Henning Ritter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Henning Ritter (* 20. Juli 1943 in Seiffersdorf, Schlesien; † 23. Juni 2013 in Berlin) war ein deutscher Journalist, Schriftsteller und Übersetzer, der lange Zeit verantwortlicher Redakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung war. Henning Ritter war der Sohn des Philosophen Joachim Ritter.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ritter besuchte das altsprachliche Schillergymnasium Münster und studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Klassische Philologie in Marburg, Heidelberg und Berlin. Nach dem Studium war er als Verlagsmitarbeiter, Übersetzer und Autor tätig. Er gab zwei Buchreihen im Hanser Verlag heraus und edierte unter anderem eine zweibändige Ausgabe der Schriften von Jean-Jacques Rousseau. Von 1985 bis zu seiner Pensionierung 2008 war er bei der FAZ verantwortlich für die Rubrik „Geisteswissenschaften“; später war er Autor für die Süddeutsche Zeitung. Er wohnte nach vielen Jahren in der Wetterau (Hessen) in Berlin und war ein „langjähriger Vertrauter“ von Carl Schmitt und Jacob Taubes.[1] Für Taubes arbeitete er an der FU Berlin als studentischer Tutor, Schmitt wird als sein „väterlicher Freund von früh an“ bezeichnet.[2] Nach eigener Aussage war er "viele Jahre lang mit Jacob Taubes befreundet gewesen".[3] Seit Beginn seines Ruhestandes wohnte er in Berlin. Der Salon Kufsteiner Straße der Eheleute Christiane und Lothar Pues in Berlin, in dem sich Intellektuelle versammeln, wäre ohne die Initiative von Henning Ritter nicht entstanden.
Ritters Denken war von der Philosophie Isaiah Berlins geprägt: „Isaiah Berlin gehört zu denen, die meinem Leben in gewisser Weise eine neue Richtung gegeben haben. Ich möchte fast sagen, er hat mich gerettet. Durch die Begegnung mit seinen Essays ... wurde ich aus meiner ans Theoretisieren verlorenen Haltung gerissen.“[4] Ritter traf Berlin bei seinem einzigen Deutschlandbesuch im Mai 1993 in Frankfurt und stand mit ihm in brieflichem Kontakt.[5]

Monografien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2000 erhielt Ritter die Ehrendoktorwürde der Universität Hamburg und 2005 den Ludwig-Börne-Preis. 2010 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und wurde in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung berufen. Für seine im Herbst 2010 erschienenen Notizhefte, eine Sammlung philosophischer Gedankenskizzen, erhielt Ritter 2011 den Preis der Leipziger Buchmesse im Bereich „Sachbuch/Essayistik“.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Herbert Kopp-Oberstebrink/Thorsten Palzhoff/Martin Treml (Hrsg.), Jacob Taubes - Carl Schmitt. Briefwechsel mit Materialien. Paderborn 2012. S. 14.
  2. Herbert Kopp-Oberstebrink/Thorsten Palzhoff/Martin Treml (Hrsg.), Jacob Taubes - Carl Schmitt. Briefwechsel mit Materialien. Paderborn 2012. S. 98.
  3. H. Ritter, Der Mann, der zuviel wusste, in: FAZ, 19. Januar 2008, S. Z1.
  4. H. Ritter, Das Treffen in Frankfurt. Zum 100. Geburtstag des Philosophen Isaiah Berlin, in: FAZ, 6. Juni 2009, Z3.
  5. H. Ritter, Das Treffen in Frankfurt. Zum 100. Geburtstag des Philosophen Isaiah Berlin, in: FAZ, 6. Juni 2009, Z3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]