Heinrich von Goßler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Heinrich Wilhelm Martin von Goßler (* 29. September 1841 in Weißenfels, Provinz Sachsen; † 10. Januar 1927 in Berlin-Wilmersdorf) war ein preußischer Offizier, zuletzt General der Infanterie sowie Kriegsminister.

Leben[Bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten]

Heinrich von Goßler

Er entstammte dem Adelsgeschlecht derer von Goßler, die vermutlich aus Gosel im Egerland stammt und noch vor 1630 nach Gürth eingewandert ist. Heinrich war der Sohn des Kanzlers (heute etwa: Provinz-Justizministers) der Provinz Preußen Karl Gustav von Goßler (1810–1885), Kronsyndikus und Präsidenten des Oberlandesgerichts in Königsberg und dessen Ehefrau Sophie, geborene von Mühler (1816–1877). Sie war die Tochter des preußischen Staats- und Justizministers Heinrich Gottlob von Mühler (1780–1857). Er hatte noch drei Brüder:

Militärischer Werdegang[Bearbeiten]

Goßler begann seine militärische Laufbahn als Avantageur des ostpreußischen Grenadier-Regiments Nr. 1, trat 1860 in das 1. Infanterie-Regiment ein, wurde 1861 Sekondeleutnant. Als solcher nahm er 1866 am Deutschen Krieg teil. Im Deutsch-Französischen Krieg war er zuerst Führer der 6., später der 1. Kompanie.

Im Juli 1871 wurde er zur Dienstleistung als Hauptmann ins Kriegsministerium abkommandiert. Im Oktober 1872 wurde ihm das Dezernat der Armeeabteilung übertragen. Anschließend führte er bis 1878 eine Kompanie im 2. Grenadier-Regiment und wurde dann wieder ins Kriegsministerium in die Abteilung für Armeeangelegenheiten berufen. Hier wurde er später auch zum Mitglied der Oberexaminierungskommission ernannt. 1885 zum Abteilungschef im Kriegsministerium ernannt, wurde er im gleichen Jahr zum Oberstleutnant befördert.

Nach der Beförderung zum Oberst im Jahre 1888 ernannte man ihn im Jahr darauf zum Kommandeur des 3. Garde-Regiments zu Fuß. 1891 wurde Goßler zum Generalmajor befördert und als solcher zum Kommandeur 43. Infanterie-Brigade in Kassel ernannt. Im Oktober 1891 erfolgte seine Ernennung zum Direktor des Allgemeinen Kriegsdepartements des Kriegsministeriums, Mitglied der Landesverteidigungskommission, stellvertretenden Bevollmächtigten im Bundesrat, Vorsitzender der Reichs-Rayon-Kommission und Mitglied des Kaiserlichen Disziplinarhofs.

1895 versetzte man Goßler unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalleutnant nach Darmstadt und ernannte ihn dort zum Kommandeur der Großherzoglich Hessischen (25.) Division. Nach dem Rücktritt Bronsart von Schellendorffs 1896 als Chef des Kriegsministeriums trat er in dessen Fußstapfen als Kriegsminister.[1]

Einen Monat darauf, im September, wurde er auch zum preußischen Bevollmächtigten im Bundesrat ernannt. Am 15. August 1903 nahm Goßler seine Entlassung, nachdem er 1899 General der Infanterie geworden war.

Familie[Bearbeiten]

Goßler heiratete am 31. August 1872 auf Gut Gerskullen (Kreis Ragnit) Emma von Sperber (* 14. November 1848 auf Gut Gerskullen; † 3. Oktober 1914 in Neukirchen, Landkreis Regenwalde), die Tochter des Gutsbesitzers Eugen von Sperber, Herr auf Gerskullen, und der Emilie Donalitius.

Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Von Lübecks Thürmen. Ausgabe vom 29. August 1896
  2. Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Württemberg 1901, S. 110
  3. Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Württemberg 1907, S. 50

Weblinks[Bearbeiten]