Helios Klinikum Berlin-Buch

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Helios Klinikum Berlin-Buch
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Trägerschaft Helios Kliniken GmbH
Ort Berlin-Buch
Bundesland Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 37′ 49″ N, 13° 30′ 34″ O
Geschäftsführer,
Ärztl. Direktor,
Pflegedirektorin
Daniel Amrein,
Henning T. Baberg
Sylvia Lehmann[1]
Versorgungsstufe Maximalversorgung
Betten >1000[2]
Mitarbeiter ca. 2500, darunter Pfleger, Therapeuten und andere Servicekräfte[3]
davon Ärzte 600[3]
Fachgebiete Fachbereiche
Gründung 2007 (Wiedereröffnung)
Website www.helios-kliniken.de
Haupteingang des Klinikums

Das Helios Klinikum Berlin-Buch ist eine Klinik an der Schwanebecker Chaussee im Ortsteil Buch des Berliner Bezirks Pankow. Das Krankenhaus wurde auf dem Gelände der Heilanstalten in Berlin-Buch errichtet, die von 1898 bis 1930 entstanden sind. Der Neubau der Klinik erfolgte auf Veranlassung des Betreibers, der Helios-Gruppe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juni 2001 wurden das frühere Städtische Klinikum Buch sowie die Robert-Rössle-Klinik und die Franz-Volhard-Klinik an Helios verkauft. Das Klinikum Buch war defizitär und Helios machte für die Übernahme das Angebot, bis 2008 für 200 Millionen Euro einen Neubau zu errichten. Das Land Berlin zahlte im Gegenzug über 18 Millionen Euro an Helios für eine vereinbarte „Beschäftigungssicherung“. Nach der Privatisierung wurden rund 1000 Stellen abgebaut, Löhne gesenkt und die Arbeit verdichtet.[4]

Am 23. Juni 2004 begannen die Bauarbeiten für den Neubau des Klinikums, welchen das Büro HDR TMK Planungsgesellschaft entworfen hatte. Nach Fertigstellung des Neubaus und einer kompletten neuen Ausstattung wurde das Klinikum Mitte Juli 2007 wieder eröffnet und bietet seitdem rund eintausend Betten. Zum Klinikum gehören mit der Robert-Rössle-Klinik und der Franz-Volhard-Klinik zwei Forschungskliniken für Onkologie beziehungsweise Kardiologie, die bis 1990 Teil des Zentralinstituts für Krebsforschung beziehungsweise des Zentralinstituts für Herz-Kreislaufforschung der Akademie der Wissenschaften der DDR waren und nach 1990 zunächst der Charité angegliedert wurden. Die meisten auf dem Gelände des Klinikums erhaltenen historischen Bauten blieben erhalten, der neue Betreiber hat sie komplett renoviert und dort einzelne Geschäftsfelder wie das Labor, eine Poliklinik oder die IT-Abteilung untergebracht.

Fachgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehr als 60 Fachabteilungen in interdisziplinären Zentren wie das Brustzentrum, das Darmzentrum, das Perinatalzentrum, die Stroke Unit und in die Chest Pain Unit bieten die Basis für eine gezielte medizinische Versorgung. Ein wichtiger Punkt ist das Notfallzentrum mit Hubschrauberlandeplatz. Alle 60 Fachbereiche, untergliedert in 50 Stationen, werden in der Klinik-Homepage exakt aufgelistet.[5]

Pro Jahr wurden bisher durchschnittlich 52.000 stationäre und 140.000 ambulante Behandlungen durchgeführt (Stand: Mai 2020.)

Die Deutsche Krebsgesellschaft hat das Onkologische Zentrum der Klinik mehrfach zertifiziert, zuletzt im Jahr 2018 für 15 Innere Abteilungen.[6]

Ausstattung und Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Klinik verfügt über modernste Medizintechnik, unter anderem drei Kernspintomographen, drei Computertomographen, ein digitales Mammographiegerät und zahlreiche Röntgenanlagen. Die Klinik für Nuklearmedizin arbeitzet mit einem PET/CT.

Im Jahre 2011 überlebte im Helios Klinikum Berlin-Buch das kleinste Baby Berlins, das in der 24. Woche mit 400 Gramm zur Welt kam, obwohl es nach der Geburt zu einer Perforation des Dünndarms gekommen war.[7]

Gebäudebeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Neubau ist eine Kompaktanlage in Nord-Südrichtung ausgerichtet. Sie verfügt über mehrere Gebäudearme, die jeweils einer Facheinrichtung zugeordnet sind. Im Erdgeschoss befinden sich Untersuchungseinheiten wie Röntgen, Kernspin oder Computertomografie. Im Foyer befinden sich eine zentrale Information für Besucher, eine Cafeteria, eine Apotheke, ein Friseur und kleine Verkaufseinheiten. Ein Wartebereich ist für Angehörige vorgesehen, die Gebärende begleiten oder auf den Abschluss von Behandlungen warten.

Ebenfalls im Erdgeschoss ist eine Ronald-McDonald-Oase angesiedelt, die den Begleitern kleiner Kinder vorbehalten ist. Sie finden hier in angenehmer Umgebung Ruhe und Ablenkung von stressigen Behandlungen.

Im ersten Obergeschoss gibt es eine katholische und eine evangelische Seelsorgeeeinrichtung sowie einen Raum der Stille.

Alle Quergebäudeflügel bilden gegenseitig einen Senkgarten im Kellerbereich, der von einer Schmalseite begehbar ist.

Die Rettungsstelle hat eine eigene Zufahrt und ist intern mit dem Langhaus verbunden.

Im weitläufigen Park mit zahlreichen alten Bäumen fallen drei Kunstwerke auf. Zum einen liegt auf einer Rasenfläche ein übergroßes Hartplastikkissen, das rundherum Vornamen von Kindern trägt. Vielleicht ist es für ein Foto mit einem Neugeborenen konzipiert. Zum anderen steht zwischen dem Langhaus und einem historischen Gebäude eine abstrakte Figur, geschaffen von Achim Kühn. Sie könnte eine Anspielung auf eine Satellitenumlaufbahn oder ein einfaches Atommodell darstellen. Und vor dem Haupteingang ist ein Buddy Bear platziert, der in kleinen Bildgeschichten den Klinikalltag von der Zufahrt eines Rettungswagesn, über Operationen, Pflege und auch eine Stadtansicht zeigt. Laut der Inschrift auf den Hinterpfoten des Tieres hat Klio Karadim die Bemalung im Juni 2016 geschaffen.

Abrechnungs- und Hygieneprobleme 2008 bis 2013[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2011 durchsuchte die Polizei das Helios Klinikum Buch und die Helios-Zentrale in Berlin-Mitte wegen möglichen Abrechnungsbetrugs. Gegen 14 Verdächtige, darunter Ärzte, Chefärzte und weitere Angestellte bestand der Verdacht, dass ambulante Leistungen von nicht zugelassenen und zum Teil auch nicht ausreichend qualifizierten Ärzten geleistet wurden. Diese seien dann über den jeweils zugelassenen Arzt abgerechnet worden, und zwar seit 2018. Nach einer Meldung der Berliner Zeitung vom 13. Februar 2013 hat Helios an die KV eine Zahlung von 6 Mio. € geleistet, um den Zivilprozess zu beenden. Laut dieser Meldung ermittelte die Staatsanwaltschaft weiter. Im Zuge der Aktion durchsuchte die Polizei neun Wohnungen in Berlin und Brandenburg.[8] Die Ermittlungen sind abgeschlossen, Konsequenzen nicht bekannt geworden.

Probleme mit der Einhaltung der Hygienevorschriften 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine am 11. Januar 2016 gezeigte Sendung Profit statt Gesundheit aus der Reihe Team Wallraff – Reporter undercover warf der Klinik die Missachtung von Hygienevorschriften vor. Servicekräfte, welche das Essen austeilten, säuberten auch die Betten, wodurch Fäkalkeime in das Essen gelangen könnten. Weitere Vorwürfe betrafen zu nachlässiges Händewaschen, Bettentransport ohne Schutzkleidung sowie nicht ordnungsgemäßen Umgang mit Patienten mit multiresistenten Keimen.[9] Die Klinik kündigte Verbesserungen bei der Hygieneschulung an, sah sich aber insgesamt zu Unrecht an den Pranger gestellt. Der Anteil an Infektionen mit multiresistenten Keimen sei bei ihr niedriger als im Bundesschnitt.[10]

Mit der Schaffung eines eigenen Hygienebeauftragten und der Veröffentlichung der jährlichen Untersuchungsergebnisse steuerte die Klinikleitung ihre Arbeit auf diesem wichtigen Gebiet um.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Unsere Klinikleitung, abgerufen am 11. Juni 2020.
  2. Unser Haus/Klinik im Porträt. 2019, abgerufen am 11. Juni 2020.
  3. a b Die Menschen sind für Sie da. Abgerufen am 11. Juni 2020.
  4. Tagesspiegel: Rabiate Therapie, 11. Juni 2011.
  5. Unsere Fachbereiche, abgerufen am 11. Juni 2020.
  6. Jahresbericht der DGO 2018, abgerufen am 11. Juni 2020.
  7. Bild Zeitung: Helena ist Berlins kleinstes Wunder.
  8. Helios-Zentrale in Berlin-Mitte.
  9. RTL, Team Wallraff: Profit statt Gesundheit - wenn Krankenhäuser für Patienten gefährlich werden, 11. Januar 2016
  10. Daniel Bakir: Nach Skandalreport: Das sagen die Kliniken. stern.de, 13. Januar 2016, abgerufen am 30. Januar 2016.
  11. Hygienezahlen (zum Herunterladen). Abgerufen am 11. Juni 2020.