Hans-Dieter Schwind

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kandidatenplakat zur Landtagswahl in Niedersachsen 1978

Hans-Dieter Raiko Schwind (* 31. Mai 1936 in Tokio) ist ein deutscher Jurist, Kriminologe und Politiker (CDU). Er ist insbesondere als Verfasser einer praxisorientierten Einführung in die Kriminologie bekannt, die 2013 in 22. Auflage erschien.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Hamburg und München, wo er das erste und zweite Staatsexamen ablegte und 1966 promovierte (bei Sieverts), wurde Schwind wissenschaftlicher Assistent in Göttingen. 1974 wurde er auf den Lehrstuhl für Kriminologie, Strafvollzug und Kriminalpolitik an der Juristischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum berufen, welchen er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2001 innehatte.[1]

1978 wurde er vom niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht zum niedersächsischen Justizminister ernannt. Dieses Amt übte er bis 1982 aus. In dieser Zeit wurde durch ihn das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen begründet. In seiner Amtszeit ereignete sich die Sprengung des Celler Lochs; die Affäre wurde jedoch erst 1986 öffentlich.

Schwind ist heute unter anderem als Vorsitzender des Fachbeirates „Vorbeugung“ beim Weißen Ring tätig, ist Präsident des Stiftungsrates der Deutschen Stiftung für Verbrechensverhütung und Straffälligenhilfe (DVS) und hat eine Honorarprofessur an der Universität Osnabrück inne. Hier veranstaltet er (mit anderen), neben seinen üblichen regulären Vorlesungen, jährlich eine Ringvorlesung mit prominenten Vortragenden. Darunter waren unter anderem ein BKA-Präsident, mehrere LKA-Direktoren, der Europol-Direktor Max-Peter Ratzel, GSG 9-Gründer und Einsatzleiter in Mogadischu Ulrich Wegener oder das Entführungsopfer Richard Oetker. Des Weiteren ist Schwind Herausgeber und Autor zahlreicher juristischer und kriminologischer Schriften. Er war von 1984 bis 1989 Präsident der Deutschen Kriminologischen Gesellschaft (DKG) und von 1987 bis 1990 Vorsitzender der (Anti-) Gewaltkommission der Bundesregierung.[1]

Er ist Oberstleutnant der Reserve der Bundeswehr.

Schwerpunkte der praktischen und wissenschaftlichen Tätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwind hat ein breites Forschungsgebiet in Lehre und Forschung: Entlassenenhilfe, Dunkelfeldforschung (insbesondere an der Ruhr-Universität Bochum, dort auch enge Zusammenarbeit mit Hermann Korte), Kriminalgeographie, Kriminologie der Unterbegabten. Veröffentlichung auf dem Gebiet des Strafrechts, des Strafprozeßrecht, der Kriminologie und der Strafvollzugskunde.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kriminologie und Kriminalpolitik. Eine praxisorientierte Einführung mit Beispielen (= Grundlagen der Kriminalistik. Band 28). 23. Auflage. Kriminalistik Verlag, Heidelberg 2016, ISBN 978-3-7832-0047-8.
  • Mit Alexander Böhm, Jörg-Martin Jehle und Klaus Laubenthal: Strafvollzugsgesetz (StVollzG). Gesetz über [...]. Kommentar. 5. Auflage, De Gruyter Recht, Berlin 2009, ISBN 978-3-89949-625-3.
  • Mit Wilfried Ahlborn und Rüdiger Weiß: Empirische Kriminalgeographie. Kriminalitätsatlas Bochum. BKA-Forschungsreihe, Wiesbaden 1978.
  • Mit Heinz Nawratil und Georg Nawratil: Strafrecht - leicht gemacht. 15. Auflage, Berlin 2008, ISBN 978-3-87440-242-2.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ruhr-Universität Bochum: Emeritus, Inhaber des Lehrstuhls von 1974 bis 2001, abgerufen am 28. März 2011