Berliner Feuerwehr

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Berliner Feuerwehr
Feuerwache Urban (Berlin-Kreuzberg)
Feuerwache Urban (Berlin-Kreuzberg)
Berufsfeuerwehr
Gründungsjahr: 1851
Standorte: 35
Mitarbeiter: ca. 3900
Freiwillige Feuerwehr
Abteilungen: 58
Aktive Mitglieder: ca. 1400
www.berliner-feuerwehr.de

Die Berliner Feuerwehr ist die Feuerwehr der deutschen Hauptstadt Berlin. Sie wurde im Jahr 1851 von Ludwig Carl Scabell gegründet und ist damit die älteste Berufsfeuerwehr Deutschlands.[1] Mit ihren rund 3900 Mitarbeitern[2] und 35 Berufsfeuerwachen[3] ist sie auch die größte Berufsfeuerwehr in Deutschland.

Die Berliner Berufsfeuerwehr wird durch 58 Freiwillige Feuerwehren mit rund 1400 aktiven ehrenamtlichen Mitgliedern unterstützt.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industrialisierung und Gründerzeit (1851–1899)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Briefmarke zum 125-jährigen Jubiläum 1976

Als Ludwig Scabell im Jahr 1851 vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. den Befehl zum Aufbau der ersten deutschen Berufsfeuerwehr erhielt,[5] stand Berlin unter dem Eindruck einer Reihe von verheerenden Großbränden. Die Stadt wuchs schnell, die Bebauung wurde immer enger und die Menschen lebten dicht an dicht. Ausbildung und Technik der bisherigen Feuerwehren waren unzulänglich, auch konnten die Einsatzmittel nicht mehr mit der Größe der Gebäude mithalten. Daher fasste Preußens König den Entschluss, Scabell mit der Gründung einer Berufsfeuerwehr zu beauftragen und deren Ausbildung und Ausrüstung sicherzustellen. Innerhalb kürzester Zeit wurden knapp 1.000 Männer eingestellt und ausgebildet. Gleichzeitig begann der Bau von Berufsfeuerwachen.

Im selben Jahr bekam die Stadt Berlin auch das erste elektrische Feuermeldenetz der Welt. Es wurde von Siemens & Halske installiert und verband die Zentrale in der Stadtvogtei am Molkenmarkt mit 24 Feuerwachen und allen Polizeirevieren.[1] Im Jahr 1854 konnte die erste Neubau-Feuerwache eröffnet werden, zwei Jahre später ging in Berlin ein Wasserleitungsnetz mit 1.520 Hydranten in Betrieb.

1875 erreichte Scabell das Rentenalter, sein Nachfolger wurde Gustav Witte. Dieser erhielt 1879 zusammen mit dem Ingenieur und Fabrikanten Greiner das deutsche Patent der weltweit ersten Drehleiter.[6] Die Berliner Feuerwehr stellte ihre erste, von der Firma BAMAG gebaute Drehleiter 1882 auf der Hauptwache in Dienst.[7]

Jahrhundertwende, Erster Weltkrieg und Weimarer Republik (1900–1932)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1901 fand zum 50-jährigen Bestehen der Berufsfeuerwehr die Internationale Feuerschutzausstellung in Berlin statt.[8] 1906 wurde auf der Wache Berlin-Grunewald als erstes Benzinauto-Löschfahrzeug in Deutschland eine Gasspritze in Dienst gestellt.[9] Im Lauf des Ersten Weltkriegs 1914 bis 1918 gab die Berliner Feuerwehr 700 Beamte an das Heer ab, wo ein Teil der eingezogenen Feuerwehrleute in den neugeschaffenen Flammenwerferregimentern eingesetzt wurde.[10]

Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berliner Feuerwehr im August 1945.

Am 15. Dezember 1933 wurde für die preußischen Berufsfeuerwehren die Bezeichnung „Feuerlöschpolizei“ eingeführt. Die Feuerwehren im gesamten Deutschen Reich wurden 1938 der Ordnungspolizei unterstellt und hießen fortan „Feuerschutzpolizei“. Bei den Novemberpogromen 1938 griff die NS-geführte Feuerschutzpolizei bis auf wenige Ausnahmen nicht ein, als die Synagogen in Brand gesteckt werden.

Eine Stadt – zwei Feuerwehren (1946–1990)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Kriegsende waren von den ehemals 38 Berufsfeuerwehrwachen sechs unbrauchbar, und bei der Freiwilligen Feuerwehr waren von 51 Wachen drei total und zwölf teilweise zerstört.[11] Am 21. November 1948 wurde die Berliner Feuerwehr in zwei getrennte Behörden, Ost und West, geteilt.[12] In beiden Stadthälften entstanden in den 1950er Jahren die ersten Nachkriegs-Neubauwachen, Technik und Ausbildung entwickelten sich getrennt weiter. Erst 1952 wurde die Ostberliner Feuerwehr als „Organ F“ in die Volkspolizei eingegliedert.[13] Die Ostberliner Feuerwehr bekam zum Schutz der in den 1950er Jahren errichteten Stalin-Allee (heute Karl-Marx-Allee) eine „West-Drehleiter“. Die von Metz hergestellte DL 52 mit einer Rettungshöhe von über 50 Metern verfügte bereits über einen Fahrkorb, der als Aufzug genutzt werden konnte.[14] In den Tagen nach dem Mauerbau 1961 musste die West-Berliner Feuerwehr immer wieder ihre Sprungtücher aufspannen, weil Menschen aus Gebäuden auf der Demarkationslinie in die Freiheit sprangen.

1969 wurde das Rettungsamt West-Berlin in die Feuerwehr eingegliedert. Seitdem ist die (West-)Berliner Feuerwehr auch für den Rettungsdienst verantwortlich. In Ost-Berlin wurde der Rettungsdienst bis zur Wiedervereinigung unabhängig von der Feuerwehr vom Rettungsamt wahrgenommen. Seit Anfang der 1980er Jahre hatte die West-Berliner Feuerwehr immer wieder mit Einsätzen bei Maikrawallen in Berlin-Kreuzberg zu tun. Dabei wurde in der Nacht des 1. Mai 1987 ein LF 16 der Feuerwache Berlin-Kreuzberg völlig zerstört.[15]

Entwicklung seit der Wende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Löschboot „Kurt-Werner Seidel“ der Berliner Feuerwehr
Hoheitsabzeichen der Berliner Feuerwehr

Am 3. Oktober 1990, dem Tag der Deutschen Wiedervereinigung, wurde die Ost-Berliner Feuerwehr (siehe: Feuerwehr in der DDR) Landesbranddirektor Wolfgang Scholz übergeben. Zu diesem Zeitpunkt lag die Personalstärke der Berufsfeuerwehr in West-Berlin bei 3.788 und in Ost-Berlin bei 1.112.

Mitte 1992 wurde Albrecht Broemme zum Landesbranddirektor von Berlin ernannt.[16]

Vom 11. bis 17. Juli 1993 fanden in Berlin die X. Internationalen Feuerwehrwettkämpfe des CTIF (Feuerwehrolympiade) statt. Im Programm waren traditionelle internationale Feuerwehrwettbewerbe, internationale Feuerwehrsportwettkämpfe und internationale Jugendfeuerwehrwettbewerbe.[17]

Auf Grund des höheren Verkehrsaufkommens und der zahlreichen neuen Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in den Bezirken wurde in den Jahren 1993/94 ein neues Fahrzeugkonzept erprobt: Das Lösch-Hilfeleistungsfahrzeug 16/12, kurz „City-LHF“, war 2,2 m kürzer, 20 cm schmaler und damit wendiger als die herkömmlichen LHF 16 der Berliner Feuerwehr. Nach der erfolgreichen Erprobungsphase wurden von 1994 bis 1997 41 Fahrzeuge dieses Typs beschafft.[18]

In der Neujahrsnacht 2000 kam es zu einem Totalausfall der Leitstellen-IT einschließlich Rückfallebene. Es war für mehrere Stunden keine geordnete Abarbeitung von Notrufen möglich; als Behelf wurden Einsatzfahrzeuge auf Streifenfahrten geschickt. Ein Zusammenhang mit dem sogenannten Jahr-2000-Problem bestand dabei nur am Rande.[19][20] Das betroffene Einsatzleitsystem FIS wurde mittlerweile durch das modernere IGNIS ersetzt.[21]

Nach dem Weggang des Landesbranddirektors Broemme im Mai 2006 wurde dessen Stellvertreter (seit 2001) Wilfried Gräfling zunächst kommissarischer Landesbranddirektor von Berlin und im November 2006 Landesbranddirektor von Berlin.

Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einsatzzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einsatzstatistik[22] 2004 2005 2006[23] 2007[24] 2008[25] 2009[26] 2010[27] 2011[28] 2012[29] 2013[30] 2014[31] 2015[32]
Brände 14.244
(5,40 %)
7.247
(2,82 %)
8.233
(3,02 %)
7.718
(2,34 %)
7.019
(2,41 %)
7.610
(2,78 %)
8.114
(2,66 %)
8.316
(2,66 %)
6.860
(2,16 %)
7.330
(2,21 %)
6.456
(1,80 %)
7.165
(1,83 %)
Hilfeleistungen 21.617
(8,20 %)
19.621
(7,63 %)
28.270
(10,37 %)
31.226
(9,46 %)
23.279
(8,01 %)
17.166
(6,27 %)
17.674
(5,79 %)
16.615
(5,32 %)
17.693
(5,58 %)
19.194
(5,80 %)
19.949
(5,55 %)
20.794
(5,31 %)
Rettungsdienst 227.875
(86,40 %)
230.389
(89,56 %)
236.138
(86,61 %)
291.205
(88,20 %)
260.415
(89,58 %)
248.957
(90,95 %)
279.599
(91,56 %)
287.506
(92,02 %)
292.464
(92,25 %)
304.483
(91,99 %)
333.199
(92,66 %)
363.599
(92,86 %)
Gesamt (ohne Falschalarme und Bereitstellung) 263.736 257.257 272.641 330.149 290.713 273.733 305.387 312.437 317.017 331.007 359.604 391.558

Besondere Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DLK der Berliner Feuerwehr im Einsatz
  • 26. September 1908 – Zwei Hochbahn-Züge stoßen am Gleisdreieck zusammen – 18 Tote[33]
  • 27./28. Februar 1933 – Reichstagsbrand
  • 21. Mai 1980 – Teileinsturz der Kongresshalle
  • 1983 – Anschlag auf das Maison de France
  • 5. April 1986 – Anschlag auf die Diskothek La Belle – drei Tote
  • 16.–21. Dezember 1989 – Der Brand eines Gebäudes mit drei Hotel-Pensionen am Kurfürstendamm/Ecke Wielandstraße weitet sich zum größten Hotelbrand der deutschen Nachkriegsgeschichte aus – acht Tote[34]
  • 1989/90 – Einsturz einer Videowand bei der Silvesterfeier am Brandenburger Tor
  • 26./27. Oktober 1994 – Brand am Dach des Deutschen Domes
  • 1998 – schwere Gasexplosion in der Lepsiusstraße
  • 8. Juli 2000 – Brand im U-Bahnhof Deutsche Oper, 350 Personen müssen durch einen Tunnel evakuiert werden
  • 10. Juli 2002 – Orkan „Anita“ – schlimmstes Unwetter seit 30 Jahren – 7 Tote und 39 Verletzte[35]
  • 18./19. Januar 2007 – Orkan „Kyrill“ – u. a. Schäden an der Fassade des neuen Hauptbahnhofs – insgesamt 1001 Einsätze[36]
  • 19. Dezember 2016 – Anschlag am Breitscheidplatz – Lkw rast in Weihnachnachtsmarkt – 12 Tote und 53 Verletzte[37]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NAW der Berliner Feuerwehr

Die Berliner Feuerwehr hat gemäß § 3 Feuerwehrgesetz (FwG) Berlin den Auftrag für die Brandbekämpfung, die Gefahrenabwehr, den vorbeugenden Brandschutz, den Katastrophenschutz und den Rettungsdienst. Im Zuständigkeitsgebiet der Berliner Feuerwehr gibt es außerdem die Flughafenfeuerwehr Tegel, drei Werkfeuerwehren und drei Betriebsfeuerwehren. Diese privaten Feuerwehren stehen in engem fachlichen Kontakt zur Berliner Feuerwehr und werden, mit Ausnahme der Betriebsfeuerwehren, bei besonderen Einsätzen hinzualarmiert. Das Feuerwehrmuseum Berlin in Berlin-Tegel zeigt in einer Ausstellung die Geschichte der Berliner Feuerwehr. Die Aus- und Fortbildung ist in der Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienst-Akademie in Reinickendorf konzentriert.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Berliner Feuerwehr verfügt über insgesamt 35 Berufsfeuerwachen, 18 NEF-Stationen, 57 Freiwillige Feuerwehren und 47 Jugendfeuerwehren.[38]

Die urbanen Teile Berlins mit hoher Bevölkerungsdichte sind von Berufsfeuerwachen abgedeckt, die rund um die Uhr besetzt sind. Ihre Einsatzkräfte arbeiten im 12-Stunden-Schichtdienst. Einige Berufsfeuerwachen haben zusätzlich Freiwillige Feuerwehren (Typ B) im Haus, die bei Bedarf unterstützend tätig werden. In den Außenbezirken verfügen die Freiwilligen Feuerwehren (Typ A) über eigene Ausrückbereiche, in denen sie die Erstzuständigkeit bei Einsätzen haben.[39]

Die Fahrzeuge, technische Ausrüstung und Schutzkleidung der Freiwilligen Feuerwehren entsprechen denen der Berufsfeuerwehr.[40]

Behördenstruktur der Berliner Feuerwehr:[41]

Die Hauptfeuerwache, die größte Feuerwache Berlins, steht am Nikolaus-Groß-Weg im Stadtteil Charlottenburg-Nord. Sie hat den größten Fuhrpark aller Berliner Feuerwachen, da hier diverse Sonderfahrzeuge stationiert sind.

Budget[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Berliner Feuerwehr verfügt über einen Jahreshaushalt von rund 247 Millionen Euro einschließlich Personalkosten und Investitionen.[42] Etwa 83 Prozent der rund 400.000 Einsätze pro Jahr entfallen auf den Rettungsdienst, fünf Prozent auf technische Hilfeleistungen und nur zwei Prozent auf die Brandbekämpfung. Dazu kommen noch einmal ca. 40.000 Erkundungen und Fehleinsätze (ca. 10 %).

Sondereinheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Technischer Dienst I und II (Rüstgruppe, Tauchgruppe, Atemschutzgruppe, Umweltschutzgruppe, Schaumgruppe), stationiert an den Standorten Charlottenburg-Nord und Marzahn
  • Höhenrettungsdienst (stationiert auf der Berufsfeuerwache Marzahn)
  • Fachgruppe Pyrotechnik (Schadensdarstellungen mit oder ohne pyrotechnische Mittel, Öffentlichkeitsarbeit, Prävention und Beratung; stationiert auf der Berufsfeuerwache Marzahn)
  • Musikzug der Berliner Feuerwehr e. V.

Ausrüstung und Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TLF 24/40 mit Sonderausstattung

Die Berliner Feuerwehr verfügt über einen Fahrzeugbestand von insgesamt 920 Fahrzeugen.[43] Darunter sind unter anderem 194 Löschfahrzeuge, 42 Drehleitern, 232 Rettungswagen und andere Rettungsdienstfahrzeuge, 42 Abrollbehälter, 82 Anhänger und zwei Löschboote.[44]

Neben den Drehleitern steht der Berliner Feuerwehr auch ein Teleskopmastfahrzeug zur Verfügung. Der Feuerwehrteleskopmast TM 50 der Firmen Metz Aerials/WUMAG auf MAN-TGA-Fahrgestell wird zur Menschenrettung und zur Brandbekämpfung in großen Höhen eingesetzt. Erreicht wird eine Arbeitshöhe von bis zu 50 Metern.[45]

Unter anderem zur Sicherung des 2,4 km langen Tunnels Tiergarten Spreebogen (TTS) und der Stadtautobahn wurde das Tanklöschfahrzeug (TLF) 24/40 mit Sonderausstattung angeschafft. Alle Plätze der Staffelkabine sind mit Atemschutzgeräten ausgestattet. Zusätzlich können seitlich Lüfter ausgeklappt werden. Das TLF 24/40 verfügt über einen Vorrat von 4.000 l Löschwasser und 400 l Schaummittelkonzentrat. Das Fahrzeug wird auch bei Flächen- und Waldbränden eingesetzt.[46]

Berliner Konzept: Das Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug (LHF) ist ein spezielles Fahrzeugkonzept der Berliner Feuerwehr. Es handelt sich dabei um Fahrzeuge, die sowohl zur Brandbekämpfung als auch zur technischen Hilfeleistung eingesetzt werden können. Ihre Beladung ähnelt stark der von Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugen, sie sind jedoch kürzer und deshalb wendiger.

LHF 16/16[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste LHF wurde Anfang 1983 bei der Berliner Feuerwehr in Dienst gestellt. Gegenüber den damals üblichen Löschgruppenfahrzeugen und Tanklöschfahrzeugen ist das LHF umfangreicher mit Geräten zur technischen Hilfeleistung ausgestattet. Es sollte ein Allround-Fahrzeug für Brandbekämpfung und Hilfeleistung sein, das mit einer Staffel von sechs Mann auch autark agieren kann.[47]

Das Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug 16/16 verfügt über eine Feuerlöschpumpe mit einer Leistung von 1.600 l/min bei 8 bar, einen Löschwasser-Behälter mit 1.600 l und einen festinstallierten Schaummittel-Behälter mit 400 l Löschschaum. Zur technischen Hilfeleistung ist das Fahrzeug mit einem hydraulischen Rettungssatz bestehend aus Rettungsschere, Spreizer und Rettungszylinder mit zusätzlicher Handpumpe ausgestattet.

LHF 16/12 City[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LHF 16/12 der Berliner Feuerwehr

Das LHF 16/12 City wird seit 1994 bei der Berliner Feuerwehr eingesetzt. Gegenüber dem Vorgänger ist es in der Länge um 2,2 m und in der Breite um 20 cm geschrumpft, was eine bessere Wendigkeit im Straßenverkehr bedeutet.[48]

Das LHF 16/12 hat ebenfalls eine Feuerlöschpumpe mit einer Leistung von 1.600 l/min bei 8 bar. Der Löschwasser-Behälter beinhaltet nur noch 1.200 l Wasser, der festinstallierte Schaummittel-Behälter noch 100 l Löschschaum. Zur technischen Hilfeleistung ist das Fahrzeug wie sein Vorgänger mit tragbarem Stromaggregat und Rettungssätzen ausgestattet. Das LHF 16/12 gibt es auch als Allrad-Variante.[49]

LHF 20/12[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Anfang 2007 ist eine neue LHF-Generation im Einsatz, welche mit Druckluftschaumanlagen (DLS engl. CAFS) ausgerüstet ist.

Das LHF 20/12 verfügt über eine Feuerlöschpumpe mit einer Leistung von 2.000 l/min bei 10 bar, 1.200 l Löschwasser, 100 l Löschschaum und eine DLS-Anlage (CAFS 1000 bzw. 1200). Zur technischen Hilfeleistung ist das Fahrzeug mit einem hydraulischen Rettungssatz ausgestattet. Das Fahrzeug ist mit einem Automatikgetriebe und einer Rückfahrkamera ausgerüstet.

LHF 20/8[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aus Mitteln des Konjunkturpaketes beschafften LHF 20/8 gehören zu den neusten Fahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehren Berlins. Dieser Typ wurde nur für die Freiwilligen-Abteilungen beschafft und nicht für die Berufsfeuerwehr. Das LHF 20/8 baut auf einem Mercedes Atego mit Allradantrieb auf und verfügt über einen 800-Liter-Wassertank (Eingebaut ist ein 1000-Liter-Wassertank). Der Aufbau stammt von Rosenbauer. Die Besatzung beträgt 1:8. Die Pumpen fördern 2000 Liter/min bei 10 bar.[50]

LHF 10/5[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 konnten zwei LHF 10/5 als Ersatz für die in die Jahre gekommenen LHF-K beschafft werden. Die Fahrzeuge sind die kleinsten LHF in Berlin. Sie sind wie die LHF 20/8 nur für die Freiwilligen Feuerwehren beschafft worden, weil die Platzverhältnisse kein größeres LHF zuließen (Brücken, zu kleine Feuerwehrhäuser). Allerdings steckt in den Fahrzeugen fast dieselbe Ausrüstung wie in den größeren Löschfahrzeugen. Als Fahrgestell wählte man ein Mercedes-Benz Vario 818D mit einem Aufbau von Rosenbauer (Compactline) aus. Stationiert wurden die Fahrzeuge in Rauchfangswerder und Wilhelmshagen. Der Löschwasserinhalt beträgt 500 Liter Wasser. Als Pumpe hat das Fahrzeug eine TS (10/1000).

Rettungswagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RTW der Berliner Feuerwehr
Stroke Einsatzmobil der Berliner Feuerwehr

Die Berliner Feuerwehr ist für den Rettungsdienst der Stadt zuständig; die überwiegende Mehrheit der jährlich absolvierten Einsätze sind Rettungseinsätze. Bei der Berliner Feuerwehr kommen als Rettungswagen hauptsächlich Fahrzeuge des Typs Mercedes-Benz Sprinter mit Kofferaufbau zum Einsatz[51]. Diese Bauweise, bei der der Koffer vom Fahrgestell gelöst werden kann, ermöglicht einen separaten Austausch von Koffer oder Fahrgestell nach einem Unfall oder bei technischem Defekt. So ist nicht das komplette Fahrzeug durch den Werkstattaufenthalt lahmgelegt, sondern nur der jeweils beschädigte Teil.

Darüber hinaus gibt es Rettungswagen I für Patienten mit hochansteckenden Krankheiten[52], den Rettungswagen S für den Transport überschwerer Notfallpatienten[53] und das Stroke-Einsatz-Mobil (STEMO) für Schlaganfallpatienten[54].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Strumpf: Die Berliner Feuerwehr. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. EFB-Verlagsgesellschaft, 1987, ISBN 3-88776-036-0.
  • Detlef Machmüller: Berlin und seine Feuerwehren. Verlag Technik, Berlin/ München 1992, ISBN 3-341-01065-3.
  • Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra Verlag, 1996, ISBN 3-930863-20-0.
  • Hans-Jörg Schierz: Berliner Feuerwehrfahrzeuge von 1960 bis heute. Walter Podzun, 1998, ISBN 3-86133-192-6.
  • Lothar Wackermann: Die Berliner Feuerwehr: Ihre Organisation und Entwicklung in der geteilten Stadt von 1945–1980. 1. Auflage. 2004, dissertation.de, ISBN 3-89825-776-2.
  • Hans-Jörg Schierz: Die moderne Berliner Feuerwehr – Fahrzeuge von 1996 bis 2011. Sutton Verlag, 2011, ISBN 978-3-86680-950-5.
  • Detlef Machmüller: Die Berliner Werkfeuerwehren 1990–2012. Sutton Verlag, 2012, ISBN 978-3-86680-984-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Firefighting in Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Wolfgang Hornung-Arnegg: Feuerwehrgeschichte. Kohlhammer, 4. Auflage. 1995, ISBN 3-17-013203-2, S. 61.
  2. Stand Dezember 2014: 3922 Stellen – Jahresbericht der Berliner Feuerwehr 2014, S. 83 – (online auf: berliner-feuerwehr.de)
  3. Jahresbericht der Berliner Feuerwehr 2014, S. 83 – (online auf: berliner-feuerwehr.de)
  4. Stand Dezember 2014: 1357 Freiwillige – Jahresbericht der Berliner Feuerwehr 2014, S. 84 – (online auf: berliner-feuerwehr.de)
  5. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 21.
  6. Wolfgang Hornung-Arnegg: Feuerwehrgeschichte. Kohlhammer, 4. Auflage. 1995, ISBN 3-17-013203-2, S. 73.
  7. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 41.
  8. Wolfgang Hornung-Arnegg: Feuerwehrgeschichte. Kohlhammer, 4. Auflage. 1995, ISBN 3-17-013203-2, S. 80.
  9. Wolfgang Hornung-Arnegg: Feuerwehrgeschichte. Kohlhammer, 4. Auflage. 1995, ISBN 3-17-013203-2, S. 85.
  10. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 68f.
  11. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 106.
  12. Wolfgang Hornung-Arnegg: Feuerwehrgeschichte. Kohlhammer, 4. Auflage. 1995, ISBN 3-17-013203-2, S. 103.
  13. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 119.
  14. Hans-Jörg Schierz: Berliner Feuerwehrfahrzeuge – Von 1960 bis heute. Walter Podzun, 1998, ISBN 3-86133-192-6, S. 138f.
  15. Hans-Jörg Schierz: Berliner Feuerwehrfahrzeuge – Von 1960 bis heute. Walter Podzun, 1998, ISBN 3-86133-192-6, S. 144f.
  16. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0.
  17. Franz-Josef Sehr: X. Feuerwehr-Olympiade 1993 in Berlin. In: Florian Hessen 9/1993. Munkelt Verlag, Wiesbaden 1993, S. 25–26. ISSN 0936-5370.
  18. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 155.
  19. Computer-GAU: Das Silvesterchaos bei der Berliner Feuerwehr. In: heise-online, 16. Juni 2000.
  20. Jürgen Kuri: Dumm gelaufen? – Anatomie eines Computer-GAUs, c’t 13/2000, S. 216 ff.
  21. Berliner Feuerwehr: Das Einsatzleitsystem IGNIS. Abgerufen am 11. April 2012.
  22. ohne Bereitstellungs- und Fehleinsätze; aus den Jahresberichten der Berliner Feuerwehr: berliner-feuerwehr.de: Jahresberichte
  23. Jahresbericht 2006 (PDF; 2,6 MB) S. 19
  24. Jahresbericht 2007 (PDF; 2,1 MB) S. 19
  25. Jahresbericht 2008 (PDF; 5,7 MB) S. 7
  26. Jahresbericht 2009 (PDF; 7,5 MB) S. 51
  27. Jahresbericht 2010 (PDF; 6,6 MB) S. 65
  28. Jahresbericht 2011 (PDF; 11,6 MB) S. 93
  29. Jahresbericht 2012 (PDF; 7,5 MB) S. 77
  30. Jahresbericht 2013 (PDF; 41,5 MB) S. 79
  31. Jahresbericht 2014 (PDF; 10,5 MB) S. 83
  32. Jahresbericht 2015 (PDF; 7,3 MB) S. 74
  33. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 61f.
  34. Helmut Raab, Manfred Gihl: Die Feuerwehr im Einsatz. SWAN, 1991, ISBN 3-89434-048-7, S. 86ff.; Der Tagesspiegel, 17. Dezember 1989.
  35. Der Orkanhimmel über Berlin. In: taz, 12. Juli 2002.
  36. Einsatz-News der Berliner Feuerwehr (Memento vom 11. Oktober 2008 im Internet Archive)
  37. Sieben Deutsche unter den Toten - Alle zwölf Todesopfer des Anschlags identifiziert. In: 24l, 24. Dezember 2016.
  38. Jahresbericht der Berliner Feuerwehr 2012, S. 78 – (online auf: berliner-feuerwehr.de)
  39. Helfen macht Spaß, auf Berliner-Feuerwehr.de, abgerufen am 5. August 2016
  40. Was ist die Freiwillige Feuerwehr Zehlendorf?, abgerufen am 5. August 2016
  41. berliner-feuerwehr.de
  42. Stand 2014: 247.409.310 Euro. Jahresbericht der Berliner Feuerwehr 2014 (online auf: berliner-feuerwehr.de)
  43. Stand: Dezember 2012, Jahresbericht 2012, S. 93 (online auf: berliner-feuerwehr.de)
  44. Berliner Feuerwehr – Berliner Feuerwehr in Zahlen 2015. In: www.berliner-feuerwehr.de. Abgerufen am 11. Juni 2016.
  45. berliner-feuerwehr.de
  46. berliner-feuerwehr.de
  47. Hans-Jörg Schierz: Berliner Feuerwehrfahrzeuge – Von 1960 bis heute. Walter Podzun, 1998, ISBN 3-86133-192-6, S. 22.
  48. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 155.
  49. LHF 16/12 Allrad (online auf: berliner-feuerwehr.de)
  50. berliner-feuerwehr.de (Memento vom 7. November 2010 im Internet Archive)
  51. http://www.berliner-feuerwehr.de/technik/fahrzeuge/rettungsdienstfahrzeuge/rettungswagen/
  52. http://www.berliner-feuerwehr.de/technik/fahrzeuge/rettungsdienstfahrzeuge/rettungswagen-i/
  53. http://www.berliner-feuerwehr.de/technik/fahrzeuge/rettungsdienstfahrzeuge/rettungswagen-s/
  54. http://www.berliner-feuerwehr.de/technik/fahrzeuge/rettungsdienstfahrzeuge/stroke-einsatz-mobil/