Heckenschütze

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Getarnter Heckenschütze
Blick durch ein Zielfernrohr

Ein Heckenschütze ist eine Person, die aus dem Hinterhalt auf Menschen schießt,[1] entweder als Kämpfer in einem Krieg oder Bürgerkrieg oder in krimineller Absicht. Anstelle von Heckenschütze wird heute oft der Anglizismus Sniper verwendet.

Im übertragenen Sinn wird auch ein Mensch, der sich intrigant und hinterhältig verhält, als Heckenschütze bezeichnet.

Der Heckenschütze hat nichts mit dem Heckschützen gemein, der vom Heck eines Militärflugzeugs aus feuert.[2]

Etymologie und ähnliche Begriffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wort ist im Deutschen erstmals um die Mitte des 18. Jahrhunderts belegt, und zwar als Ersatzwort für das französische franc-tireur, das meist mit Freischärler oder Freischütz übersetzt wird.[3] Ursprünglich ist ein Heckenschütze eine Person, die auf eigene Faust als Partisan hinter der Frontlinie im feindlichen Bereich kämpft. Unter dem Wortbestandteil Hecke ist nicht die Hecke oder das Gebüsch zu verstehen, in dem sich der Schütze versteckt. Stattdessen wird mit Hecken- seit dem 16. Jahrhundert in einigen Zusammensetzungen ein illegales oder heimliches Tun bezeichnet, beispielsweise Heckenarzt für einen Arzt ohne Lizenz oder Heckenjäger für einen Jäger, der außerhalb der Jagdsaison unerlaubt auf die Pirsch geht.[4]

Als Scharfschützen werden Soldaten bezeichnet, die durch selektiven, gezielten Schusswaffeneinsatz ihren Gefechtsauftrag ausführen, zumeist auf Entfernungen über 600 Meter. Scharfschützen, die für die Polizei und Anti-Terror-Einheiten arbeiten, schießen auf kürzere Distanzen und werden genauer als Präzisionsschützen bezeichnet.

Das englische Wort sniper hat seinen Ursprung in der Jagd auf Vögel (das Verb to snipe bedeutet eigentlich „auf Schnepfen schießen“).[5] Es wird vor allem für militärische Scharfschützen verwendet, daneben auch für kriminelle Heckenschützen. Dieselben Bedeutungen hat das Fremdwort Sniper im Deutschen.[6]

Heckenschützen als Attentäter (Beispiele)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1966 verschanzte sich Charles Whitman nach einem Amoklauf auf der Aussichtsplattform eines Turmes auf dem Campus der Universität von Austin (Texas) und erschoss mehrere Menschen aus bis zu 400 m Entfernung.

Im Sommer des Jahres 2002 erschossen John Allen Muhammad und der Jugendliche Lee Boyd Malvo in der Nähe von Washington, D.C. gemeinsam mehrere Menschen aus dem Hinterhalt und verletzten einige weitere schwer (siehe Beltway Sniper Attacks). Vor ihrer Enttarnung wurden sie von den Medien unbekannterweise als Beltway Sniper, Washington D.C. Sniper oder Tarot Card Sniper bezeichnet.

Weitere bekannte Heckenschützen:

Opfer von Heckenschützen-Attentaten waren unter anderem:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Duden online: Heckenschütze
  2. Beispiele für solche Flugzeuge: Petljakow Pe-8, Boeing B-52, Handley Page Halifax (Heck-Drehturm)
  3. Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 24. Auflage, 2002, ISBN 3-11-017473-1, S. 399
  4. Vgl. Deutsches Wörterbuch: Heckenarzt und Heckenjäger
  5. Vgl. Online Etymology Dictionary: snipe (englisch)
  6. Vgl. Duden online: Sniper