Berliner Feuerwehr

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Berliner Feuerwehr

Hoheitszeichen Berliner Feuerwehr
Staatliche Ebene Land
Stellung Feuerwehr
Aufsichtsbehörde Senatsverwaltung für Inneres und Sport
Gründung 1. Februar 1851
Hauptsitz BerlinBerlin Berlin
Landesbranddirektor Karsten Homrighausen
Bedienstete 4.479 (31. Dez. 2019; davon rund 4.082 im Einsatzdienst, 396 in der Verwaltung und 513 Anwärter bzw. Auszubildende.)[1]
Netzauftritt www.berliner-feuerwehr.de
Die Feuerwache Prenzlauer Berg ist die älteste noch in Betrieb befindliche Berufsfeuerwache Deutschlands

Die Berliner Feuerwehr ist die Feuerwehr der deutschen Hauptstadt Berlin. Sie wurde im Jahr 1851 von Ludwig Scabell gegründet und ist damit die älteste Berufsfeuerwehr Deutschlands.[2] Mit ihren rund 4.500 Mitarbeitern[3] und 35 Berufsfeuerwachen[4] ist sie auch die größte Berufsfeuerwehr in Deutschland.

Die Berliner Berufsfeuerwehr wird durch 58 Freiwillige Feuerwehren mit rund 1500 aktiven ehrenamtlichen Mitgliedern unterstützt.[4]

Geleitet wird die der Senatsverwaltung für Inneres und Sport unterstellte Landesbehörde seit dem 1. August 2018 durch Landesbranddirektor Karsten Homrighausen.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industrialisierung und Gründerzeit (1851–1899)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Briefmarke zum 125-jährigen Jubiläum 1976

Als Ludwig Scabell im Jahr 1851 vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. den Befehl zum Aufbau der ersten deutschen Berufsfeuerwehr erhielt und zum königlichen Branddirektor ernannt wurde,[6][7] stand Berlin unter dem Eindruck einer Reihe von verheerenden Großbränden. Die Stadt wuchs schnell, die Bebauung wurde immer enger und die Menschen lebten dicht an dicht. Ausbildung und Technik der bisherigen Feuerwehren waren unzulänglich, auch konnten die Einsatzmittel nicht mehr mit der Größe der Gebäude mithalten. Daher fasste Preußens König den Entschluss, Scabell mit der Gründung einer Berufsfeuerwehr zu beauftragen und deren Ausbildung und Ausrüstung sicherzustellen. Innerhalb kürzester Zeit wurden knapp 1.000 Männer eingestellt und ausgebildet. Gleichzeitig begann der Bau von Berufsfeuerwachen.

Im selben Jahr bekam die Stadt Berlin auch das erste elektrische Feuermeldenetz der Welt. Es wurde von Siemens & Halske installiert und verband die Zentrale in der Stadtvogtei am Molkenmarkt mit 24 Feuerwachen und allen Polizeirevieren.[2] Im Jahr 1854 konnte die erste Neubau-Feuerwache eröffnet werden, zwei Jahre später ging in Berlin ein Wasserleitungsnetz mit 1.520 Hydranten in Betrieb.

Im Jahr 1875 erreichte Scabell das Rentenalter, sein Nachfolger wurde Gustav Witte. Dieser erhielt 1879 zusammen mit dem Ingenieur und Fabrikanten Greiner das deutsche Patent der weltweit ersten Drehleiter.[8] Die Berliner Feuerwehr stellte ihre erste, von der Firma BAMAG gebaute Drehleiter 1882 auf der Hauptwache in Dienst.[9]

Jahrhundertwende, Erster Weltkrieg und Weimarer Republik (1900–1932)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1901 fand zum 50-jährigen Bestehen der Berufsfeuerwehr die Internationale Feuerschutzausstellung in Berlin statt.[10] 1906 wurde auf der Feuerwache Berlin-Grunewald als erstes Benzinauto-Löschfahrzeug in Deutschland eine Gasspritze in Dienst gestellt.[11] Im Lauf des Ersten Weltkriegs 1914 bis 1918 gab die Berliner Feuerwehr 700 Beamte an das Heer ab, wo ein Teil der eingezogenen Feuerwehrleute in den neugeschaffenen Flammenwerferregimentern eingesetzt wurde.[12]

Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berliner Feuerwehr im August 1945.

Am 15. Dezember 1933 wurde für die preußischen Berufsfeuerwehren die Bezeichnung „Feuerlöschpolizei“ eingeführt. Die Feuerwehren im gesamten Deutschen Reich wurden 1938 der Ordnungspolizei unterstellt und hießen fortan „Feuerschutzpolizei“. Bei den Novemberpogromen 1938 griff die NS-geführte Feuerschutzpolizei bis auf wenige Ausnahmen nicht ein, als die Synagogen in Brand gesteckt wurden.

Eine Stadt – zwei Feuerwehren (1946–1990)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Kriegsende waren von den ehemals 38 Berufsfeuerwehrwachen sechs unbrauchbar, und bei der Freiwilligen Feuerwehr waren von 51 Wachen drei total und zwölf teilweise zerstört.[13] Am 21. November 1948 wurde die Berliner Feuerwehr in zwei getrennte Behörden, Ost und West, geteilt.[14] In beiden Stadthälften entstanden in den 1950er Jahren die ersten Nachkriegs-Neubauwachen, Technik und Ausbildung entwickelten sich getrennt weiter. Erst 1952 wurde die Ostberliner Feuerwehr als „Organ F“ in die Volkspolizei eingegliedert.[15] Die Ostberliner Feuerwehr bekam zum Schutz der in den 1950er Jahren errichteten Stalin-Allee (heute Karl-Marx-Allee) eine „West-Drehleiter“. Die von Metz hergestellte DL 52 mit einer Rettungshöhe von über 50 Metern verfügte bereits über einen Fahrkorb, der als Aufzug genutzt werden konnte.[16] In den Tagen nach dem Mauerbau 1961 musste die West-Berliner Feuerwehr immer wieder ihre Sprungtücher aufspannen, weil Menschen aus Gebäuden auf der Demarkationslinie in die Freiheit sprangen.

1969 wurde das Rettungsamt West-Berlin in die Feuerwehr eingegliedert. Seitdem ist die (West-)Berliner Feuerwehr auch für den Rettungsdienst verantwortlich. In Ost-Berlin wurde der Rettungsdienst bis zur Wiedervereinigung unabhängig von der Feuerwehr vom Rettungsamt wahrgenommen. Ab Anfang der 1980er Jahre hatte die West-Berliner Feuerwehr immer wieder mit Einsätzen bei Maikrawallen in Berlin-Kreuzberg zu tun. Dabei wurde in der Nacht des 1. Mai 1987 ein LF 16 der Feuerwache Berlin-Kreuzberg völlig zerstört.[17]

Entwicklung seit der Wende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Löschboot „Kurt-Werner Seidel“ der Berliner Feuerwehr

Am 3. Oktober 1990, dem Tag der Deutschen Wiedervereinigung, wurde die Ost-Berliner Feuerwehr (siehe: Feuerwehr in der DDR) Landesbranddirektor Wolfgang Scholz übergeben. Zu diesem Zeitpunkt lag die Personalstärke der Berufsfeuerwehr in West-Berlin bei 3.788 und in Ost-Berlin bei 1.112.

Mitte 1992 wurde Albrecht Broemme zum Landesbranddirektor von Berlin ernannt.[18]

Vom 11. bis 17. Juli 1993 fanden im Stadion Wilmersdorf in Berlin die X. Internationalen Feuerwehrwettkämpfe des CTIF (Feuerwehrolympiade) statt. Im Programm waren traditionelle internationale Feuerwehrwettbewerbe, internationale Feuerwehrsportwettkämpfe und internationale Jugendfeuerwehrwettbewerbe.[19] Die Berliner Feuerwehr lieferte sich im Herbst 1993 in der Feuerwache Wiesbaden mit der Freiwilligen Feuerwehr Beselich-Obertiefenbach einen Wettkampf im Hakenleitersteigen für die Frank Elstner-Show Aber Hallo des Fernsehsenders RTL.

Auf Grund des höheren Verkehrsaufkommens und der zahlreichen neuen Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in den Bezirken wurde in den Jahren 1993/94 ein neues Fahrzeugkonzept erprobt: Das Lösch-Hilfeleistungsfahrzeug 16/12, kurz „City-LHF“, war 2,2 m kürzer, 20 cm schmaler und damit wendiger als die herkömmlichen LHF 16 der Berliner Feuerwehr. Nach der erfolgreichen Erprobungsphase wurden von 1994 bis 1997 41 Fahrzeuge dieses Typs beschafft.[20]

In der Neujahrsnacht 2000 kam es zu einem Totalausfall der Leitstellen-IT einschließlich Rückfallebene. Es war für mehrere Stunden keine geordnete Abarbeitung von Notrufen möglich; als Behelf wurden Einsatzfahrzeuge auf Streifenfahrten geschickt. Ein Zusammenhang mit dem sogenannten Jahr-2000-Problem bestand dabei nur am Rande.[21][22] Das betroffene Einsatzleitsystem FIS wurde im Jahr 2000 durch das modernere IGNIS und im Jahr 2017 durch dessen Nachfolger IGNIS-Plus ersetzt.[23]

Nach der Ernennung des Landesbranddirektors Broemme zum Präsidenten des Technischen Hilfswerks im Mai 2006 wurde dessen Stellvertreter Wilfried Gräfling zunächst kommissarischer Leiter der Behörde und schließlich im November 2006 neuer Landesbranddirektor von Berlin.

Gräfling schied mit Ablauf des Juli 2018 aus dem Feuerwehrdienst aus und trat in den Ruhestand. Sein Nachfolger wurde zum 1. August 2018 Karsten Homrighausen.[24]

Im Jahr 2018 kam es unter dem Schlagwort „Berlin brennt“ zu Protestaktionen der Feuerwehr vor dem Roten Rathaus und politischen Diskussionen im Senat und Abgeordnetenhaus.[25][26][27] Als Ursache werden die steigende Zahl der Einsätze, mangelhafte Ausstattung mit Fahrzeugen und Material sowie der Personalmangel identifiziert[28][27][29] – vor der Wende hatte allein West-Berlin mehr Feuerwehrleute als 2018 die gesamte Stadt.[30]

Leiter der Berliner Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtszeit Name Amtsbezeichnung
1851–1875 Ludwig Scabell Branddirektor
1875–1887 Gustav Witte Branddirektor
1887–1893 Alexander Stude Branddirektor
1893–1905 Erich Giersberg Branddirektor
1905–1922 Maximilian Reichel Oberbranddirektor
1922–1933 Walter Gempp Oberbranddirektor
1933–1943 Gustav Wagner Generalmajor d. Pol.
1943–1945 Walter Goldbach Generalmajor d. Pol.
1945–1948 Karl Feierabend Oberbranddirektor (bis 1952 Ostteil)
1949–1957 Ludwig Wissell Oberbranddirektor (West)
1952–1963 Ernst Ettrich Oberst der Feuerwehr (Ost)
1957–1968 Friedrich Kaufhold Oberbranddirektor (West)
1963–1970 Rudi Mösch Oberst der Feuerwehr (Ost)
1968–1970 Heinz Hoene Landesbranddirektor (West)
1970–1990 Horst Meier Branddirektor (Ost)
1970–1988 Kurt-Werner Seidel Landesbranddirektor (West)
1989–1992 Wolfgang Scholz Landesbranddirektor
1990 Manfred Schäfer Oberbrandrat (Ost)
1992–2006 Albrecht Broemme Landesbranddirektor
2006–2018 Wilfried Gräfling Landesbranddirektor
seit 2018 Karsten Homrighausen Landesbranddirektor

Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einsatzzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einsatzstatistik
Einsatzstatistik[31] 2004 2005 2006[32] 2007[33] 2008[34] 2009[35] 2010[36] 2011[37] 2012[38] 2013[39] 2014[40] 2015[41] 2016[42] 2017[43] 2018[44] 2019[45]
Brände 14.244
(5,40 %)
7.247
(2,82 %)
8.233
(3,02 %)
7.718
(2,34 %)
7.019
(2,41 %)
7.610
(2,78 %)
8.114
(2,66 %)
8.316
(2,66 %)
6.860
(2,16 %)
7.330
(2,21 %)
6.456
(1,80 %)
7.165
(1,83 %)
7.230
(1,80 %)
6.909
(1,72 %)
7.570
(1,63 %)
6.688

(1,41 %)

Hilfeleistungen 21.617
(8,20 %)
19.621
(7,63 %)
28.270
(10,37 %)
31.226
(9,46 %)
23.279
(8,01 %)
17.166
(6,27 %)
17.674
(5,79 %)
16.615
(5,32 %)
17.693
(5,58 %)
19.194
(5,80 %)
19.949
(5,55 %)
20.794
(5,31 %)
19.040
(4,75 %)
22.426
(5,59 %)
13.925
(3,00 %)
18.818

(3,98 %)

Rettungsdienst 227.875
(86,40 %)
230.389
(89,56 %)
236.138
(86,61 %)
291.205
(88,20 %)
260.415
(89,58 %)
248.957
(90,95 %)
279.599
(91,56 %)
287.506
(92,02 %)
292.464
(92,25 %)
304.483
(91,99 %)
333.199
(92,66 %)
363.599
(92,86 %)
374.942
(93,45 %)
371.915
(92,68 %)
390.409
(94,14 %)
378.658
(80,06 %)
Erkundungen 68.829

(14,56 %)

Gesamt (ohne Falschalarme und Bereitstellung) 263.736 257.257 272.641 330.149 290.713 273.733 305.387 312.437 317.017 331.007 359.604 391.558 401.212 401.250 411.904 472.993

Besondere Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DLK der Berliner Feuerwehr im Einsatz
  • 26. September 1908 – Zwei Hochbahn-Züge stoßen am Gleisdreieck zusammen – 18 Tote[46]
  • 27./28. Februar 1933 – Reichstagsbrand
  • 21. Mai 1980 – Teileinsturz der Kongresshalle
  • 1983 – Anschlag auf das Maison de France
  • 5. April 1986 – Anschlag auf die Diskothek La Belle – drei Tote
  • 16.–21. Dezember 1989 – Der Brand eines Gebäudes mit drei Hotel-Pensionen am Kurfürstendamm/Ecke Wielandstraße weitet sich zum größten Hotelbrand der deutschen Nachkriegsgeschichte aus – acht Tote[47]
  • 1989/90 – Einsturz einer Videowand bei der Silvesterfeier am Brandenburger Tor
  • 26./27. Oktober 1994 – Brand am Dach des Deutschen Domes
  • 4. August 1998 – schwere Gasexplosion in der Lepsiusstraße
  • 8. Juli 2000 – Brand im U-Bahnhof Deutsche Oper. 350 Personen müssen durch einen Tunnel evakuiert werden.
  • 10. Juli 2002 – Orkan „Anita“ – schlimmstes Unwetter seit 30 Jahren – 7 Tote und 39 Verletzte[48]
  • 18./19. Januar 2007 – Orkan „Kyrill“ – u. a. Schäden an der Fassade des neuen Hauptbahnhofs – insgesamt 1001 Einsätze[49]
  • 19. Dezember 2016 – Anschlag am Breitscheidplatz – Lkw rast in Weihnachtsmarkt – 12 Tote und 53 Verletzte[50]
  • 19./20. Februar 2019 – 36 stündiger Stromausfall im Südosten Berlins, Evakuierung von zwei Krankenhäusern, Menschen aus Pflegeeinrichtungen und aus Fahrstühlen. Aufrechterhaltung der Notfallversorgung durch mobile Feuerwachen in Zusammenarbeit mit Polizei, Roten Kreuz und Katastrophenschutz.[51]
  • 10./11. Mai 2020 – Mehrere Lagerhallen in Tegel brennen, die Berliner Feuerwehr war mit über 300 Personen im Einsatz. Das Feuer war erst nach rund 19 Stunden unter Kontrolle, nach 21 Stunden konnten die letzten Kräfte abrücken.[52][53]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NAW der Berliner Feuerwehr in altem Design

Die Berliner Feuerwehr hat gemäß § 3 Feuerwehrgesetz (FwG) Berlin den Auftrag für die Brandbekämpfung, die Gefahrenabwehr, den vorbeugenden Brandschutz, den Katastrophenschutz und den Rettungsdienst. Im Zuständigkeitsgebiet der Berliner Feuerwehr gibt es außerdem die Flughafenfeuerwehr Tegel, drei Werkfeuerwehren und drei Betriebsfeuerwehren. Diese privaten Feuerwehren stehen in engem fachlichen Kontakt zur Berliner Feuerwehr und werden, mit Ausnahme der Betriebsfeuerwehren, bei besonderen Einsätzen hinzualarmiert. Das Feuerwehrmuseum Berlin in Berlin-Tegel zeigt in einer Ausstellung die Geschichte der Berliner Feuerwehr. Die Aus- und Fortbildung ist in der Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienst-Akademie in Reinickendorf konzentriert.

Die Freiwilligen Feuerwehren der Berliner Feuerwehr sind Mitglieder im Landesfeuerwehrverband Berlin (LFV). Der LFV Berlin ist Mitglied des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) mit Sitz in Berlin.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Berliner Feuerwehr verfügt über insgesamt 35 Berufsfeuerwachen, 18 NEF-Stationen, 58 Freiwillige Feuerwehren und 47 Jugendfeuerwehren.[54]

Die urbanen Teile Berlins mit hoher Bevölkerungsdichte sind von Berufsfeuerwachen abgedeckt, die rund um die Uhr besetzt sind. Ihre Einsatzkräfte arbeiten im 12-Stunden-Schichtdienst. Einige Berufsfeuerwachen haben zusätzlich Freiwillige Feuerwehren (Typ B) im Haus, die bei Bedarf unterstützend tätig werden. In den Außenbezirken verfügen die Freiwilligen Feuerwehren (Typ A) über eigene Ausrückbereiche, in denen sie die Erstzuständigkeit bei Einsätzen haben.[55]

Die Fahrzeuge, technische Ausrüstung und Schutzkleidung der Freiwilligen Feuerwehren entsprechen denen der Berufsfeuerwehr.[56]

Behördenstruktur der Berliner Feuerwehr:[57]

Im Rahmen der Vorstellung des Projekts 2020 wurde am 18. November 2019 bekannt gegeben, dass die Berliner Feuerwehr in der ersten Jahreshälfte 2020 neu strukturiert wird und das seit 20 Jahren genutzte Direktionenmodell wieder abschafft. Die bisherigen Direktionen und Service-Einheiten sollen dann durch neue Abteilungen ersetzt werden.[58]

Feuerwachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wache Wachtyp Wachnummer Direktion Personalstärke (Tag / Nacht) Adresse
Feuerwache Buckow BF 5200 Süd 11 / 9 Johannisthaler Chaussee 222

12351 Berlin

Feuerwache Charlottenburg-Nord 3600 West 15 / 13 Nikolaus-Groß-Weg 2

13627 Berlin

Feuerwache Friedrichshain 1200 Süd 12 / 10 Rüdersdorfer Str. 56

10243 Berlin

Feuerwache Hellersdorf 6200 Nord 11 / 9 Kummerower Ring 80

12621 Berlin

Feuerwache Hermsdorf 2300 Nord 10 / 10 Heinsestr. 24

13467 Berlin

Feuerwache Karlshorst 6500 Nord 10 / 8 Dönhoffstraße 31

10318 Berlin

Feuerwache Köpenick 5400 Süd 17 / 17 Grünauer Str. 140

12557 Berlin

Feuerwache Kreuzberg 1600 Süd 10 / 10 Wiener Str. 64

10999 Berlin

Feuerwache Lichtenberg 6400 Nord 11 / 9 Josef-Orlopp-Straße 69

10365 Berlin

Feuerwache Lichterfelde 4600 West 10 / 10 Goethestr. 7

12207 Berlin

Feuerwache Marienfelde 4700 Süd 12 / 10 Wilhelm-von-Siemens-Str. 15

12277 Berlin

Feuerwache Marzahn 6100 Nord 21 / 19 Märkische Allee 181

12681 Berlin

Feuerwache Moabit 1400 West 10 / 10 Jagowstr. 31–34

10555 Berlin

Feuerwache Neukölln 5100 Süd 17 / 17 Kirchhofstr. 20

12051 Berlin

Feuerwache Pankow 2600 Nord 18 / 16 Pasewalker Str. 120

13127 Berlin

Feuerwache Prenzlauer Berg 1300 Nord 18 / 16 Oderberger Str. 24

10435 Berlin

Feuerwache Ranke 3500 West 12 / 12 Rankestr. 10

10789 Berlin

Feuerwache Schillerpark 2100 West 17 / 15 Edinburgerstr. 7

13349 Berlin

Feuerwache Schöneberg 4400 Süd 11 / 9 Feurigstr. 58

10827 Berlin

Feuerwache Spandau-Nord 3100 West 18 / 18 Triftstr. 8–9

13585 Berlin

Feuerwache Spandau-Süd 3200 West 21 / 19 Betckestr. 13

13595 Berlin

Feuerwache Steglitz 4200 West 10 / 10 Südendstr. 18 A

12169 Berlin

Feuerwache Suarez 3300 West 12 / 10 Suarezstr. 9

14057 Berlin

Feuerwache Tegel 2400 Nord 11 / 9 Berliner Str. 16

13507 Berlin

Feuerwache Tempelhof 4300 Süd 18 / 16 Borussiastr. 16–17

12103 Berlin

Feuerwache Tiergarten 1700 West 10 / 10 Elisabeth-Abegg-Str. 2

10557 Berlin

Feuerwache Treptow 5300 Süd 22 / 22 Groß-Berliner Damm 18

12487 Berlin

Feuerwache Urban 1500 Süd 14 / 14 Wilmsstr. 19

10961 Berlin

Feuerwache Wannsee 4500 West 10 / 8 Kronprinzessinnenweg 20

14109 Berlin

Feuerwache Wedding 2500 West 10 / 10 Reinickendorfer Str. 15 a

13347 Berlin

Feuerwache Weißensee 6300 Nord 20 / 20 Parkstraße 38–39

13086 Berlin

Feuerwache Wilmersdorf 3400 West 10 / 8 Gasteiner Str. 19–20

10717 Berlin

Feuerwache Wittenau 2200 Nord 13 / 13 Roedernallee 55

13437 Berlin

Feuerwache Zehlendorf 4100 West 19 / 19 Charlottenburger Str. 10–12

14169 Berlin

Lehrrettungswache Mitte 1100 West 20 / 18 Voltairestraße 2

10179 Berlin

Technischer Dienst II 6139 ZS FG* 11 / 11 Märkische Allee 181

12681 Berlin

Technischer Dienst I 3639 ZS FG* 21 / 21 Nikolaus-Groß-Weg 2

13627 Berlin

Fernmeldeeinsatzdienst 3649 ZS IT** 6 / 6 Nikolaus-Groß-Weg 2

13627 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Mitte B 1110 West Linienstraße 128 – 129

10115 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Friedrichshain B 1201 Süd Rüdersdorfer Straße 57

10243 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Adlershof A 5310 Süd Selchowstr. 3–4

12489 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Altglienicke A+B 5330 Süd Semmelweisstraße 87

12524 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Biesdorf B 6120 Nord Alt-Biesdorf 58

12683 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Blankenburg A 6360 Nord Alt-Blankenburg 9

13129 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Blankenfelde A 2630 Nord Hauptstr. 14

13159 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Bohnsdorf A 5320 Süd Waltersdorfer Str. 107

12526 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Buch A 2710 Nord Pölnitzweg 3

13125 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Buchholz A 2620 Nord Gravensteinstr. 10

13127 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Charlottenburg-Nord B 3601 West Paulsternstr. 34

13629 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Falkenberg B 6320 Nord Hausvaterweg 16

13057 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Friedrichshagen A 5410 Süd Müggelseedamm 178

12587 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Frohnau A 2320 Nord Remstaler Str. 9

13465 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Gatow A 3210 West Gatower Str. 333

14089 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Grünau A 5470 Süd Schlierseestr. 10

12527 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Heiligensee A 2410 Nord Alt-Heiligensee 68

13503 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Heinersdorf A 6370 Nord Romain-Rolland-Str. 105–107

13089 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Hellersdorf A 6230 Nord Hellersdorfer Straße 147

12619 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Hermsdorf B 2301 Nord Heinsestr. 24

13467 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Hohenschönhausen A 6310 Nord Ferdinand-Schultze-Str. 128

13055 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Karlshorst A[59] 6501 Nord Dönhoffstraße 31

10318 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Karow A 2720 Nord Alt-Karow 10/11

13125 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Kaulsdorf A 6210 Nord Mädewalder Weg 21

12621 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Kladow A 3220 West Kladower Damm 367

14089 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Köpenick B 5401 Süd Grünauer Str. 140

12557 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Kreuzberg B 1601 Süd Wiener Straße 64

10999 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Lichtenberg B 6401 Nord Josef-Orlopp-Straße 69

10365 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Lichtenrade A 4710 Süd Im Domstift 22

12309 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Lichterfelde B 4601 West Goethestraße 7

12207 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Mahlsdorf A 6220 Nord Donizettistr. 4

12623 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Marienfelde B 4701 Süd Wilhelm-von-Siemens-Str. 15

12277 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Marzahn B 6110 Nord Blenheimstr. 67

12685 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Moabit B 1401 West Jagowstr. 31–34

10555 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Müggelheim A 5440 Süd Krampenburger Weg 1

12559 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Neukölln B 5101 Süd Kirchhofstr. 20

12051 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Niederschönhausen A 2610 Nord Blankenburger Str. 19

13156 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Oberschöneweide A 5340 Süd Siemensstr. 22

12459 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Pankow A 2650 Nord Stiftsweg 1 a

13187 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Prenzlauer Berg B 1310 Nord Schieritzstraße 24

10409 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Rauchfangswerder A 5460 Süd Schmöckwitzer Damm 60

12527 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Rudow A 5210 Süd Alt-Rudow 67

12355 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Schmöckwitz A 5450 Süd Adlergestell 786

12527 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Schöneberg B 4401 Süd Feurigstr. 58

10827 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Spandau-Nord B 3101 West Triftstr. 8–9

13585 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Staaken A 3110 West Hackbuschstr. 65

13591 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Suarez B 3301 West Suarezstr. 9

14057 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Tegel B 2401 Nord Berliner Str. 16

13507 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Tegelort A 2420 Nord Friederikestr. 19

13505 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Treptow B 5301 Süd Groß-Berliner Damm 18

12487 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Urban B 1501 Süd Wilmsstr. 19

10961 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Wartenberg-Malchow A+B 6330 Nord Dorfstraße 4

13059 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Wedding B 2501 West Reinickendorfer Str. 15 a

13347 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Weißensee B 6301 Nord Parkstraße 38–39

13086 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Wilhelmshagen A 5430 Süd Frankenbergstraße 23

12589 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Wilhelmsruh A 2640 Nord Edelweißstr. 35

13158 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Wittenau B 2201 Nord Roedernallee 55

13437 Berlin

Freiwillige Feuerwehr Zehlendorf B 4101 West Charlottenburger Str. 10–12

14169 Berlin

*Zentraler Service Fahrzeuge und Geräte

**Zentraler Service Informationstechnik

Das größte Gelände der Berliner Feuerwehr befindet sich am Nikolaus-Groß-Weg im Stadtteil Charlottenburg-Nord. Neben der normalen Feuerwache ist hier außerdem der Technische Dienst I mit diversen Sonderfahrzeugen stationiert. Ebenfalls befinden sich an diesem Standort die Leitstelle, die Zentralwerkstatt, die Kleiderkammer, die IT-Abteilung mit Fernmeldeeinsatzdienst sowie die Büros der Direktion West.

Budget[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Berliner Feuerwehr verfügt über einen Jahreshaushalt von rund 247 Millionen Euro einschließlich Personalkosten und Investitionen.[60] Etwa 83 Prozent der rund 400.000 Einsätze pro Jahr entfallen auf den Rettungsdienst, fünf Prozent auf technische Hilfeleistungen und nur zwei Prozent auf die Brandbekämpfung. Dazu kommen noch einmal ca. 40.000 Erkundungen und Fehleinsätze (ca. 10 %).

Spezialeinheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Technischer Dienst I und II (Rüstgruppe, Tauchgruppe, Atemschutzgruppe, Umweltschutzgruppe, Schaumgruppe), stationiert an den Standorten Charlottenburg-Nord und Marzahn
  • Fernmeldeeinsatzdienst für die Entstörung der IT-Systeme außerhalb der regulären Büroarbeitszeit der IT-Fachabteilungen, Besetzung eines ELW 2 zur Führungsunterstützung sowie Betrieb einer Einsatzdrohne(stationiert am Standort Nikolaus-Groß-Weg beim Zentralen Service Informationstechnik)
  • Höhenrettungsdienst (stationiert auf der Berufsfeuerwache Marzahn)
  • Fachgruppe Pyrotechnik (Schadensdarstellungen mit oder ohne pyrotechnische Mittel, Öffentlichkeitsarbeit, Prävention und Beratung; stationiert auf der Berufsfeuerwache Marzahn)
  • Musikzug der Berliner Feuerwehr e. V.

Ausrüstung und Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TLF 24/40 mit Sonderausstattung
Löschboot III der Berliner Feuerwehr

Die Berliner Feuerwehr verfügt über einen Fahrzeugbestand von insgesamt 920 Fahrzeugen.[61] Darunter sind unter anderem 194 Löschfahrzeuge (LHF/LF), 42 Drehleitern (DLK), 232 Rettungswagen (RTW) und andere Rettungsdienstfahrzeuge, 42 Abrollbehälter (AB), 82 Anhänger und zwei Löschboote.[62]

Neben den Drehleitern steht der Berliner Feuerwehr auch ein Teleskopmastfahrzeug zur Verfügung. Der Feuerwehrteleskopmast TM 50 der Firmen Metz Aerials/WUMAG auf MAN-TGA-Fahrgestell wird zur Menschenrettung und zur Brandbekämpfung in großen Höhen eingesetzt. Erreicht wird eine Arbeitshöhe von bis zu 50 Metern.[63]

Unter anderem zur Sicherung des 2,4 km langen Tunnels Tiergarten Spreebogen (TTS) und der Stadtautobahn wurde das Tanklöschfahrzeug (TLF) 24/40 mit Sonderausstattung angeschafft. Alle Plätze der Staffelkabine sind mit Atemschutzgeräten ausgestattet. Zusätzlich können seitlich Lüfter ausgeklappt werden. Das TLF 24/40 verfügt über einen Vorrat von 4.000 l Löschwasser und 400 l Schaummittelkonzentrat. Das Fahrzeug wird auch bei Flächen- und Waldbränden eingesetzt.[64]

Sei dem 30. Juli 2020 erprobt die Berliner Feuerwehr vier Einsatzdrohnen, die mit Wärmebildkameras zum Aufspüren von Brandherden und Glutnestern ausgestattet sind. Bereits am Nachmittags desselben Tages wurden diese beim Brand eines Dachgeschosses erstmals real eingesetzt.[65][66]

Berliner Konzept: Das Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug (LHF) ist ein spezielles Fahrzeugkonzept der Berliner Feuerwehr. Es handelt sich dabei um Fahrzeuge, die sowohl zur Brandbekämpfung als auch zur technischen Hilfeleistung eingesetzt werden können. Ihre Beladung ähnelt stark der von Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugen, sie sind jedoch kürzer und deshalb wendiger.

LHF 16/16[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste LHF wurde Anfang 1983 bei der Berliner Feuerwehr in Dienst gestellt. Gegenüber den damals üblichen Löschgruppenfahrzeugen und Tanklöschfahrzeugen ist das LHF umfangreicher mit Geräten zur technischen Hilfeleistung ausgestattet. Es sollte ein Allround-Fahrzeug für Brandbekämpfung und Hilfeleistung sein, das mit einer Staffel von sechs Mann auch autark agieren kann.[67]

Das Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug 16/16 verfügt über eine Feuerlöschpumpe mit einer Leistung von 1.600 l/min bei 8 bar, einen Löschwasser-Behälter mit 1.600 l und einen festinstallierten Schaummittel-Behälter mit 400 l Löschschaum. Zur technischen Hilfeleistung ist das Fahrzeug mit einem hydraulischen Rettungssatz bestehend aus Rettungsschere, Spreizer und Rettungszylinder mit zusätzlicher Handpumpe ausgestattet.

LHF 16/12 City[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LHF 16/12 der Berliner Feuerwehr in altem Design

Das LHF 16/12 City wird seit 1994 bei der Berliner Feuerwehr eingesetzt. Gegenüber dem Vorgänger ist es in der Länge um 2,2 m und in der Breite um 20 cm geschrumpft, was eine bessere Wendigkeit im Straßenverkehr bedeutet.[68]

Das LHF 16/12 hat ebenfalls eine Feuerlöschpumpe mit einer Leistung von 1.600 l/min bei 8 bar. Der Löschwasser-Behälter beinhaltet nur noch 1.200 l Wasser, der festinstallierte Schaummittel-Behälter noch 100 l Löschschaum. Zur technischen Hilfeleistung ist das Fahrzeug wie sein Vorgänger mit tragbarem Stromaggregat und Rettungssätzen ausgestattet. Das LHF 16/12 gibt es auch als Allrad-Variante.[69]

LHF 20/12[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Anfang 2007 ist eine neue LHF-Generation im Einsatz, welche mit Druckluftschaumanlagen (DLS engl. CAFS) ausgerüstet ist.

Das LHF 20/12 verfügt über eine Feuerlöschpumpe mit einer Leistung von 2.000 l/min bei 10 bar, 1.200 l Löschwasser, 100 l Löschschaum und eine DLS-Anlage (CAFS 1000 bzw. 1200). Zur technischen Hilfeleistung ist das Fahrzeug mit einem hydraulischen Rettungssatz ausgestattet. Das Fahrzeug ist mit einem Automatikgetriebe und einer Rückfahrkamera ausgerüstet.

LHF 20/8[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aus Mitteln des Konjunkturpaketes beschafften LHF 20/8 gehören zu den neusten Fahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehren Berlins. Dieser Typ wurde nur für die Freiwilligen-Abteilungen beschafft und nicht für die Berufsfeuerwehr. Das LHF 20/8 baut auf einem Mercedes Atego mit Allradantrieb auf und verfügt über einen 800-Liter-Wassertank (Eingebaut ist ein 1000-Liter-Wassertank). Der Aufbau stammt von Rosenbauer. Die Besatzung beträgt 1:8. Die Pumpen fördern 2000 Liter/min bei 10 bar.[70]

LHF 10/5[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 konnten zwei LHF 10/5 als Ersatz für die in die Jahre gekommenen LHF-K beschafft werden. Die Fahrzeuge sind die kleinsten LHF in Berlin. Sie sind wie die LHF 20/8 nur für die Freiwilligen Feuerwehren beschafft worden, weil die Platzverhältnisse kein größeres LHF zuließen (Brücken, zu kleine Feuerwehrhäuser). Allerdings steckt in den Fahrzeugen fast dieselbe Ausrüstung wie in den größeren Löschfahrzeugen. Als Fahrgestell wählte man ein Mercedes-Benz Vario 818D mit einem Aufbau von Rosenbauer (Compactline) aus. Stationiert wurden die Fahrzeuge in Rauchfangswerder und Wilhelmshagen. Der Löschwasserinhalt beträgt 500 Liter Wasser. Als Pumpe hat das Fahrzeug eine TS (10/1000).

eLHF[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2020 wurde das weltweit erste elektrobetriebene Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeug (eLHF) bei der Berliner Feuerwehr zur Erprobung in Dienst gestellt. Es resultiert aus einem Projekt des Programms für Nachhaltige Entwicklung (BENE 1213-B4-N), welches aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert wird. Das eLHF soll bei seinen Einsatzfahrten und der gesamten Löschtechnik rein elektrisch betrieben werden und wird während der Bereitschaftszeiten auf der Feuerwache, bei Bedarf aber auch direkt an Einsatzstellen, über ein Schnellladesystem geladen. Um Höchstansprüche zu testen, wird das neue Fahrzeug auf den stark frequentierten Innenstadtwachen Schöneberg und Suarez sowie auf der Lehrrettungswache in Mitte eingesetzt. Die Probephase dauert bis 2022.[71]

Rettungswagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

RTW der Berliner Feuerwehr in altem Design
Stroke Einsatzmobil der Berliner Feuerwehr in aktuellem Corporate Design (sich von unten nach oben verjüngender Bogen und aktuelles Logo)

Die Berliner Feuerwehr ist für den Rettungsdienst der Stadt zuständig; die überwiegende Mehrheit der jährlich absolvierten Einsätze sind Rettungseinsätze. Bei der Berliner Feuerwehr kommen als Rettungswagen hauptsächlich Fahrzeuge des Typs Mercedes-Benz Sprinter mit Kofferaufbau zum Einsatz[72]. Diese Bauweise, bei der der Koffer vom Fahrgestell gelöst werden kann, ermöglicht einen separaten Austausch von Koffer oder Fahrgestell nach einem Unfall oder bei technischem Defekt. So ist nicht das komplette Fahrzeug durch den Werkstattaufenthalt lahmgelegt, sondern nur das jeweils beschädigte Teil.

Darüber hinaus gibt es Rettungswagen I für Patienten mit hochansteckenden Krankheiten[73], den Rettungswagen S für den Transport überschwerer Notfallpatienten[74] und das Stroke-Einsatz-Mobil (STEMO) für Schlaganfallpatienten[75].

Sobald 90 Prozent der Rettungswagen in Berlin im Einsatz sind, ruft die Leitstelle den „Ausnahmezustand Rettungsdienst“ aus und disponiert Feuerwehrleute von Löschfahrzeugen auf Rettungswagen.[26] Im Jahr 2018 geschah dies 41 Mal, was zu verzögerten Eintreffzeiten führte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Strumpf: Die Berliner Feuerwehr. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. EFB-Verlagsgesellschaft, 1987, ISBN 3-88776-036-0.
  • Detlef Machmüller: Berlin und seine Feuerwehren. Verlag Technik, Berlin/ München 1992, ISBN 3-341-01065-3.
  • Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra Verlag, 1996, ISBN 3-930863-20-0.
  • Hans-Jörg Schierz: Berliner Feuerwehrfahrzeuge von 1960 bis heute. Walter Podzun, 1998, ISBN 3-86133-192-6.
  • Lothar Wackermann: Die Berliner Feuerwehr: Ihre Organisation und Entwicklung in der geteilten Stadt von 1945–1980. 1. Auflage. 2004, dissertation.de, ISBN 3-89825-776-2.
  • Klaus König: Feuer und Flamme – Berlin 1993. Stiftung zur Förderung des Feuerwehrwesens Berlin. 1993
  • Hans-Jörg Schierz: Die moderne Berliner Feuerwehr – Fahrzeuge von 1996 bis 2011. Sutton Verlag, 2011, ISBN 978-3-86680-950-5.
  • Detlef Machmüller: Die Berliner Werkfeuerwehren 1990–2012. Sutton Verlag, 2012, ISBN 978-3-86680-984-0.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Firefighting in Berlin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 52° 31′ 1,1″ N, 13° 24′ 54,6″ O

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berliner Feuerwehr in Zahlen 2019. berliner-feuerwehr.de, abgerufen am 30. Januar 2019.
  2. a b Wolfgang Hornung-Arnegg: Feuerwehrgeschichte. Kohlhammer, 4. Auflage. 1995, ISBN 3-17-013203-2, S. 61.
  3. Stand Dezember 2019: (online auf: berliner-feuerwehr.de)
  4. a b Berliner Feuerwehr in Zahlen 2019
  5. Dr. Karsten Homrighausen zum neuen Landesbranddirektor ernannt, Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Senatskanzlei, abgerufen am 31. Juli 2018
  6. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 21.
  7. Berliner Feuerwehr: Gründung der Berliner Feuerwehr 1851 bis 1945. In: Berliner-Feuerwehr.de. Land Berlin, abgerufen am 18. Februar 2019.
  8. Wolfgang Hornung-Arnegg: Feuerwehrgeschichte. Kohlhammer, 4. Auflage. 1995, ISBN 3-17-013203-2, S. 73.
  9. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 41.
  10. Wolfgang Hornung-Arnegg: Feuerwehrgeschichte. Kohlhammer, 4. Auflage. 1995, ISBN 3-17-013203-2, S. 80.
  11. Wolfgang Hornung-Arnegg: Feuerwehrgeschichte. Kohlhammer, 4. Auflage. 1995, ISBN 3-17-013203-2, S. 85.
  12. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 68f.
  13. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 106.
  14. Wolfgang Hornung-Arnegg: Feuerwehrgeschichte. 4. Auflage. Kohlhammer, 1995, ISBN 3-17-013203-2, S. 103.
  15. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 119.
  16. Hans-Jörg Schierz: Berliner Feuerwehrfahrzeuge – Von 1960 bis heute. Walter Podzun, 1998, ISBN 3-86133-192-6, S. 138 f.
  17. Hans-Jörg Schierz: Berliner Feuerwehrfahrzeuge – Von 1960 bis heute. Walter Podzun, 1998, ISBN 3-86133-192-6, S. 144 f.
  18. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0.
  19. Franz-Josef Sehr: X. Feuerwehr-Olympiade 1993 in Berlin. In: Florian Hessen 9/1993. Munkelt Verlag, Wiesbaden 1993, S. 25–26. ISSN 0936-5370.
  20. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 155.
  21. Computer-GAU: Das Silvesterchaos bei der Berliner Feuerwehr. In: heise-online, 16. Juni 2000.
  22. Jürgen Kuri: Dumm gelaufen? – Anatomie eines Computer-GAUs, c’t 13/2000, S. 216 ff.
  23. Berliner Feuerwehr: Einführung von IGNIS-Plus. Abgerufen am 3. April 2018
  24. Dr. Karsten Homrighausen zum neuen Landesbranddirektor ernannt, Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Senatskanzlei, abgerufen am 31. Juli 2018
  25. Abgeordnetenhaus von Berlin, 18. Wahlperiode: Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Burkard Dregger (CDU) vom 28. Februar 2019 zum Thema: Ausnahmezustand Rettungsdienst bei der Berliner Feuerwehr. Drucksache 18 / 18 072.
  26. a b Protestaktion „Berlin brennt“ Die Berliner Feuerwehr ist im Ausnahmezustand. In: Der Tagesspiegel, 3. April 2018.
  27. a b Senat will Belastungsspitzen im Rettungsdienst verringern. Ärzte Zeitung, 25. April 2019.
  28. Andreas Kopietz, Alexander Schmalz: Personalmangel: Die Berliner Feuerwehr verhängt immer häufiger den Ausnahmezustand. In: Berliner Zeitung, 23. Februar 2018.
  29. Berliner Feuerwehr: Feuerwehr braucht Hilfe. In: die tageszeitung, 15. Oktober 2018.
  30. Seit über 30 Jahren im Dienst: „Permanent Ausnahmezustand“ – Feuerwehrmann packt aus. In: Berliner Zeitung, 23. Mai 2018.
  31. ohne Bereitstellungs- und Fehleinsätze; aus den Jahresberichten der Berliner Feuerwehr: berliner-feuerwehr.de: Jahresberichte
  32. Jahresbericht 2006 (PDF; 2,6 MB) S. 19
  33. Jahresbericht 2007 (PDF; 2,1 MB) S. 19
  34. Jahresbericht 2008 (PDF; 5,7 MB) S. 7
  35. Jahresbericht 2009 (PDF; 7,5 MB) S. 51
  36. Jahresbericht 2010 (PDF; 6,6 MB) S. 65
  37. Jahresbericht 2011 (PDF; 11,6 MB) S. 93
  38. Jahresbericht 2012 (PDF; 7,5 MB) S. 77
  39. Jahresbericht 2013 (PDF; 41,5 MB) S. 79
  40. Jahresbericht 2014 (PDF; 10,5 MB) S. 83
  41. Jahresbericht 2015 (PDF; 7,3 MB) S. 74
  42. Jahresbericht 2016 (PDF; 9,4 MB) S. 81
  43. Jahresbericht 2017 (PDF; 9,4 MB) S. 81
  44. Jahresbericht 2018. S. 126, abgerufen am 27. Juli 2019.
  45. Jahresbericht Berliner Feuerwehr 2019. Berliner Feuerwehr, S. 123, abgerufen am 18. September 2020.
  46. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 61f.
  47. Helmut Raab, Manfred Gihl: Die Feuerwehr im Einsatz. SWAN, 1991, ISBN 3-89434-048-7, S. 86ff.; Der Tagesspiegel, 17. Dezember 1989.
  48. Der Orkanhimmel über Berlin. In: taz, 12. Juli 2002.
  49. Einsatz-News der Berliner Feuerwehr (Memento vom 11. Oktober 2008 im Internet Archive)
  50. Sieben Deutsche unter den Toten - Alle zwölf Todesopfer des Anschlags identifiziert. In: 24l, 24. Dezember 2016.
  51. www.tagesspiegel.de abgerufen am 29. Okt. 2019
  52. morgenpost.de abgerufen am 21. Mai 2020
  53. rbb24 abgerufen am 21. Mai 2020
  54. Jahresbericht der Berliner Feuerwehr 2012, S. 78 – (online auf: berliner-feuerwehr.de)
  55. Helfen macht Spaß, auf Berliner-Feuerwehr.de, abgerufen am 5. August 2016
  56. Was ist die Freiwillige Feuerwehr Zehlendorf? (Memento vom 4. Februar 2016 im Internet Archive), abgerufen am 5. August 2016
  57. Berliner Feuerwehr – Behördenstruktur
  58. Projekt 2020 – Berliner Feuerwehr fit machen für die Zukunft. In: Website der Senatsverwaltung für Inneres und Sport des Landes Berlin. 18. November 2019, abgerufen am 28. März 2020.
  59. Berliner Feuerwehr. Freiwillige Feuerwehr Karlshorst. https://www.berliner-feuerwehr.de/ueber-uns/standorte/freiwillige-feuerwehr/ff-karlshorst-6501/, zuletzt abgerufen am 6. Juli 2020
  60. Stand 2014: 247.409.310 Euro. Jahresbericht der Berliner Feuerwehr 2014 (online auf: berliner-feuerwehr.de)
  61. Stand: Dezember 2018 Berliner Feuerwehr in Zahlen 2017
  62. Berliner Feuerwehr – Berliner Feuerwehr in Zahlen 2015. (Nicht mehr online verfügbar.) In: www.berliner-feuerwehr.de. Archiviert vom Original am 11. Juni 2016; abgerufen am 11. Juni 2016.
  63. Berliner Feuerwehr – Feuerwehrteleskopmast
  64. berliner-feuerwehr.de (Memento vom 4. Januar 2016 im Internet Archive)
  65. Berliner Feuerwehr startet Probebetrieb von Einsatzdrohnen. In: Website der Berliner Feuerwehr. 30. Juli 2020, abgerufen am 31. Juli 2020.
  66. Wohnungsbrand im ausgebauten Dachgeschoss. In: Website der Berliner Feuerwehr. 30. Juli 2020, abgerufen am 31. Juli 2020.
  67. Hans-Jörg Schierz: Berliner Feuerwehrfahrzeuge – Von 1960 bis heute. Walter Podzun, 1998, ISBN 3-86133-192-6, S. 22.
  68. Eckart Lottmann: Berliner Feuerwehr – Auf der Drehleiter der Geschichte. be.bra, 1996, ISBN 3-930863-20-0, S. 155.
  69. LHF 16/12 Allrad (online auf: berliner-feuerwehr.de)
  70. Berliner Feuerwehr – LHF 20/8 Allrad
  71. Mit dem eLHF modern und umweltfreundlich in die Zukunft. In: Website der Berliner Feuerwehr. 28. September 2020, abgerufen am 29. September 2020.
  72. http://www.berliner-feuerwehr.de/technik/fahrzeuge/rettungsdienstfahrzeuge/rettungswagen/
  73. http://www.berliner-feuerwehr.de/technik/fahrzeuge/rettungsdienstfahrzeuge/rettungswagen-i/
  74. http://www.berliner-feuerwehr.de/technik/fahrzeuge/rettungsdienstfahrzeuge/rettungswagen-s/
  75. http://www.berliner-feuerwehr.de/technik/fahrzeuge/rettungsdienstfahrzeuge/stroke-einsatz-mobil/