Helios Klinikum Berlin-Buch

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Helios Klinikum Berlin-Buch
Logo
Trägerschaft Helios Kliniken GmbH
Ort Berlin
Bundesland Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 37′ 49″ N, 13° 30′ 34″ O
Versorgungsstufe Maximalversorgung
Betten >1000
Mitarbeiter 1925
davon Ärzte 459
Gründung 2007 (Wiedereröffnung)
Website www.helios-kliniken.de
Haupteingang Helios Klinikum Berlin-Buch

Das Helios Klinikum Berlin-Buch ist eine Klinik an der Schwanebecker Chaussee im Ortsteil Buch des Berliner Bezirks Pankow. Das Krankenhaus wurde auf dem Gelände der Heilanstalten in Berlin-Buch errichtet, die von 1898 bis 1930 entstanden sind. Der Neubau der Klinik wurde von deren Betreiber, der Helios-Gruppe erstellt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juni 2001 wurden das frühere Städtische Klinikum Buch sowie die Robert-Rössle-Klinik und die Franz-Volhard-Klinik an Helios verkauft. Das Klinikum Buch war defizitär und Helios machte für die Übernahme das Angebot, bis 2008 für 200 Millionen Euro einen Neubau zu errichten. Das Land zahlte im Gegenzug über 18 Millionen Euro an Helios für eine vereinbarte „Beschäftigungssicherung“. Nach der Privatisierung wurden rund 1000 Stellen abgebaut, Löhne gesenkt und die Arbeit verdichtet.[1]

Am 23. Juni 2004 begannen die Bauarbeiten für den rund 200 Millionen Euro teuren Neubau des Klinikums, welchen das Büro HDR TMK Planungsgesellschaft entwarf. Nach Fertigstellung des Neubaus wurde das Klinikum Mitte Juli 2007 wieder eröffnet und hat heute mehr als eintausend Betten. Zum Klinikum gehören mit der Robert-Rössle-Klinik und der Franz-Volhard-Klinik zwei Forschungskliniken für Onkologie beziehungsweise Kardiologie, die bis 1990 Teil des Zentralinstituts für Krebsforschung beziehungsweises des Zentralinstituts für Herz-Kreislaufforschung der Akademie der Wissenschaften der DDR waren und nach 1990 zunächst der Charité angegliedert wurden.

Die Klinik verfügt über drei Kernspintomographen, drei Computertomographen, ein digitales Mammographiegerät und zahlreiche Röntgenanlagen. Die Klinik für Nuklearmedizin hat ein PET/CT.

Im Jahre 2011 überlebte im Helios Klinikum Berlin-Buch das kleinste Baby Berlins, das in der 24. Woche mit 400 Gramm zur Welt kam, obwohl es nach der Geburt zu einer Perforation des Dünndarms kam.[2]

Die Klinik verfügt über mehr als 1000 Betten. Insgesamt arbeiten hier 1925 Mitarbeiter, davon 459 Ärzte.[3]

Ermittlungen wegen Abrechnungsbetruges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2011 durchsuchte die Polizei das Helios Klinikum Buch und die Helios-Zentrale in Berlin-Mitte wegen möglichen Abrechnungsbetrugs. Gegen 14 Verdächtige, darunter Ärzte, Chefärzte und Geschäftsführer wurden Ermittlungen aufgenommen. Laut Staatsanwaltschaft bestehe der Verdacht, dass ambulante Leistungen von nicht zugelassenen und zum Teil auch nicht ausreichend qualifizierten Ärzten geleistet wurden. Diese seien dann über den jeweils zugelassenen Arzt abgerechnet worden, so der Vorwurf. Diese Praxis sei seit 2008 durchgeführt worden. Nach einer Meldung der Berliner Zeitung vom 13. Februar 2013 hat Helios an die KV eine Zahlung von 6 Mio. € geleistet, um den Zivilprozess zu beenden. Laut dieser Meldung ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter.

Im Zuge der Aktion durchsuchte die Polizei neun Wohnungen in Berlin und Brandenburg.[4]

Recherche durch „Team Wallraff“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine am 11. Januar 2016 gezeigte Sendung „Profit statt Gesundheit“ aus der Reihe Team Wallraff – Reporter undercover warf der Klinik die Missachtung von Hygienevorschriften vor. Servicekräfte, welche das Essen austeilten, säuberten auch die Betten, wodurch Fäkalkeime in das Essen gelangen könnten. Weitere Vorwürfe betrafen zu nachlässiges Händewaschen, Bettentransport ohne Schutzkleidung sowie nicht ordnungsgemäßen Umgang mit Patienten mit multiresistenten Keimen.[5] Die Klinik kündigte Verbesserungen bei der Hygieneschulung an, sieht sich aber insgesamt zu Unrecht an den Pranger gestellt. Der Anteil an Infektionen mit multiresistenten Keimen sei bei ihr niedriger als im Bundesschnitt.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tagesspiegel: Rabiate Therapie, 11. Juni 2011
  2. Bild Zeitung: Helena ist Berlins kleinstes Wunder
  3. Klinikführer Helios Klinikum Berlin-Buch@1@2Vorlage:Toter Link/www.helios-kliniken.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF-Datei; 12,70 MB)
  4. Helios-Zentrale in Berlin-Mitte
  5. RTL, Team Wallraff: Profit statt Gesundheit - wenn Krankenhäuser für Patienten gefährlich werden, 11. Januar 2016
  6. Daniel Bakir: Nach Skandalreport: Das sagen die Kliniken. stern.de, 13. Januar 2016, abgerufen am 30. Januar 2016.