der Stimme, darunter Großbritannien und die Republik China. Die Resolution sollte den Konflikt zwischen arabischen und jüdischen Bewohnern des britischen Mandatsgebiets Palästina, das am 24. Juli 1920 durch das Völkerbundsmandat für Palästina (arabisch الانتداب البريطاني على فلسطين; hebräisch המנדט הבריטי מטעם חבר הלאומים על פלשתינה (א"י)) zu Stande gekommen war, lösen. Dieses Völkerbundsmandat enthielt die Balfour-Deklaration vom 2. November 1917 und war ein Klasse-A-Mandat des Völkerbundes, das nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches nach dem Ersten Weltkrieg auf der Konferenz von Sanremo an Großbritannien übertragen wurde. Die UN-Resolution beinhaltete die Beendigung des britischen Mandats und sah vor, Palästina in einen Staat für Juden und einen für Araber aufzuteilen, wobei Jerusalem (einschließlich Bethlehem) als Corpus separatum unter internationale Kontrolle gestellt werden sollte.

Am 14. Mai 1948 zogen sich die letzten britischen Streitkräfte aus Palästina zurück und David Ben-Gurion verlas die israelische Unabhängigkeitserklärung. Es entstand die bis heute einzige repräsentative Demokratie mit einem parlamentarischen Regierungssystem im Nahen Osten. Noch in der Gründungsnacht erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien, allesamt die sechs arabischen Mitgliedsstaaten, die gegen die UN-Resolution gestimmt haben, dem jungen Staat den Krieg. Allein in den ersten Jahren zwischen 1948 und 1952 kamen über 600.000 jüdische Immigranten nach Israel und verdoppelten die Gesamtbevölkerung.[60] In der Folge kam es zu mehreren Kriegen, wie dem Sinai-Krieg, dem Sechstagekrieg, dem Jom-Kippur-Krieg oder dem Libanonkrieg 1982, dem Zweiten Golfkrieg und dem Libanonkrieg 2006. Hinzu kamen die Erste Intifada und die Zweite Intifada.

Nach dem Amtsantritt von Michail Gorbatschow und der von ihm ins Leben gerufenen Perestroika wurden die Ausreisebestimmungen gelockert. 1989 begann die Masseneinwanderung von jüdischen Menschen aus der Sowjetunion.[61] Insgesamt wanderten bis zum Jahr 2003 über eine Million Menschen aus Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion nach Israel ein.

Graffiti in Katalonien der BDS-Gruppierung an der Autonomen Universität Barcelona, 2015

Am 9. Juli 2005 erließen 171 palästinensische nichtstaatliche Organisationen (NGOs) einen Gründungsaufruf zu einer Kampagne des Boycott, Divestment and Sanctions (BDS; dt. „Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen“). Die BDS ist eine transnationale politische Kampagne oder soziale Bewegung, die den Staat Israel wirtschaftlich, kulturell und politisch isolieren will, um die vom BDS 2005 vereinbarten Ziele durchzusetzen: Israel müsse die Besetzung und Besiedlung von Gebieten der Palästinenser beenden, ihnen in Israel volle Gleichberechtigung gewähren und ihren Flüchtlingen und deren Nachkommen die Rückkehr in ihre frühere Heimat und zu ihrem Eigentum ermöglichen. Weltweit unterstützen seither viele Solidaritätsgruppen und Prominente den Aufruf, Konsumboykotte und Investitionsabzug gegen Israelis und mit Israel handelnde Personen, Firmen und Institutionen durchzuführen und Regierungen zu Sanktionen und Embargos gegen Israel zu bewegen. Der akademische Boykott ist wesentlicher Teil dieses Kampfes.[62] In Deutschland finden sich BDS-Gruppen vor allem in Berlin, Bonn und Stuttgart. Manche BDS-Vertreter bestreiten das Existenzrecht Israels und wollen diesen Staat abschaffen.[63]

Verlinkte Zeittafel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahreszahlen im jüdischen Kalender Immigration nach Israel Jüdische Diaspora Israel Jerusalemer Tempel Schoftim (Parascha) Melachim Der salomonische Tempel Der zweite Tempel Zugot Tannaim Amoraim Savoraim Geonim Rischonim Acharonim Alija Israel Holocaust Jüdische Diaspora Spanische Inquisition Vertreibung der Juden aus dem römischen Kaiserreich Umsiedlung durch die Assyrer Babylonisches Exil Der zweite Tempel Biblische Geschichte Chronologie in der Tora Gregorianischer Kalender Geschichte der Juden (Neuzeit)Chronology of Israel de.png
Über dieses Bild

Oberste zwei Reihen: Jüdischer Kalender
Unterste Reihe (CE): Gregorianischer Kalender (2017/2018 entspricht 5778)

Liste der Artikel zur Geschichte der Juden in Ländern, Städten und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutschland
Geschichte der Juden in Deutschland
International
Nach Themen/Listen

Jüdische Geschichte (Spätantike)
Geschichte der Juden (Mittelalter)
Geschichte der Juden (Neuzeit)

Listen

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuhe am Donauufer“, Mahnmal in Budapest zur Erinnerung an die Pogrome an Juden durch Pfeilkreuzler in Ungarn.
 Portal: Judentum – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Judentum
 Portal: Israel und Palästina – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Israel und Palästina

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Geschichte der Juden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Juden in der Diaspora – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesamtdarstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Graetz: Geschichte der Juden. Von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Aus den Quellen neu bearbeitet, 11 Bände, 1853–1875.
  • Abraham Geiger: Das Judenthum und seine Geschichte. Schletter, Breslau 1865–1871.
    • Bd. 1: Bis zur Zerstörung des zweiten Tempels. 1865.
    • Bd. 2: Von der Zerstörung des zweiten Tempels bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts. 1865.
    • Bd. 3: Von dem Anfange des dreizehnten bis zum Ende des sechszehneten Jahrhunderts. 1871.
  • Simon Dubnow: Weltgeschichte des jüdischen Volkes. 10 Bände, Jüdischer Verlag, Berlin 1925–1929.
    • Bd. 1: Die älteste Geschichte des jüdischen Volkes. Von der Entstehung des Volkes Israel bis zum Ende der persischen Herrschaft in Judäa. 1925.
    • Bd. 2: Die alte Geschichte des jüdischen Volkes. Von Beginn der griech. Herrschaft in Judäa bis zur Zerstörung Jerusalems durch die Römer. 1925.
    • Bd. 3: Vom Untergang Judäas bis zum Zerfall der autonomen Zentren im Morgenlande. 1926.
    • Bd. 4: Das frühere Mittelalter. Von den Anfängen der abendländischen Diaspora bis zum Ende der Kreuzzüge. 1926.
    • Bd. 5: Das späte Mittelalter. Vom XIII. bis zum XV. Jahrhundert. 1927.
    • Bd. 6: Die Neuzeit. Erste Periode. Das XVI. und die erste Hälfte des XVII. Jahrhunderts. 1927.
    • Bd. 7: Die Neuzeit. Zweite Periode. Die zweite Hälfte des XVII. und das XVIII. Jahrhundert. 1928.
    • Bd. 8: Das Zeitalter der ersten Emanzipation (1789–1815). 1928.
    • Bd. 9: Das Zeitalter der ersten Reaktion und der zweiten Emanzipation (1815–1881). 1929.
    • Bd. 10: Das Zeitalter der zweiten Reaktion (1880–1914). Nebst Epilog (1914–1928). 1929.

Einzelne Epochen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Bringmann: Geschichte der Juden im Altertum. Vom babylonischen Exil bis zur arabischen Eroberung. Klett-Cotta, Stuttgart 2005, ISBN 3-608-94138-X.
  • Seth Schwartz: Das Judentum in der Antike. Von Alexander dem Großen bis Mohammed. Reclam 2016, ISBN 3-15-011010-6.
  • Ismar Elbogen: Ein Jahrhundert jüdischen Lebens. Die Geschichte des neuzeitlichen Judentums. Herausgegeben von Ellen Littmann. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1967.

Einzelne Länder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Shulamit Volkov: Die Juden in Deutschland 1780–1918 (= Enzyklopädie deutscher Geschichte. Bd. 16). 2. Auflage. Oldenbourg, München 2000, ISBN 3-486-56481-1.
  • Arnold Paucker: Deutsche Juden im Kampf um Recht und Freiheit. Studien zur Abwehr, Selbstbehauptung und Widerstand der deutschen Juden seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Hentrich & Hentrich, Teetz, 2., verbesserte Aufl. 2004, ISBN 3-933471-89-3.
  • Moshe Zimmermann: Die deutschen Juden 1914–1945 (= Enzyklopädie deutscher Geschichte. Bd. 43). Oldenbourg, München 1997, ISBN 3-486-55080-2.
  • Kurt Schubert: Die Geschichte des österreichischen Judentums. Böhlau, Wien 2008, ISBN 978-3-205-77700-7.
  • Claude Kupfer, Ralph Weingarten: Zwischen Ausgrenzung und Integration. Geschichte und Gegenwart der Jüdinnen und Juden in der Schweiz. Sabe, Zürich 1999, ISBN 3-252-05066-8.
  • Johannes Glasneck, Angelika Timm: Israel. Die Geschichte des Staates seit seiner Gründung. Bonn 1992, ISBN 3-416-02753-1.
  • Ricardo Feierstein: Historia de los judíos argentinos, 3., erweiterte und überarbeitete Aufl. Galerna, Buenos Aires 2006, ISBN 950-556-486-4.

Lexika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berthold Seewald, Der Auszug aus Ägypten – war alles ganz anders?, N24, 23. Dezember 2014. Abgerufen am 1. Oktober 2016 – unter Bezugnahme auf Israel Finkelstein, Das vergessene Königreich – Israel und die verborgenen Ursprünge der Bibel, 2. Auflage 2015. ISBN 978-3-406-66960-6 und Israel Finkelstein, Neil A. Silberman, Keine Posaunen vor Jericho: Die archäologische Wahrheit über die Bibel, 1. Dezember 2004, ISBN 3-423-34151-3.
  2. Werner H. Schmidt: Einführung in das Alte Testament.. Walter de Gruyter, 1995, ISBN 978-3-11-014102-3, S. 7–.
  3. Erich Zenger: Einleitung in das Alte Testament.. W. Kohlhammer Verlag, 2008, ISBN 978-3-17-020695-3. S. 604
  4. Erich Zenger: Einleitung in das Alte Testament. W. Kohlhammer Verlag, 2008, ISBN 3-17-020695-8, S. 599
  5. Peter Ortag, Jüdische Kultur und Geschichte. Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2007, S. 77. ISBN 3-89331-501-2.
  6. Stefan Rohrbacher, Michael Schmidt: Judenbilder. Reinbek 1991, S. 8 (Vorwort)
  7. Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte Band 4: 1914–1949: Vom Beginn des Ersten Weltkriegs bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten. C.H. Beck, München 2008, ISBN 3-406-32264-6, S. 817
  8. Manfred Gailus, Armin Nolzen: Zerstrittene „Volksgemeinschaft“: Glaube, Konfession und Religion im Nationalsozialismus. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2011, ISBN 3-525-30029-8, S. 288; Fritz May: Israel zwischen Blut und Tränen: der Leidensweg des jüdischen Volkes. Schulte + Gerth, 1987, ISBN 3-87739-081-1, S. 134; Leonore Siegele-Wenschkewitz: Mitverantwortung und Schuld der Christen am Holocaust. In: Evangelische Theologie 42/1982, S. 171–190
  9. Johann Anselm Steiger: Christus pictor. In: Johann Anselm Steiger, Ulrich Heinen (Hrsg.): Golgatha in den Konfessionen und Medien der Frühen Neuzeit. Walter de Gruyter, Berlin 2010, ISBN 978-3-11-022558-7, S. 93–128, hier: S. 101f.
  10. Hans-Martin Barth: Die Theologie Martin Luthers: eine kritische Würdigung. Gütersloher Verlagshaus, 2009, ISBN 978-3-579-08045-1, S. 419.
  11. Marianthi Milona, Hüterin des Hasses – Die orthodoxe Kirche befeuert den Antisemitismus – mit alten und neuen Vorurteilen, Jüdische Allgemeine, 25. Februar 2016. Abgerufen am 28. April 2017.
  12. Orthodox Paradoxes: Heterogeneities and Complexities in Contemporary Russian Orthodoxy.. BRILL, 27 March 2014, ISBN 978-90-04-26955-2, S. 48.
  13. Ute Weinmann, Teil des Dogmas – Bis heute ist Antijudaismus in der orthodoxen Kirche verbreitet, Jüdische Allgemeine, 21. April 2017. Abgerufen am 28. April 2017.
  14. Mehmut Toptaş, Ein Land, das nichts von Politik versteht (Türkisch), in: Millî Gazete vom 26. Juli 2006, S. 5.
  15. W. Montgomery Watt: Muhammad at Medina. Oxford University Press, 1962. S. 214
  16. Meir J. Kister: The Massacre of the Banū Quraiẓa: A re-examination of a tradition. In: Jerusalem Studies in Arabic and Islam 8 (1986). S. 62
  17. Andrew G. Bostom, M.D.: The Legacy of Jihad.. Prometheus Books, 29 December 2010, ISBN 978-1-61592-017-4, S. 17–.
  18. Armin Pfahl-Traughber, Antisemitismus im Islamismus, Bundeszentrale für politische Bildung. Abgerufen am 29. April 2017.
  19. Olaf Farschid, Antisemitismus im Islamismus. Ideologische Formen des Judenhasses bei islamistischen Gruppen, in: Armin Pfahl-Traughber (Hrsg.): Jahrbuch für Extremismus- und Terrorismusforschung 2009/2010, Brühl 2010, S. 435-485, ISBN 978-3-938407-31-8.
  20. Bericht des Unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus, Bundestag Drucksache 18/11970, 07. April 2017. Abgerufen am 29. April 2017.
  21. Jüdische Flüchtlinge aus arabischen Staaten; VI – The Arab refugees – Eine Einführung, (englisch). Abgerufen am 10. August 2016.
  22. Warren Hoge: Group seeks justice for 'forgotten' Jews. In: The New York Times. 5. November 2007, abgerufen am 12. August 2016.
  23. Susanna Buttaroni, Stanisław Musiał: Ritualmord: Legenden in der europäischen Geschichte. Böhlau Verlag Wien, 2003, ISBN 978-3-205-77028-2, S. 215 (google.com).
  24. Heinrich Graetz, Geschichte des Judenthums, Band 11, 2. Auflage 1900, S. 334. Abgerufen am 16. Oktober 2016.
  25. Alex Bein: Die Judenfrage, Band 2: Anmerkungen, Exkurse, Register, Deutsche Verlagsanstalt 1980, S. 158
  26. Orlando Figes: A People’s Tragedy – The Russian Revolution 1891–1924, Pimlico, 1997, S. 679. ISBN 0-7126-7327-X
  27. Fritz Bauer Institut, Völkermord und Kriegsverbrechen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Campus Verlag, Hamburg, (2004) ISBN 3-593-37282-7
  28. Lucjan Dobroszycki, Jeffrey S. Gurock: The Holocaust in the Soviet Union: Studies and Sources on the Destruction of the Jews in the Nazi-occupied Territories of the USSR, 1941-1945.. M.E. Sharpe, 1993, ISBN 978-1-56324-174-1, S. 243.
  29. Liste der religiösen Bevölkerung in Europa, Religion Facts. Abgerufen am 14. März 2017.
  30. Annual Assessment 2015–2016, The Jewish People Policy Institute, S. 16. Abgerufen am 12. August 2016.
  31. Rotraud Ries, Jüdische Geschichte, historicum.net, <17>. Abgerufen am 3. November 2016.
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  33. Frank Becker, Buchrezension von: C. Krüger: "Sind wir denn nicht Brüder?". Deutsche Juden im nationalen Krieg 1870/71, Verlag Schöningh (2006) ISBN 3-506-75648-6, in: H-Soz-Kult. Abgerufen am 15. März 2017.
  34. Cora Stephan, 12.000 jüdische Soldaten fielen für Kaiser Wilhelm, DIE WELT, 6. Oktober 2015. Abgerufen am 17. September 2016.
  35. Arno Lustiger, Der Anteil der Juden am Sieg der Alliierten im Zweiten Weltkrieg: Jüdische Soldaten im Kampf gegen den Faschismus. In: Hans Erler, „Gegen alle Vergeblichkeit“: jüdischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus, Campus-Verlag, 2003. ISBN 3-593-37362-9. Abgerufen am 3. Oktober 2016.
  36. Jüdische Soldaten in den Armeen der Alliierten Yad Vashem. Abgerufen am 3. Oktober 2016.
  37. Christoph Studt: Das Dritte Reich in Daten. Beck, München 2002, ISBN 978-3-406-47635-8, S. 115.
  38. Tsuruga: Port of Humanity, Official Website of the Government of Japan. Abgerufen am 1. Juli 2017.
  39. Antisemitische Vorfälle in Berlin – Bericht 2016. Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS), Berlin, 22. Februar 2017, S. 2, abgerufen am 10. April 2017 (PDF).
  40. Astrid Freyeisen: Shanghai und die Politik des Dritten Reiches.. Königshausen & Neumann, 2000, ISBN 978-3-8260-1690-5, S. 398.
  41. Hartmut Rüß: Kiev/Babij Jar. In: Gerd R. Ueberschär (Hrsg.): Orte des Grauens. Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Primus, Darmstadt 2003, S. 102.
  42. Estimated Number of Jews Killed, Jewish Virtual Library. Abgerufen am 6. Oktober 2016.
  43. US-Forscher: 42 500 Lager in der Nazizeit in Der Tagesspiegel, 3. März 2013. Abgerufen am 13. August 2016.
  44. Wolfgang Benz (Hrsg.): Dimension des Völkermords. Die Zahl der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. DTV, München 1996, ISBN 3-423-04690-2.
  45. Deutschland nach 1945 – Überblick, Jüdische Geschichte und Kultur. Abgerufen am 8. August 2016.
  46. Zentralrat der Juden-Judentum in der DDR. Abgerufen am 14. August 2016.
  47. Sonja Haug/Peter Schimany: Jüdische Zuwanderer in Deutschland. Working Papers 3/2005, Nürnberg 2005, S. 6. Abgerufen am 6. August 2016.
  48. Mitglieder der jüdischen Gemeinden in Deutschland von 2003 bis 2014, Statista. Abgerufen am 10. September 2016.
  49. Wachstum der Mitgliederzahl von 1990 bis 2015. Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Abgerufen am 12. September 2016.
  50. Mitgliederstatistik 1990-2000 Auszüge. Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Abgerufen am 12. September 2016.
  51. Editorial, Bundeszentrale für politische Bildung. Abgerufen am 10. September 2016.
  52. Hass im Alltag. Jüdische Allgemeine. Abgerufen am 16. Oktober 2016.
  53. Pressemitteilung, Bundesinnenministerium, 29. April 2014. Abgerufen am 16. Oktober 2016.
  54. Pressemitteilung, Bundesinnenministerium, 2015. Abgerufen am 16. Oktober 2016.
  55. Bundesweite Fallzahlen politisch motivierter Kriminalität im Jahr 2016, Bundesministerium des Innern, 24. April 2017, S. 5. Abgerufen am 3. Juli 2017.
  56. Fred Skolnik, Encyclopaedia Judaica. 2. Auflage, Macmillan Reference USA, Band 15, S. 554, 12. Dezember 2006. ISBN 0-02-865928-7.
  57. 150 Jahre Gleichberechtigung der Schweizer Juden – Der lange Weg aus dem Ghetto in Neue Zürcher Zeitung vom 16. Januar 2016. Abgerufen am 6. August 2016.
  58. Der lange Weg der Schweizer Juden zur Gleichstellung in Berner Zeitung vom 13. Januar 2016. Abgerufen am 6. August 2016.
  59. Veröffentlichungen der Unabhängigen Expertenkommission Schweiz – Zweiter Weltkrieg – Band 17. Abgerufen am 6. August 2016.
  60. Historische Entwicklung der jüdischen Einwanderung, Bundeszentrale für politische Bildung. Abgerufen am 2. Oktober 2016.
  61. Israel, Bundeszentrale für politische Bildung, Informationen zur politischen Bildung Nr. 287, S. 80
  62. Cary Nelson: Dreams Deferred, Indiana University Press, 2016, ISBN 0-253-02517-6, Eingeschränkte Vorschau in Google Books, S. 32-36.
  63. Naomi Klein: The Case for Sanctions Against Israel. Verso Books, 2012, ISBN 978-1-84467-450-3, Eingeschränkte Vorschau in Google Books, S. 87