Scharfschütze

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Scharfschütze mit Beobachter
Tätigkeitsabzeichen Scharfschütze/Zielfernrohrschütze der Bundeswehr

Scharfschützen sind Soldaten, die im Schusswaffengebrauch durch selektiven gezielten Schusswaffeneinsatz ihren Auftrag ausführen. Polizisten in diesem besonderen Auftrag werden als Präzisionsschützen bezeichnet.

Herkunft des Begriffs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wort „Schütze“ entstand im deutschen Sprachraum als ein Ausdruck für „Sender für Geschosse“, wobei kein Bezug zu der Form des Projektils oder der Schusswaffe bestand. Die Brüder Grimm als Autoren des Deutschen Wörterbuches leiten die Entwicklung dieses Begriffes aus dem althochdeutschen „scuzzo“ ab und verweisen auf die verwandten Worte in anderen Sprachräumen, „skut“ im Angelsächsischen, „skytt“ und „skytte“ im Norwegischen, Schwedischen und Dänischen. In Anlehnung daran verweisen spätere Sprachforscher auf die enge Beziehung zum friesischen „sketta“ und dem niederdeutschen „schütte“, aus dem dann im Mittelhochdeutschen „schütze“ entstand.

Die französische Sprache bezieht ihr Wort für Schütze, französisch tireur, aus dem Verb „tirer“, d. h. „ziehen“, und beschreibt damit die Tätigkeit beim Abfeuern eines Bogens, einer Armbrust (Sehne) oder einer Schusswaffe (Abzug), während der lateinische Schütze nach seiner Waffe oder dem Geschoss als „sagittarius“ (Pfeilschießer) oder „ballistarius“ (Schleuderer) bezeichnet wurde.

Die Bezeichnung für einen besonders guten Schützen entstand in der deutschen Umgangssprache in Verbindung mit dem Wort „scharf“, das auch mit „Scharfblick“, „scharfes Auge“, aber auch mit „scharfe Munition“ eine besondere Bedeutung erhält. Das Französische kennt nur die Steigerung des „tireur d’élite“, des Meister- oder Eliteschützen. Am aufschlussreichsten sind die im Englischen entstandenen Begriffe: So bezeichnet englisch marksman jemanden, der mit Genauigkeit das „mark“ (Ziel) trifft.

Der „sharpshooter“ entstand als Lehnübersetzung des deutschen Begriffs und ist spätestens seit dem 17. Jahrhundert bekannt. Auch die Herleitung von amerikanischenSharpshooters“, den Schützeneinheiten mit weitreichenden Sharpsgewehren, ist möglich.

Zusätzlich kam der Begriff „Sniper“ für den militärischen Spezialisten auf. In diesem Fall stammt er aus dem Jagdwesen. Jemand, der eine „snipe“ (Schnepfe) mit einer Büchsenkugel, also nicht mit dem dafür sonst üblichen Schrotgewehr treffen konnte, musste schon ein sehr guter Schütze sein, da diese Vögel äußerst scheu, gut getarnt und im Flug sehr gewandt sind. Sniper ist inzwischen auch in Deutschland eine gebräuchliche Bezeichnung für Scharfschützen. Das Russische übernahm das englische Wort: russisch Снайпер Snajper.

Das Schimpfwort „Heckenschütze“ entwickelte sich aus der Umgangssprache des Mittelalters und steht in Beziehung zu den im Hinterhalt lauernden „Heckenräubern“. Es fand in den militärischen Sprachgebrauch noch in einem anderen Zusammenhang Eingang: Das preußische Exerzierreglement von 1714 sah zur Abwehr umherstreifender Kavallerie das „Heckenfeuer“ vor. Aus jedem halben Peloton (Aufstellungsart beim Gefecht) traten zwei Rotten hervor, gaben ihre Salve ab und traten wieder zurück. Sie traten dabei oft an die „Hecke“ heran, ein „Abatis“ genanntes Gewirr von Holzgestrüpp, gefällten Bäumen und Ästen, das dem Feind als erstes Hindernis in den Weg gelegt wurde. Das Heckenfeuer war kein Einzelfeuer, sondern Salvenschießen, wobei das Zielen eher sekundär war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wurzeln und erste Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zwei entscheidenden Schritte im Scharfschützenwesen war die Entwicklung des gezogenen Laufs und die Aufstellung der Jägereinheiten in den deutschen Ländern. Davor führten sogenannte Plänkler das zerstreute Gefecht. Das Prinzip des gezogenen Laufs mit Zügen und Feldern wurde im 15. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum entwickelt. Namentlich bekannt ist Gaspard Kollner aus Wien, der um 1498 daran arbeitete. Der spiralförmig gerillte (das englische Wort Rifle stammt ursprünglich von dem Deutschen Wort geriffelt ab) Gewehrlauf, so wie er heutzutage Verwendung findet, wird Augustus Kotter aus Nürnberg 1520 zugeordnet.[1] Diese neuartigen Gewehre mit Zügen und Feldern wurden Büchsen genannt. Das Wort Büchse wurde anfangs für jedes Gewehr angewandt. Erst im 17. Jahrhundert wurden damit Gewehre mit gezogenem Lauf bezeichnet. Mit Büchsen konnte man deutlich weiter und vor allem präziser schießen, als mit den Musketen. Die Muskete verfügt nur über einen glatten Lauf (wie bei einer Flinte) und war bis Mitte des 19. Jahrhunderts die Standardwaffe der Soldaten. Der Vorläufer der Muskete war die Arkebuse, die bis zum Ende des 16. Jahrhunderts die Hauptwaffe der Fußtruppen war. Der Nachteil der Vorderladerbüchsen war der längere Ladevorgang und die deutlich teurere Herstellung. Der Beschaffungspreis einer Büchse war damals fünffach höher als bei einer Muskete. Vor allem die teure Herstellung verhinderte den Einzug in die reguläre Infanterie bis ins 19. Jahrhundert. Des Weiteren war die Handhabung einer Büchse weitaus komplexer und bedurfte einer gründlichen Ausbildung. So mussten z. B. die Büchsen intensiver gereinigt werden und da es kaum standardisierte Läufe gab musste der Schütze seine Kugeln oftmals selber gießen.[2][3]

Deutsche Jäger im 17. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm V. (Hessen-Kassel) ließ 1631 die ersten Jägereinheiten aufstellen, die die Aufgaben heutiger Scharfschützen hatten
Jäger Hessen-Kassel, 1631. Sie operierten selbständig, abseits der regulären Schlachtordnung, als Kundschafter und Scharfschützen.
Das weimarsche Büchsenschützen-Bataillon, 1806. Gegründet 1790. Stärke 750 Mann.

Die mit Büchsen ausgerüsteten deutschen Jäger- und Schützenbataillone aus dem 17. Jahrhundert wurden überwiegend aus freiwilligen Förstern und Jägern rekrutiert. Aber auch Waldarbeiter und Schützen aus den städtischen Schützenvereinen waren dort teilweise zu finden. Vor allem die Förster und Jäger brachten oftmals ihre eigenen Jagdwaffen mit gezogenen Läufen (Büchsen) mit. Darüber hinaus erhielten sie eine bessere Schießausbildung im gezielten Schuss als die reguläre Linieninfanterie.

Die erste bekannte Jägereinheit wurde 1631 von Wilhelm V. (Hessen-Kassel) aufgestellt, die bereits die Aufgaben heutiger Scharfschützen hatte. Der Hauptauftrag der Jägertruppe war es den Feind aufzuklären und mit gezieltem Schuss ausgewählte und weit entfernte Ziele (vor allem Offiziere und Kanoniere) zu bekämpfen und dadurch den Gegner zu schwächen. So stand naturgemäß der gezielte scharfe Schuss im Vordergrund der Ausbildung und es wurde häufig auf Zielscheiben geübt, was es zu dieser Zeit bei der regulären Infanterie nicht oder kaum gab. Als Signalinstrumente wurden nur Jagdhörner und nie Trommeln verwendet. Die Jäger operieren meist in kleineren Einheiten und nutzten das gegebene Gelände als Deckung aus. Aber auch das Ausschalten feindlicher Späher, Meldegänger und Kundschafter gehörten noch zu ihrem erweiterten Aufgabengebiet. Diese Aufträge erfolgten außerhalb der regulären Schlachtordnung, selbständig und ohne direkten Kontakt zur Führung (Auftragstaktik). Das Aufstellen und die Aufgaben dieser Jägereinheit war die Geburtsstunde des Konzeptes des Scharfschützen. Die Zugangsvoraussetzung für den Dienst bei den hessischen Jägern war, für die damalige Zeit, sehr hoch. Der Anwärter musste, neben der jagdlichen Ausbildung, unbescholten sein, einen guten Charakter vorweisen, über einen entsprechenden Bildungsstand verfügen, bei guter Gesundheit sein und ein „weites“ Auge für den gezielten Scharfschuss besitzen. Eine Aufstellungsorder von 1631 besagte wortwörtlich, dass für „verlaufenes Gesindel“ in den Reihen der Grünröcke kein Platz sei. Weitere Voraussetzung war die Vertrautheit mit Wald und Flur und die Entschlossenheit zu jeder Jahreszeit und in jeder Gefechtslage selbständig zu kämpfen. Diese Anforderungen wurden größtenteils auch von den Jägereinheiten der anderen deutschen Länder übernommen. Mit dieser konsequent betriebenen Auslese wurde eine Elitetruppe geschaffen, auf die sich die militärischen Führung, besonders in entscheidenden Situation, verlassen konnte. Nach dem Ausscheiden aus der Jägertruppe wurden die Jäger oftmals auf eine Stelle im Staatsdienst übernommen. Auch diese Verfahrensweise förderte ungemein die Disziplin und den Zusammenhalt innerhalb der Jägertruppe. Über die hessischen Jäger ist dokumentiert, dass die Mannschaften auf 300 Schritte einen gezielten Büchsenschuss anbringen konnten, einzelne Jäger sogar bis 500 Schritte (aber mit einer etwas niedrigeren Trefferquote). Zum Vergleich: mit der Standardmuskete der regulären Infanterie traf ein geübter Schütze maximal 80 Schritte zielgenau. Der elitäre Charakter der Jägertruppe von Hessen-Kassel spiegelte sich auch im Sold wider. So erhielten auch die einfachen Mannschaften eine Unteroffiziersentlohnung. Bei der Belagerung und beim anschließenden Angriff auf Fritzlar am 9. September 1631 zeichneten sich die Jäger aus Hessen-Kassel durch gezieltes Feuer, vor allem auf die Kanoniere, aus und ermöglichten so die Erstürmung. Neben einer präzisen Büchse mit gezogenem Lauf gehörte für den Nahkampf der Hirschfänger zur Bewaffnung. Dass die hessischen Jäger, neben dem präzisen Schuss, auch den Nahkampf mit dem Hirschfänger beherrschten bewiesen sie am 28. Juli 1759 in Osnabrück. Nachdem die überraschten französischen Torwachen ausgeschaltet wurden entwickelte sich das Gefecht zu einem Häuserkampf. Nachdem die Musketiere beim Straßen und Häuserkampf nicht mehr weiter kamen, schickte der bereits verwundete Stabskapitän Ludwig von Wurmb (1800 Generalleutnant) seine Jägereinheiten nach vorne, die die französischen Einheiten restlos, mit der Kombination von Büchsenschuss und Hirschfängern, aus der Stadt vertrieben. Auch bei der Erstürmung der Feste Namur am 29. August 1695 waren die Jäger aus Hessen-Kassel entscheidend am Sieg beteiligt.[4]

1641 bestimmte Maximilian I. von Bayern eigens einen fürstlichen Oberstjägermeister, der bei der Musterung der Soldaten die Jäger und Förster in Jägereinheiten zusammenfasste. 1643 verfügte das Herzogtum Bayern bereits über 2368 Mann dieser geschulten Schützen. Es wurden aber nicht wahllos alle Jäger oder Förster in die Jägereinheiten eingebunden. So berichtet eine Quelle, dass mehrere Männer nicht über die erforderlichen Waffen- und Schießfertigkeiten verfügten und so in reguläre Infanterieeinheiten versetzt wurden. Mit der Aufstellung von speziellen Jägertruppen folgten 1674 Brandenburg und 1744 Preußen. Die Uniformen der Jägereinheiten waren meist grün und/oder braun. Glitzernde Ausrüstungsgegenstände wurden im Einsatz in der Regel abgedeckt bzw. getarnt.[5] Bei der Schlacht bei Minden am 1. August 1759 hinterließen die preußischen Jäger einen großen Eindruck auf die verbündeten britischen Offiziere. In seinem 1814 erschienenen Buch über das Schießen beschrieb der britische Oberst George Hanger, dass die wohlgezielten Büchsenschüsse der preußischen Jäger, die versteckt aus einem kleinen Waldstück agierten, einige französische Offiziere auf dem offenen Feld zu Fall brachten.[6]

Österreich setzte Mitte 18. Jahrhundert einen neuen Standard in den Jägereinheiten. Dort gab es eine einheitliche Ausrüstung, die vom Dienstherren gestellt wurde. Ihre Dienstwaffe war 1759 das M1759 Jäger-Gewehr und 1768 der M1768 Doppelstutzen für Grenzerscharfschützen, eine zweiläufige Waffe im Kaliber 14,8 mm, Gesamtlänge 104 cm, Gewicht 5,4 kg für den Beschaffungspreis von 30 Gulden. Der übliche Beschaffungspreis für Militärgewehre lag in der Regel bei 4 bis 8 Gulden.[7] Der obere Lauf war ein gezogener Büchsenlauf für weite Distanzschüsse und der untere Lauf war ein glatter Lauf für den Nahkampf. Darüber hinaus erhielten sie einen Spieß für den Nahkampf, an dessen Seite ein Haken angebracht war. Dieser Haken diente als Gewehrauflage für einen sicheren, ruhigen Schuss (Schießstock). Die Kombination Distanz/Nahkampfwaffe war für die damalige Zeit sehr fortschrittlich. Auch heute haben die meisten Scharfschützen eine sogenannte Backup-Waffe wie eine Pistole oder kurze Maschinenpistole. Wenn Scharfschützen paarweise mit Beobachter arbeiten, dann verfügt dieser meist über ein Sturmgewehr für die Nahsicherung. Im österreich-ungarischen Heer wurden 1788–1790 sogenannte Windbüchsen (frühe Druckluftgewehre) als Scharfschützengewehr getestet. Das Problem war aber der empfindliche Mechanismus, der einen feldmäßigen Einsatz ausschloss.[8]

Ein weiterer großer Schritt im Scharfschützenwesen war das am 24. Februar 1788 herausgegebene Königliche Reglement für die Königlich Preußische Leichte Infanterie welches den Einsatz und die Anzahl (10 pro Kompanie) der Büchsen/Scharfschützen regelte. So gab es genaue Anweisungen für die Taktiken, die heute noch Gültigkeit haben. Wie zum Beispiel, dass der Schütze vorzugsweise aus einer geschützten Deckung wie z. B. Graben oder Zaun zu agieren hat oder aus einer überhöhten Position wie zum Beispiel einem Baum oder ein Haus. Dabei muss er die Stellung so wählen, dass er sich von dort zur nächsten Stellung ungesehen fortschleichen kann (Scharfschützenprinzip der Wechselstellung). Ein Jahr später wurde das Reglement dahingehend erweitert, dass die Scharfschützen durch zusätzliches Training in der Lage sein müssen aus sämtlichen Stellungen und Lagen (stehend, kniend, liegend) im Gelände zu schießen. Dieses Reglement ist die erste bekannte schriftlich festgehaltene Ausbildung für Scharfschützen, die Basis eines modernen Scharfschützenlehrganges bzw. der erste schriftlich festgehaltene Scharfschützenlehrgang.[9]

Im Doppelherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach wurde 1790 eine rund 750 Köpfe starke Scharfschützeneinheit gebildet, ein sogenanntes Büchsenschützen-Bataillon. Die Unteroffiziere waren meist gelernte Berufsjäger. In der Schlacht bei Auerstedt stand das Bataillon auf dem äußersten rechten Flügel. Dort deckte es mit Bravour den Rückzug des Kalckreuthschen Reserve-Korps.[10]

Die deutschen Jäger hatten einen ausgesprochenen Korpsgeist. Dieser neuartige Ansatz eines selbständig kämpfenden Soldaten manifestierte sich auch in einem anderen Verhältnis der Offiziere zu ihren Jägern. Wurde der gemeine Soldat in einem Linienregiment als „Hundsfott“ abgetan und auch gelegentlich angeredet, war es in der Jägertruppe üblich, sich im damals als vornehm geltenden Französisch als Monsieur (dt. „Herr“) bzw. Messieurs anzusprechen. Alleine die respektvollere Anrede stärkte den Zusammenhalt in der Jägertruppe zwischen Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften untereinander. Darüber hinaus hatten sie eigene Abzeichen wie z. B. eine Achselschnur (Vorläufer der Schützenschnur). Der elitäre Charakter der Jägertruppe spiegelte sich auch in einer Anordnung des preußischen Militär vom 10. März 1813 wider, der besagte, dass Jägereinheiten, sofern möglich, im regulären Dienstbetrieb wie Lager oder Arbeitsdienst nicht einzusetzen seien.

Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riflemen aus Col. Daniel Morgans Provisional Rifle Corps in der Schlacht von Saratoga 1777. Zweiter Soldat von links mit dunkelblauen Uniformrock: reguläre Uniform der amerikanischen Kontinentalarmee.
Hessische Jäger im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg

Im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg rekrutierte Daniel Morgan 1775 eine Schützenkompanie mit ausgezeichneten Schützen, die zumeist mit der präzisen Pennsylvania Büchse ausgerüstet waren. Er geriet in britische Gefangenschaft, und im Zuge eines Gefangenenaustausches kam er 1777 wieder zur Kontinentalarmee. Dort wurde er Kommandeur einer 500 starken Schützeneinheit, die als leichte Infanterie und Plänkler eingesetzt wurden. Deren bevorzugte Ziele waren, genau wie bei den deutschen Jägern, Offiziere und Kanoniere. Einer seiner besten Schützen war Timothy Murphy. 1777 war Murphy bereits sehr kampferprobt. 1776 kämpfe er sowohl bei der Belagerung von Boston, als auch in der Schlacht von Long Island. Während dieser Zeit wurde er zum Unteroffizier befördert. Während der Schlacht von Saratoga wurden die britischen Soldaten zurückgedrängt. Brigadegeneral Simon Fraser konnte sie aber wieder erneut sammeln. Benedict Arnold (der berühmteste Verräter Amerikas) erkannte dies und ritt zu General Morgan, zeigte auf Fraser und sagte ihm das dieser Mann ein Regiment wert sei. Der Legende nach rief Morgan Murphy zu sich und befahl ihm: Dieser tapfere Offizier ist General Fraser. Ich bewundere ihn, aber es ist notwendig, dass er stirbt, tun sie Ihre Pflicht. Daraufhin soll Murphy auf einen Baum geklettert sein und drei Schüsse auf Fraser abgegeben haben. Der erste Schuss traf den Sattel des Generals, der zweite traf den Hals des Pferdes. Der dritte Schuss verwundete Fraser tödlich. General Fraser starb noch in derselben Nacht an seiner Schussverletzung. Murphys Leben ist das Thema von John Bricks Roman The Rifleman aus dem Jahr 1953 .[11]

Auf britischer Seite wurde Captain Patrick Ferguson im Januar 1777 beauftragt eine Schützeneinheit mit 100 Mann, ausgerüstet mit Büchsen, aufzustellen. Am 4. September führte Ferguson eine kleine Einheit, um die Lage aufzuklären. Er erkannte zwei amerikanische Offiziere. Ferguson verbot seinen Männern auf diese zu schießen, da er es für unehrenhaft hielt diese hinterrücks zu erschießen. Ein paar Tage später erfuhr er, dass die beiden Offiziere mit großer Wahrscheinlichkeit George Washington und Kazimierz Pułaski waren.[12] Ferguson fiel 1780 in der Schlacht am Kings Mountain. Der Oberbefehlshaber der britischen Armee in Nordamerika William Howe löste Ende 1777 Fergusons Schützenkompanien auf.

Für den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg wurden 30 000 deutsche Söldner von den Briten angekauft. Da es sich dabei um 19 000 Soldaten aus der Landgrafschaft Hessen-Kassel handelte, bürgerte sich bald der Begriff Hessen bzw. Hessians für alle deutschen Truppen ein. Unter dem Eindruck der preußischen Jäger bei der Schlacht bei Minden waren die Briten sehr an deutschen Jägern interessiert, vor allem als Gegenpart zu den amerikanischen Riflemen. Für einen ausgebildeten Jäger zahlten die Briten deutlich mehr Geld und aufgrund ihres Elite-Status waren die Jäger von manuellen Arbeitsdiensten befreit.[13] Wie in Hessen-Kassel üblich zahlten auch die Briten den hessischen Jägern, aufgrund ihrer besseren Ausbildung, deutlich mehr Sold als dem regulären Infanteristen. Während der reguläre Infanterist 12 Schilling erhielt bekam der hessische Jäger ein Pound (Pfund) Sold. 12 Pence = 1 Shilling, 20 Shilling = 1 Pound (Pfund). Aufgrund der Tatsache, dass die Briten mehr für einen ausgebildeten Jäger zahlten wurden die hessischen Jägerkompanien teilweise auch mit regulären Soldaten aufgefüllt, die nicht dem hohen Standard an Ausrüstung und vor allem an Ausbildung entsprachen. Trotzdem langten die wenigen „echten“ hessischen Jäger aus, um ihren legendären Ruf zu begründen. So wie beim Rückzugsgefecht am Pass bei Portsmouth, wo sich 33 hessische Jäger, von den Amerikanern auch „Greencoats“ genannt, unter der Führung des Hauptmanns Johann von Ewald, gegen eine 800 Mann starke Übermacht, geführt von Marquis de La Fayette, behaupteten. Als deren Bajonettangriff im Feuer der verschanzten hessischen Jäger liegenblieb, forderte Lafayette die amerikanischen Riflemen an. So entstand eines der ersten bekannten Scharfschützengefechte. Die hessischen Jäger konnten aufgrund ihrer besseren Disziplin weiterhin die Oberhand behalten. Als Erkenntnis dieser Schlacht führte La Fayette in der französischen Revolutionsarmee je eine Kompanie Jäger mit Büchsen carabine de Versailles pro Bataillon ein. Aufgrund mangelnder Ausbildung und Erfolges im Gefecht wurden diese Einheiten wieder aufgelöst bzw. später wieder mit Musketen bewaffnet.[14] Auch am 22./23. Dezember 1777 konnte Johann von Ewald mit seinen hessischen Jägern am Mount Holly (100Km südöstlich von Burlington) eine wesentlich stärkere amerikanische Einheit in die Flucht schlagen. In einem amerikanischen Bericht wurde über die hessischen Jäger geschrieben, dass sie alles mit ihrer Büchse erreichen was ihr Blick erspähte. Aber auch die amerikanischen Riflemen wurden respektvoll von den hessischen Jägern erwähnt. In einem Bericht von einem hessischen Einheitsführer hieß es über die Riflemen, dass sie sehr gute Schützen seien. „Genau wie wir (hessische Jäger) erklimmen sie Bäume, kriechen auf dem Bauch, schießen präzise und verschwinden ebenso schnell wie sie aufgetaucht sind“. Für den guten Ruf der hessischen Jäger sorgte, neben der elitären Ausbildung, auch ihre Disziplin innerhalb der Truppe und dem Verhalten gegenüber der Zivilbevölkerung. Am 16. September 1776 bei der Schlacht von Harlem Heights befreiten die hessischen Jäger die Scottish Highlander aus einer bedrohlichen Lage. Danach beschützen sie die Einwohner von Manhattanville vor britischen Plünderer, obwohl sie mit den Briten verbündet waren. Johann von Ewald und seine hessischen Jäger genossen bei ihren amerikanischen Gegnern einen so legendären Ruf, dass die amerikanischen Generäle Henry Knox und Alexander McDougall Ewald nach dem Krieg nach Fort West Point zum gegenseitigen Austausch von Kampferfahrungen einluden. Eine Einladung zum Verbleib in Amerika mit der Zusage für eine größere Landzuweisung von General Knox lehnte Ewald höflich ab.[15]

Großbritannien, Frankreich, Italien und Portugal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(1805) in der Schlacht von Trafalgar wurde Admiral Nelson von dem französischen Marineinfanteristen Robert Guillemard aus ca. 50 m Entfernung erschossen.
Lord Nelsons am Todestag getragene Uniform

In Großbritannien wurde 1777 Captain Patrick Ferguson beauftragt eine Schützeneinheit mit 100 Mann, ausgerüstet mit Büchsen, aufzustellen. Als Antwort auf die amerikanischen Büchsenschützen, die in klassischer Jägermanier den Briten zusetzten. Der Oberbefehlshaber der britischen Armee in Nordamerika William Howe löste Ende 1777 Fergusons Schützenkompanien auf. Des Weiteren wurde 1800 eine experimentelle Schützeneinheit aufgestellt, die 1802 in das reguläre Feldheer als 95th (Rifle) Regiment of Foot aufgenommen wurde. Sie waren mit der Baker Rifle, einer Büchse im Stil deutscher Jägerbüchsen, bewaffnet und trugen dunkelgrüne Uniformröcke sowie dunkelgrüne oder graue Hosen anstatt der auffälligen roten Uniformröcke und weißen Hosen der Linieninfanterie. Der berühmteste Schütze dieser Einheit war Thomas Plunkett der am 3. Januar 1809 den Brigadegeneral Auguste François-Marie de Colbert-Chabanais auf 140 m tötete.[16]

In den europäischen Heeren, wie in Frankreich, Italien, Spanien und Portugal maß man der Entwicklung des Scharfschützenwesens bis zum Ersten Weltkrieg keine besondere Bedeutung bei.

In Frankreich führte Marquis de La Fayette, durch seine Erfahrungen mit den disziplinierten hessischen Jägern im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, in der französischen Revolutionsarmee je eine Kompanie Jäger mit Büchsen carabine de Versailles pro Bataillon ein. Dies musste er aber bald wieder revidieren, da eine Waffe mit gezogenem Lauf aus einem Bürger von Paris keinen Jäger bzw. Scharfschützen machte. Diese Schützeneinheiten scheiterten kläglich, da ihre Mannschaften nicht über die erforderlichen Schießkenntnisse wie Ballistik, Pulvermenge, Geschossgewicht usw. verfügten. Zudem fehlte ihnen das essentielle Verhalten/Bewegung im Gelände bzw. Geländekunde. Nach den ersten Schlachten wurden diese Einheiten wieder aufgelöst bzw. später wieder mit Musketen bewaffnet.[17] Das berühmteste Opfer der Koalitionskriege war Admiral Nelson. Er wurde durch den französischen Marineinfanteristen Robert Guillemard aus ca. 50 m Entfernung am 21. Oktober 1805 in der Schlacht von Trafalgar erschossen. Über die Präzisionsfähigkeit von Guillemard streiten die Experten noch heute, da Guillemard nicht mit einer präzisen Büchse schoss, sondern lediglich mit einer Muskete vom Mast der Redoutable. Für die Präzisionsfähigkeit von Guillemard spricht, dass es auch auf nur 50 m einen trainierten Schützen bedurfte, um mit einer Muskete auf diese relativ geringe Entfernung trotzdem zu treffen. Was wiederum für einen Zufallstreffer spricht, ist die Tatsache, dass beide Schiffe, alleine schon durch das Wasser, in Bewegung waren. Es wird vermutet, dass Guillemard auf dem Deck des britischen Flaggschiff HMS Victory eine größere Anzahl von hochdekorierten Offizieren sah und er einfach in die Mitte dieser Gruppe schoss wo er mehr zufällig als gezielt Nelson traf.[18]

In Italien bzw. im piemontesischen Heer wurden 1786 die Cacciatori (Jäger) aufgestellt. Diese gingen in die Bersaglieri über welche am 18. Juni 1836 gegründet wurden und bis heute in der italienischen Armee existieren. Die ursprünglich als Jägertruppe aufgestellten Bersaglieri wandelten sich nach dem Zweiten Weltkrieg von einer schnellen, motorisierten Infanterietruppe zu einer mechanisierten Infanterietruppe. Da auch die „Linieninfanterie“ schrittweise mechanisiert wurde, gab es bald keine wesentlichen Unterschiede mehr zwischen beiden Truppengattungen.[19] Die Bersaglieri tragen heute noch als markantes Teil ihrer Uniform schwarz/grüne Hahnenfedern an der rechten Seite ihres Hutes. Diesen Kopfputz aus Hahnenfedern befestigten sie teilweise, nach der Einführung des Helmes im Jahre 1916, auch an ihre Helmen. Heutzutage beschränkt sich das Tragen der Hahnenfedern auf den Dienstanzug.[20]

In Portugal wurde 1808 eine Heeresreform durchgeführt. Mit dieser Aufgabe wurde der britische Armeegeneral William Beresford betraut. Ein Teil dieser Reformen war die Aufstellung der Caçadores (Jäger) Bataillone. In diesen Bataillonen waren die meisten Kompanien aber mit Musketen ausgerüstet. Nur eine Kompanie pro Bataillon wurde mit Büchsen ausgerüstet. Diese Soldaten wurden Atiradores genannt. Eines der auffälligsten Merkmale der Caçadores war ihre hellbraune Uniform im Gegensatz zu den grünen Jägeruniformen der britischen und der verschiedenen deutschen Armeen. Die hellbraune Uniform wurde für die trockenen Gebiete der Iberischen Halbinsel als geeigneter angesehen. Die Bataillone und späteren Regimenter der Caçadores bildeten im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts weiterhin die leichte Infanterie der portugiesischen Armee. 1911 wurde entschieden die Caçadores-Einheiten aufzulösen und sie in Linieninfanterie-Regimenter umzuwandeln.[21]

Koalitionskriege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Preußen: Jäger, 1813. Links: mit Litewka und Feldmütze. Rechts: in Paradeuniform
Lützower Kavallerie im Gefecht (Im Vordergrund zwei Husaren, dahinter Jäger zu Pferde)

Die spezielle preußische Ausbildung und das Schießtraining seit 1788 zeichnete sich spätestens in den Koalitionskriegen aus. Überall, wo die preußischen Scharfschützen des Fußjägerregiments auf französische Tirailleure trafen, zeigte sich die überlegene Schießleistung der preußischen Jäger: so wie beim Rückzugsgefecht am 1. November 1806 unter der Führung von Ludwig Yorck von Wartenburg bei Nossentin. In dem waldreichen Gebiet konnte die französische Übermacht nur eingeschränkt kämpfen, und so fügten die preußischen Jäger ihr starke Verluste zu. Aus dem Yorckschen Regiment sind namentlich zwei Jäger bekannt. Bei Wahren wurde dem Oberjäger Schubert die Büchse zerschossen und dabei die rechte Hand verletzt. Er griff zur Büchse eines gefallenen Kameraden und kämpfte weiter und wurde wenige Minuten später zum zweiten Mal, dieses Mal im Mundbereich, verwundet. Er spie die zerbrochenen Zähne aus und kämpfte weiter. Friedrich Rittmüller, ein anderer Jäger aus dem Yorckschen Regiment, zeichnete sich dadurch aus, dass er sich mehrmals an französische Kavallerieplänkler heranpirschte, sie vom Pferd schoss und die Beutepferde einsammelte. Eine Zeitlang kämpfte er mit den preußischen Husaren auf Streifenpatrouille, ritt auf Büchsenschussweite an die gegnerischen Abteilungen heran und schoss deren Offiziere ab. Diese Vorgehensweise, als Scharfschütze in einer kleinen Kampfgruppe, entspricht dem heutigen Gruppenscharfschützen.

Die Militärregierung der preußischen Provinz Schlesien erließ am 26. April 1813 einen Befehl zur Aufstellung einer Jägereinheit aus Jägern, Förstern und Wilderer. Den Wilderern wurde Straffreiheit und eine spätere Einstellung als Forstgehilfe zugesichert. Darüber hinaus wurden jedem Jäger 3 Taler versprochen für jeden feindlichen Infanteristen, der mittels Präzisionsschuss (feindlicher Schütze hinter Wällen oder Schießscharten) getötet wurde.[22]

Eine Sonderform der deutschen Jägereinheiten bildeten die 1813 aufgestellten Lützower Jäger oder auch Schwarze Jäger genannt, obwohl nur ein kleiner Teil der Truppe tatsächlich aus Jägern bestand. Die Jäger mussten für Ausrüstung und Bewaffnung meist selbst sorgen, durften aber ihre Offiziere und Unteroffiziere frei wählen. Grundlage für die Aufstellung dieses und weiterer Freikorps war die Allerhöchste Kabinetts-Ordre (AKO) vom 3. Februar 1813 über die Aufstellung freiwilliger Jägerdetachements. Der preußische Generalleutnant und Heeresreformer Gerhard Johann von Scharnhorst leitete 1813 die Vorbereitungen zum Befreiungskrieg u. a. mit einem Konzept („Instruktion für die Streifdetachements“ – eine Anleitung zum Partisanenkrieg) für den operativen Einsatz des Lützower Freikorps, benannt nach ihrem Führer Major Adolf von Lützow, als eine Art Partisanentruppe, ein. Offiziell hieß der Verband Königlich Preußisches Freicorps, aber bekannt wurden die Freischärler als Schwarze Jäger. Da sie ihre Uniformen selbst finanzieren mussten, hatte Lützow dafür die einzige Farbe gewählt, in die sich jede schon vorhandene Uniform/Kleidungsstück umfärben ließ. Des Weiteren war Schwarz als Uniformfarbe zur damaligen Zeit eher ungewöhnlich und hatte daher einen hohen Erkennungswert. Von den schwarzen Uniformen (schwarzes Tuch, rote Paspeln, goldene Knöpfe) leiteten sich die deutschen Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold her. Während der Truppe der Erfolg bei großen Schlachten verwehrt blieb, kämpfte die Einheit sehr erfolgreich im Partisanenkrieg wie z. B. am 26. August 1813 ca. 20Km vor Schwerin. Dort überfiel die Einheit eine französische Nachschubkolone. Beim Verlust von nur vier eigenen Kämpfern lagen am Schluss mehr als 50 französische Soldaten entweder tot oder verwundet am Wegesrand. Von den 40 Wägen konnten 38 erfolgreich in Besitz genommen werden. Mit der Abdankung von Napoleon am 6. April 1814 wurde das Lützowsche Freikorps in zwei reguläre Regimenter umgewandelt. Der Dienst der freiwilligen Jäger aber war beendet und sie kehrten wieder ins Zivilleben zurück.[23]

Auch die hessischen Jäger kämpften in den Koalitionskriegen. Über ihre gute Ausbildung und Präzision ist eine Anekdote aus dem Ersten Koalitionskrieg überliefert. Gefangene französische Soldaten urteilten, nach dem Gefecht am 6. September 1792 bei Clermont-en-Argonne, über die hessischen Jäger: „Ah, mack Chasseur mit Chapeau (Jägerhut) puff – gleich sein kaputt; mack Chasseur mit Bonnet (Füsilierkappe der leicht Infanterie) puff, is nix, mack nix kaputt!“ Neben dem aktiven Jägerkorps gab es auch bei den hessischen Jägern, im Rahmen des Landsturms, eine sogenannte Landjägertruppe. Diese wurde aber meist nur für den einfachen Patrouillendienst oder für den Bau von Sperren eingesetzt. Die Mannschaft setzte sich aus älteren Förstern und Jägern zusammen.[24]

Sezessionskrieg/Amerikanischer Bürgerkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scharfschütze der Unionstruppen im Amerikanischen Bürgerkrieg. Gemälde von Winslow Homer.

Nach den Koalitionskriegen gab es keine Zweifel mehr, dass sich die Kriegsführung durch den Einsatz von Büchsen ändern würde. Der Sezessionskrieg zeigte bereits einige Elemente der modernen Kriegsführung wie die Verwendung von Geschützen mit gezogenem Lauf, Telegraphen und Eisenbahnen. Trotzdem standen sich die Soldaten noch größtenteils Schulter an Schulter in Linie gegenüber, obwohl die Soldaten mehrheitlich bereits mit Büchsen ausgerüstet waren. Auch gab es bereits Mehrlader-Gewehre, die aber von der militärischen Führung abgelehnt wurden mit der Begründung, dass bei Verwendung dieser Gewehre der Infanterist die Munition im Übermaß verschießen würde. Auf beiden Seiten wurden eigenständige Scharfschützeneinheiten aufgestellt, so etwa die Freiwilligen der United States Sharpshooters bzw. „Berdan-Sharpshooters“ (nach ihrem Kommandeur Hiram Berdan genannt) der Nordstaaten. Berdan war kein Absolvent einer Militärschule. Er war lediglich Maschinenbauingenieur und ein sehr guter Sportschütze. Er verdankte seinen Rang einzig dem Umstand, dass er die Aufstellung einer Scharfschützeneinheit übernommen hatte. Berdans Männer brachten anfangs ihre eigenen Jagd- oder Sportgewehre mit. Später erhielten sie das Colt 5 Schuss Revolver-Gewehr. Erst im Juni 1862 wurden sie mit dem Sharps Rifle ausgerüstet. Sie trugen dunkelgrüne Uniformröcke, Hosen und Feldmützen anstatt der üblichen dunkelblauen Uniformröcke und hellblauen Hosen der Linieninfanterie. Das Mützenabzeichen war ein Jagdhorn. Die Berichterstattung über Berdans Scharfschützen oder über die Scharfschützen des Bürgerkrieges im Allgemeinen waren oft gekennzeichnet von journalistischer Übertreibung bis hin zur Propaganda. So soll der Schütze California Joe, von einer Baumkrone aus, einen Feind auf zwei Meilen Entfernung erschossen haben. Erwiesen ist aber, dass der Brigadegeneral Amiel Weeks Whipple den Berdan-Schützen am 7. Mai 1863 zum Opfer fiel.

Auf der konföderierten Seite wurde 1862 ein Scharfschützenregiment aufgestellt. Die Südstaaten hatten mit Materialknappheit, vor allem im Bezug auf präzise Waffen, zu kämpfen. Trotzdem gelangen ihnen einige Erfolge. Bei Fredericksburg verhinderten konföderierte Scharfschützen stundenlang den Übergang über einen Fluss. Sie ließen sich auch nicht durch massiven Artilleriebeschuss vertreiben. Erst als ein Infanterieregiment auf Booten übersetze, konnten sie die Konföderierten im Häuserkampf vertreiben. Das bekannteste Opfer der konföderierten Scharfschützen war der Generalmajor Hiram Gregory Berry am 3. Mai 1863 in der Schlacht bei Chancellorsville. Die wenig verwendeten Zielfernrohre waren auf beiden Seiten meist ohne Linsen. Es waren meist lange, über den gesamten Lauf reichende Messingrohre, sozusagen eine Zielhilfe ohne Optik.[25]

Burenkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Burenkrieg erlitt die britische Armee starke Verluste durch burische Scharfschützen, vor allem als diese über das neue Mausergewehr Modell 95 im Kaliber 7×57 mm verfügten. Daraufhin wurden von Lord Lovat die Lovat Scouts aufgestellt, deren Kern aus Jägern, Wildhütern und Waldarbeitern aus dem schottischen Hochland bestand. Im Einsatz waren die Lovat Scouts Major Frederick Russell Burnham unterstellt.

Beginn des modernen Scharfschützenwesens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung des modernen Scharfschützenwesens im eigentlichen Sinne begann mit dem Ersten Weltkrieg. Denn bis dahin wurden die entscheidenden Elemente eines präzisen Scharfschützengewehres entwickelt wie die industrielle Herstellung von Gewehren mit gezogenem Lauf, zuverlässige Patronen aus Metall, rauchloses Nitrocellulosepulver und brauchbare Optiken. Zunächst wurden hier noch mit Zielfernrohren bestückte Jagdwaffen verwendet, aber bereits ab 1915 begann in Deutschland und 1916 in Großbritannien die gezielte Auswahl besonders geeigneter Läufe aus der aktuellen Gewehrproduktion.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scharfschützenausbildung durch einen Unteroffizier der Landwehr im Graben.
Deutsches (Sächsisches) Scharfschützenteam mit ihren Beobachtern. Diese verwenden ein Tarnband, um das rote Randband zu verdecken.
Zielfernrohr Kursus Döbeln – April 1916
Deutscher Scharfschütze mit Stirnpanzer bzw. Stirnschild.
Zwei deutsche Scharfschützen bei Fromelles. Links mit Köcher aus Leder für das Zielfernrohr.
Deutscher Scharfschützenanzug und künstlicher Baum aus Stahl als Scharfschützenversteck. Dieser wurde 1918 von den Briten erbeutet. Der Anzug verwischte, neben der Gesichtstarnung, auch die Kontur (Kopf, Hals Schulter).
Training 1915 mit einem Scharfschützengewehr am Schießplatz in Ferlach. Da Jäger im Gebirge deutlich weiter schießen mussten, gab es auch in Österreich bereits von Anfang des Krieges viele Soldaten, die neben ihrer jagdlichen Ausbildung, mit einem Zielfernrohrgewehr umgehen konnten.
Einsatz von Sniperdummys. Bild aus dem Buch: Sniping in France von Hesketh-Prichard.

Als großer Vorteil für das deutsche Heer erwies sich der Umstand, dass es in Deutschland eine große Jagd- und Schießkultur gab. Bis ins 12. Jahrhundert reichte die Tradition der deutschen Schützenvereine. Die städtischen Schützenvereine hatten hauptsächlich die Aufgabe ihre Bürger an der Waffe auszubilden, damit diese ihre Stadt verteidigen konnten. So hatte Köln bereits 1341 einen Schützenmeister für die Armbrustschützen und gegen später einen eigenen Schützenmeister für die ersten Feuerwaffen (Handrohr). Die Einführung dieser beiden Waffen läutete den Niedergang der Ritterheere ein. Mit diesen Waffen konnte nun auch der einfache Infanterist einen adligen Ritter im Kampf besiegen.[26] Nach der Revolution von 1848 durfte auch der nichtadlige Bürger offiziell jagen, und fast jeder Ort, vom Dorf bis zur Stadt, hatte einen Schützenverein. Die jährlichen Schützenfeste waren vielerorts der gesellschaftliche Höhepunkt. Dadurch waren viele junge Männer bereits geübte Schützen, wenn sie vom Militär eingezogen wurden.[27]

Ende 1914 ließ der deutsche Herzog von Ratibor (Victor II. Amadeus von Ratibor, 1895 Präsident ADJV) ca. 20.000 Jagd- und Sportgewehre im Militärkaliber 7,92 × 57 mm mit Zielfernrohren an die erstarrte Westfront schicken. Diese wurden hauptsächlich den Jägerbataillonen zugeteilt und im Gegensatz zu anderen Ländern in der Regel nur an Soldaten, die im Umgang mit Zielfernrohren ausgebildet waren, wie z. B. Jäger, Förster oder Sportschützen, ausgegeben.[28][29] Auch an Wilderer wurden Zielfernrohrgewehre ausgegeben. So zum Beispiel an den am 2. Mai 1891 in Reisbach geborenen, mehrfach vorbestraften bayrischen Wilderer Georg Herrnreiter, der es mit 121 bestätigten Abschüssen zum Gefreiten brachte. Nicht wegen seiner Vorstrafen, sondern aufgrund seines sehr einfachen Bildungsniveaus wurde er nicht zum Unteroffizier befördert. Trotz seiner Vorstrafen wurden ihm das Eiserne Kreuz 2. Klasse und die Bayerische Tapferkeitsmedaille in Gold, die höchste Tapferkeitsauszeichnung Bayerns für Nicht-Offiziere, verliehen. Herrnreiter fiel am 28. Januar 1916 bei Arras.[30] Mit der Bayerischen Tapferkeitsmedaille in Gold wurden ebenfalls der Gefreite der Reserve Karl Riedl, Scharfschütze der 3. Kompanie des 12. bay. Res.-Inf.-Regiment, geboren in Feldheim und Leonhard Schober, Scharfschütze der 2. Kompanie, ebenfalls vom 12. bay. Res.-Inf.-Regiment, ausgezeichnet. Schober, im zivilen herzoglicher Jäger, geboren in Scharling (Kreuth), erhielt seine Auszeichnung für das Gefecht am 26. November 1914 bei Écurie vor Arras, wo er als Scharfschütze durch ruhiges und wohlgezieltes Feuer zur Niederhaltung des Gegners wesentlich beitrug. Bereits am Anfang des Ersten Weltkriegs bewiesen deutsche Scharfschützen, dass sie ganze Angriffe zum Erliegen bringen konnten, wie der Forstassistent Wilhelm Büttner aus Schönberg in Mittelfranken. Der Vizefeldwebel der Landwehr von der 7. Kompanie des bayr. Res.-Infanterie-Regiment Nr. 15 wehrte zusammen mit dem Gefreiten Lindner mit ihren Zielfernrohrgewehren am 11. April 1915 im Bois-La-Faux-Ferry einen französischen Angriff ab. Büttner wurde unter anderem mit der Bayerischen Tapferkeitsmedaille in Silber und dem Militärverdienstkreuz 2. Klasse ausgezeichnet.[31] Die Dominanz der deutschen Scharfschützen, vor allem in den ersten zwei Kriegsjahren, ist unter anderem auch auf die deutsche Optikindustrie zurückzuführen, die mit Herstellern wie Busch, Fuess, Gerard, Goertz, Hensoldt, Oigee, Voigtländer, Reichert und Zeiss führend auf dem Weltmarkt waren.[32]

Englische und französische Berichte sprachen immer dann von heftiger Scharfschützentätigkeit, wenn sie einem deutschen Jägerbataillon gegenüberlagen.[33] So waren beispielsweise Francis Pegahmagabow im Ersten Weltkrieg und Simo Häyhä im Zweiten Weltkrieg auch ohne Scharfschützenlehrgang, alleine durch ihre jagdliche Erfahrung, die erfolgreichsten Scharfschützen ihrer Zeit. Häyhä arbeitete überdies in den meisten Fällen nur mit Kimme und Korn. Seine Spezialität war die Jagd auf Füchse und Vögel. An beiden lernte er das Anpirschen und das präzise Schießen.[34] Der erste bekannte Scharfschützenlehrgang der Militärgeschichte fand im April 1916 in Döbeln statt und wurde als Zielfernrohr Kursus bezeichnet.[35] Es gibt mehrere Hinweise auf bereits früher veranstaltete Scharfschützenlehrgänge. So steht im Kriegstagebuch des Königlich Sächsischen Infanterie-Regiments Nr. 102 vom 24. Dezember 1914, dass Unteroffiziere, die bereits als Scharfschützen bezeichnet wurden, auf Gewehre mit Fernrohren in der Bedienung eingewiesen wurden. Das Infanterie-Regiment 28 hatte bereits Anfang 1915 eine eigene Scharfschützenabteilung. Das Schreiben des Stellv. Gen. Kdo. des II bayerischen Armeecorps vom 20. Januar 1916 legte fest, dass ab Januar 1916 die besten Schützen der Inf.-Ersatz-Bataillone zu Scharfschützen ausgebildet werden. Auch in der deutschen Landwehr gab es Scharfschützenschulen wie z. B. in der Armeeabteilung B. Das Königlich Bayerische 3. Landwehr-Infanterie-Regiment hatte ganze Scharfschützenzüge in einer Stärke von 50 Mann. Des Weiteren wurden auch bei deutschen Stoßtrupps Scharfschützen teilweise mit eingesetzt. Dies war die erste bekannte Form des modernen Gruppenscharfschützen.[36]

Die deutschen Scharfschützen wechselten nach einigen Schüssen ihre Position, was es besonders schwierig machte, sie auszumachen. Vor allem junge Offiziere, ohne Fronterfahrung, bezahlten den Kontakt mit den deutschen Scharfschützen oftmals mit ihrem Leben (siehe Bildergalerie). So z. B. Leutnant William Gladstone, der nach seiner Offiziersausbildung am 23. März 1915 an die Front nach Laventie in Nordfrankreich kam. Trotz Warnung seiner Soldaten versuchte er am 13. April 1915 einen deutschen Scharfschützen ausfindig zu machen, von dem er dann erschossen wurde.[37] Solch selbstüberschätzende Aktionen waren bei jungen und unerfahrenen Offizieren kein Einzelfall. Der 20-jährige Leutnant Eric Walker kam am 1. November 1915 an die vorderste Front bei Armentières und wollte, trotz Warnung seines Vorgesetzten, mit seinem Offiziersburschen (im Englischen Batman genannt) Private William Lewis am 29. Dezember 1915 das Versteck eines deutschen Scharfschützen aufklären, der dann gleich beide erschoss.[38] Auch das immobile Schießen („Lockvogel“) wurde bereits im Ersten Weltkrieg praktiziert. Ein Scharfschütze schießt ohne Tötungsabsicht auf einen feindlichen Soldaten, der dadurch immobil wird. Seine Schmerzensschreie sollen dann seine Kameraden aus der Deckung „locken“. So geschehen am 9. Oktober 1917 bei Passchendaele. Ironischerweise versuchte ausgerechnet Sergeant Charles Edgar Salmon vom 5. Bataillon des East Lancashire Regiment, der bereits seit 6 Monaten an der Front und selber Scharfschützenausbilder war, den Soldaten seiner Einheit, der von einem deutschen Scharfschützen „angeschossen“ wurde, zu retten. Wahrscheinlich dachte Sergeant Salmon, dass er, aufgrund seiner herausragenden Physis, er war lokaler Schwimm-Champion, schnell genug sei seinen verletzten Kameraden zu retten. Während er seinen verletzten Kameraden trug wurde er von dem deutschen Scharfschützen erschossen.[39] Auch der Olympiasieger Captain Wyndham Halswelle wurde am 31. März 1915 beim Versuch einen zwischen den Fronten verletzten Soldaten zu retten von einem deutschen Scharfschützen erschossen. Oftmals genügte nur ein kleiner Augenblick der Unaufmerksamkeit, welcher tödlich enden konnte. So wie z. B. beim britischen Oberleutnant Henry Heatly am 22. Februar 1915 bei Steenwerck. Er inspizierte mit einem Pionieroffizier einen Schützengraben. Dabei hob er versehentlich seinen Kopf kurz über den Rand des Schützengrabens und wurde sofort von einem deutschen Scharfschützen erschossen.[40] Aber nicht nur junge Offiziere, sondern auch Unteroffiziere die an vorderster Front kämpften, waren bevorzugte Opfer der deutschen Scharfschützen. Fielen im Kampf die Offiziere aus übernahmen in der Regel die Unteroffiziere die Einheit und führten den Kampf weiter. So wie beim bekannten Victoria-Kreuz Träger Korporal William Clamp. Am 9. Oktober 1917 gelang es ihm, in der Schlacht von Poelcappelle, trotz heftiger deutscher Gegenwehr, mit ein paar wenigen Männern eine deutsche Stellung zu stürmen und etwa zwanzig Gefangene zu machen. Danach griff er mehrere deutsche Scharfschützenposten an. Von diesen wurde er dann erschossen. Ebenso waren Spähtruppführer, in der Regel erfahrene Unteroffiziere, ein ausgewiesenes Ziel der deutschen Scharfschützen. Der berühmte amerikanische Schriftsteller und Dichter Sergeant Joyce Kilmer führte am 30. Juli 1918 eine Erkundungsgruppe an, um die Position eines deutschen Maschinengewehrs zu finden. Um besser sehen zu können spähte er über den Rand eines kleinen Hügels und wurde sofort von einem deutschen Scharfschützen getötet.

Bei älteren und erfahrenen Offizieren war es teilweise unsinniger Stolz oder fehlende Kondition, die ihnen das Leben an vorderster Front kostete. Das beste Beispiel war der Brigadegeneral Charles Bulkeley Bulkeley-Johnson. Am 11. April 1917 wollte er persönlich die deutschen Stellungen in der Nähe von Monchy-le-Preux erkunden. Vom Captain des Frontabschnittes wurde er eindringlich vor deutschen Scharfschützen gewarnt und er solle immer diagonal von Granatloch zu Granatloch springen. Bulkeley-Johnson missachtete diesen Ratschlag und marschierte geradeaus. Ein Kopfschuss durch einen deutschen Scharfschützen beendete seine Erkundung. In einer Nachkriegsstudie der Universität Birmingham Profiles of Western Front generals, part of the Lions led by donkeys research project (Löwen, angeführt von Eseln) ist sein Name u. a. auch zu finden.[41][42]

Einer der weitesten dokumentierten Tötungen war am 20. Februar 1915. Der Brigadegeneral Sir John Edmond Gough besuchte seine alte Einheit die Rifle Brigade (Prince Consort’s Own) etwa 3 km nördlich von Neuve-Chapelle. Dabei wurde er von einer einzelnen Kugel Bauch getroffen und verstarb daran zwei Tage später. Da die deutschen Linien ca. 1000 Yards (914 m) entfernt waren konnten die Briten sich nicht vorstellen, dass es sich um einen gezielten Schuss gehandelt habe und dachten an einen Querschläger von einem deutschen Scharfschützen[43]. Ein paar Tage später am 31. Mai 1915 wurde auch Brigadegeneral George Colborne Nugent ebenfalls während einer ruhigen Phase von einer einzelnen Kugel getroffen. Auch hier gingen die Briten irrtümlich wieder von einer „verirrten“ Kugel aus.[44] Für einen gezielten Schuss auf General Gough spricht, dass ausgewählte deutsche Scharfschützen sehr wohl in der Lage waren einen stehenden Soldaten auch auf diese Entfernung (nicht mit 100%tiger Trefferquote) zu treffen. Die Trefferwahrscheinlichkeit auf diese Entfernung resultiert aus Streukreis des Schützen und den vorhandenen Witterungsbedingungen. Mit einem 98ziger Gewehr mit ausgesuchten Lauf, einer qualitativ hochwertigen Optik und einer dementsprechend guten Munitions-Charge war ein trainierter Schützen durchaus in der Lage auf 100 m einen Streukreis (mit 5 Schuss) von 4 cm zu produzieren. Bei einer linearen Zunahme wäre der Streukreis bei 900 m dann 36 cm unter „Laborbedingen“. Durch äußere Umweltfaktoren und Tagesform des Schützen kann sich dieser Streukreis im Feld verdoppeln. Der Rumpf eines stehenden Soldaten hat ca. 50 cm Breite und 70 cm Höhe. Eine weitere zwingende Voraussetzung für solche Distanzschüsse ist die Gewehrauflage. Im Idealfall hat der Schütze eine 4-Punkt-Auflage. D.h. Vorderschaft, Schulterstütze, Führarm (bei Rechtshändern der linke Ellenbogen) und Abzugsarm (bei Rechtshändern der rechte Ellenbogen) liegen auf[45](siehe Bild: Deutscher Scharfschütze mit Stirnpanzer bzw. Stirnschild). Der begrenzende Faktor war weniger das Gewehr, sondern die Optik. Zwar hatten die meisten deutschen Zielfernrohre eine Höhenverstellung bis 1000 m, wie das vielfach verwendete Voigtländer Zielfernrohr, aber nur eine drei oder vierfache Vergrößerung. Erschwerend kommt hinzu, dass ein, nach heutigen Maßstäben, grobes Absehen 1 sehr viel vom Ziel verdeckt. Auch wenn die deutsche Optikindustrie damals führend in der Welt war, so waren Schüsse über 600 m nur bei besten Bedingungen und ein klein wenig Glück möglich.

Scharfschützenwesen besteht aus drei Säulen. Schießtechnik, Geländeausbildung und Taktik. Schwerpunkt der Geländeausbildung ist Tarnung und die Pirsch (Stalking). Ein ausgezeichneter Sportschütze ohne Ausbildung oder zumindest jagdlicher Erfahrung wird im Einsatz nicht überleben. Wie im Fall des britischen Offiziers Leutnant Harcourt Ommundsen von der Honourable Artillery Company (ist eine reine Infanterieeinheit, auch wenn der Name fälschlicherweise eine Artillerieeinheit suggeriert). Ommundsen war ein Sportschütze von Weltklasseformat und zweimaliger Olympia Silbermedaillen Gewinner. Beide Silbermedaillen errang er im Mannschaftswettbewerb. Beide Male war er jeweils der beste Schütze der Mannschaft. Seine Spezialität war das 600 m Schießen mit dem Armeegewehr. Selbst nach heutigen Maßstäben eine sehr große Entfernung. Am 30. September 1915 wurde er bei Ypern Opfer eines deutschen Scharfschützen[46][47] (einzelne Quellen sprechen von Granatbeschuss als Todesursache). Auch Private Harry Frost vom 5th Bataillon Manchester Regiment betätigte sich als Scharfschütze, ohne jagdlichen Hintergrund oder einer fundierten Ausbildung als Scharfschütze. Als er am 18. Mai 1916 einen deutschen Scharfschützen entdeckte beschloss er auf diesen zu schießen. Um zu sehen ob er auch wirklich getroffen hatte hob er seinen Oberkörper über den Grabenrand und ließ dabei alle Regeln der Tarnung und Wechselstellung außer Acht und wurde geradewegs von einem anderen deutschen Scharfschützen erschossen.[48]

Die Dominanz der deutschen Scharfschützen in den ersten zwei Kriegsjahren ist vom britischen Militär relativ gut dokumentiert. So fielen z. B. vom 14. September 1914 bis zum 24. Dezember 1914 insgesamt 53 Offiziere den deutschen Scharfschützen zum Opfer. Die Dokumentation begann erst Mitte September, da man die ersten Tötungen für Zufallsschüsse hielt und erst Mitte September erkannte, dass es sich um Opfer von Scharfschützen handelte. Vom 1. Januar 1915 bis 21. Juni 1915 wurden 87 britische, kanadische und australische Offiziere Opfer der deutschen Scharfschützen. Darüber hinaus fielen auch 14 Generäle in den ersten zwei Kriegsjahren durch deutsche Scharfschützen.[49]

Im Februar 1915 kam der britische Major Hesketh Vernon Prichard als Kriegsberichterstatter (er wurde aufgrund seines Alters von 37 als kämpfender Soldat abgelehnt) an die Westfront und wurde Zeuge, wie bei einem von ihm besuchten Bataillon 18 Soldaten an einem Tag Opfer der gut ausgebildeten deutschen Scharfschützen wurden. Des Weiteren stellte er fest, dass die wenigen britischen Zielfernrohrgewehre zum größten Teil wahllos an nicht ausgebildete Soldaten ausgegeben wurden und dass 80 % der Optiken aufgrund unsachgemäßer Bedienung falsch eingestellt waren. Als passionierter Jäger erkannte er den sofortigen Handlungsbedarf und gründete im August 1916 die First Army School of Sniping im Dorf Linghem in Nordfrankreich. Im Grabenkrieg wurden auch die ersten bekannten Sniperdummys auf beiden Seiten eingesetzt, wobei die Briten, vor allem auf Betreiben von Hesketh-Prichard, diese Technik perfektionierten. Aus Pappmaché wurden kunstvolle Soldatenköpfe gefertigt, die den feindlichen Scharfschützen zur Schussabgabe animieren sollten.[50] Hesketh-Prichard erkannte auch von Anfang an, dass der größte Feind des feindlichen Scharfschützen, der eigene Scharfschütze ist. So entstanden im Grabenkrieg regelrechte Scharfschützenduelle (Countersniping). Das bekannteste Duell ist der letzte Kampf des kanadischen Scharfschützen Henry Norwest. Am 18. August 1918 in der Nähe von Fouquescourt hatten Norwest und zwei weitere kanadische Scharfschützen den Auftrag, einen deutschen Scharfschützen zu bekämpfen. Von diesem deutschen Scharfschützen wurde Norwest durch einen einzigen Kopfschuss getötet. Auf seinem vorläufigen Grabstein schrieben seine Kameraden: „Es muss ein verdammt guter Scharfschütze gewesen sein, der Norwest erwischt hat.“ Sein Ross-Gewehr ist im Militärmuseum in Calgary ausgestellt. Es ist das zweite von drei Gewehren, welches er benutzte. Sein zuletzt verwendetes Gewehr soll von dem deutschen Scharfschützen als Trophäe erbeutet worden sein.[51][52][53][54]

Während die Briten Ende 1916 über hervorragend ausgebildete Scharfschützen verfügten, waren es bei den Kanadiern vor allem Männer mit Jagderfahrung und indigenen Wurzeln, die sich erfolgreich als Scharfschützen bewährten. Obwohl die französische Armee eine Reihe von Scharfschützen im Krieg aufstellte, waren diese nur schwach ausgebildet und stellten keine ernsthafte Bedrohung für die deutschen Streitkräfte dar.[55]

Bildgalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese zeigt die extreme Aktivität und Effizienz der deutschen Scharfschützen, bereits von Anfang des Krieges. Der Schwerpunkt lag bei der Ausschaltung von Führungspersonal bzw. Offizieren. Diese Aktivität veranlasste den britischen Major Hesketh Vernon Prichard dazu, im August 1916 die First Army School of Sniping zu gründen. Deutsche Scharfschützenaktivitäten gab es an allen Frontabschnitten – die Tatsache, dass die aufgeführten Soldaten, außer Leutnant Addenbrooke, in einem konzentrierten Bereich ca. 35 km auf einer Linie in Nordfrankreich fielen, resultiert daraus, dass diese im britischen Sektor und somit in der Aufmerksamkeit von Major Prichard lagen. Deswegen errichtete Major Prichard die Scharfschützenschule „vor Ort“ im nordfranzösischen Dorf Linghem, ca. 30 km hinter diesem britischen Brennpunkt.[56]

Zigaretten-Aberglaube / Three on a match[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der weitverbreitete (Aber-)Glaube, dass das Anzünden von drei Zigaretten mit einem einzigen Streichholz Unglück bringe, hat seinen Ursprung im Ersten Weltkrieg. Dieser Aberglaube ist hauptsächlich im englischsprachigen Raum zu finden und hat seine Wurzeln in der Dominanz der deutschen Scharfschützen vor allem in den ersten zwei Kriegsjahren des Ersten Weltkriegs. Im Englischen wird es Three on a match genannt. Tatsächlich wurde einem möglichen deutschen Scharfschützen Zeit gegeben, die Anwesenheit des Feindes zu bemerken (erste Zigarette), in Anschlag zu gehen (zweite Zigarette) und zu schießen (dritte Zigarette).[57] Besonders aufmerksame Scharfschützen brauchten nicht einmal drei Männer für Three on a match. Am 27. Mai 1915 meldete der britische Leutnant Cyrel Graham die Tötung eines Soldaten durch einen deutschen Scharfschützen: Er muss aufgestanden sein, um sich eine Zigarette anzuzünden, denn man fand ihn mit einer Schusswunde durch den Kopf, einer Zigarette in der einen und einem Feuerzeug in der anderen Hand.[58]

Unter anderem wird Three on a match in der britischen Satire/Komödie Ein tollkühner Himmelhund aus dem Jahr 1983 behandelt. Dieser beginnt in den Schützengräben des Ersten Weltkriegs mit dem Helden der Geschichte, Captain Bullshot Crummond, der einigen der jungen Soldaten unter seinem Kommando das Konzept von Three on a match erklärt/demonstriert. Am Ende seiner Erklärung wird der dritte Soldat von einem deutschen Scharfschützen erschossen. Auch in der US-amerikanischen Serie Archer, Staffel 2, Episode 5 (The Double Deuce) wird ein Soldat von einem deutschen Scharfschützen getötet, nachdem er um eine Zigarette gebeten hat und der Feuergebende drei Streichhölzer benötigt hat, um diese anzuzünden.

In der Serie Downton Abbey hält der Soldat Thomas Barrow im Schützengraben, während es bereits dunkel ist, absichtlich seine Hand mit einem brennenden Feuerzeug über den Schützengrabenrand. Nach sechs Sekunden durchschießt ein deutscher Scharfschütze seine Hand und Barrow hat seinen absichtlich herbeigeführten Heimatschuss. Damit seine Selbstverstümmelung ihn im weiteren Leben nicht zu sehr behindert, nimmt er das brennende Feuerzeug absichtlich in die linke Hand.

Die britische Alternative-Rockband The Alarm verarbeitete die Thematik in dem Song Third Light in der fünften Strophe auf der LP Declaration von 1984:

  • First Light The sniper saw you. („Erstes Streichholz Der Scharfschütze hat dich gesehen.“)
  • Second Light Took careful aim. („Zweites Streichholz Er zielte sorgfältig.“)
  • Third Light He pulled the trigger on the gun. („Drittes Streichholz Er drückte den Abzug der Waffe.“)
  • Dead dead dead. („Tot tot tot.“)

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiederaufbau des deutschen Scharfschützenwesens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutscher Scharfschütze mit Beobachter, Russland 1942
Deutscher Scharfschütze 1943
Deutsches Scharfschützenteam, Russland 1943
Bruno Sutkus, von der 68. Infanterie-Division (Wehrmacht), mit 52 gewonnenen Scharfschützen-Duellen der erfolgreichste Counter-Sniper der Militärgeschichte.[59]
Scharfschützenabzeichen 3. Stufe (Gold)

In der Reichswehr gab es ein Scharfschützenabzeichen für Unteroffiziere und Mannschaften: einen nach oben geöffneten Winkel mit einem Schenkelmaß von acht Zentimetern, ähnlich dem Gefreitendienstgradabzeichen der Wehrmacht. Dieses Abzeichen wurde am linken Unterarm getragen.[60] Die Reichswehr kalkulierte einen Sollbestand von zwölf ZF-Gewehren pro Infanteriekompanie. Mitte der Dreißiger Jahre standen führende deutsche Offiziere der Ausrüstung der Infanterie mit Gewehren mit Zielfernrohren ablehnend gegenüber. In der Wehrmacht erbrachten Vergleichsschießen zwischen den gut ausgebildeten Berufssoldaten der Reichswehr mit dem 98k mit offener Visierung und mit Zielfernrohr keine wesentlich besseren Schießergebnisse, eine Einführung wurde daher abgelehnt. Daraufhin wurden bis 1938 die Gewehre oder Optiken teilweise zurückgebaut oder verkauft. Erst am 7. März 1938 wurde diese Praxis durch einen Erlass des OKH gestoppt, um auf die verstärkte Rüstung zu reagieren. Ausgesuchte Karabiner 98k wurden mit einem Zielfernrohr ausgestattet und als Präzisions- und Scharfschützengewehr genutzt. Der Verteilungsschlüssel war aber unter dem von der Reichswehr festgelegten zwölf ZF-Gewehren pro Infanteriekompanie.[61]

Anders als die Wehrmacht erkannte man in der Waffen-SS von Anfang an den militärischen Wert von Scharfschützen. Bereits Anfang 1940 plante man die Aufstellung von geschlossenen Scharfschützen-Kompanien. Der Reichsführer SS schrieb hierzu am 29. März 1940 an den Reichsjustizminister Dr. Gürtner, dass sämtliche Wildschützen (Wilderer), besonders bayrischer und ostmärkischer Herkunft, der Waffen-SS angegliedert werden und in Scharfschützenkompanien Verwendung finden sollten. Durch entsprechende militärische Leistungen sollten sie so ihre Strafe im Fronteinsatz abbüßen. Wilderer, die mit der Kugel jagten, galten als ideale Scharfschützen. Sie mussten wie Jäger die Tarnung, das Anpirschen und den präzisen Schuss beherrschen, aber darüber hinaus noch auf „feindliche“ Jäger und Förster achten (siehe Georg Herrnreiter Erster Weltkrieg). Zur beabsichtigten Aufstellung kam es aber nicht. Man geht von einer Intervention des Reichsjägermeister Hermann Göring aus, der Wilderer zutiefst verabscheute.[62] Erst im weiteren Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurden Scharfschützen in allen Streitkräften der kriegsbeteiligten Nationen eingesetzt, am massivsten jedoch von der Roten Armee. Der Roten Armee wurde der Wert dieser Spezialisten besonders im Finnisch-sowjetischen Winterkrieg 1939–1940 bewusst, als taktisch besonnen eingesetzte finnische Scharfschützen, wie zum Beispiel Simo Häyhä, den sowjetischen Einheiten schwere Verluste zufügten. Als Konsequenz aus diesen Erfahrungen wurde das Scharfschützenwesen fortan in den sowjetischen Streitkräften besonders gefördert.

Auch in Deutschland setzte ein Umdenken erst durch die erlittenen Verluste im Krieg gegen die Sowjetunion 1941–1945 durch gegnerische Scharfschützen ein, und es wurden wieder spezielle Scharfschützenschulen eingerichtet. Im Deutschen Reich wurde dieser Waffengattung zunächst wenig Bedeutung beigemessen. Für die Bestätigung eines Abschusses waren die Hürden in der Wehrmacht relativ hoch. Ein bestätigter Abschuss musste von einem Offizier oder Unteroffizier mit eigenen Augen gesehen und bestätigt worden sein. Da die Scharfschützen aber meist einzeln und auf sich gestellt operierten, wurden die meisten Abschüsse nicht bestätigt. Des Weiteren sahen einige deutsche Offiziere Scharfschützenabschüsse als selbstverständliche soldatische Pflicht an. Auch gab es Offiziere, die Scharfschützen als hinterlistige, unehrenhafte Soldaten ansahen und deshalb eine Bestätigung verweigerten. Im Gegensatz zur Roten Armee wurden Abschüsse im direkten Angriff oder Verteidigung bei der Wehrmacht ebenfalls nicht gezählt.[63] Eine konstante Zählung der Abschüsse begann bei den meisten Scharfschützen erst mit der Stiftung des Scharfschützenabzeichens am 20. August 1944. Zur Anerkennung früherer Abschüsse kam es in der Regel nicht, vielmehr wurden nur die gezählt, die ab 1. September 1944 erfolgten. Dies erklärt, warum viele deutschen Scharfschützen, obwohl bereits länger an der Front, ihre Abschüsse alle in den letzten 8 Monaten des Krieges erzielten, wie z. B. der erfolgreichste Wehrmachtsscharfschütze Matthäus Hetzenauer.[64] Deshalb dürfte die tatsächliche Abschusszahl um ein vielfaches höher liegen als die Anzahl der bestätigten Abschüsse. In der Sowjetunion erkannte man schon von Anfang an den propagandistischen Wert der Scharfschützen. Scharfschützen kamen in der Regel aus dem Mannschaftsstand. Mit solch einfachen Soldaten konnte sich die Bevölkerung oder der einfache Infanterist eher identifizieren als mit hochdekorierten Offizieren. Die Tätigkeit der deutschen Scharfschützen rückte erst 1944 in den Fokus der Propaganda mit der Einführung des Scharfschützenabzeichens. Dieses wurde im Fronteinsatz so gut wie nicht getragen, da man bei Gefangennahme mit sofortiger Erschießung, zumindest aber mit schweren Misshandlungen rechnen musste. Das Scharfschützenabzeichen war hochangesehen, und das NS-Regime instrumentalisierte die Scharfschützen, indem es herausragende Schützen durch Ehrungen propagandistisch ausnutzte. In der Verleihungsbestimmung wurde ausdrücklich betont, dass das Abzeichen nur an ausgebildete Scharfschützen verliehen werden durfte. Scharfschützen, die sich ohne den vierwöchigen Scharfschützenlehrgang seit Jahren als solche, zum Teil sehr erfolgreich, betätigten, konnten das Abzeichen nicht verliehen bekommen.[65] Die Qualität des deutschen Scharfschützenlehrgangs war auf sehr hohem Niveau. Im Interview aus dem Jahre 1967 von Hauptmann Hans Widhofner für die Zeitschrift Truppendienst gab der Scharfschützenausbilder Helmut Wirnsberger, der mit 64 Abschüssen ein erfahrener Ostfrontkämpfer war, an, dass die meisten deutschen Scharfschützen bis 400 m einen Kopf, von 500–600m einen Oberkörper und von 600–800m einen stehenden Soldaten sicher trafen. Er gab auch an, dass sehr gute Scharfschützen noch weiter schossen wie z. B. Matthäus Hetzenauer der bestätigt auf 1100 m einen stehenden russischen Soldaten tötete. Hetzenauer selber argumentierte diesen Abschuss damit, dass er dem Feind beweisen wollte, dass er selbst auf diese Entfernung sich nicht sicher fühlen konnte.[66]

Neben dem Scharfschützenabzeichen in den drei Stufen (für 20, 40, 60 Abschüsse) konnten Soldaten noch wie folgt gewürdigt werden: Eisernes Kreuz 2. Klasse für 10 bestätigte Abschüsse und für 50 bestätigte Abschüsse das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Bei 100 bestätigten Abschüssen konnte der Soldat für das Deutsche Kreuz in Gold und bei 200 Abschüssen für das Ritterkreuz eingereicht werden. Des Weiteren ließ es sich Reichsmarschall Hermann Göring in seiner Funktion als „Reichsjägermeister“ nicht nehmen, Scharfschützen nach ihrem 50. bestätigten Abschuss mit entsprechenden Fotos und Filmaufnahmen für die Wochenschau persönlich zur Jagd einzuladen.[67] Offiziell wurden nur zwei Wehrmachtsscharfschützen mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet und drei weitere für das Ritterkreuz eingereicht. Verliehen wurde das Ritterkreuz an Matthäus Hetzenauer für 345 bestätigte Abschüsse, die von ihm alle in den letzten 8 Monaten des Krieges getätigt wurden, und an Friedrich Pein für seinen 200. bestätigten Abschuss. Josef (Sepp) Allerberger mit 257 bestätigten Abschüssen und Josef Roth wurden für das Ritterkreuz eingereicht, aber aufgrund der Wirren der letzten Tage des Krieges gab es von offizieller Seite keine Bestätigung mehr. Besonders verworren ist die Verleihungssituation beim Oberjäger Jakob Hechl von der 3. Kompanie vom Gebirgsjägerregiment 91 der 4. Gebirgsdivision. Für das Ritterkreuz waren seine 121 bestätigten Abschüsse nicht ausreichend, aber in Verbindung mit seinem außergewöhnlichen Einsatz als Späh- und Stoßtruppführer wurde ihm das Ritterkreuz am 12. März 1945 durch den Generalfeldmarschall Ferdinand Schörner verliehen. Dies ist im Bozener Tageblatt vom 18. April 1945 nachzulesen. Im Standardwerk „Die Ritterkreuzträger 1939-1945“ ist zu diesem Fall lediglich vermerkt: Nicht im Bundesarchiv nachweisbar. Es liegt nahe, dass Generalfeldmarschall Schörner dem Oberjäger Hechl das Ritterkreuz in Eigenregie, also ohne offizielle Einreichung verliehen hat. Bruno Sutkus, der mit 209 bestätigten Abschüssen die Anforderungen für das Ritterkreuz erfüllte hätte, wurde auch nicht für das Ritterkreuz eingereicht. Bei Auszeichnungen unter dem Ritterkreuz war die Verleihung ebenfalls kein Automatismus. Das deutsche Kreuz in Gold wurde an den Gefreiten Hans Gruber für seinen 102. Abschuss, an den Obergefreiten Willi Pfirmann vom 2./Grenadier-Regiment 689 für 178 bestätigte Abschüsse und an den Gefreiten Georg Burdinski vom 5./Grenadier-Regiment 689 für 169 bestätigte Abschüsse verliehen. Burdinski soll bis Kriegsende 246 Abschüsse getätigt haben. Für Unteroffizier Bühler von der 547. Volksgrenadier-Division, Unteroffizier Roschorrek von der 561. Volksgrenadier-Division, Unteroffizier Georg Kleber und den Gefreiten Artur Zühlke vom 1./Grenadier-Regiment 1087, alle vier Scharfschützen mit über 100 bestätigten Abschüssen, ist keine Verleihung des deutschen Kreuzes bekannt. Auch beim Gefreiten Deffner vom 13./ Grenadier-Regiment 278 mit insgesamt 158 Abschüssen ist eine Verleihung nicht nachgewiesen.[68][69][70][71][72]

Deutscher Scharfschützeneinsatz in Verteidigung und Rückzugsgefechten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutscher Scharfschütze mit Splittertarnjacke, Westfront
Links Brigadegeneral Wharton der am 12. August 1944 die 28. US Infanteriedivision übernahm und am selben Tag von einem deutschen Scharfschützen erschossen wurde.
US Flammpanzer M4A3R3 September 1944 in Belgien. Zur Bekämpfung deutscher Scharfschützen wurden teilweise Flammpanzer eingesetzt.

Ein ideales Einsatzszenario bietet für Scharfschützen die Verteidigung oder Rückzugsgefechte. Dies bewiesen, nach dem Ersten Weltkrieg, erneut die finnischen Scharfschützen im Winterkrieg 1939 gegen die Sowjetunion. Sepp Allerberger, mit 257 bestätigten Abschüssen einer der erfolgreichsten Scharfschützen der Wehrmacht, beschrieb seine Taktik an der Ostfront wie folgt: „Ich wartete ruhig ab, bis die nächsten vier Angriffswellen sich auf unsere Linien zubewegten. Dann feuerte ich schnell auf die zwei hinteren Wellen, wobei ich jeweils auf den Magenbereich zielte. Diese unerwarteten Opfer im hinteren Angriffsbereich und die fürchterlichen Schreie der Verwundeten brachten den Angriff in den hinteren Reihen schon bald zum Stehen. Das wiederrum verursachte Unruhe in den beiden führenden Angriffsreihen, so dass der ganze Angriff zu stocken begann. Jetzt konnte ich mich auf Ziele in den beiden ersten Reihen konzentrieren. Ich schoss dabei auf alle sowjetischen Soldaten, die sich weniger als 50m vor meiner eigenen Stellung befanden. Als Ziel wählte ich das Herz oder den Kopf aus. Wenn sich feindliche Soldaten umdrehten und wegliefen, dann sorgte ich mit einem Schuss in die Nieren dafür, dass sie schreiend zusammenbrachen. Zu diesem Zeitpunkt war der Angriff dann schon vollkommen zusammengebrochen.“ In solchen Kampflagen erzielte Allerberger oft über 20 Abschüsse, die allerdings bei der Wehrmacht nicht gezählt wurden, da diese im direkten Angriff oder Verteidigung getätigt wurden.[73]

An der Westfront boten die langgezogenen Heckenreihen der Normandie den deutschen Scharfschützen ideale Stellungen. Oft gruben sie sich unter den Hecken ein und waren so vor Mörserbeschuss geschützt. Zwischen den Hecken platzierten sie auch oft Sprengfallen, Minen und Stolperdrahtsprengfallen. Aus solch geschützten Stellungen heraus konnten die deutschen Scharfschützen oftmals mehrere Schüsse abgeben, bevor sie in eine Wechselstellung mussten. Mit nur wenigen Schüssen erzeugten sie leicht Panik und Chaos unter den meist kampfunerfahrenen GI´s.

Eines der hochrangigsten Opfer der deutschen Normandie Scharfschützen war der US Brigadegeneral James Edward Wharton. Er übernahm am 12. August 1944 als kommandierender General die 28. US Infanteriedivision. Am selben Tag inspizierte er an der Front das 112. Infanterieregiment in der Nähe von Sourdeval in der Normandie um sich ein Bild von der aktuellen Lage zu machen und wurde nach nur wenigen Stunden im „Amt“ von einem deutschen Scharfschützen erschossen. Ebenfalls am 12. August 1944 wurde der bekannte amerikanische Footballspieler Jim Mooney, auch von der 28. Infanteriedivision, von einem deutschen Scharfschützen erschossen. Whartons Nachfolger als Kommandeur der 28. Infanteriedivision wurde am 14. August 1944 Brigadegeneral Norman Cota.[74][75][76]

Der Einsatz deutscher Scharfschützen in der Normandie wurde von einem englischen Sergeanten anhand des Gefreiten Kurt Spengler berichtet: „Spengler war als einziger Soldat seiner Einheit in einem Minenfeld bei Hermanville, 13Km nördlich von Caen, zurückgeblieben, als sich das deutsche Gros nach Süden absetzte. Tag und Nacht hielt er das Vorfeld unter Feuer und schoss einen Spähtrupp nach dem anderen von uns ab. Er war nicht kleinzukriegen. Rings um ihn herum war totes Niemandsland, gespickt mit Minen besonderer Art. Als wir nach tagelanger massierter Artillerieeinwirkung durchbrachen, fanden wir ihn tot. In der Nähe lagen die leeren Dosen der Konserven, von denen er gelebt hatte und viele leere Patronenhülsen. Nach der Einnahme von Hermanville wies der Kommandeur unseres Regiments mit einem Befehl darauf hin, dass diese Zähigkeit des deutschen Scharfschützen, der Spengler hieß, für uns das beste Beispiel von Tapferkeit und Haltung sei.[77]

Der berühmte Journalist und Kriegsberichterstatter Ernie Pyle beschrieb die Problematik mit deutschen Scharfschützen in der Normandie 1944 mit den Worten: „Hier in der Normandie gibt es überall deutsche Scharfschützen. Die Scharfschützen sitzen in den Bäumen, in Gebäuden, in Ruinen und im Gras. Hauptsächlich verstecken sie sich aber in den hohen Heckreihen, mit denen die Felder hier in der Normandie eingegrenzt werden und die sich neben jeder Straße und neben jedem Weg befinden.[78] Der Hass auf die deutschen Scharfschützen in der Normandie ging so weit, dass dieser zu vorsätzlichen Kriegsverbrechen führte. Ernie Pyle notierte in Brave Men (New York 1944) ein Gespräch mit einem befreundeten Offizier. Dieser teilte ihm mit, dass er bzw. seine Einheit keine deutschen Scharfschützen lebend in Gefangenschaft brachten.[79] Kriegsverbrechen an deutschen Scharfschützen wurden teilweise von höchster Stelle toleriert. So z. B. vom US General Patton, der über das Biscari-Massaker folgende Aussage in sein Tagebuch schrieb:

“I told Bradley that it was probably an exaggeration, but in any case to tell the Officer to certify that the dead men were snipers or had attempted to escape or something, as it would make a stink in the press and also would make the civilians mad. Anyhow, they are dead, so nothing can be done about it.”

„Ich sagte Bradley, dass es sich wahrscheinlich um eine Übertreibung handle, aber in jedem Fall solle dem Offizier gesagt werden, dass er bestätigen solle, dass die toten Männer Scharfschützen gewesen seien oder versucht hätten zu fliehen oder so etwas, denn die Presse könnte Ärger machen und damit auch die Zivilisten verrückt machen. Jedenfalls wären sie jetzt tot, und dagegen könne sowieso nichts mehr getan werden.“[80]

Scharfschützen der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowjetische Briefmarke von 1943
Deutscher Scharfschütze, 1942, 6. Armee vor Stalingrad
Deutsche Soldaten in Stalingrad. Neben dem eigenen Scharfschützen, waren geschützte Stellungen, Rauchgranaten und schneller Stellungswechsel der beste Schutz vor Scharfschützenfeuer. Zur Ausschaltung feindlicher Scharfschützen bewährte sich neben dem Luftschlag der überschlagende Angriff mit Sturmgeschützunterstützung oder Mörsereinsatz.
Deutsche Soldaten beim Häuserkampf in Stalingrad

Die Basis für das sowjetische Scharfschützenwesen wurde ironischerweise von der deutschen Reichswehr und der deutschen Optikindustrie Mitte der zwanziger Jahre geschaffen. Deutschland und die Sowjetunion waren von den damaligen übrigen Nationen isoliert. Deshalb unterhielt die deutsche Reichswehr in den zwanziger Jahren ein Ausbildungs- und Beratungsprogramm, zusammen mit der Roten Armee, in dem auch die deutschen Erfahrungen im Hinblick auf die taktischen Verwendungen von Scharfschützen weitergegeben wurden. Die durch Inflation und mangelnder Auftragslage wirtschaftlich angeschlagene deutsche Optikindustrie lieferte ganze Jahresproduktionen an die Rote Armee. Diese Zusammenarbeit ging sogar soweit, dass eine ganze Fabrikeinrichtung zur Herstellung optischer Geräte incl. Maschinen, Fertigungsplänen und technischem Know-how an die Sowjetunion verkauft wurde. Deutsche Optikmeister überwachten die Fertigung und bildeten ihre russischen Kollegen in der Technologie aus. U.a. ein Ergebnis dieser deutsch-russischen Zusammenarbeit war das Standardzielfernrohr der roten Armee, das PE Zielfernrohr mit einer lichtstarken Optik, Höhen- und Seitverstellung.[81]

Die Rote Armee hatte aus ihren Erfahrungen im Winterfeldzug gegen Finnland gelernt, als ihnen dort von finnischen Scharfschützen empfindlichste Verluste zugefügt wurden. Aus diesem Grund wurde die Ausbildung intensiviert und die Anzahl der sowjetischen Scharfschützen während des Krieges ständig erhöht.[82]

Die zwei berühmtesten „Edelschützen“ bzw. „Ausgezeichneter Scharfschütze“ (Bezeichnung eines Scharfschützen der Roten Armee mit 50 tödlichen Treffern) waren Wassili Saizew und Ljudmila Pawlitschenko. Saizew erzielte 252 Abschüsse. Er zeichnete sich besonders während der Schlacht von Stalingrad und später als erfahrener Ausbilder aus. Pawlitschenko war mit 309 bestätigten tödlichen Treffern die erfolgreichste Scharfschützin und war damit stark im Fokus der sowjetischen Medien. Sie wurde nach Kanada und in die USA auf eine PR-Reise geschickt und wurde zur ersten Sowjetbürgerin, die von einem US-amerikanischen Präsidenten – Franklin D. Roosevelt – im Weißen Haus empfangen wurde.[83] Die angeblich 70 getöteten Scharfschützen von Leutnant Golosov sind im Bereich Legendbildung und Propaganda einzuordnen, da dieser bereits im August 1943 fiel und keine seriöse Quelle diese Zahl bestätigt. Die Quelle in der russischen Wikipedia bestätigt zwar die Gesamttötungen von Golosov, aber die 70 getöteten Scharfschützen werden dort nicht erwähnt. Wenn überhaupt, dann wurde wahrscheinlich der einzelne, hervorragend schießende deutsche Infanterist zum Scharfschützen deklariert. Die rote Armee hatte für die Bestätigung eines Abschusses deutlich geringere Anforderungen als die Wehrmacht, da sie ihre Scharfschützen für die Propaganda instrumentalisierten. Durch die Armeezeitung Na Saschtschitu Rodiny entstand ein regelrechter Kult um das Scharfschützentum, das ideologisch verbrämt und als Kriegsabenteuer romantisiert wurde. Bekannte Scharfschützen wurden von der Bevölkerung wie Sportidole verehrt und erhielten starken Zulauf von Freiwilligen. Scharfschützen erhielten aufgrund ihrer Bedeutung und ihres besonderen Status eine bessere Einzelausbildung und wurden wesentlich besser verpflegt und versorgt als das Massenheer.[84] Ein bekanntes Beispiel der sowjetischen Propaganda ist der Fähnrich Mikhail Surkov. Bei seiner hohen Abschusszahl ist es unerklärbar warum er nicht als Held der Sowjetunion ausgezeichnet wurde, sondern „nur“ den Leninorden verliehen bekam, zumal viele sowjetischen Scharfschützen, die deutlich unter seiner angeblichen Leistung waren, als Held der Sowjetunion ausgezeichnet wurden. Einige Quellen schreiben Surkov 702 Abschüsse zu. Nachkriegsuntersuchungen zeigten jedoch, dass diese Zahl maßlos übertrieben ist und nur der Propaganda diente.[85]

Der große Erfolg der sowjetischen Scharfschützen in Stalingrad lag hauptsächlich daran, dass sie in relativ großer Anzahl eingesetzt wurden und dass urbanes Gelände ideal für den Scharfschützeneinsatz ist. Es gibt dort Häuserruinen, Mauerreste, ausgebrannte Panzer, Kellerräume und ähnliche Standorte, die vom Gegner schlecht eingesehen werden können und von wo sich der Scharfschütze ungesehen in eine Wechselstellung begeben kann. In Stalingrad erreichte das mediale Interesse, vor allem mit Saizew seinen Höhepunkt. Dort entstand auch das bekannteste Beispiel der sowjetischen Scharfschützenpropaganda. Ein Zusammenstoß in Stalingrad mit einem unbekannten, aber „sehr fähigen deutschen Scharfschützen“, wie Saizew in seiner Biographie vermerkte, wurde von der damaligen sowjetischen Propaganda zu einem mehrtägigen Duell verklärt. Demnach sei ein gewisser Major Erwin König, Leiter einer deutschen Scharfschützenschule in Zossen, auf obersten Befehl nach Stalingrad entsandt worden, um Saizew aufzuspüren und zu töten. Oberst Batjuk, Kommandeur der 284. Schützen-Division, habe daraufhin Saizew persönlich den Befehl erteilt, Arbeitsweise, Tarnung und Schießgewohnheiten von Major König zu studieren, um ihn gezielt zu bekämpfen.[86] Das angebliche Duell zwischen Saizew und Major König wurde als eine Art personalisierte Einzelkriegsführung inmitten der Massenschlacht von Stalingrad hingestellt. Nach tagelangen mehreren gegenseitigen Täuschungsmanövern konnte Saizew Major König mit einem Kopfschuss töten.[87] Erwähnt wurde dieses Duell nur von sowjetischen Quellen.[88] In den Unterlagen der deutschen Wehrmacht findet sich kein Major Erwin König; außerdem galt die Tätigkeit als Scharfschütze in der deutschen Armee als eines Offiziers „unwürdig“ und wurde in der Regel von Mannschaftsdienstgraden oder Unteroffizieren ausgeübt. So kamen selbst die erfolgreichsten und höchstdekorierten Scharfschützen der Wehrmacht, Matthäus Hetzenauer und Friedrich Pein, nie über den Dienstgrad eines Gefreiten bzw. Oberjägers (Unteroffizier der Gebirgstruppe) hinaus. Schon 1973 veröffentlichte der Autor und Historiker William Craig (1929–1997) in seinem Buch Enemy at the Gates – The battle for Stalingrad auch im Westen eine Beschreibung des Scharfschützenduells. Saizew selbst veröffentlichte seine Memoiren schließlich im Jahre 1981.[89] Nachdem Saizews Geschichte erstmals auch in einem Film Ангелы Смерти (dt. Todesengel)[90] dargestellt wurde, griffen westliche Medien das Thema wieder vermehrt auf. Im Jahre 1998 kam der Autor Antony Beevor in seinem Buch Stalingrad zu dem Schluss, dass die Geschichte trotz einiger realer Anleihen im Wesentlichen Fiktion sei.[91] Trotzdem erschien nur ein Jahr darauf der Roman War of the Rats von David L. Robbins, in dem das Duell wieder ein zentrales Motiv darstellte.[92] Dieser bildete wiederum die Grundlage zu dem Film Duell – Enemy at the Gates von Jean-Jacques Annaud aus dem Jahre 2001, in dem Saizews Rolle von Jude Law verkörpert wurde.

Koreakrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Koreakrieg sind zwei Scharfschützen bekannt. Zhang Taofang (chinesisch: 张桃芳; traditionelles chinesisch: 張桃芳; Wade-Giles: Zhang Tao-fang) war ein chinesischer Scharfschütze. Genau wie Simo Häyhä arbeitete er ohne Zielfernrohr, nur mit Kimme und Korn. Er traf 7 Ziele mit 9 Schuss. Mit dieser Quote übertraf er viele erfahrene Scharfschützen, die mit Zielfernrohren arbeiteten. Ihm werden 214 bestätigte Abschüsse zugeschrieben.[93] Der zweite bekannte Scharfschütze war der australische Warrant Officer Ian Robertson, der bereits seit frühester Jugend auf die Jagd ging. Zur Jagd brachte ihn sein Onkel bereits in jungen Jahren, der ihm auch das präzise Schießen beibrachte. Aufgrund der besseren Fleischverwertung musste Robertson kleine Kaninchen stets per Kopfschuss mit einem Kleinkalibergewehr (.22 lfB) töten. Da ein Kleinkalibergewehr aber über eine deutlich geringere Geschossenergie als ein durchschnittliches Jagdgewehr verfügt, lernte Robertson, sich bis auf 50 m an die Kaninchen anzupirschen. Im Einsatz verwendete er ein Lee-Enfield.303 Gewehr mit Zielfernrohr. Über die Anzahl seiner Abschüsse bewahrte Robertson stets Stillschweigen, da es seine größte Angst war, dass man ihn in Kriegszeiten als Held, in Friedenszeiten dann aber als Mörder bezeichnen würde.[94]

Vietnamkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chuck Mawhinney's M40 im National Museum of the Marine Corps

Da es im Vietnamkrieg noch keine speziell konzipierten Scharfschützengewehre gab, arbeiteten die Scharfschützen meist mit Jagd-/Sportgewehren, die zum Teil auf militärische Bedürfnisse modifiziert wurden. So zum Beispiel die Remington 700 die unter der Bezeichnung M40 bekannt und bei den U.S. Marines seit 1966 als Scharfschützengewehr im Einsatz ist. Die ersten Modelle wurden im Remington Custom-Shop gefertigt und erhielten einen Holzschaft. Aufgrund der Feuchtigkeit im Dschungel von Vietnam wurde dieser jedoch bald durch einen McMillan Brothers Rifle Company-Fiberglasschaft ersetzt. Durch den neuen Schaft und andere Modifikationen war das M40A1 geboren, es wurde in Handarbeit von Büchsenmachern des Marine Corps hergestellt. Alle Modelle wie das M40A1 und das M40A3 (seit 1996) basieren auf einem modifizierten Remington-700-System. U.a. arbeitete Sgt. Charles „Chuck“ Mawhinney mit dem M40 und einem Redfield Zielfernrohr 3-9x40.[95] Er erzielte in 16 Monaten, zwischen 1968 und 1969, 103 bestätigte Abschüsse mit dem M40. Er war begeisterter Jäger aus Oregon, trat 1967 -nach der Hirschjagdsaison- dem US Marine Corps bei. In einem Interview 2012 der Zeitschrift American Rifleman (Magazin der NRA) gab er an, dass es für ihn keinen großen Übergang von der Jagd in Oregon zum Scharfschützen gab. In einem anderen Interview mit der Los Angeles Times beschrieb er seine Scharfschützentätigkeit als den ultimativen Jagdausflug.[96][97]

Auch das Winchester-Modell 70 im Kaliber 7,62 × 63 mm (.30-06). fand bei den amerikanischen Scharfschützen Verwendung. So z. B. bei dem berühmtesten Scharfschütze des Vietnamkriegs Carlos Hathcock, der 93 bestätigte Abschüsse verbuchen konnte, darunter einen nordvietnamesischen General. Im Einsatz schwer verwundet, konnte Hathcock zwar nicht mehr als Scharfschütze eingesetzt werden, war jedoch weiterhin als Ausbilder tätig und war in führender Position bei der Gründung einer Ausbildungseinrichtung für Späher und Scharfschützen (Scout Sniper School) in der Marine Corps Base Quantico beteiligt. Zu Hathcocks Auszeichnungen gehören u. a. das Purple Heart und der Silver Star.[98]

Nordirlandkonflikt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schild mit der Aufschrift Sniper at Work in Crossmaglen
Kaserne der Polizei und Armee in Crossmaglen (April 2001)

Im Nordirlandkonflikt wurden von der South Armagh Brigade zwei Scharfschützenteams, die sogenannten South Armagh Snipers, eingesetzt. Die South Armagh Brigade war eine Brigade innerhalb der Provisional Irish Republican Army, die während des Nordirlandkonfliktes vor allem im Süden der Grafschaft Armagh operierte und als eine der berüchtigtsten IRA-Einheiten galt. Die zwei South Armagh Sniper Teams operierten jeweils eines im Osten und das andere im Westen. Beide Teams sollen aus jeweils vier Schützen bestanden haben. Von März 1990 bis Mitte 1992 wurden acht Sniper-Angriffe auf Sicherheitskräfte registriert, bei denen niemand verletzt wurde. Die Attacken erfolgten hauptsächlich mit den Kalibern 12,7 × 99 mm (.50 BMG) und 7,62 mm. Experten des MI5 vermuteten, dass bei einigen Angriffen ein PSG1-Scharfschützengewehr von Heckler & Koch im Kaliber 7,62 × 51 mm NATO verwendet worden sein könnte. Von August 1992 bis Dezember 1993 wurden in South Armagh sechs Soldaten und zwei Polizisten durch Scharfschützen getötet, ehe von August 1994 bis Februar 1996 ein Waffenstillstand herrschte. Im Februar 1997 wurde in South Armagh der Soldat Stephen Restorick getötet, womit sich die Anzahl von Todesopfern durch die South Armagh Snipers auf neun erhöhte. Sechs davon waren durch Schüsse des Kalibers .50 BMG ums Leben gekommen, drei weitere durch das Kaliber 7,62 mm. Die meisten der rund 24 Sniper-Angriffe erfolgten aus einer Entfernung von unter 300 Metern, was größtenteils daran lag, dass die Distanzen im urbanen Gelände meist unter 150 m liegen. Etwa 16 der Angriffe wurden von einem modifizierten Fahrzeug heraus durchgeführt, wobei der Schütze im Kofferraum lag und durch ein Stahlgestell gegen Beschuss geschützt war. Die Taktik des aus dem Kofferraum schießenden Heckenschützen wurde auch von den Beltway Snipers 2002 in den USA angewandt.

Die Bedrohung durch Scharfschützen war für die Sicherheitskräfte während Patrouillen sowie Checkpoints allgegenwärtig und hatte damit eine hohe psychologische Wirkung. Schutzwesten waren nicht nur kostspielig (4.000 £), sondern auch schwer (14,5 kg oder 32 lbs) und schränkten die Bewegungsfreiheit ein wie z. B. beim schnellen Ein und Aussteigen aus Fahrzeugen. Des Weiteren kam, neben den Kosten und des Gewichts, durch das Volumen der Schutzwesten eine weitere Problematik auf. Die Schutzwesten verdeckten die Taschen an der Uniformjacke und die Ausrüstung am Koppeltragegestell. Deswegen musste die Ausrüstung reduziert oder in einen Rucksack verpackt werden. Die Lösung, dass die Ausrüstung mittels MOLLE-System direkt an der Schutzweste angebracht wurde, offenbarte das nächste Problem. Die Luken der gepanzerten Fahrzeuge wurden in einer Zeit konzipiert in der Soldaten mit Schutzwesten nicht üblich waren. Somit war der Lukendurchmesser oftmals zu gering für einen Soldat mit angebrachter Ausrüstung direkt an der Schutzweste. Teilweise blieben Soldaten in ihren sicheren Unterständen, anstatt auf offener Straße Fahrzeuge zu kontrollieren. Die Bedrohung führte zu einer Umverteilung von Ressourcen und zu einer Miteinbeziehung dieser Gefahr bei Routineoperationen, etwa bei dem Einsatz von Hubschraubern. Lieutenant General Sir Roger Wheeler, Oberkommandierender der britischen Truppen in Nordirland, sah die Sniper als eine Hauptbedrohung in South Armagh und machte deren Ergreifung zur Priorität. Bei der katholischen Bevölkerung wurden die Scharfschützen hingegen teilweise gefeiert, erhielten Spitznamen wie Goldfinger, Terminator oder One Shot Paddy und wurden in Folk-Songs verewigt. Dreieckige Straßenschilder mit der Abbildung eines Scharfschützen und der Aufschrift „Sniper at Work“ waren verbreitet. Am 10. April 1997 gelang dem Special Air Service (SAS) in einem Farmkomplex bei Crossmaglen die Festnahme der IRA-Mitglieder Michael Caraher, Bernard McGinn, Seamus McArdle und Martin Mines. Mit der Festnahme dieses Sniperteams endeten die Aktivitäten der South Armagh Snipers, obwohl das andere Sniperteam nie festgenommen werden konnte.[99][100][101][102][103][104]

Bosnienkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sniper Alley (Zmaja od Bosne) in Sarajevo
Warnschild vor Scharfschützen

Während der Belagerung von Sarajevo erlangte die Sniper Alley eine traurige Berühmtheit. Sniper Alley zu Deutsch Scharfschützengasse (bosnisch, kroatisch und serbisch: Snajperska aleja / Снајперска алеја) war der informelle Name für die breite Hauptverkehrsstraße Zmaja od Bosne, die von Westen nach Osten, in die Innenstadt von Sarajevo führte. Die Straße führt vom industriellen Teil der Stadt zur historischen Altstadt. Der Boulevard hat viele Hochhäuser, die Scharfschützen weitläufige Schussfelder boten. Während der Belagerung von Sarajevo war dieser Boulevard von serbischen Scharfschützenstellungen gesäumt und als gefährlichster Ort in Sarajevo berüchtigt. Bewohner die sich tagsüber in diesem Bereich aufhielten riskierten ihr Leben. Schilder mit der Aufschrift Pazi – Snajper! (Vorsicht – Sniper!) warnten die Menschen. Um den Scharfschützenfeuer zu entgehen bewegten sich die Bewohner in diesem Bereich meistens rennend, von Deckung zu Deckung. Als weitere Schutzmaßnahme gegen die Scharfschützen wurden Gegenstände (beispielsweise Container oder Bretterwände) platziert, in deren Sichtschutz man sich bewegen konnte. Laut vom ICTY gesammelten Daten töteten die Sniper allein im Zeitraum zwischen dem 10. September 1992 und dem 10. August 1994 253 Zivilisten und 406 Soldaten. Unter den Getöteten befanden sich über 60 Kinder. Im selben Zeitraum wurden 1.296 Zivilisten und 1.815 Soldaten durch Schüsse der Sniper verletzt.[105] Zu den Opfern zählten nicht nur einheimische Männer, Frauen und Kinder, sondern auch Journalisten, Angehörige von Hilfs- und Rettungsorganisationen sowie UN-Soldaten. Besonders der Bereich um das Hotel Holiday-Inn, das als Unterschlupf zahlreicher Kriegsberichterstatter und Journalisten galt, erhielt den Ruf einer „Todeszone“. Zwischen bosnisch (z. B. Dobrinja) und serbisch (z. B. Grbavica) besetzten Stadtteilen kam es zu Duellen von Heckenschützen, vereinzelt wurden Ziele auch von beiden Seiten beschossen. Die Bergung der Verwundeten und Toten nahm oftmals Stunden, in manchen Fällen auch Tage in Anspruch, da eintreffende Rettungsmannschaften ebenfalls unter Beschuss gerieten.

Als Folge des Bosnienkrieges resultierte die SFOR Schutztruppe mit deutscher Beteiligung. U.a. unterhielt die Bundeswehr das Feldlager Rajlovac bei Sarajevo. Durch den SFOR Einsatz erkannte die Bundeswehr die Bedeutung des Scharfschützenwesens und beschaffte für diesen Einsatz das G22 und strukturierte die Scharfschützenausbildung wieder kontinuierlich.[106]

Die Sniper Alley und der Scharfschützeneinsatz in Sarajevo wurden in dem Film The Battle - Vertrauter Feind (Originaltitel: Shot through the heart) von 1998 thematisiert. Zwei Freunde und hervorragende Sportschützen werden durch den Krieg, aufgrund der verschiedenen Ethnien, zu verfeindeten Scharfschützen. Der Film beruht, laut Filmdienst, auf eine wahre Begebenheit. Der Film erhielt mehrere Normierungen bzw. Auszeichnungen wie z. B. TCA Awards oder Gemini Award.[107][108][109][110][111]

Krieg in Afghanistan 2001–2021[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundeswehr Scharfschützenteam in Afghanistan
Bundeswehr OMLT Militärberater mit einem PSL-Scharfschützengewehr 2009 in Kunduz (Afghanistan)

Im Krieg in Afghanistan 2001–2021 wurden mehrere Scharfschützenrekorde gebrochen. Den ersten bekannten Rekord stellte im März 2002 der kanadische Master Corporal Arron Perry mit einem McMillan TAC-50 Gewehr im Kaliber .50 BMG (12,7 × 99 mm NATO) auf. Die Entfernung betrug 2.310 Metern. Im gleichen Jahr wurde Perry von den kanadischen Streitkräften des unehrenhaften Verhaltens im Kampfeinsatz beschuldigt. Laut den Vorwürfen habe er die Leiche eines Talibankämpfers entwürdigt, indem er ihm einen Finger abschnitt, ihm eine Zigarette in den Mund steckte und ein Schild mit der Aufschrift „Fuck Terrorism“ auf seiner Brust angebracht habe. Die Untersuchung wurde vom Canadian Forces National Investigation Service (CFNIS) durchgeführt. Zwar wurde das besagte Schild gefunden, aber man konnte nicht beweisen, dass es Perry angefertigt hat. Zehn Monate später wurde die Untersuchung mangels Beweisen eingestellt und ihm wurde der Bronze Star verliehen.[112] Perrys Rekord wurde nur wenige Tage später von dem kanadischen Corporal Rob Furlong überboten, der aus derselben Einheit wie Perry kam. Furlong erzielte, ebenfalls im März 2002, einen aufgezeichneten und bestätigten Abschuss auf 2.430 m, mit einem McMillan TAC-50 Gewehr. Im Zuge der Operation Anaconda in Afghanistan lokalisierte Furlongs Beobachter einen MG-Schützen der Taliban, auf den Furlong daraufhin feuerte. Insgesamt benötigte Furlong drei Versuche, um ihn tödlich zu treffen. Das erste Projektil verfehlte sein Ziel. Der zweite Schuss traf den Rucksack des Taliban. Obwohl dieser das bemerkte, verließ er seinen Schützenstand nicht. Dieser Rekord wurde erst im November 2009 mit einem Gewehr im Kaliber .338 Lapua Magnum von dem britischen Corporal Craig Harrison in der Provinz Helmand in Afghanistan mit einer Entfernung von 2.475 m überboten. Laut Harrison und seinem Beobachter ermöglichten ihm die idealen Wetterbedingungen, nach insgesamt neun Schuss zur Visierausrichtung den feindlichen MG-Schützen mit dem zehnten, jedoch ersten auf diesen gezielten Schuss zu treffen. Windstille, klare Sicht und geringe Temperaturen (Hitze hätte zu Flimmern durch vom Boden aufsteigende Luft geführt) waren begünstigende Umstände. Harrison konnte weiterhin erkennen, dass ein zweiter feindlicher Kämpfer versuchte, die Waffe des getöteten Schützen aufzunehmen. Harrison tötete auch diesen mit einem zweiten gezielten Schuss. Danach zerstörte er mit einem weiteren Schuss das Maschinengewehr.[113] Der aktuelle Entfernungsrekord (Stand 2022) wurde von einem kanadischen Scharfschützen von der Canadian Special Operations Forces Command Joint Task Force 2 (JTF2) mit einem McMillan Tac-50-Scharfschützengewehr aufgestellt. Er bekämpfte einen ISIS – Aufständischen auf eine Entfernung von 3.540 m. Der Schuss wurde von einem Hochhaus abgefeuert.JTF2-Spezialeinheiten sind hauptsächlich mit der Terrorismusbekämpfung, Scharfschützenoperationen und der Geiselbefreiung beauftragt. Viele Informationen über diese Einheit werden von der Regierung geheim gehalten bzw. nicht kommentiert. Deshalb wurden die Namen des Scharfschützen und seines Beobachters geheimgehalten.[114][115][116][117]

Die Bundeswehr unterhielt im ISAF Einsatz mehrere Stützpunkte in Afghanistan. Siehe: Liste der Bundeswehr Standorte in Afghanistan.

Neuere Entwicklung bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebräuchliche Absehen
Bundeswehrscharfschütze vom Jägerbataillon 292 mit einem G22 in Litauen 2015

Im Korea- und im Vietnamkrieg setzte sich die Einsicht in die Bedeutung spezialisierter Scharfschützen durch, als man erkannte, dass das Verhältnis von abgefeuerter Munition zu tatsächlichen Treffern zu groß war. So schuf man in den Vereinigten Staaten so genannte Sniper schools, um die Soldaten im effizienten Schießen auszubilden. Die ersten militärisch konzipierten Scharfschützengewehre wurden erst Mitte der 70er Jahre entwickelt. Davor wurden teilweise Gewehre aus dem Zweiten Weltkrieg, Jagd oder Sportgewehre, in der Regel ohne ballistisches Absehen wie z.b. Mildot, verwendet. Das gebräuchlichste Absehen war Absehen 6 oder auch Cross Hair genannt.

Wie in den meisten Staaten wurde auch in Deutschland die Scharfschützenausbildung nach dem Zweiten Weltkrieg vernachlässigt. Bis Mitte der 1990er Jahre fand die Scharfschützenausbildung der Bundeswehr bataillonsintern in den Kampfkompanien statt und es gab einen zweiwöchigen Scharfschützenlehrgang (Zielfernrohrschütze G3) für Reservisten. Die Bundeswehr setzte bis dahin das G3A3 mit Zielfernrohr Hensoldt Fero Z-24, 4x30, Absehen 1(German reticle) als Scharfschützengewehr ein. Ein Umdenken setzte erst mit den ersten Auslandseinsätzen ein. Für den SFOR Einsatz und das KSK beschaffte die Bundeswehr 1997 das G22 und forcierte daraufhin die Scharfschützenausbildung. 2016 führte die Bundeswehr das G29 ein. Es wird von C. G. Haenel in Suhl hergestellt und löste das G22 sukzessive ab.[118]

Beispiele für Scharfschützengewehre in der Historie mit Kaliber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

für weitere Langwaffen siehe Scharfschützengewehr

Maximale Reichweiten für gängige Scharfschützen-Kaliber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Patrone/Kaliber Maximale effektive Reichweite
5,56 × 45 mm NATO (.223 Remington) 300–500 m
7,62 × 51 mm NATO (.308 Winchester) 800–1,000 m
7,62 × 54 mm R 800–1,000 m
.300 Winchester Magnum 900–1,200 m
.338 Lapua Magnum 1,300–1,600 m
.408 Chey Tac 1,500–2,000 m
.50 BMG (12,7 × 99 mm NATO) 1,500–2,000 m
12,7 × 108 mm (Russisch) 1,500–2,000 m
14,5 × 114 mm (Russisch) 1,900–2,300 m

Einsatzkonzepte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scharfschützen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scharfschütze im Ghillie-Tarnanzug

Scharfschützen (engl. Sniper) sind Soldaten, die eingebunden in eine Kompanie, meist auf weite Entfernungen, bei Tag und Nacht feindliche Soldaten bekämpfen. Sie überwachen und sichern Räume und Objekte durch Feuer, klären Feinde auf und bekämpfen sie. Scharfschützen kämpfen im Zweierteam überwachend aus rückwärtigen Feuerstellungen, eingebunden in die Truppe, selten hinter feindlichen Linien, dabei auch tief im feindlichen Hinterland. Gruppenzielfernrohrschützen sind in ihre Teileinheit eingebunden.

Der 2-Mann Scharfschützentrupp – ein Schütze (engl. Shooter oder Sniper) und ein Beobachter (engl. Spotter), der den Schützen unterstützt – wechseln sich in der Funktion Schütze und Beobachter meist ab. Durch den Einsatz von Scharfschützen werden die Kampfmoral des Feindes gemindert, Feindkräfte gebunden oder behindert, sowie Wehrmaterial oder Schlüsselpersonal ausgeschaltet. Dazu zählen in erster Linie feindliche Scharfschützen, feindliche Führer, Bedienungspersonal von Geschützen und Maschinengewehren, Funker, aber auch Radaranlagen und elektronische Zieleinrichtungen.[119]

Maßnahmen gegen Scharfschützen sind Stellungswechsel, wenn eine eigene Position erkannt wurde, der Einsatz von Periskopen, Rauchkörpern und eigenen Scharfschützen im counter-sniping. Ist der ungefähre Standort eines Scharfschützen bekannt, können Artillerie und insbesondere Mörser, die dem Verband unterstehen, mit Sprengsplittergranaten eingesetzt werden. Eine Präventivmaßnahme für Führungskräfte ist das Verbergen von äußerlichen Hinweisen auf militärische Ränge. Das militärische Grüßen und Tragen von Offiziersuniformen unterbleibt. So wurde Horatio Nelson 1805 von einem französischen Scharfschützen erschossen, weil er an der Uniform und an seinen Orden als kommandierender Admiral erkannt wurde.[120]

Die Reichweite von Scharfschützen kann in Ausnahmefällen bis zu 2.500 Meter betragen. Sie ist von Waffe, verwendeter Munition und Witterungsverhältnissen abhängig. Die übliche Einsatzreichweite beträgt etwa 600 bis 800 Meter. Die geringste Distanz hängt von den Versteck- und Tarnmöglichkeiten ab. Es gab schon erfolgreiche Einsätze aus 90 Metern Entfernung. Ein Treffer aus einer Entfernung von 3.540 Metern wurde im Mai 2017 im Krieg gegen den sogenannten „Islamischen Staat“ erzielt. Der Schuss wurde von einem Angehörigen einer kanadischen Spezialeinheit abgegeben. Das Projektil wurde aus einem McMillan Tac-50-Gewehr abgefeuert und flog über 10 Sekunden, bevor es sein Ziel traf.[121]

Das Überleben des militärischen Scharfschützen hängt in erster Linie von seiner Tarnung durch Geländeausnutzung bei Annäherung und Bewegungslosigkeit sowie Ausweichen und richtigem Verhalten im Gelände ab, bei vom Vorhandensein von ausreichend getarnten und gedeckt erreichbaren Wechselstellungen. Unterstützt wird dies durch selbstgefertigte Tarnanzüge, die auch ghillie suit genannt werden. Für die Tarnung gilt die Regel 80 % des Tarnmaterials aus der Natur (Sichtdeckung durch Äste, Gras, Erde sowie Bewegungslosigkeit) und 20 % künstliches Tarnmaterial (Tarnanzug und Tarnüberwurf).

Zur Ausstattung von Scharfschützen gehört darüber hinaus weitere spezifische Ausrüstung wie ein Spektiv, ein Windmesser und ein Barometer/Höhenmesser, da sowohl die Windstärke als auch die Lufttemperatur und Luftdichte durch Höhe über Grund Einfluss auf die Ballistik der Scharfschützenwaffe nehmen, sowie ein Laserentfernungsmesser und Unterlegmatten für die stundenlange Beobachtung. Gruppenzielfernrohrschützen sind meist zur Beobachtung nur mit einem Fernglas ausgerüstet.

Gruppenscharfschützen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Designated Marksmen der Marines bei einer Übung

„Gruppenscharfschütze“ oder Zielfernrohrschützen sind in eine Gruppe eingebundene Soldaten, die Ziele bis 600 Metern Entfernung mit gezieltem Einzelfeuer bekämpfen. Diese Form war bereits in der Wehrmacht bekannt und wurde auch in die Infanteriegruppe der Bundeswehr übernommen. In der United States Army und dem United States Marine Corps werden diese als Squad Designated Marksman bezeichnet, die ihren Squad direkt unterstützen.

Diese Soldaten kämpfen als Bestandteil ihrer Gruppe, haben aber einen zusätzlichen Lehrgang absolviert. In der Bundeswehr waren die Gruppen-ZF-Schützen, heute Gruppenscharfschützen, mit dem G3 A3 ZF, heute zumeist HK MR308 ausgestattet. Ihre Ausbildung erfolgte innerhalb der Kompanie und war vornehmlich schießtechnisch ausgelegt. In der US Army sind sie mit der modifizierten Variante Mk 12 SPR des regulären M16 (Zielfernrohr, schwerer Lauf, Zweibein) oder, wie z. B. bei den Marines, mit speziellen Gewehren, so genannte Designated Marksman Rifle (DMR), ausgerüstet. In der israelischen Armee heißen diese ZF-Schützen Kalat Saar. Wesentlicher Unterschied zwischen einem Scharfschützen und einem Gruppen-Zielfernrohrschützen ist, dass erstem taktisch ein Einsatzraum befohlen wird, dem Gruppen-Zielfernrohrschützen eine Stellung.

Russischer Schütze in Wintertarnung mit einem Dragunow-Scharfschützengewehr

„Erfunden“ wurde der Designated Marksman wahrscheinlich während des Zweiten Weltkrieges, als man auf deutscher Seite Scharfschützen in Infanteriegruppen einband, damit diese sich besser gegen sowjetische Scharfschützen verteidigen konnten. Dasselbe wurde dann auch von den Amerikanern als Antwort auf deutsche Scharfschützen an der Westfront getan. Nach dem Krieg wurde dieses Prinzip in der Sowjetarmee standardmäßig weitergeführt, bei der in jeder Infanteriegruppe ein Schütze, der mit einem Dragunow-Scharfschützengewehr im Kaliber 7,62 × 54 mm R ausgerüstet war. In der Bundeswehr wurde bei der Infanterie (Grenadiere, Jäger, Fallschirmjäger und Gebirgsjäger) das Konzept mit zwei Zielfernrohrschützen je Gruppe mit HK G3 A3ZF, Zielfernrohrgewehr aus Serienproduktion, fortgeführt.

Präzisionsschützen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Präzisionsschütze wird heute ein Polizeischütze bezeichnet, der durch seine Ausrüstung und Ausbildung in der Lage ist, auf größere Distanz Ziele präzise zu treffen. Er hat und benötigt jedoch nicht die „Einzelkämpferausbildung“ eines militärischen Scharfschützen.

Präzisionsschütze während der Unruhen in Ferguson

Präzisionsschützen der Polizei und der Feldjäger/der Militärpolizei haben den Auftrag, durch gezielte Schüsse eine extreme Gefahrensituation abzuwenden, also z. B. Verbrechensopfer zu retten. Außerdem dienen sie als Beobachter, was in den meisten Fällen ihre einzige Funktion bleibt, und helfen bei der Planung von Sicherungsmaßnahmen bei gefährdeten Ereignissen. Im Vergleich mit militärischen Scharfschützen ergeben sich für ihren Einsatz völlig andere Beschränkungen und Rechtsgrundlagen, bedingt durch die Unterschiede von Polizeirecht und Kriegsrecht.

Auch der eigentliche Einsatz unterscheidet sich grundlegend: Polizeischützen schießen auf vergleichsweise kurze Entfernungen zwischen 50 und 120 Metern, um unbeteiligte Personen oder Geiseln nicht zu gefährden, während militärische Scharfschützen Distanzen von bis zu 2500 Metern abdecken. Sie stehen dabei in ständigem Kontakt zur Einsatzleitung, die auch das Ziel und den Zeitpunkt des Schusses klar festlegt. Außerdem müssen Präzisionsschützen der Polizei mit dem ersten Schuss den Straftäter unbedingt an der Fortsetzung seiner Tathandlung hindern. Hierzu wird nach Möglichkeit der Hirnstamm des Straftäters anvisiert. Bei Zerstörung des Hirnstammes wird der Getroffene augenblicklich handlungsunfähig (Mannstoppwirkung) und ist auch zu keinen reflexartigen Reaktionen mehr fähig.

Eine Tarnung spielt dabei keine so maßgebliche Rolle wie bei den Streitkräften, da Polizeischützen in der Regel nicht durch Feindaufklärung und Beschuss bedroht sind und nach der Schussabgabe nicht verborgen bleiben müssen. Ebenso dauert ein polizeilicher Präzisionsschützeneinsatz nur wenige Stunden, in denen sich die Schützen abwechseln können. Ein Problem für polizeiliche Präzisionsschützen in Deutschland ist die teilweise unterschiedliche Gesetzeslage hinsichtlich des finalen Rettungsschusses (siehe dort) in den einzelnen Bundesländern. Auch bei polizeirechtlich vorgesehenem finalen Rettungsschuss muss die Verhältnismäßigkeit anschließend von der Justiz geprüft werden.

Die Entwicklung des polizeilichen Scharfschützenwesens lässt sich mit dem Aufkommen des Terrorismus und der Schwerstkriminalität in den 1970er Jahren ansetzen.

Psychologisches Anforderungsprofil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marines bei einer Übung im Jahr 2000 in Slunj (Kroatien)

Scharfschützen sollen besonders stressresistent, ausgeglichen, geduldig und intelligent sein. Diese Fähigkeiten werden benötigt, da Scharfschützen im Einsatz meistens auf sich gestellt sind, häufig einer sehr monotonen Aufgabe nachgehen und unabhängig in kleinen Gruppen bzw. alleine operieren. Deshalb müssen sie in der Lage sein, Entscheidungen selbst zu treffen, auf neue Situationen zu reagieren und zahlreiche Informationen auszuwerten.

Die besondere Einsatzart des Scharfschützen, aus dem Hinterhalt zu töten und nicht aus einer konkreten Notwehrsituation, kann besondere psychische Probleme verursachen.[122]

Beispielsweise lernt der Schütze während einer Observation, die Stunden oder Tage dauern kann, das Ziel mit all seinen menschlichen Eigenheiten (Lachen, Essen und anderen Dingen des normalen Lebens) kennen und kann dessen Mimik sehen. Gleichzeitig stellen die beobachteten Personen keine persönliche Bedrohung dar und wissen im Normalfall nicht von der Gegenwart des Schützen. Dabei kann eine Subjektivierung einsetzen, bei der die Zielperson zu einem Menschen wird, den man zu kennen glaubt. Deshalb soll der Schütze fähig sein, auch bei Individualisierung der Zielperson abzudrücken, ohne dabei übermäßig unter dem von ihm verursachten Tod des getöteten Menschen zu leiden. Nicht selten ist wegen dieser Individualisierung psychologische Betreuung nach einem Einsatz erforderlich.[123]

Bekannte Scharfschützen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Georg Herrnreiter, Wilderer und Scharfschütze. 121 bestätigte Abschüsse. EK2 und Bayerische Tapferkeitsmedaille.

Bekannte Personen, die durch Scharfschützen den Tod fanden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch deutsche Scharfschützen im Ersten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl Brigadegeneral Francis Earl Johnston sehr kampferfahren war, wurde er am 7. August 1917 von einem deutschen Scharfschützen, als er die vorderste Front inspizierte, erschossen.
Henry Norwest, einer der erfolgreichsten Scharfschützen des Ersten Weltkrieges, starb beim Counter-Sniping mit einem deutschen Scharfschützen am 18. August 1918 in Fouquescourt
  • Private James MacKenzie († 19. Dezember 1914) Victoria-Kreuz Träger
  • Brigadegeneral Sir John Edmond Gough († 22. Februar 1915), Victoria-Kreuz Träger
  • Second Lieutenant Sir Edward Hamilton Westrow Hulse († 12. März 1915), 7th Baronet
  • Korporal Jack Sheffield (†13. März 1915), Fußballer
  • Captain Wyndham Halswelle († 31. März 1915), Leichtathlet und Olympiasieger
  • Lieutenant William Glynne Charles Gladstone (†13. April 1915) Attaché und Politiker
  • Brigadegeneral James Foster Riddell († 26. April 1915)
  • Brigadegeneral George Colborne Nugent († 31. Mai 1915)
  • Second Lieutenant James Elliot Balfour-Melville († 25. September 1915), Cricketspieler
  • Leutnant Harcourt Ommundsen († 30. September 1915), zweimaliger Olympia Silbermedaillen Gewinner
  • Captain Thomas Charles Reginald Agar-Robartes († 30. September 1915), Politiker
  • Lord Lieutenant-Colonel Ninian Crichton-Stuart († 2. Oktober 1915), britischer Politiker
  • Captain Charles Sorley († 13. Oktober 1915), Poet
  • Brigadegeneral John Frederick Hepburn-Stuart-Forbes-Trefusis, († 24. Oktober 1915)
  • Alwyn Bramley-Moore († 4. April 1916), Politiker
  • Lieutenant Alec Leith Johnston († 22. April 1916), Schriftsteller
  • Korporal Harold Chadwick Meadowcroft († 1. Juli 1916), Fußballer
  • Second Lieutenant Donald Simpson Bell, († 10. Juli 1916 ), Victoria-Kreuz Träger
  • Major Billy Congreve († 20. Juli 1916), Victoria-Kreuz Träger
  • Subalternoffizier George Sainton Kaye Butterworth († 5. August 1916), Komponist
  • Leutnant Edward Wyndham Tennant († 22. September 1916), Poet
  • Lieutenant Colonel William Drysdale DSO († 29. September 1916), Cricketspieler
  • Sergeant Donald Forrester Brown († 1. Oktober 1916), Victoria-Kreuz Träger
  • Captain Cyril Stanley Rattigan († 13. November 1916), Cricketspieler
  • Private Hector Hugh Munro (Saki) († 14. November 1916), Schriftsteller
  • Captain Frederick Courteney Selous († 4. Januar 1917)
  • Brigadegeneral Charles Bulkeley Bulkeley-Johnson († 11. April 1917)
  • Lieutenant Robert Grierson Combe († 3. Mai 1917), Victoria-Kreuz Träger
  • Brigadegeneral Francis Earl Johnston(†7. August 1917)
  • Brigadegeneral Ronald Campbell Maclachlan († 11. August 1917)
  • Brigadegeneral Alexander Colin Johnston († 16. September 1917)
  • Korporal William Charles Clamp († 9. October 1917), Victoria-Kreuz Träger
  • Alexander Decoteau († 17. Oktober 1917), kanadischer Langstreckenläufer indianischer Herkunft.
  • Private Edward John Didymus († 12. April 1918), Fußballer
  • Sergeant Alfred Joyce Kilmer († 30. Juli 1918), Poet, Schriftsteller und Journalist
  • Oberleutnant Alfred Gaby, Träger des Victoria-Kreuz († 11. August 1918)
  • Captain Edward Lyman Abbott († 14. August 1918), Rugbyspieler
  • Lance Corporal Henry Norwest († 18. August 1918)
  • Sergeant Samuel Forsyth († 24. August 1918), Victoria-Kreuz Träger
  • Second Lieutenant Henry Lamont Simpson († 29. August 1918), Poet
  • Sergeant Thomas Charles Benfield († 19. September 1918), Fußballer
  • Lieutenant Colonel Bernard William Vann, († 3. Oktober 1918), Victoria-Kreuz Träger
  • Private George Edwin Ellison († 11. November 1918 um 9:30 Uhr). Er war der letzte britische Soldat, der im Ersten Weltkrieg fiel. Sein Todesort (Mons) ist ca. 7 km Luftlinie westlich vom Todesort von George Lawrence Price entfernt.
  • Soldat de première classe Augustin Trébuchon († 11. November 1918 um 10:45 Uhr). Er war der letzte französische Soldat, der im Ersten Weltkrieg fiel.[129]
  • Private George Lawrence Price († 11. November 1918 um 10:58 Uhr). Kanadischer Soldat. Er gilt als der letzte Soldat des Britischen Weltreiches, der im Ersten Weltkrieg (zwei Minuten vor Eintreten des Waffenstillstands) fiel.

Durch deutsche Scharfschützen im Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Captain George Charles Grey († 30 Juli 1944), Politiker
  • Major Maurice Joseph Lawson Turnbull († 5 August 1944), Cricketspieler
  • Brigadegeneral James Edward Wharton († 12. August 1944)
  • Korporal James L. Mooney, Jr. († 12. August 1944), American-Football-Spieler
  • Staff sergeant Sherwood Henry Hallman († 14. September 1944), Träger der Medal of Honor
  • Lieutenant Colonel Robert George Cole († 18. September 1944), Träger der Medal of Honor
  • Staff Sergeant Robert Toshio Kuroda († 20. Oktober 1944), Träger der Medal of Honor
  • Sergeant Charles F. Carey Jr. († 9. Januar 1945), Träger der Medal of Honor
  • Second Lieutenant Harry J. Michael († 14. März 1945), Träger der Medal of Honor
  • Private First Class Raymond J. Bowman († 18. April 1945) berühmt durch das Foto „Der letzte Tote des Krieges“ des Kriegsreporters Robert Capa im Life Magazine[130]

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mediale Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Filme und Fernsehserien widmen sich dem Thema Scharfschützen:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Albrecht Wacker: Im Auge des Jägers. Der Wehrmachtsscharfschütze Sepp Allerberger. VS-Books, ISBN 978-3-932077-27-2
  • Charles Henderson: Todesfalle. Die wahre Geschichte eines Scharfschützen in Vietnam. (Über Carlos Hathcock). Heyne, München 1993, ISBN 3-453-03687-5.
  • Jan Boger: Jäger und Gejagte. Die Geschichte der Scharfschützen. Motorbuch, Stuttgart 1987, ISBN 3-87943-373-9.
  • Eric L. Haney: Delta Force – Im Einsatz gegen den Terror. Ein Soldat der amerikanischen Elite-Einheit berichtet. Goldmann, München 2003, ISBN 3-442-15215-1. (Zum Thema psychologisches Anforderungsprofil auf S. 162 ff.)
  • Peter Brookesmith: Scharfschützen. Geschichte, Taktik, Waffen. Motorbuch, Stuttgart 2004, ISBN 3-613-02247-8.
  • Ian V. Hogg (Text), Ray Hutchins (Fotos): Moderne Scharfschützengewehre. Motorbuch, Stuttgart 2004, ISBN 3-613-02014-9.
  • David L. Robbins: Krieg der Ratten. Heyne, München 2001, ISBN 3-453-19001-7. (Über den Aufbau einer Scharfschützen-Schule in Stalingrad während des Zweiten Weltkrieges)
  • Peter Senich: Deutsche Scharfschützen-Waffen 1914–1945. Motorbuch, Stuttgart 1996, ISBN 3-613-01732-6.
  • Mark Spicer: Scharfschützen. Motorbuch, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-613-30586-1.
  • Stefan Strasser: Sniper. Militärisches und polizeiliches Scharfschützenwissen kompakt. 2. Auflage. Ares, Graz 2011, ISBN 978-3-902475-63-3.
  • Siegfried F. Hübner: Scharfschützen-Schießtechnik: Schießausbildung der Scharfschützen. Kienesberger, 1999, ISBN 3-923995-16-4.
  • Jack Coughlin: Shooter: The Autobiography of the Top-Ranked Marine Sniper. Amistad 2005, ISBN 0-06-447290-6.
  • Martin Pegler: Out of Nowhere: A History of the military sniper. Osprey Publishing, 2004, ISBN 1-84176-854-5.
  • H. Hestketh-Prichard: Sniping In France 1914–18. With Notes on the Scientific Training of Scouts, Observers, and Snipers. Helion and Company, 2004, ISBN 1-874622-47-7.
  • Reinhard Scholzen: Die Infanterie der Bundeswehr. Motorbuch, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-613-03293-4.
  • Chris Kyle (mit Jim DeFelice, Scott McEwen): Sniper: 160 tödliche Treffer – Der beste Scharfschütze des US-Militärs packt aus. Riva, 2012, ISBN 978-3-86883-245-7. (Autobiografie von Chris Kyle im Irakkrieg)

Zeitschriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Visier: Scharfschützen. Visier-Magazin. (Sonderausgabe, 34). Bad Ems 2004, ISBN 3-9809243-2-7.
  • Interview (1967) von Hauptmann Hans Widhofner mit den Wehrmachtsscharfschützen Matthäus Hetzenauer (345 Treffschüsse), Josef Allerberger (257 Treffschüsse) und Helmut Wirnsberger (64 Treffschüsse). Alle drei waren beim Gebirgs-Jäger-Regiment 144 der 3. Gebirgs-Division. Erschienen in Truppendienst, Ausgabe 1967 Teil I: S. 109–113, Teil II: S. 224–229, Teil III: S. 297–299.

Dienstvorschriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Scharfschütze – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Scharfschützen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.finedictionary.com/rifle.html
  2. Torsten Verhülsdonk, Carl Schulze: Napoleonische Kriege. Einheiten – Uniformen – Ausrüstungen, VS-Books 1996, ISBN 3-932077-00-8
  3. https://diglib.uibk.ac.at/download/pdf/4491287?name=Allgemeine%20Uebersicht%20%C3%BCber%20die%20Bewaffnung%20der%20kaiserlichen%20Armee%201700-1867
  4. Georg Heinz Wetzel: Die Hessischen Jäger. Eine deutsche Truppenhistorie im politischen Wandlungsprozess von vier Jahrhunderten (1631–1987). George, Kassel 1987.
  5. Georg Heinz Wetzel: Die Hessischen Jäger. Eine deutsche Truppenhistorie im politischen Wandlungsprozess von vier Jahrhunderten (1631–1987). George, Kassel 1987.
  6. Jan Boger: Jäger und Gejagte. Die Geschichte der Scharfschützen. Seite 38, 58, Motorbuch, Stuttgart 1987, ISBN 3-87943-373-9.
  7. https://diglib.uibk.ac.at/download/pdf/4491287?name=Allgemeine%20Uebersicht%20%C3%BCber%20die%20Bewaffnung%20der%20kaiserlichen%20Armee%201700-1867
  8. Jan Boger: Jäger und Gejagte. Die Geschichte der Scharfschützen. Seite 47, Motorbuch, Stuttgart 1987, ISBN 3-87943-373-9.
  9. Jan Boger: Jäger und Gejagte. Die Geschichte der Scharfschützen. Motorbuch, Stuttgart 1987, ISBN 3-87943-373-9.
  10. Claus Reuter: Die Schlacht von Jena und Auerstedt, Augenzeugen berichten, In: Thüringen, Seine Geschichte, Xinxii Publishing, 2009, ISBN 978-1-894643-39-9, S. 22 u. S. 203ff.
  11. American Rifle: A Biography, Alexander Rose 2008, Delacorte Press, New York
  12. Scharfschützen: Meister der Geduld, Pat Farey, Mark Spicer 2010, Motorbuch Verlag, Seiten 21–23
  13. Die deutschen Hülfstruppen im nordamerikanischen Befreiungskriege, 1776 bis 1783, Max von Eelking, Digitalisat
  14. Jan Boger: Jäger und Gejagte. Die Geschichte der Scharfschützen. Seiten 82-87, 90, Motorbuch, Stuttgart 1987, ISBN 3-87943-373-9.
  15. Georg Heinz Wetzel: Die Hessischen Jäger. Eine deutsche Truppenhistorie im politischen Wandlungsprozess von vier Jahrhunderten (1631–1987). George, Kassel 1987.
  16. https://www.elbierzodigital.com/cacabelos-presenten-armas/69239
  17. Jan Boger: Jäger und Gejagte. Die Geschichte der Scharfschützen. Seiten 82-87, 90, Motorbuch, Stuttgart 1987, ISBN 3-87943-373-9.
  18. https://fondationnapoleon.org/en/oeuvre/t1_memoires-de-robert-guillemard-sergent-en-retraite-de-1805-1823-1826/
  19. I Bersaglieri (italienisch) abgerufen am 1. März 2019
  20. https://www.shutterstock.com/de/search/bersaglieri
  21. The Portuguese Army of the Napoleonic Wars (Teil 2), Rene Chartrand 2000, Osprey Publishing
  22. Jan Boger: Jäger und Gejagte. Die Geschichte der Scharfschützen. Seiten 93-96, Motorbuch, Stuttgart 1987, ISBN 3-87943-373-9.
  23. https://www.geo.de/wissen/weltgeschichte/befreiungskriege-schwarze-jaeger-die-freischaerler-gegen-den-maechtigsten-mann-30180566.html
  24. Georg Heinz Wetzel: Die Hessischen Jäger. Eine deutsche Truppenhistorie im politischen Wandlungsprozess von vier Jahrhunderten (1631–1987). George, Kassel 1987.
  25. Jan Boger: Jäger und Gejagte. Die Geschichte der Scharfschützen. Seiten 142-155, Motorbuch, Stuttgart 1987, ISBN 3-87943-373-9.
  26. Jan Boger: Jäger und Gejagte. Die Geschichte der Scharfschützen. Seite 24,25, Motorbuch, Stuttgart 1987, ISBN 3-87943-373-9.
  27. Scharfschützen: Meister der Geduld, Pat Farey, Mark Spicer 2010, Motorbuch Verlag, Seite 81
  28. Jäger und Gejagte: Die Geschichte der Scharfschützen, Jan Boger, 1997, Motorbuch Verlag
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